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Die EU sichert die Rechte von Passagieren auf Reisen – im Flugzeug und bei der Bahn

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Ist der Flug überbucht, fällt aus, oder der Koffer verschwindet, dann hat der Passagier Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Dafür sorgen einheitliche Regeln der EU. Bei Bahnfahrten gilt dasselbe.


01.03.2017 - Im Europa ohne Grenzen verreisen immer mehr Menschen, besonders das Fliegen wird beliebter. Gab es früher ein Problem mit dem Flug, so gingen viele Passagiere leer aus. Dem hat die EU einen Riegel vorgeschoben: Seit 2005 hat die Europäische Union in einer Verordnung eine Reihe von Fluggastrechten festgeschrieben, die für alle Passagiere von Linien- und Charterflügen gelten – und zwar für solche Flüge, die auf einem Flughafen in der EU starten oder ein Ziel innerhalb der EU haben.

Wird ein Flug zum Beispiel auf den nächsten Tag verschoben, muss die Airline üblicherweise eine Hotelübernachtung zahlen. Landet man erheblich später, fällt der Flug kurzfristig aus oder ist trotz Buchung kein Platz mehr an Bord, hat man Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Wie viel Geld es gibt, hängt von der Flugstrecke ab: Je nach Entfernung bekommt der Passagier 250, 400 oder 600 Euro. Allerdings nur dann, wenn der Grund kein außergewöhnlicher Umstand wie schlechtes Wetter oder ein Streik der Fluglotsen war.

Wird der Flug gestrichen, können Reisende eine Entschädigung oder die Erstattung des Flugpreises verlangen. Und falls der Koffer verloren geht oder beschädigt wird, muss die Airline ebenfalls den Schaden ersetzen.

Allerdings gibt es das Geld nicht automatisch, sondern der Fluggast muss es zunächst von der Fluggesellschaft einfordern. Weigert sich die Airline, kann der Passagier sich bei der zuständigen nationalen Flugaufsichtsbehörde beschweren, in Deutschland ist dies das Luftfahrtbundesamt. Bei Streit kann man sich auch an die Schlichtungsstelle des Zentrums für europäischen Verbraucherschutz wenden.

2007 hat die EU auch den Verbraucherschutz für Bahnfahrer verbessert. Eine EU-Verordnung regelt seitdem die Rechte von Bahngästen europaweit einheitlich. Bei Zugverspätung, beim Ausfall eines Zuges und bei Unfällen bekommen Fahrgäste Entschädigung - egal ob sie in einem Land oder über Grenzen hinweg reisen. Der Fahrgast erhält 25 Prozent des Ticketpreises zurück, wenn der Zug mehr als 60 Minuten Verspätung hat. Bei mehr als 120 Minuten Verspätung bekommt er die Hälfte des Ticketpreises.

Sobald eine Verspätung von mindestens 60 Minuten absehbar ist, hat der Fahrgast die Wahl, sich den Fahrpreis erstatten zu lassen oder kann verlangen, kostenlos mit einem Ersatzzug oder Bus an den Zielort gebracht zu werden. Nachts hat der Fahrgast das Recht, ein Taxi zu nutzen und sich die Kosten bis maximal 80 Euro erstatten zu lassen. Muss er wegen des Ausfalls übernachten, zahlt das Bahnunternehmen für das Hotel.

Ähnliche Regelungen gibt es auch für den Bus- und Schiffsverkehr.

Information der EU zu Fluggastrechten

EU-Verordnung zu Fluggastrechten

EU-Verordnung zu den Rechten von Bahnreisenden

Broschüre des Europäischen Verbraucherzentrums zu Fluggastrechten

Broschüre des europäischen Verbraucherzentrums zu den Rechten von Bahnreisenden

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.