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Europa kämpft gegen Schlepper

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Die Flucht nach Europa ist gefährlich. Neun von zehn Flüchtlingen und Migranten haben organisierte kriminelle Menschenhändler bezahlt. Schlepper verdienten allein 2015 mehr als 4 Milliarden Euro mit Migranten, die sie nach Griechenland und Italien brachten. Die EU geht gegen kriminelle Schleusernetzwerke vor.


01.03.2017 - Seit Sommer 2015 patrouillieren Militärschiffe der EU-Staaten im Rahmen der Operation „Sophia“ vor der Küste Libyens. Deren Hauptaufgabe besteht darin, Schlepperboote aufzuspüren, zu entern und die Besatzung festzunehmen. Hinzugekommen ist auch der Kampf gegen Waffenschmuggel, um der Terrormiliz IS die Nachschubwege abzuschneiden. Die EU bündelt dabei ihre Kräfte in der Ägäis mit den türkischen Behörden und der Militärallianz NATO.

Auch die libysche Küstenwache wird über die Operation „Sophia“ mit Ausbildungsprogrammen unterstützt. Im Frühjahr 2017 soll das Netz „Seahorse Mediterranean“ einsatzbereit sein, um die Grenzbehörden der nordafrikanischen Länder beim Vorgehen gegen Schleuser und Menschenhändler zu unterstützen.

Im März 2016 hat die EU eine Vereinbarung mit der Türkei getroffen, um die Schlepperwege über die Ägäis zu durchkreuzen. Syrischen Flüchtlingen werden anstelle der gefährlichen Überfahrt durch die Ägäis sichere und legale Zuwanderungsmöglichkeiten in die EU angeboten. Die Vereinbarung zeigt deutliche Erfolge: Während im Oktober 2015 noch 10.000 Neuankömmlinge täglich über diesen Weg kamen, ist mit Inkrafttreten der EU-Türkei-Erklärung diese Zahl auf rund 100 Personen täglich gesunken. Damit die Flüchtlinge in Würde leben und sich ein neues Leben in der Türkei aufbauen können, stellt die EU zunächst 3 Milliarden Euro bereit – damit wird unter anderem die Schulbildung für hunderttausende syrische Kinder in der Türkei finanziert.

Seit 2016 hilft auch das neue „Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Migrantenschleusung“ bei Europol den Mitgliedstaaten bei der Zerschlagung krimineller Netzwerke, die an der organisierten Migrantenschleusung beteiligt sind.    

Informationen zur Operation Sophia (Englisch)

Europäisches Zentrum zur Bekämpfung der Migrantenschleusung

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.