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Die EU geht gegen das organisierte Verbrechen vor

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Bankraub, Schmuggel, Drogenhandel und Geldwäsche – das organisierte Verbrechen ist heute quer durch Europa über Grenzen hinweg aktiv. Die Europäische Union sorgt dafür, dass die Mitgliedstaaten bei der Verbrechensbekämpfung besser zusammenarbeiten.


01.03.2017 - In einem Europa ohne Binnengrenzen ist auch das Verbrechen grenzübergreifend aktiv.  Deshalb müssen Polizei und Justiz EU-weit eng kooperieren. Eine Grundlage dafür ist der 2002 beschlossene europäische Haftbefehl, der dazu dient, einen nationalen Haftbefehl europaweit durchzusetzen. Dadurch können Straftäter und Verdächtige, die sich in einem anderen europäischen Land verstecken, viel einfacher und schneller ausgeliefert werden.

Dank der europaweiten Fahndungsdatei „Schengener Informationssystem“ (SIS) können Grenzschützer leichter Verbrecher aufspüren. Die Datenbank listet gesuchte Straftäter, aber auch Waffen, gestohlene Autos und verlorene Ausweise auf. Das hat die Fahndung leichter gemacht.

Zudem hat die EU eine Gruppe hochrangiger Richter und Staatsanwälte aus allen Mitgliedstaaten der EU in der Behörde Eurojust zusammengeschlossen. Sie ermitteln bei schweren grenzüberschreitenden Verbrechen und helfen den nationalen Strafverfolgungsbehörden.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem das Europäische Polizeiamt Europol im niederländischen Den Haag. Dort sammeln rund 100 Experten und Kriminalanalytiker Informationen und Daten über kriminelle Täter und helfen bei der Fahndung. Europol erstellt Analysen zu Kriminalität und Terrorismus, hilft den nationalen Behörden aber auch ganz konkret dabei, Verbrecher zu fassen. Auf der Webseite eumostwanted.eu stehen Steckbriefe der am dringendsten gesuchten internationalen Kriminellen.

Für die bessere polizeiliche Zusammenarbeit stehen bis 2020 über 1 Mrd. Euro aus dem EU-Haushalt bereit. Damit werden etwa gemeinsame Ermittlungsgruppen, Fortbildungen und neue Technologien in den EU-Ländern finanziert. Seit 2013 bekämpft zum Beispiel die Gemeinsame Ermittlungsgruppe der Staatsanwaltschaften und der Polizei aus Brandenburg und Polen grenzüberschreitend agierende Banden. In Grenzgebieten gibt es außerdem „Gemeinsame Zentren der Polizei- und Zollzusammenarbeit“, wo bayerische, sächsische und tschechische Polizei- und Zollmitarbeiter gemeinsame Einsätze koordinieren.

Übrigens gibt es in der EU auch bei schwersten Verbrechen wie Mord nicht die Todesstrafe. Denn das würde den Werten der Europäischen Union widersprechen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagt: „Wir Europäer sagen ein klares ‚Nein‘ zur Todesstrafe. Denn wir glauben an den Wert des menschlichen Lebens und achten es.“

Website zu Europol

Fahndungswebsite von Europol (Englisch)

Website der EU-Kommission zu Eurojust

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.