Vertretung in Deutschland

Die EU schickt junge Leute zum Lernen ins Ausland

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Erasmus von Rotterdam war ein europäisch gebildeter Humanist der Renaissance. Das weltweit größte Förderprogramm für Auslandsaufenthalte von Studenten, Azubis und Lehrern orientiert sich an seinem Namen: das europäische „Erasmus“-Programm. Es feiert 2017 seinen 30. Geburtstag. Neun Millionen Menschen waren schon dabei.


01.03.2017 - Ein Semester in Paris oder Madrid studieren - knapp 40.000 deutsche Studenten machen sich jedes Jahr mit Erasmus an eine europäische Uni auf. Das Austausch-Programm, das 2017 seinen 30. Geburtstag feiert, ist eines der erfolgreichsten der EU. Während das Programm 1987 mit 3.244 Studenten startete, unterstützte das Erasmus+ Programm 2015 bereits 640.000 Studenten, Auszubildende, Freiwillige, Lehrer, Trainer und Jugendarbeiter. Das Programm steht für ein Lebensgefühl: die Erasmus-Generation erlebt und schätzt die Vielfalt und Schönheit des Kontinents, sie ist europäisch vernetzt und fühlt sich europäisch.

Seit dem Gründungsjahr haben schon neun Millionen junge Leute daran teilgenommen, davon 1,3 Millionen aus Deutschland. Zunächst ging es um den Austausch von Studenten, später kamen aber auch Auszubildende, Praktikanten, junge Unternehmer, sportlich Aktive und Pädagogen hinzu. Studenten erhalten zwischen 150 und 250 Euro pro Monat als Unterstützung und müssen keine Studiengebühren zahlen, sollte die Gast-Universität welche erheben.

Der Auslandsaufenthalt ist gut für die Karriere: Erasmus-Studenten finden doppelt so häufig einen Job nach Abschluss des Studiums als andere. Einer von drei Erasmus-Teilnehmern in der Ausbildung bekommt am Ende von dem Unternehmen, in dem er ausgebildet wurde, einen Job angeboten. Einer von zehn gründet seine eigene Firma. Vermutlich ist es die einzige EU-Initiative, die mit der Film-Trilogie „L‘ Auberge Espagnol“ („Barcelona für ein Jahr“) eine weltweit erfolgreiche filmische Hommage bekam. Madrid, Paris und Wien sind europaweit übrigens die Lieblingsziele der Studenten.

Seit 2014 ist das Erasmus Programm mit anderen Programmen zu Erasmus+ verschmolzen, zu dem etwa das Master- und Doktorandenprogramm und Erasmus für Jungunternehmer gehören. Die EU-Kommission wird in diesem Jahr Erasmus um ErasmusPro ergänzen, das längerfristige Arbeitspraktika (von einem halben bis einem Jahr) von Auszubildenden im Ausland fördert. Erasmus-geförderte Projekte motivieren Azubis, die kurz vorm Abbruch stehen,  mit einem Auslandsaufenthalt durchzuhalten und ihre Lehre abzuschließen.

Für Erasmus+ stehen im EU-Haushalt 2014 bis 2020 rund 14,7 Milliarden Euro bereit. Allein für Deutschland wird das Budget von 167 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 300 Millionen Euro in 2020 wachsen. In diesem Zeitraum werden rund 4 Millionen Europäer dank Erasmus+ im Ausland studieren, arbeiten und lernen können - darunter 660.000 Deutsche.

Website zum Erasmus+-Programm

Website zum 30. Geburtstag von Erasmus

Website der vier nationalen Agenturen, die Erasmus+ in Deutschland umsetzen

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.