Vertretung in Deutschland

EU-Förderung in Deutschland

Über 94 Prozent des EU-Haushalts kommen den Bürgerinnen und Bürgern, Regionen, Kommunen, Landwirten und Unternehmen in der EU zugute. Die Europäische Union fördert in allen 28 EU-Staaten Projekte und Programme, beispielsweise für die Regional- und Stadtentwicklung, Beschäftigung und soziale Eingliederung, Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums, Meeres- und Fischereipolitik und Forschung und Innovation.

Zwar haben die EU und ihre 28 Mitgliedsländer eine gemeinsame Verantwortung dafür, dass die EU-Mittel ordnungsgemäß verwendet werden. Der größte Teil des EU-Fördergeldes wird jedoch innerhalb der EU-Staaten selbst verwaltet. Deshalb sind primär die Behörden der EU-Länder für Prüfungen und Kontrollen zuständig, in Deutschland meistens die Bundesländer. In den Bundesländern, nicht in Brüssel, passiert im Regelfall auch die Auswahl EU-geförderter Projekte.

Hier gibt es einne Überblick über die EU-Förderung in Deutschland in der laufenden Förderperiode (2014-2020), hier geht es zu Informationen zur Beantragung von Finanzhilfen.

Ausführliche Informationen über die EU-Förderung in den 16 Bundesländern finden Sie auf folgenden Seiten:


EU-Förderung in Deutschland von 2014 bis 2020

Wie viel Geld steht für Deutschland zur Verfügung?

EU-Förderung aus den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds: 19,2 Mrd. Euro

EU-Förderung für die Landwirtschaft (Direktzahlungen): ca. 5 Mrd. Euro jährlich

EU-Förderung für Forschung und Innovation ("Horizon 2020"): 80 Mrd. Euro EU-weit bis 2020


EU Struktur- und Investitionsfonds

Über 76 Prozent des EU-Haushalts werden partnerschaftlich mit nationalen und regionalen Behörden verwaltet, und zwar hauptsächlich über die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESIF). Deutschland erhält zwischen 2014 und 2020 insgesamt 19,2 Mrd. Euro aus diesen vier Fonds:

Die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds werden in Deutschland durch

  • 15 Programme des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)
  • 15 Programme des Europäischen Sozialfonds (ESF)
  • ein nationales Programm des Europäischen Sozialfonds (ESF)
  • ein Multi-Fonds Programm vom EFRE und ESF in Niedersachsen
  • 14 Entwicklungsprogramme für den Ländlichen Raum (ELER)
  • ein nationales Programm für den Europäischen Meeres- und Fischereifonds umgesetzt.

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Von den insgesamt 19,2 Mrd. Euro aus den verschiedenen Fonds gehen:

  • 9,772 Mrd. Euro in Übergangsregionen (BIP pro Kopf < 75% des EU-Durchschnitts)
  • 8,498 Mrd. Euro für entwickelte Regionen (BIP pro Kopf > 90% des EU-Durchschnitts)
  • 0,965 Mrd. Euro für Europäische Territoriale Zusammenarbeit

 

Investitionsprioritäten

Die EU-Förderung hat folgende prioritäre Ziele:

  • Regionale Disparitäten in der Wettbewerbsfähigkeit reduzieren
  • Forschung und Innovation fördern
  • Unterstützung in der Energiewende und verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien
  • Arbeitsmarktpotentiale nutzen, soziale Inklusion stärken und Bildungserfolge steigern




Der Mitteleinsatz unter den Struktur- und Investitionsfonds wird in der Bundesrepublik zum größten Teil auf Ebene der Bundesländer im Rahmen von regionalen Operationalen Programmen umgesetzt. Daher adressieren die einzelnen Programme unterschiedliche Ziele, um den unterschiedlichen regionalen Bedingungen Gerecht zu werden. Mehr Informationen auf den Bundesländerseiten (s.o.).


EU-Förderung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum 

Die Landwirtschaft und der ländliche Raum werden durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Aus dem EGFL stammen die Direktzahlungen an die Landwirte, aus dem ELER werden Förderprogramme für nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und ländliche Entwicklung (z. B. ökologischer Landbau) bezuschusst – hier gilt das Prinzip der nationalen Kofinanzierung.

