Vertretung in Deutschland

Die EU sorgt für sauberes Wasser - egal ob zum Baden oder zum Trinken

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Verseuchte Meere, ölverschmierte Strände und Phosphate im Trinkwasser: das war einmal. Die EU greift ein, um die Gewässer sauber zu halten. Damit die Europäer ungetrübten Badespaß und sauberes Trinkwasser haben.


01.03.2017 - Nach mehreren Tankerunglücken und Ölkatastrophen in Europa hat die EU moderne Standards für Schiffe, die Häfen in der EU anlaufen, festgelegt. Nach dem Unglück des Tankers „Erika“ 1999 vor der französischen Küste wurde die Europäische Agentur für Maritime Sicherheit (EMSA) mit Sitz in Lissabon eingerichtet. Sie kümmert sich um die Sicherheit in Europas Gewässern. So wurden zum Beispiel Tanker mit einer einfachen Stahlwand verboten, stattdessen müssen Tanker Doppelwände haben.

Von dem Eingreifen der EU profitieren auch die Bürger: Das Baden in Seen und Meeren ist nach EU-Angaben in 96 Prozent der Gewässer der EU unbedenklich, wie der EU-Bericht zur Qualität der Badegewässer 2016 zeigte. In Deutschland lag der Wert sogar bei 98 Prozent.

Seit Anfang 2017 begrenzt eine EU-Verordnung etwa den Phosphorgehalt in Geschirrspülermitteln wie Tabs oder Pulver. Denn wenn zu viele Phosphate mit dem Abwasser in Flüsse und Seen gelangen, wachsen die Algen dank dieses Nährstoffs massenhaft. Das führt zu Sauerstoffmangel bei Tieren und Pflanzen, die dann sterben.

Die Trinkwasserqualität und die Wirksamkeit der Abwasserbehandlung haben sich nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur EEA 2016 in der gesamten Europäischen Union verbessert. Bei EU-weiten Analysen von Trinkwasserproben zwischen 2011 und 2013 wurden in 98,5 Prozent aller Fälle die Standards für Trinkwasser eingehalten oder sogar übererfüllt, heißt es im EEA Bericht von Ende 2016. Außerdem seien immer mehr Haushalte an Kläranlagen angeschlossen. Allerdings sind die Regionen in Süd- und Osteuropa schlechter versorgt. Die Umweltagentur kritisiert zudem, dass immer noch zu viele Nährstoffe und Abwässer in die Umwelt gelangen, vor allem Stickstoff und Phosphor.

In Deutschland ist besonders die anhaltend hohe Nitratbelastung im Grundwasser und Oberflächenwasser in vielen Regionen ein Problem. Weil Deutschland jahrelang keine strengeren Gegenmaßnahmen ergriffen hat, hat die EU-Kommission Deutschland im Jahr 2016 vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Eine zu hohe Nitratbelastung durch Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft fördert – wie auch die Phosphate aus Waschmitteln – in  Süßwassergewässern und in der Meeresumwelt das Wachstum von Algen, die anderes Leben ersticken. Eine Nitratkonzentration von über 50 mg/l kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder. Zudem verursacht die Entfernung von Nitraten aus dem Trinkwasser hohe Kosten.

EU-Kommission zur Qualität von Badegewässern (Englisch)

Europäische Umweltagentur zur Wasserqualität

Nitratbelastung in Gewässern: EU-Kommission verklagt Deutschland

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

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