Vertretung in Deutschland

Wenn Sie einen Unfall haben, rufen Sie an: Europa hat den einheitlichen Notruf 112

/germany/file/euflaggute-gruendejpg_deeu_flag_gute-gruende.jpg


Europa ist auch in Notfällen vereint. Bereits im Jahr 2008 wurde die EU-weite kostenlose Notrufnummer 112 eingeführt. Das verkürzt die Wartezeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte und rettet Leben.


01.03.2017 - Früher hatte jedes Land seine eigenen Rufnummern für Polizei und Feuerwehr. Reisende wussten bei Feuer oder nach einem Unfall im Ausland oft nicht, wo sie anrufen sollten, um Hilfe zu holen.

Seit 2008 ist das anders. Der EU-weite Notruf funktioniert in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, von Spanien bis Finnland, von England bis Polen – und zwar sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz. Das wissen allerdings noch längst nicht alle Menschen: Wie eine Umfrage (2015) ergab, würden 76 Prozent der Bürger in Deutschland im Notfall die 112 wählen. Demnach könnte also fast jeder Vierte nicht schnellstmöglich Hilfe holen. In der gesamten EU kennen nur 48 Prozent die lebensrettende Nummer (Eurobarometer 2016).

Die Leitstellen sollen in der Lage sein, Notrufe in verschiedenen Sprachen entgegenzunehmen, also auch etwa in Englisch. Hat das Mobiltelefon keinen Empfang im Netz der eigenen SIM-Karte, wird automatisch über ein fremdes Netz vermittelt. Ein solcher Notruf hat im Mobilfunknetz Priorität, nötigenfalls wird eine andere Verbindung getrennt. Daneben gibt es in Deutschland weiter die Polizeinotrufnummer 110. Der Euro Notruf setzt sich übrigens auch außerhalb der Europäischen Union durch, mittlerweile gilt er in mehr als 30 europäischen Ländern.

Auch bei Autofahrern setzt die EU auf Sicherheit. Das 2015 EU-weit eingeführte E-Call-System, das bei einem Unfall automatisch den 112-Notruf wählt, um Rettungskräfte zu alarmieren, soll die Zahl der Verkehrstoten senken. Ziel ist es, Verletzte schneller am Unfallort versorgen zu können. Wenn das System nicht manuell ausgelöst wird, reagiert es beispielsweise auf das Auslösen der Airbags und sendet auf Basis der EU-weiten Notrufnummer 112 Ort und Zeit des Unglücks an die nächste zuständige Dienststelle. Nach Angaben der EU-Kommission soll der Einbau von E-Call etwa 100 Euro pro Fahrzeug kosten.

Informationen der EU-Kommission zur Notfallnummer 112

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.