Vertretung in Deutschland

Die EU sorgt für fairen Handel mit anderen Teilen der Welt

/germany/file/euflaggute-gruendejpg_deeu_flag_gute-gruende.jpg


Der Wohlstand in der Europäischen Union beruht auf einem freien und offenen Welthandel. Allein in der EU hängen 31 Millionen Arbeitsplätze vom Export ab. Das entspricht fast jedem siebten Arbeitsplatz in Europa. Unsere Handelsabkommen legen den Grundstein für faire Handelsbeziehungen mit anderen Teilen der Welt.


01.03.2017 - Handelsabkommen helfen Unternehmen dabei, neue Absatzmärkte zu finden, die Gewinne zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen – besonders in einer Exportnation wie Deutschland. Die Verbraucher profitieren ebenso. Vom Sofa aus zu niedrigeren Preisen weltweit in der digitalen Warenwelt einzukaufen oder in Einkaufszentren ein breites Sortiment vorzufinden, sind Errungenschaften, die es in einer Ära des wieder populär werdenden Protektionismus zu verteidigen gilt. Die EU ist fest entschlossen, an der Politik offener Märkte festzuhalten und dem Trend zur Abschottung entgegenzuwirken. Wenn sich etwa die USA aus multilateralen Handelsabkommen zurückziehen, dann kann Europa ein neuer Partner sein.

Viele Regierungen haben die EU bereits gebeten, Freihandelsgespräche zu intensivieren – jüngst zum Beispiel Mexiko. Es steht viel auf dem Spiel. Prognosen sagen, dass 90 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums in den nächsten 10 bis 15 Jahren außerhalb der EU stattfinden wird. Vor diesem Hintergrund bieten Handelsabkommen der EU mit Drittländern große Absatzchancen für die EU. Zur Wahrheit gehört auch, dass nicht alle Branchen gleichermaßen von der Öffnung der Märkte profitieren. Wenn Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe verloren gehen, hat das aber oft mehr mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung zu tun als mit dem Freihandel. Hier müssen Politik und Wirtschaft  Alternativen und Ausweichmöglichkeiten schaffen.

Anders als oft behauptet sind es nicht die multinationalen Konzerne, sondern vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die vom Abbau von Zöllen und anderen Handelsbarrieren am meisten profitieren. Konzerne haben in der Regel die Ressourcen, um sich in verschiedenen Märkten mit komplexen Regulierungssystemen zurechtzufinden oder in den Zielmärkten eine eigene Fertigung aufzubauen. Kleinere Unternehmen haben die Ressourcen nicht. Das EU-Handelsabkommen mit Südkorea zum Beispiel brachte einen Durchbruch für deutsche Mittelständler auf diesem Markt. Seit Inkrafttreten des Abkommens 2011 ist der Wert deutscher Exporte nach Südkorea um mehr als 70 Prozent auf 17,9 Mrd. Euro jährlich gestiegen.

Zu einer soliden Handelspolitik gehören auch Handelsschutzinstrumente, denn nur ein fairer Handel ist ein freier Handel. Gegen Dumping und unfairen Wettbewerb durch staatliche Investitionen hat die EU ein mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO kompatibles Instrumentarium, das sie auch entschieden einsetzt, zum Beispiel gegen Dumpingpreise bei Stahl und Stahlprodukten aus China. Entwicklungsländer  haben ihrerseits die Option, ihre Landwirtschaft und Agrarunternehmen durch Einfuhrzölle auf Importe zu schützen.

Im Herbst 2015 hat die Europäische Kommission die  neue Strategie „Handel für alle“ vorgestellt. Mit einer wertebasierten Handelspolitik verfolgt die EU das Ziel, Wirtschaftswachstum mit sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechtsstandards und Normen in den Bereichen Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz zu verbinden und Rechtsstaatlichkeit sowie gute Regierungsführung zu fördern. Hierzu intensiviert die EU den Dialog mit den Handelspartnern und nimmt Vorschriften zur Korruptionsbekämpfung in künftige Handelsabkommen auf. Außerdem setzt sie Normen für den Arbeits-, Umwelt-  und Gesundheitsschutz fest und unterstützt faire und ethische Handelssysteme sowie verantwortungsvolle Lieferketten.

Website der EU-Kommission zum Handel

Pressekontakt: Margot Tuzina, Tel.: +49 (30) 2280 2340

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.