Für die Agrarförderung in Deutschland stehen von 2014 bis 2020 jährlich insgesamt etwa 6,35 Mrd. Euro zur Verfügung. Der Großteil, ca. 5 Mrd. Euro jährlich, entfällt auf die Direktzahlungen an die Landwirte, gekoppelt an die bewirtschaftete Fläche, nicht an Produktionsmengen. Pro Hektar erhält jeder Landwirt durchschnittlich  281 Euro Einkommensstütze. Im Durchschnitt machen diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland aus. An die Direktzahlungen gebunden sind Umwelt- und Tierschutzstandards, die von landwirtschaftlichen Betrieben eingehalten werden müssen.

Seit 2015 greifen zusätzliche Ökologisierungs ("Greening") - Vorgaben wie die Diversifizierung des Anbaus oder der Erhalt von Grünland. Werden die Greening-Vorgaben nicht eingehalten, droht der Verlust von einem Drittel der Direktzahlungen. Schwerpunkte liegen auf der Förderung von Junglandwirten und kleinen und mittleren Betrieben. In Deutschland werden für die ersten 30 Hektar je 50 Euro mehr Direktzahlungen und für weitere 16 Hektar je 30 Euro mehr gezahlt.

An ELER-Mitteln stehen für die deutschen Bundesländer wischen 2014 und 2020 etwa 1,35 Mrd. Euro pro Jahr zur Verfügung. In der Regel setzten die Bundesländer den sog. LEADER-Schwerpunkt um: ausgewählte Regionen können eine eigenständige Regionalentwicklung auf der Basis freiwilliger Kooperationen in den ländlichen Gebieten durchführen.

Mehr Informationen finden Sie auch auf den einzelnen Bundesländer-Seiten.


EU-Forschungsförderung

Die Europäische Union unterstützt die Wissenschaft und Forschung in Europa mit dem weltweit größten transnationalen Förderprogramm für Forschungsprojekte. Ziel ist die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums, in dem Forschungsinitiativen in den Mitgliedsstaaten unterstützt und Ressourcen effizient gebündelt werden.

Das neue EU-Förderprogramm Horizon 2020 ist bis 2020 mit einem Gesamtvolumen von fast 80 Mrd. Euro ausgestattet. Aufbauend auf drei Säulen – Wissenschaftsexzellenz, führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen – fördert es Forschung von der Pionierforschung bis hin zu marktnaher Innovation.

Im vergangenen 7. Forschungsrahmenprogramm war Deutschland Spitze: 16.500 deutsche Forscher nahmen an 8.000 EU-Projekten teil und erhielten eine Förderung von 6,4 Mrd. Euro. Die Liste der erfolgreichsten Städte dabei führt München an, gefolgt von Berlin, Köln, Stuttgart und Heidelberg. Die am stärksten beteiligten Forschungszentren sind die Fraunhofer Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt.


Finanzhilfen und Aufträge

  • Finanzhilfen für bestimmte Projekte im Rahmen von EU-Strategien, in der Regel auf eine öffentliche Bekanntmachung hin (eine sogenannte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen). Ein Teil der Unterstützung kommt dabei von der EU, der andere Teil aus anderen Quellen.
  • Aufträge der EU-Institutionen für Waren, Dienstleistungen und Arbeiten, die diese Institutionen für ihren Betrieb benötigen, z. B. Studien, Schulungen, Organisation von Konferenzen und IT-Ausrüstung. Die Aufträge werden im Wege von Ausschreibungen vergeben.

Die Gewinner von Ausschreibungen bzw. Empfänger von Finanzhilfen oder von für Nicht-EU-Länder bestimmter Entwicklungshilfe werden online veröffentlicht.


Beantragung von Finanzmitteln

Kleinunternehmen

KMU können von der EU Unterstützung in Form von Zuschüssen, Darlehen und Bürgschaften erhalten. Diese Unterstützung wird entweder direkt oder im Rahmen von Programmen, die auf nationaler Ebene verwaltet werden, gewährt. EU-Förderung für Kleinunternehmen 

Nichtregierungsorganisationen und Organisationen der Zivilgesellschaft

Sie haben Förderungsanspruch, vorausgesetzt, sie sind nicht gewinnorientiert und befassen sich mit Politikbereichen der EU. EU-Finanzierungsmöglichkeiten für NRO nach Politikbereich 

Junge Menschen

Zwei Hauptarten der Förderung:

  • Allgemeine und berufliche Bildung – Studienmöglichkeiten im Rahmen von Erasmus+, Unterstützung für Schüler und Schülerinnen zum Ende der Sekundarschulbildung hin, Berufsbildung in einem anderen Land 
  • Jugend – Kofinanzierung von Projekten zur Förderung von Bürgerbeteiligung, Freiwilligenarbeit und multikultureller Einstellung.