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Europa hilft weltweit bei Katastrophen

Die Europäische Union ist zusammen mit ihren Mitgliedstaaten der weltweit größte Geber von lebensrettender humanitärer Hilfe. Auch der europäische Katastrophenschutz ist massiv ausgebaut und gestärkt worden, um den Menschen nach Erdbeben oder extremen Wetterereignissen in Europa und der ganzen Welt unter die Arme zu greifen. Konflikte, Flucht und humanitäre Krisen nehmen zu. Dazu kommen die langfristigen Folgen der Corona-Pandemie, die insbesondere die ärmsten Länder hart treffen.

Humanitäre Krisen in der Welt nehmen zu: Aktuell benötigen fast 170 Millionen Menschen humanitäre Hilfe und humanitären Schutz, was einem deutlichen Anstieg gegenüber den 130 Millionen Menschen entspricht, die im Jahr 2018 Hilfe benötigten. Der Bedarf steht im Zusammenhang mit Konflikten, der weltweiten Flüchtlingskrise und den immer häufigeren und immer größeren Naturkatastrophen infolge des Klimawandels.

Die Coronavirus-Pandemie hat zusätzliche gesundheitsbezogene, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf die Gesellschaften weltweit, insbesondere in den ärmsten Ländern. Schätzungen zufolge könnten wegen der Auswirkungen der Pandemie weltweit bis zu 265 Millionen Menschen von Hunger bedroht sein. Die EU stockt ihre Mittel für humanitäre Hilfe daher deutlich auf. Rund 15 Mrd. Euro sollen es im EU-Haushalt 2021-2027 sein, zusätzlich zu den Mitteln der Mitgliedstaaten.

Derzeit leistet die EU humanitäre Hilfe in über 80 Ländern. Die humanitäre Hilfe der EU ist bedarfsorientiert. Sie geht direkt an die Menschen, die Hilfe benötigen, unabhängig von ihrer Nationalität, Religion, ihrem Geschlecht oder ihrer ethnischen Herkunft. Unsere Hilfe wird über humanitäre Partner aus der Zivilgesellschaft, Organisationen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen geleistet.

Mit dem Katastrophenschutzverfahren „rescEU“ verfügt die EU auch über ein gemeinsames Krisenmanagementsystem. Es beruht auf freiwilligen Beiträgen der Mitgliedstaaten, wobei die Europäische Kommission eine wichtige Rolle sowohl bei der Koordinierung als auch bei der Kofinanzierung spielt.

In der Corona-Pandemie überwanden die Mitgliedstaaten rasch ihre anfänglichen nationalen Reflexe, zeigten sich untereinander solidarisch und halfen sich gegenseitig bei der Behandlung von Patienten. Die setzte ihre Katastrophenhilfe ein, um persönliche Schutzausrüstung zu beschaffen und Gesundheitssysteme zu stärken.

Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen (ERCC) beobachtet Ereignisse auf der ganzen Welt rund um die Uhr. Durch eine direkte Verbindung mit den nationalen Katastrophenschutzbehörden sorgt es für eine rasche Bereitstellung von Soforthilfe. Spezialisierte Teams und Ausrüstung wie Feuerlöschflugzeuge, Such- und Rettungsteams sowie medizinische Teams können kurzfristig für Einsätze innerhalb und außerhalb Europas mobilisiert werden. Zur Verbesserung Katastrophenschutzes wurde 2019 eine neue europäische Reservekapazität („rescEU“) eingerichtet, die neben Feuerlöschflugzeugen und Hubschraubern auch Kapazitäten für medizinische Evakuierungen und ein für die Einrichtung von Feldlazaretten ausgebildetes medizinisches Team umfassen.

Die erste Aktivierung der rescEU-Reserve erfolgte im August 2019 bei den Waldbränden in Griechenland. Drei Flugzeuge, zwei italienische und ein spanisches, wurden entsandt. Durch die Bekämpfung der Brände wurden ganze Dörfer sowie geschützte Wälder gerettet.

Pressekontakt: Laura Bethke , Tel.: +49 (30) 2280-2200

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.