Vertretung in Deutschland

Europa bekämpft die Ursachen der Migration

Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen: Krieg, Armut, Folgen des Klimawandels oder politische Verfolgung. Mit neuen Migrationspartnerschaften will die EU den Menschen bessere Perspektiven in ihrer Heimat bieten und investiert in Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltiges Wachstum und Sicherheit.

Aus Syrien flüchten Menschen wegen des Krieges, aus Eritrea wegen Armut und Unterdrückung, aus Nigeria wegen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram oder auf der Suche nach einem besseren Leben. Die EU arbeitet mit einigen Ländern Afrikas verstärkt zusammen, damit sich die Lebensbedingungen verbessern. Flüchtlinge sollen näher an ihrer Heimat bleiben können. „Wir müssen die Perspektiven von jungen Frauen und Männern in ihren Herkunftsländern verbessern. Darauf sollten wir unsere Entwicklungszusammenarbeit ausrichten. Wir müssen in ihre Gesundheit, ihre Bildung und Ausbildung, in Infrastrukturen, nachhaltiges Wachstum und Sicherheit investieren“, so Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die EU geht damit an die Ursachen der Migration. So hat die Europäische Union einen Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika aus dem EU-Haushalt und dem Europäischen Entwicklungsfonds mit Beiträgen der Mitgliedstaaten und anderer Geber gebündelt, um die Entwicklung und die Sicherheit in besonders betroffenen Regionen zu unterstützen. Der Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika ist mit mehr als 4,5 Milliarden Euro ausgestattet und wird in über 200 Projekten in 26 afrikanischen Ländern eingesetzt. Schwerpunkte sind das Horn von Afrika, die Sahelzone und Tschadsee-Region sowie Nordafrika.

Mit neuen Migrationspartnerschaften hat die EU ihre Zusammenarbeit mit einzelnen afrikanischen Staaten verstärkt, um gemeinsam die humanitäre Situation vor Ort zu verbessern, das Schlepperwesen zu bekämpfen und Rückführungen zu erleichtern. So gibt es solche Vereinbarungen zum Beispiel mit Äthiopien, Mali, dem Niger, Nigeria und dem Senegal. Die EU will diese Herkunfts- und Transitländer mit einem „Mix aus positiven und negativen Anreizen“ zur Zusammenarbeit bewegen, so dass möglichst wenige Menschen ihre Heimat verlassen, Migranten in Transitländern aufgenommen werden und mehr Migranten ohne Aussicht auf Asyl in ihre Heimatländer zurückgeführt werden können. Im Gegenzug bietet die EU den kooperativen Staaten Handelserleichterungen und mehr Entwicklungszusammenarbeit an.

Zur Bekämpfung von Fluchtursachen will die EU-Kommission über einen milliardenschweren Investitionsfonds den Privatsektor in Afrika stärker in Gang bringen. Die Kommission hat eine Investitionsoffensive für Drittländer (EIP) aufgelegt, die 2017 verabschiedet wurde und bis zu 44 Milliarden Euro mobilisieren kann. Mit der Absicherung von Risiken durch die Europäische Investitionsbank bekommen private Unternehmen Anreize, die Chancen in Afrika zu sehen und mehr Investitionen zum Beispiel in die Energiewirtschaft und das verarbeitende Gewerbe in Afrika zu wagen. Denn eine der Hauptursachen der Migration bleibt, dass das Jobangebot trotz teils beachtlichen Wirtschaftswachstums in vielen afrikanischen Ländern mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten kann.

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.