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Die EU achtet auf gesundes Essen

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Welche Zusatzstoffe enthält der Orangensaft? Wie viele Kalorien hat der Müsliriegel? Die EU sorgt dafür, dass der Verbraucher im Supermarkt die Antworten sofort beim Blick auf die Verpackung bekommt. Dass Allergiker auch im Restaurant sicher sein können, was sich in ihrem Essen befindet. Und dass die Lebensmittel sicher sind – also weder Salmonellen noch andere Schadstoffe enthalten.


01.03.2017 - In Europa gelten hohe Standards für Lebensmittel. Eine EU-Verordnung regelt die Etikettierung von Lebensmitteln. Schon die Verpackung soll eine Orientierung auf den ersten Blick geben. So müssen  auf allen Packungen EU-weit einheitliche Tabellen gedruckt sein, die angeben, welche Nährstoffe das Produkt enthält. Also etwa Angaben zum Energiegehalt, der Menge an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz. Alle Angaben sind bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter. Bei  Rindfleisch und  frischem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch muss die Herkunft genannt werden.  Bei jedem Produkt müssen die 14 wichtigsten Stoffe, die Allergien auslösen können (zum Beispiel Nüsse oder Soja) angegeben werden. Wichtig für Allergiker: auch bei losen Lebensmitteln, also zum Beispiel in Restaurants, muss über Allergene informiert werden. (Das heißt aber übrigens nicht, dass die Inhaltsstoffe jedes in eine Kita mitgebrachten Kuchens oder aller servierten Schnittchen auf Wohltätigkeitsveranstaltungen deklariert werden müssen, anders als teilweise berichtet.)

Gesundheitsbezogene Werbeaussagen sind streng reglementiert. Druckt der Hersteller den Begriff „fettarm“ auf sein Produkt, darf das Lebensmittel nicht mehr als 3 Gramm Fett pro 100 Gramm enthalten. Auf dem Etikett muss auch stehen, wenn ein Lebensmittel gentechnisch verändert ist („Novel Food“). Das gilt zum Beispiel auch für Pflanzenöle, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt sind. Der Verbraucher hat dann die Wahl, sich für oder gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel zu entscheiden.

Neben der Lebensmittelkennzeichnung hat die EU auch andere einheitliche Qualitätszeichen eingeführt, zum Beispiel das bekannte CE-Zeichen oder das Ökosiegel für Bio-Lebensmittel, die den Verbrauchern die Orientierung beim Einkauf erleichtern.

Auch für Kosmetika wie Hautcremes oder Lotionen gelten strenge Regeln, etwa für den Einsatz bestimmter Chemikalien. Die EU  reagiert damit auf die seit Jahren zunehmenden Allergien.

Kommen in der EU gesundheitsgefährdende Lebensmittel auf den Markt, wie etwa Fleisch mit Salmonellen oder quecksilberverseuchter Fisch, dann greift das Schnellwarnystem der EU (RASFF). Darüber kann ein Land eine Warnung an alle anderen EU-Staaten vor diesem Produkt geben, so dass das Risiko EU-weit schnell bekannt wird und die Behörden handeln können. Das Lebensmittel wird dann vom Markt genommen und vernichtet, ausländische Lebensmittel in das Herkunftsland zurückgeschickt.

Fragen und Antworten zur Lebensmittelinformationsverordnung

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.