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Die EU verleiht Flügel: Flugtickets werden immer günstiger

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Mal eben nach Madrid fliegen? Das Wochenende in London verbringen? Dank Wettbewerb unter den Fluggesellschaften ist das heute kein Problem mehr. Die Preise sind in den letzten Jahren gepurzelt, und zwar durch die von der EU-Kommission verordnete Liberalisierung. Außerdem hat Brüssel die Rechte der Fluggäste gestärkt.


01.03.2017 - Erst vor knapp 20 Jahren ist der Billigflugmarkt gestartet, und zwar auf Initiative der EU-Kommission. 1987 hat die EU mit der Liberalisierung des Luftverkehrs begonnen und für mehr Wettbewerb gesorgt. Heute hat jede Airline innerhalb der Union freien Marktzugang und kann die Preise frei gestalten. Airlines und Flughäfen konkurrieren europaweit miteinander, das heißt jede Fluglinie kann auf jeder Strecke in der EU Flüge anbieten.

Der Effekt war enorm: die Preise purzelten. 90 Prozent aller Passagiere reisen laut EU-Kommission inzwischen mit einem viel billigeren Ticket als 1993. Allein zwischen 1992 und 2000 sanken die Preise für innereuropäische Tickets um stolze 41 Prozent. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zahlten Passagiere im Frühjahr 2016 durchschnittlich zwischen 64 und 107 Euro für ein Flugticket - je nach Vorausbuchungszeitraum (ein Tag, eine Woche, ein Monat, drei Monate). Jeder fünfte Billigflug ging in das Vereinigte Königreich, dem beliebtesten Auslandsziel. An zweiter und dritter Stelle folgten Spanien und Italien.

Da sich immer mehr Bürger Flüge leisten konnten, stiegen die Passagierzahlen rasant. Nach Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat kletterte die Zahl der Fluggäste zwischen 2010 und 2015 von 796 (in den damals 27 EU-Ländern) auf 918 Millionen. Allein 2015 gab es noch einmal ein sattes Plus von fast 5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bis 2030 soll der Flugverkehr laut EU-Prognose im Vergleich zu 2010 um 70 Prozent wachsen.

Wenn es im Himmel voller wird, müssen auch das Flugverkehrsmanagement und die Flugsicherungsdienste effizienter werden. Die EU arbeitet daher seit 1999 daran, die nationale Zersplitterung im Luftraum aufzuheben und funktionale, grenzüberschreitende Luftraumblöcke einzurichten. Ziel ist sozusagen ein grenzenloser Schengen-Raum in der Luft ebenso wie am Boden. Das macht den Luftraum sicherer und spart Reisezeit, Kerosin und Klimagase.

Die EU hat die Fluggastrechte geregelt und sorgt auch für Transparenz: Neben dem Endpreis eines Flugtickets müssen die Fluggesellschaften auch Steuern, Flughafengebühren und sonstige Gebühren, Zuschläge und Entgelte gesondert anzeigen.

Trotz günstiger Preise darf die Sicherheit nicht leiden. Die EU-Kommission überprüft deshalb regelmäßig die Sicherheitsstandards von Fluggesellschaften und spricht Verbote oder Auflagen aus. Wer auf der schwarzen Liste landet, für den ist der europäische Luftraum tabu. Dies gilt derzeit für 193 Fluggesellschaften (Stand Dezember 2016), vor allem aus Afrika und Südostasien.

EU-Flugsicherheitsliste

Information der EU zu Fluggastrechten

Deutsche Flugsicherung über den einheitlichen europäischen Luftraum (Single European Sky)

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.