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Die EU bringt junge Menschen in Arbeit

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In Griechenland ist fast jeder zweite junge Mensch unter 25 Jahren ohne Arbeit - und auch in Spanien ist die Lage nur wenig besser. In Italien ist es mehr als jeder Dritte. Die Krise hat die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, die schon vor der Einführung des Euro ein großes Problem war, weiter nach oben getrieben. Die EU macht dagegen mobil. Erste Erfolge sind sichtbar


01.03.2017 - Die Arbeitsmarktpolitik ist zwar in erster Linie Aufgabe der EU-Staaten, die Europäische Union unterstützt ihre Mitglieder aber im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Wegen der Wirtschaftskrise gehört der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit derzeit zu den zehn Top-Prioritäten der EU-Kommission. 4,2 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren waren im Oktober 2016 in der EU arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag immer noch bei 18,4 Prozent – auch wenn das schon deutlich weniger als auf dem Höhepunkt im Januar 2013 mit 24 Prozent war.

Die EU-Staaten haben sich 2013 in der sogenannten EU-Jugendgarantie dazu verpflichtet, junge Menschen unter 25 Jahren schnell wieder in Arbeit zu vermitteln und für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Wer seine Ausbildung abgeschlossen hat oder gerade arbeitslos geworden ist, soll innerhalb von vier Monaten in einen Job, einen Ausbildungsplatz, eine Fortbildung oder ein Praktikum gebracht werden. Für entsprechende Programme stellt die EU bis 2018 rund 6,4 Milliarden Euro bereit, der Betrag soll bis 2020 um weitere 2 Milliarden aufgestockt werden.

EU-Kommissionspräsident Juncker nennt die hohe Jugendarbeitslosigkeit „eine humanitäre Krise“ und betont, Europa dürfe nicht der Kontinent der Jugendarbeitslosigkeit bleiben. Juncker sagte: „Ich kann und werde nicht akzeptieren, dass die Millennium-Generation, die Generation Y, möglicherweise die erste Generation seit 70 Jahren ist, der es schlechter geht als ihren Eltern.“ Darüber hinaus stehen jedes Jahr 10 Milliarden Euro für die Schaffung von Arbeitsplätzen, berufliche Bildung und Unternehmertum allgemein zur Verfügung.

Die Jugendgarantie zeigt erste Ergebnisse. Von 2013 bis Ende 2016 ist die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen laut EU-Kommission um 1,6 Millionen zurückgegangen. Die Jugendarbeitslosenquote sank im selben Zeitraum von 23,9 auf 18,5 Prozent. Zwar waren Ende 2016 immer noch 6,6 Millionen junge Leute ohne Arbeit und auch nicht in Ausbildung - deren Zahl sank in diesem Zeitraum aber um 900.000. 14 Millionen junge Menschen nahmen seit Januar 2014 an Jugendgarantie-Projekten teil.

Die EU-Kommission will das erfolgreiche Austauschprogramm Erasmus+ um ErasmusPro ergänzen, das längerfristige Arbeitspraktika von Auszubildenden im Ausland fördert.

Eurostat zur Jugendarbeitslosigkeit ( August 2016)

EU-Kommission zur Jugendgarantie (Englisch)

EU-Kommission zur EU Jugendgarantie Land für Land

Investitionen in Europas Jugend: Fragen und Antworten

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

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