Vertretung in Deutschland

Die EU bewahrt die kulturelle Vielfalt und zeichnet Kulturhauptstädte aus

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Was verbindet Berlin, Weimar und Essen? Alle drei Städte waren schon mal europäische Kulturhauptstädte. Sie stehen für eine lebendige Kulturlandschaft in Europa – und profitieren von Geld aus Brüssel. Kein Kontinent der Erde kann auf kleinem Raum auf ein derart vielfältiges kulturelles Erbe bauen wie Europa.


01.03.2017 -

Seit 1985 vergibt die Europäische Union den Titel Kulturhauptstadt. Ziel der Initiative ist es, den „Reichtum und die Vielfalt der Kulturen Europas hervorzuheben“, den Tourismus anzukurbeln und das Image der Städte zu verbessern. Außerdem verstärkt sie das Gefühl der Europäer, einem gemeinsamen Kulturkreis anzugehören. Für jede Kulturhauptstadt sind 1,5 Millionen Euro vorgesehen, die mit dem „Melina Mercouri Preis“ an die ausgewählten Städte gehen. Die damalige griechische Kulturministerin Mercouri war Initiatorin des Programms.

Erste Kulturhauptstadt war Athen. Als erste deutsche Metropole führte Berlin den Titel 1988, aus Deutschland folgten 1999 Weimar und 2010 Essen für das Ruhrgebiet. In diesem Jahr sind Aarhus in Dänemark und Paphos auf Zypern die Kulturhauptstädte 2017, die das ganze Jahr über mit Ausstellungen, Festivals, Theater und Musik feiern. Die Städte werden vier Jahre zuvor formell ernannt. Anfangs war nur eine Stadt Kulturhauptstadt, seit 2001 sind es wegen der vielen Bewerbungen meistens zwei Städte. Der Titel wurde schon an mehr als 50 europäische Städte verliehen.

Die EU vergibt auch Kulturpreise, etwa den europäischen Preis für Popmusik, abgekürzt EBBA. Dieser geht an Künstler, denen es gelingt, mit ihrem Debütalbum außerhalb ihres Landes ein großes Publikum zu erreichen. Unter den Preisträgern 2017 ist auch die deutsche Sängerin Namika, die für ihren Erfolg mit der Single „Lieblingsmensch“ über Deutschland hinaus ausgezeichnet wird.

Europa ist in der Kultur absolute Weltspitze. Nirgendwo sonst auf dem Globus gibt es so viele von der UNESCO geschützte Kulturdenkmäler von Weltrang wie auf dem europäischen Kontinent. Die EU hat darüber hinaus das Europäische Kulturerbe-Siegel geschaffen. Es geht an Stätten, die für die Geschichte oder die Ideale der europäischen Einigung besonders wichtig sind. In Deutschland gehören dazu das Hambacher Schloss und die Städte Münster und Osnabrück als Verhandlungsorte des Westfälischen Friedens. Zuletzt wurden die Stätten der Reformation und des Eisernen Vorhangs – beide als Verbund – mit dem Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Die Stätten der Reformation bestehen aus 20 einzelnen Orten, darunter die Wartburg in Eisenach und das Luther-Geburtshaus in Eisleben. Zu den Stätten des Eisernen Vorhangs gehören die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Nikolaikirche in Leipzig. Sie stehen für die Überwindung der Mauer. Auswahlkriterium ist nicht die Schönheit oder die Architektur, sondern ihr besonderer Wert für Europa. Mit diesem Schwerpunkt unterscheidet sich das europäische Kulturerbe-Siegel etwa vom UNESCO-Welterbe-Siegel.

Von diesem Jahr an wird es Kulturerbe-Routen geben, die an verschiedenen Stätten vorbeiführen und auf Ereignisse wie Festivals und Ausstellungen hinweisen. Die UNESCO und die EU-Kommission haben dieses Projekt gemeinsam entwickelt. Touristen bekommen dann Informationen und Landkarten zu den Kulturstätten über eine App auf ihr Handy.

Liste der Kulturhauptstädte

Bundesregierung zum europäischen Kulturerbe-Siegel

UNESCO und EU-Kommission zu Kulturerbe-Routen (Englisch)

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.