Vertretung in Deutschland

Europa vor Ort in Sachsen

Europa ist nicht nur "Brüssel" – Europa sind die Kommunen, Städte und Regionen der EU. Hier leben über 500 Mio. Menschen, die direkt von europäischer Politik profitieren; hier setzen viele EU-Programme an. Wieviel Geld fließt aus Brüssel nach Sachsen? Wie viele junge Menschen aus Sachsen konnten dank EU-Förderung im Ausland studieren? Auf dieser Seite finden Sie diese und viele weitere konkrete Informationen sowie  Ansprechpartner vor Ort.

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EU-Anlaufstellen    • EU-Regionalfonds    • Europäischer Sozialfonds    • Förderung für Landwirtschaft und geschützte Produkte aus der Region    • Bildung und Forschung    • Kulturförderung


EU-Anlaufstellen in und für Sachsen

Folgende Institutionen sind in Sachsen Ansprechpartner für EU-Politik und EU-geförderte Projekte.

EU-Regionalförderung in Sachsen: der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

EFRE-Budget Sachsen für die Förderperiode 2014 – 2020: 2,09 Mrd. Euro


Über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt die EU die wirtschaftliche Entwicklung in allen EU-Ländern. Dazu zählen u.a. die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftswachstum, Verbesserung der Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung. Dabei werden auf europäischer Ebene die allgemeinen Ziele und Schwerpunkte vorgegeben, die Auswahl und Abwicklung der EFRE-Projekte erfolgt direkt Ort. In Deutschland sind die jeweiligen Landesregierungen dafür zuständig. Eine Förderung unterliegt dem Prinzip der Kofinanzierung, d.h. die EU-Mittel sind mit Bundes-, Landes-, kommunalen und sonstigen öffentlichen Mitteln gegenzufinanzieren. Darüber hinaus können auch private Mittel in die Kofinanzierung einbezogen werden.

Sachsen stehen für die Förderperiode 2014 – 2020 insgesamt rund 2,09 Mrd. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Im Jahr 2016 kann das Bundesland beispielsweise knapp 292,3 Mio. Euro aus dem EFRE-Budget abrufen.

Informationen über die Empfänger, Projektbeispiele und Informationen zur Antragstellung sind online bei der Landesregierung einzusehen:

 

EU-Förderung für Beschäftigung und Armutsbekämpfung in Sachsen: der Europäische Sozialfonds (ESF)

ESF-Budget Sachsen für die Förderperiode 2014 – 2020: 663 Mio. Euro


Der Europäische Sozialfonds (ESF) konzentriert sich auf die Verbesserung der Beschäftigungs- und Bildungschancen in der Europäischen Union. Auch beim Europäischen Sozialfonds werden europäische Ziele und Strategien festgelegt, die konkrete Auswahl und Abwicklung der ESF-Projekte erfolgt direkt Ort. In Deutschland sind die jeweiligen Landesregierungen dafür zuständig. Eine Förderung unterliegt dem Prinzip der Kofinanzierung, d.h. die EU-Mittel sind mit Bundes-, Landes-, kommunalen und sonstigen öffentlichen Mitteln gegenzufinanzieren. Darüber hinaus können auch private Mittel in die Kofinanzierung einbezogen werden.

Sachsen stehen für die Förderperiode 2014 – 2020 insgesamt rund 663 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Im Jahr 2016 kann das Bundesland beispielsweise knapp 92,7 Mio. Euro aus dem ESF-Budget abrufen.

Informationen über die Empfänger, Projektbeispiele und Informationen zur Antragstellung sind online bei der Landesregierung einzusehen:



EU-Förderung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum (EGFL und ELER)

Budget:

Deutschlandweit: Ca. 6,35 Mrd. Euro jährlich für Agrarförderung von 2014 – 2020

Davon:

Ca. 5 Mrd. Euro Direktzahlungen (durchschnittlich 281 Euro / ha) pro Jahr

1,35 Mrd. Euro Fördermittel für die Entwicklung des ländlichen Raumes pro Jahr

ELER-Budget Sachsen 2014-2020: 879 Mio. Euro


Die Landwirtschaft und der ländliche Raum werden durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Aus dem EGFL stammen die Direktzahlungen an die Landwirte, aus dem ELER werden Förderprogramme für nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und ländliche Entwicklung (z. B. ökologischer Landbau) bezuschusst – hier gilt das Prinzip der nationalen Kofinanzierung.

Für die Agrarförderung in Deutschland stehen von 2014 bis 2020 jährlich etwa 6,35 Mrd. Euro zur Verfügung. Der Großteil, ca. 5 Mrd. Euro jährlich, entfällt auf die Direktzahlungen an die Landwirte, gekoppelt an die bewirtschaftete Fläche, nicht an Produktionsmengen. Pro Hektar erhält jeder Landwirt durchschnittlich  281 Euro Einkommensstütze. Im Durchschnitt machen diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland aus. An die Direktzahlungen gebunden sind Umwelt- und Tierschutzstandards, die von landwirtschaftlichen Betrieben eingehalten werden müssen.

