Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen in Konfliktgebieten im Südkaukasus

Mediencamp in der Türkei, das junge Journalisten aus Georgien, Südossetien und Abchasien zusammenbringt.

Unterstützung vertrauensbildender Maßnahmen in Konfliktgebieten im Südkaukasus

Vertrauen schaffen zwischen Gemeinden in Konfliktgebieten zu schaffen Iist eines der wichtigsten Ziele der EU im Südkaukasus. Seit 2010 unterstützt der Confidence Building Early Response Mechanism (COBERM) Jugendcamps, Berufsausbildung, Forschungsmaßnahmen, Dienstleistungen im Gesundheitswesen und Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region, um Gräben zwischen den verfeindeten Parteien zu überwinden und Chancen für den Dialog und den Frieden zu schaffen.

Die Unterstützung der Zivilgesellschaft ist ein wesentlicher Teil der EU-Bemühungen um eine langfristige Lösung festgefahrener Konflikte im Südkaukasus. Durch die Initiative COBERM hilft das Instrument für Stabilität und Frieden (ISP), Vertrauen zwischen Gemeinden aufzubauen, die in Abchasien und in Südossetien durch Konflikte getrennt sind, und zwar durch die Finanzierung von bürgernahen Basisaktivitäten. Seit seinem Start im Jahr 2010 hat COBERM 9,3 Mio. EUR in 137 kleine Projekte für die Sicherung des Friedens investiert. Unterstützt wurden u. a. Projekte im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft, für Jugendliche, für die Gleichberechtigung der Geschlechter und für den Aufbau beruflicher Kontakte über die Gräben hinweg.

Im Rahmen von COBERM konnten mehr als 45.000 junge Menschen aus Georgien, Abchasien und Südossetien an gemeinsamen akademischen und kulturellen Aktivitäten einschließlich Sportprogrammen und Sommercamps teilnehmen und so gemeinsam daran arbeiten, Vertrauen zu schaffen, Verständnis und Toleranz zu entwickeln sowie Stereotypen zu überwinden. Im Frühjahr 2014 konnten 20 junge Georgier und Ossetier an einem "Youth Peace Express" nach Europa teilnehmen. Andere COBERM-Projekte haben dazu beigetragen, dass die Menschen rechtzeitig Zugang zu medizinischer Versorgung über die Verwaltungsgrenzen hinweg erhalten konnten. So wurden mehr als 400 Patienten zu einer kostenlosen medizinischen Behandlung in verschiedene medizinische Einrichtungen transportiert. Abchasische Kinder wurden in Gastfamilien vor Ort untergebracht, auch dies eine Maßnahme, um Vertrauen aufzubauen. Im Bereich Landwirtschaft half COBERM, multiethnische landwirtschaftliche Gemeinden dazu zu bringen, gemeinsam die Pflanzenproduktion und die Tierhaltungspraxis zu verbessern. Gleichzeitig trug das Programm zum Kapazitätsaufbau in juristischen und technischen Bereichen bei, eine Maßnahme, die vor allem Kleinunternehmern unterschiedlicher ethnischer Gruppen in Abchasien zugutekam.

COBERM wird unter der Federführung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) durchgeführt.