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Die EU macht Medikamente preiswerter

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Das Geschäft mit der Gesundheit ist eine sensible Angelegenheit. Strenge Regeln verhindern deshalb Rabattschlachten und Dumpingpreise. Dank mehrerer Urteile des Europäischen Gerichtshofs ist der europäische Arzneimittelmarkt durchlässiger geworden. Mehr Wettbewerb heißt günstigere Preise.


01.03.2017 - Tabletten beim Versandhandel bestellen oder ein Rezept ohne Verluste im europäischen Ausland einlösen - all das hat die EU möglich gemacht. In einer Reihe von wegweisenden Urteilen hat der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass der freie Warenverkehr sich auch auf Medikamente beziehen muss.. Vor allem Bürger, die sehr viel reisen oder in Grenzregionen leben, profitieren davon.

Seit 2004 ist staatlich approbierten Apothekern in Deutschland auch der Versandhandel etwa mit apothekenpflichtigen Medikamenten erlaubt. Jeder Kunde kann sich Medikamente per Post, per Telefon oder Internet bestellen.

Diskussionen gibt es derzeit noch um die deutsche Preisbindung: Bundesweit haben alle Apotheken rezeptpflichtige Medikamente zum selben Preis abzugeben. Daran mussten sich auch ausländische Online-Apotheken wie DocMorris halten - bis zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Oktober 2016, der den freien Warenverkehr im europäischen Binnenmarkt behindert sah. Die Richter verlangen, dass die Arzneimittelpreisbindung hierzulande aufgehoben wird. Es müsse möglich sein, dass ein Arzneimittelversand seinen Kunden bestimmte Rabatte anbietet, wenn diese regelmäßig Medikamente bei ihm bestellen. Der Versandhändler dürfe also rezeptpflichtige Arzneien auch billiger verkaufen.

Das Urteil weckt Hoffnungen, dass vor allem die gut 20 Millionen Menschen in Deutschland, die unter chronischen Krankheiten leiden und Tausende von Euro im Jahr für Medizin ausgeben, deutlich Geld sparen können. Umgekehrt ist es aber auch legitim, wenn der Gesetzgeber Regelungen für den Erhalt der flächendeckenden Versorgung mit Apotheken trifft.  Der Ausgang dieser Debatte ist noch offen.

EuGH-Urteil vom 19.10.2016

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

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