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Die EU schützt Frauen und Kinder vor Menschenhandel und Missbrauch

Menschenhandel und sexueller Missbrauch von Frauen und Kindern sind abscheuliche Verbrechen und zudem eine hochprofitable Form der schweren organisierten Kriminalität. Die EU hat spezielle Programme entwickelt, um gegen die Täter vorzugehen.

Mehr als drei Viertel der Opfer von Menschenhandel oder Missbrauch in der EU sind Frauen. Die meisten von ihnen werden, auch mit Gewalt, zur Prostitution gezwungen oder gegen wenig Lohn zur Arbeit. Immer häufiger sind auch Kinder betroffen. Der Großteil der Opfer kommt aus dem Gebiet der 27 EU-Staaten, die meisten von ihnen aus Bulgarien und Rumänien. Zum Menschenhandel zählen etwa Zwangsprostitution, unfreiwillige Arbeit oder Organhandel. In den Jahren 2015 bis 2016 wurden 20.532 Frauen, Männer, Mädchen und Jungen als Opfer von Menschenhandel in der EU registriert. Dabei sind etwa zwei Drittel der Opfer weiblichen Geschlechts und ein Viertel Kinder. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele Opfer nicht erfasst werden.

Europa geht vereint gegen Menschenhandel vor. Dazu gehören die Prävention, der Opferschutz, die Strafverfolgung und die internationale Zusammenarbeit. Die EU-Kommission hat eine elektronische Plattform ins Leben gerufen, auf der sich rund 100 Organisationen aus ganz Europa austauschen. Die Verbände wollen darüber Ideen, Erfahrungen und Initiativen zur Opferhilfe teilen.

Die grenzüberschreitende Polizeiarbeit ist aufwändig, aber bringt Erfolge. So wurden im Juli 2017 13 Frauen befreit, die Opfer einer gewalttätigen kriminellen Bande waren. Die aus Bulgarien stammenden Frauen waren getäuscht und bedroht worden. Sie wurden nach Spanien gebracht und dort zur Prostitution gezwungen.

Der einzige Weg, die Bande zu zerschlagen und die Frauen zu befreien, war die Koordinierung der Maßnahmen in ganz Europa. Europol und Eurojust brachten Polizeikräfte in Spanien und Bulgarien zusammen, um diese Großermittlung durchzuführen. Die beiden europaweiten Einrichtungen agierten hinter den Kulissen und halfen Polizisten, Beweise zu sammeln, auszutauschen und mutmaßliche Täter zu verhaften.

Das EU-Recht garantiert den Opfern von Menschenhandel verbriefte Rechte, darunter den Anspruch auf Rechtsberatung, medizinische Betreuung und auf einen befristeten Aufenthalt.

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.