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Nur gemeinsam kann sich Europa in der globalisierten Welt behaupten

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Europa wird in den kommenden Jahrzehnten möglicherweise an Bedeutung in der Welt verlieren. Wie kann das sein? Grund dafür ist die demographische Entwicklung. Die Geburtenrate auf den anderen Kontinenten ist deutlich höher. So wird sich Afrikas Bevölkerung bis zum Jahr 2100 laut Prognose der Vereinten Nationen vervierfachen und Asien als bevölkerungsreichsten Kontinent ablösen.


01.03.2017 - Heute leben in der EU über 500 Millionen Menschen, das ist mehr als die Bevölkerung der USA und Japans zusammengenommen. Damit machen wir Europäer acht Prozent der Welt-bevölkerung aus – 2050 wird der Anteil aber nur noch fünf Prozent betragen. „Die Faktenlage ist simpel: Die Welt wächst. Und wir schrumpfen“, beschreibt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker diese Entwicklung. Die Folge: Die Gesellschaft in Europa altert und es fehlen Arbeitskräfte für die Wirtschaft. Gleichzeitig sinkt die globale Bedeutung Europas,  sowohl wirtschaftlich, militärisch wie auch gesellschaftlich. Bis 2050 wird unter den führenden sieben Wirtschaftsnationen der Welt kein einziges EU-Land mehr sein. Aber die EU gemeinsam? Wir wären immer noch einer der Spitzenreiter. Juncker sagt: „Nur eine geeinte EU ist stark genug, um sich Gehör zu verschaffen.“

In  einer globalisierten Welt mit ihren vielfältigen Herausforderungen ist kein EU-Staat mehr groß genug, um sich alleine zu behaupten und unseren Werten Geltung zu verschaffen. Das geht nur im Verbund der EU. „Es gibt zwei Arten von Mitgliedstaaten“, sagt der Niederländer Frans Timmermans, der Erste Vizepräsident der Kommission. „Die Kleinen und diejenigen, die noch nicht gemerkt haben, dass sie klein sind.“ Internationale Angelegenheiten, um die die EU sich kümmern muss, sind nicht nur auf die  Außen- und Sicherheitspolitik beschränkt, sondern betreffen auch die Entwicklungskooperation, den Außenhandel, die globale Wirtschaft, Migration, Klimaschutz und Energiepolitik.

Dass Europa deshalb funktionieren muss, liegt auf der Hand. Trotz zahlreicher Streitigkeiten und Krisen müssen sich die Staaten in ihrem eigenen Interesse zusammenraufen. Juncker warnt: „Unsere Feinde sähen es gern, wenn wir zerfielen. Unsere Konkurrenten würden von unserer Spaltung profitieren.“ Die EU umfasst heute ein Europa von Lissabon bis Helsinki, von Dublin bis Sofia, vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer, von der Nord- und Ostsee bis ans Mittelmeer. Es sind Monarchien und Republiken, Nato-Staaten und solche, die es nicht sind. Die EU kann ihren Bürgern dort Schutz anbieten - etwa bei äußerer Bedrohung oder den Folgen der Globalisierung - wo ihn der Nationalstaat nicht mehr leisten kann. Eine bessere Alternative zur europäischen Zusammenarbeit in  der EU ist nicht in Sicht.

Rede von Präsident Juncker zur Lage der Union vom 14.9.2016

Pressekontakt: Reinhard Hönighaus, Tel.: +49 (30) 2280-2300

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