Vertretung in Deutschland

Ein vielfältiges Warenangebot, faire Preise und mehr Jobs dank des gemeinsamen Binnenmarkts

Engpässe bei Warenlieferungen, Streit um grenzpendelnde Mitarbeiter, Staus an den Grenzübergängen: Die nationalen Reflexe zu Beginn der Coronakrise haben allen vor Augen geführt, dass jeder EU-Mitgliedstaat den europäischen Binnenmarkt braucht, der den freien Fluss von Waren, Dienstleistungen, Menschen und Kapital sichert – nicht zuletzt Exportmeister Deutschland.

Mit dem Binnenmarkt hat sich die gesamte EU seit 1993 zu einem großen, gemeinsamen Wirtschaftsraum entwickelt. Das Warenangebot ist bunter und vielfältiger geworden. Durch den Wettbewerb und das Ende nationaler Monopole sind viele Güter und Dienstleistungen vielfältiger und günstiger als zuvor. Gleichzeitig sichern gemeinsame Regeln die weltweit höchsten Produktstandards und einen effektiven Verbraucherschutz.

Der Binnenmarkt ist Europas ehrgeizigstes Projekt und gleichzeitig das Kernstück der wirtschaftlichen Integration aller EU-Mitgliedstaaten. In dem grenzenlosen Raum für über 450 Millionen Europäerinnen und Europäer können Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital frei zirkulieren.

In einer globalisierten Welt ist der Binnenmarkt der wichtigste Trumpf Europas. Denn die Freizügigkeit sorgt dafür, dass Fachkräfte überall in der EU arbeiten können und Firmen im europäischen Ausland Niederlassungen eröffnen und ihren Geschäften nachgehen können. Das schafft die in Europa dringend benötigten Arbeitsplätze und sorgt für Wachstum. Mit dem gemeinsamen Markt bleiben die Europäer als einer der drei großen Wirtschaftsräume auf Augenhöhe mit den USA und China. Seine Regeln werden weltweit kopiert.

Dass der europäische Binnenmarkt kein Markt „um jeden Preis“ ist, beweist das hohe Niveau im Verbraucher- und Umweltschutz in der EU. Denn grenzenlos bedeutet keineswegs, den Raum schrankenlos dem freien Markt zu überlassen: Vielmehr sind die europäischen Institutionen bei der Gesetzgebung vertraglich dazu verpflichtet, ein hohes Schutzniveau in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umwelt- und Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Die Diskussionen über Grenzpendler, Grenzschließungen, die Situation der dringend benötigten Saisonarbeiter und insbesondere Pflegekräfte in der Coronakrise haben zudem gezeigt, wie wichtig es ist, dass der Binnenmarkt funktioniert und dass die Länder und auch Regionen in solchen Krisensituationen zusammenarbeiten.

Der Binnenmarkt muss sich den Anforderungen der Zukunft stellen: Er muss auch für innovative Ideen und neue Geschäftsmodelle Raum bieten. Die im März 2020 von der Europäischen Kommission vorgelegte Industriestrategie soll kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dabei helfen, im gesamten Binnenmarkt tätig zu werden und Zugang zu Finanzierungen zu erhalten. Die Industrieunternehmen sollen umweltfreundlicher und digitaler werden und damit eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Europäische „Industrieallianzen“ bringen Hochschul- und Forschungsinstitute, Zulieferer, KMU und größere Unternehmen zusammen. Das hat bei Batterien, Kunststoffen und Mikroelektronik gut funktioniert. Jetzt gilt es, bei weiter offenen Märkten die strategische Autonomie Europas zu sichern, damit alle wichtigen Zukunftstechnologien von Europäern beherrscht werden - und keine Abhängigkeiten von wenigen Drittländern entstehen.

Pressekontakt: Nikola John , Tel.: +49 (30) 2280-2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.