Seit 2015 greifen zusätzliche Ökologisierungs ("Greening") - Vorgaben wie die Diversifizierung des Anbaus oder der Erhalt von Grünland. Werden die Greening-Vorgaben nicht eingehalten, droht der Verlust von einem Drittel der Direktzahlungen. Schwerpunkte liegen auf der Förderung von Junglandwirten und kleinen und mittleren Betrieben. In Deutschland werden für die ersten 30 Hektar je 50 Euro mehr Direktzahlungen und für weitere 16 Hektar je 30 Euro mehr gezahlt.

An ELER-Mitteln wird Sachsen zwischen 2014 und 2020 voraussichtlich etwa 879 Mio. Euro Fördermittel erhalten. Innerhalb des ELER-Rahmens setzt Sachsen den sog. LEADER-Schwerpunkt um: ausgewählte Regionen können eine eigenständige Regionalentwicklung auf der Basis freiwilliger Kooperationen in den ländlichen Gebieten durchführen.

Die Empfänger von Mitteln aus dem ELER und der Direktzahlungen lassen sich in einer Datenbank der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung recherchieren:


Geschützte landwirtschaftliche Produkte aus Sachsen und Deutschland

Durch drei spezielle Produktsiegel wird die Besonderheit eines regionalen Produktes anerkannt und vor Nachahmung oder Missbrauch von Namen und Bezeichnungen geschützt. In Sachsen ist zum Beispiel der Altenburger Ziegenkäse, der im thüringischen Lumpzig (Altenburger Land) und in Falkenhain bei Wurzen hergestellt wird, durch eine geschützte Ursprungsbezeichnung gekennzeichnet. Der Meißner Fummel und der Dresdner Stollen besitzen ein Siegel für die geschützte geographische Angabe. Alle Alle drei Siegel bieten den Verbrauchern Orientierung beim Einkauf von Lebensmitteln.

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g. U. = geschützte Ursprungsbezeichnung (Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren)
g. g. A. = geschützte geographische Angabe (enge Verbindung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel mit dem Herkunftsgebiet. Mindestens eine der Produktionsstufen - also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - wird im Herkunftsgebiet durchlaufen)
g. t. S. = garantiert traditionelle Spezialität (traditionelle Zusammensetzung des Erzeugnisses oder traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren)


Alle Lebensmittel mit geschützter geographischer Herkunft in Deutschland auf einen Blick

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© Leibniz-Institut für Länderkunde 2016
 

EU-Bildungsprogramme: Erasmus+

Über 250 000 deutsche Studierende haben zwischen 2014 und 2020 gute Aussichten auf ein Erasmusstipendium, mit dem sie in einem anderen europäischen Land studieren können. Neben organisatorischer Hilfe übernimmt die EU einen Teil der Lebenshaltungskosten im Gastland von bis zu 500 Euro pro Monat.  

Insgesamt konnten 2013/2014 2.127 Personen aus Sachsen dank Erasmus ins EU-Ausland gehen. 1.614 Personen konnten mithilfe der Erasmus-Förderung nach Sachsen kommen.


EU-Forschungsförderung: "Horizont 2020"

Die Europäische Union unterstützt die Wissenschaft und Forschung in Europa mit dem weltweit größten transnationalen Förderprogramm für Forschungsprojekte. Ziel ist die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums, in dem Forschungsinitiativen in den Mitgliedsstaaten unterstützt und Ressourcen effizient gebündelt werden.

Das neue EU-Förderprogramm Horizont ist bis 2020 mit einem Gesamtvolumen von fast 80 Mrd. Euro ausgestattet. Aufbauend auf drei Säulen – Wissenschaftsexzellenz, führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen – fördert es Forschung von der Pionierforschung bis hin zu marktnaher Innovation.

Im vergangenen 7. Forschungsrahmenprogramm war Deutschland Spitze: 16.500 deutsche Forscher nahmen an 8.000 EU-Projekten teil und erhielten eine Förderung von 6,4 Mrd. Euro. Die Liste der erfolgreichsten Städte dabei führt München an, gefolgt von Berlin, Köln, Stuttgart und Heidelberg. Die am stärksten beteiligten Forschungszentren sind die Fraunhofer Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt.


EU-Kulturförderung: "Kreatives Europa"

EU-weites Budget für "Kreatives Europa" bis 2020: fast 1,46 Mrd. Euro


KREATIVES EUROPA (2014 – 2020) vereint drei zuvor unabhängige Förderprogramme unter einem Dach: KULTUR, MEDIA und MEDIA Mundus. Alle drei Programme sollen den europäischen Kultur- und Kreativsektor, insbesondere den audiovisuellen Bereich, fördern. Auch kleinen und mittleren Unternehmen wird durch Finanzierungsinstrumente der Zugang zu Garantien erleichtert. Insgesamt stehen für die Kulturförderung von 2014 bis 2020 1,46 Mrd. Euro zur Verfügung.