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Europa schützt die Ersparnisse seiner Bürger

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Geht eine Bank Pleite, dann sind die Ersparnisse der Kunden nicht verloren. Die EU sorgt dafür, dass jeder nicht nur bei einer deutschen Bank, sondern auch bei einer Bank aus dem EU-Ausland sein Geld zurückbekommt. Sie schreibt Standards für die sogenannte Einlagensicherung vor. In der Finanzkrise wurden die Regeln verschärft. Somit gilt: Keine Sorge, Ihr Erspartes ist sicher!


01.03.2017 - Diese Garantie gilt für Spareinlagen von bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank. Dazu gehören Sparguthaben auf Festgeld- und Tagesgeldkonten, Sparbücher und das Geld auf dem Girokonto. Da in der Finanzkrise das Vertrauen in die Banken geschwunden ist, hat die EU 2009 die Grenze für diesen garantierten Betrag erhöht.

Bisher garantieren die Nationalstaaten diese Summe. Das Problem: Wenn mehrere Institute in einem Land pleitegehen, könnte das nationale Sicherungssystem möglicherweise nicht mehr ausreichen. Die EU-Kommission hat deshalb 2015 den Vorschlag gemacht, bis zum Jahr 2024 ein europaweites Sicherungssystem für Bankguthaben aufzubauen.

Das Europäische Einlagensicherungssystem soll quasi ein gemeinsamer Versicherungstopf sein, in dem schrittweise die nationalen Einlagensysteme verschmelzen. Der Topf speist sich aus den Beiträgen der Banken, die das Geld über mehrere Jahre einzahlen und soll ein Volumen von 55 Milliarden Euro erreichen. Dieser Fonds würde dann europaweit Guthaben von bis zu 100.000 Euro pro Konto garantieren - allerdings nur, wenn der nationale Sicherungsfonds eines Landes nicht ausreicht. Die Garantie soll auch verhindern, dass Anleger ihre Banken stürmen („Bank run“), wenn sie fürchten, dass ein Geldhaus kurz vor dem Zusammenbruch steht und ihre Guthaben verloren gehen können. Die europäische Einlagensicherung ist die dritte und letzte Säule der sogenannten Bankenunion, die den Bankensektor sicherer machen soll. Derzeit befinden sich die Pläne noch in der Diskussion bei den Gesetzgebern, dem Europäischen Parlament und dem Rat.

Aus Deutschland kommt Kritik an den Plänen, besonders von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. So gibt es die Sorge, dass deutsche Sparer künftig für andere Banken in anderen Euro-Ländern aufkommen müssen. Das gemeinsame Einlagensicherungssystem wird aber nicht von den Sparern finanziert, sondern von den Banken. Alle Banken der Bankenunion werden Beiträge entrichten, die dann zur Unterstützung aller teilnehmenden Banken eingesetzt werden können. Deutsche Institute werden also nicht nur einzahlen, sondern auch Unterstützung aus dem europäischen System erhalten. Zudem sind strenge Sicherheitsklauseln vorgesehen, um eine missbräuchliche Inanspruchnahme von europäischen Mitteln zu verhindern. Hat es ein Mitgliedstaat beispielsweise versäumt, seinen Entschädigungsfonds gemäß der Einlagensicherungsrichtlinie aufzufüllen, können die Einlagensicherungssysteme aus diesem Land das europäische System nicht in Anspruch nehmen.

Vorschlag der EU-Kommission zur Einlagensicherung

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.