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Die EU schützt uns vor Lebensmittel-Piraten und bewahrt regionale Köstlichkeiten

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Wer einmal den echten Parmaschinken oder Original-Spreewaldgurken probiert hat, möchte vielleicht nichts Anderes mehr essen. Doch ohne die EU gäbe es solche Original-Produkte nicht. Die EU schützt ihre Bürger vor Lebensmittelpiraten, die begehrte Waren nachmachen wollen.


01.03.2017 - Wenn‘s um die Wurst geht, sind die Europäer eigen: Nürnberger Bratwürstchen dürfen nur aus Nürnberg kommen, Thüringer Rostbratwurst nur in Thüringen gemacht werden und Schwarzwälder Schinken darf nur im Schwarzwald geräuchert werden. Genauso muss Parmaschinken aus Parma kommen und Tiroler Speck aus Tirol. Die Liste ließe sich auch mit Bier, Käse oder Plätzchen fortsetzen.

In Europa haben regionale Spezialitäten eine Tradition, sie gehören zur Kultur. Und deshalb schützt die EU die Herkunftsbezeichnung vieler Produkte mit einem Siegel, das sie vor Missbrauch bewahrt. Damit versucht die Union die Einzigartigkeit der Produkte, die auf deren Herkunft und einer bestimmten Herstellungsweise beruht, zu erhalten. Viele Hersteller lassen ihre regionale Köstlichkeit im Register der EU eintragen und damit vor Nachahmung schützen. Spreewälder Gurken sind genauso dabei wie Holsteiner Tilsiter, Lübecker Marzipan oder schwäbische Spätzle.

Je nach Eigenschaft gibt es drei verschiedene Arten des Siegels, die „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren), die „geschützte geographische Angabe“ (mindestens eine der Produktionsstufen – also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – wird im Herkunftsgebiet durchlaufen), und die „garantiert traditionelle Spezialität“ (traditionelle Zusammensetzung des Erzeugnisses oder traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren).

Mittlerweile sind mehr als 1250 Herkunftsbezeichnungen von regionalen Erzeugnissen und Spezialitäten in der Liste der EU eingetragen. Mehr als 80 (Stand Januar 2017) traditionelle und regionale Produkte davon sind deutscher Herkunft.

Bier darf nur dann als „Bayerisches Bier“ verkauft werden, wenn festgelegte Bedingungen eingehalten und kontrolliert werden. Andere Hersteller dürfen diesen Begriff nicht verwenden und auch wörtliche und bildliche Anlehnungen, wie „Bayrisch Bier“, „nach Bayerischer Art“ oder die Verwendung von weiß-blauen Rauten auf dem Label sind untersagt.

Viele andere Regionen der Welt kennen diesen Schutz nicht, etwa die USA. Dort haben sich Produkte mit europäischem Namen etabliert, zum Beispiel Champagner, der in den USA abgefüllt wurde – und nicht in Frankreich. Deshalb geht es auch bei Handelsverhandlungen um die geschützten Herkunftsbezeichnungen. In den letzten Jahren war die EU sehr erfolgreich, einen erhöhten Schutz für hunderte von geografischen Bezeichnungen zu erreichen - z.B. eben für oder Lübecker Marzipan. Dass EU-Produkte jetzt auch außerhalb der EU geschützt sind, hat die EU zum Beispiel in Handelsabkommen mit Kanada, Korea und Singapur durchgesetzt. Die EU hat auch in einem eigenständigen Abkommen mit China den Schutz von Ursprungsbezeichnungen festgeschrieben.

Link zu geographischen Herkunftsbezeichnungen

Liste der eingetragenen Bezeichnungen

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.