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Artenvielfalt erhalten: Die EU schafft mehr Raum für die Natur in unserem Leben

26.000 „Natura 2000“-Naturschutzgebiete gibt es in der EU, das weltweit größte Netz dieser Art. Es bietet Schutz für die am meisten gefährdeten Arten und Lebensräume in Europa. Mit ihren hohen Umweltstandards ist die EU weltweit Vorreiter. Dennoch: Nur ein kleiner Teil der geschützten Arten in Europa ist auch nur in einem befriedigenden Zustand, wie die Europäische Umweltagentur jüngst aufgezeigt hat. Die EU-Kommission geht deshalb weiter voran: sie stellt den Kampf gegen den Artenverlust mit ins Zentrum des europäischen Grünen Deals.

Teil des europäischen Grünen Deals ist eine neue Biodiversitätsstrategie. Sie bietet einen umfassenden, systemischen und ehrgeizigen Plan, um die Natur zu schützen und den Trend einer Verschlechterung der Ökosysteme umzukehren. Zur Erinnerung: Allein in Deutschland sind mehr als sechs von zehn geschützten Arten in einem unzureichenden oder schlechten Zustand.

30 Prozent der europäischen Land- und Meeresgebiete sollen in Schutzgebiete umgewandelt werden. Dabei wollen wir aufbauen auf den schon bestehenden Natura-2000-Naturschutzgebieten. Und: wir wollen vielerorts natürliche Lebensräume wiederherstellen: so soll auf mindestens 25.000 Flusskilometern das Wasser wieder frei fließen. Mindestens drei Milliarden Bäume sollen neu angepflanzt, die verbleibenden Primär- und Urwälder in Europa bewahrt werden. Feldvögel und Insekten, vor allem Bienen, sollen noch effektiver geschützt werden. Der Einsatz von chemischen Pestiziden soll dafür um die Hälfte sinken, Bio-Landbau auf mindestens ein Viertel der landwirtschaftlichen Flächen die Norm sein, die Nutzung von Düngemitteln um mindestens 20 Prozent sinken.

Ein umfassender „Fitness-Check“ der beiden zentralen EU-Instrumente für den Artenschutz – die Vogelschutzrichtlinie und die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) – hat bestätigt, dass beide EU-Gesetzte wesentlich für den europäischen Umweltschutz sind. Nur müssen sie eben noch effektiv umgesetzt werden.

Dank der EU-Artenschutz-Vorgaben konnten immerhin viele gefährdete Arten in Europa schon vor dem Aussterben gerettet werden. Ein Bespiel: Der iberische Luchs ist das am meisten bedrohte fleischfressende Säugetier Europas. Seit 1994 gab es mehrere Dutzend Projekte, die über das EU-Umweltprogramm LIFE in Spanien und Portugal gefördert wurden, um seine Ausrottung durch kontrollierte Zucht, Freilassung und Schutz aufzuhalten. Ergebnis: Die Zahl der iberischen Luchse in Europa hat sich in nur einem Jahrzehnt verdreifacht. In Rumänien gibt es wieder europäische Bisons, und in der Donau wird über LIFE das Überleben der Donau-Störe gesichert. Die Störe leben seit Dinosaurier-Zeiten auf der Erde leben und wurden vom Menschen fast zum Aussterben gebracht.

Die EU ist entschlossen, bei der Erhaltung der Umwelt und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb ihrer Grenzen mit gutem Beispiel voranzugehen. In den internationalen Verhandlungen strebt die EU ein ähnliches globales Abkommen für den Artenschutz wie das Pariser Abkommen fürs Klima an. Die EU nutzt auch ihre internationalen Partnerschaften, um die Biodiversität zu fördern und den Übergang in den Entwicklungsländern zu begleiten.

Pressekontakt: Claudia Guske , Tel.: +49 (30) 2280-2190

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