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Europa rettet Menschenleben

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Sie kommen in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa oder flüchten vor Kriegen und Unterdrückung. Die meisten Migranten machen sich über das Mittelmeer auf den gefährlichen Weg nach Europa – häufig auf abgewrackten Booten. Wenn Boote außerhalb der libyschen Küstengewässer in Seenot geraten, sind europäische Schiffe verpflichtet, Leben zu retten.


01.03.2017 - Die bedeutendste Flüchtlingsroute geht aktuell von Nordafrika - in der Regel von Libyen - nach Italien. Der Weg ist lebensgefährlich, weil skrupellose Schlepper wegen der großen Nachfrage immer mehr Menschen auf Boote schicken, die nicht seetüchtig sind. Mindestens 5.000 Menschen starben nach Berechnungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 2016 bei dem Versuch, über das Mittelmehr nach Europa zu fliehen. Insgesamt kamen nach Frontex-Schätzungen im vergangenen Jahr (2016) etwa 364.000 Menschen über das Mittelmeer. Die meisten Menschen stammten aus Nigeria, Eritrea, Guinea, der Elfenbeinküste und Gambia.

Die EU hat seit 2004 eine eigene Agentur, die für den Grenzschutz und die Seenotrettung zuständig ist: die europäische Grenzschutzagentur Frontex mit Sitz in Warschau. Bei ihren  
Missionen war Frontex lange auf die EU-Mitgliedstaaten angewiesen, die Grenzschützer sowie Material wie Hubschrauber und Schiffe bereitstellen, die dann „unter EU-Flagge“ handeln. Inzwischen hat die Agentur mit dem Ausbau zur Europäischen Grenz- und Küstenwache auch eine eigene Ausrüstung und eine schnell mobilisierbare Reserve von 1500 Grenzschützern aus den Mitgliedstaaten.

Das Budget von Frontex ist seit seiner Gründung kontinuierlich gewachsen: 2016 standen der Grenzschutzagentur 254 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Die europäische Polizeibehörde Europol hatte 2016 ein Budget von 100 Millionen Euro.        

In der Flüchtlingskrise wurden die Aufgaben der Grenzschutzagentur erweitert und das Personal aufgestockt. So hilft Frontex Griechenland bei der Registrierung von ankommenden Flüchtlingen. Die Agentur koordiniert auch die Rückführung von irregulär eingereisten Migranten und rettet Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken.

Seit 2015 wurden die Ressourcen und Mittel für die Operationen der EU auf See verdreifacht. Durch die gemeinsamen EU-Operationen namens Poseidon, Triton und Sophia wurden so seit 2015 mehr als 400.000 Menschenleben im Mittelmeer und in der Ägäis gerettet. Und es wurden 303 von kriminellen Netzen benutzte Schiffe unbrauchbar gemacht und 89 mutmaßliche Schleuser und Menschenhändler den italienischen Behörden überstellt.  

Die Marine-Operation „Sophia“ wurde übrigens nach einem Baby benannt, das am 24. August 2015 an Bord der deutschen Fregatte „Schleswig-Holstein“ während ihres Einsatzes im zentralen Mittelmeer im Rahmen der Task Force EUNAVFOR MED zur Welt kam.

Mitteilung Frontex vom 6.1.2017 (Englisch)

EU-Marineoperation Sophia (Englisch)

EU-Operationen im Mittelmeer

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

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