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Nachhaltig Fisch essen, kaufen und verkaufen

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Wissen

Essen, kaufen oder verkaufen Sie Fisch aus nachhaltiger Fischerei – so sichern Sie auch künftigen Generationen köstliche und gesunde Mahlzeiten!

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Unzertrennlich

Fische und Menschen leben in Europa seit Jahrhunderten in Eintracht zusammen. 

Fische ernähren uns und halten uns gesund.

Fische schaffen Arbeitsplätze.

Fische machen uns reich.

Wenn wir Fische aus dem Meer fangen, müssen wir dafür sorgen, dass genügend Jungfische überleben, damit unsere Ökosysteme gesund bleiben und wir auch in Zukunft Fischerei betreiben können.

Die Europäische Union setzt weltweit Maßstäbe mit ihren Normen für die Fischerei und Aquakultur.  In den letzten zehn Jahren haben sich politische Maßnahmen der EU positiv auf Fischereigebiete wie den nordöstlichen Atlantik ausgewirkt, wo immer mehr Bestände nachhaltig bewirtschaftet werden.  Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um in ganz Europa diesen Erfolg zu erzielen. 

2013 beschloss die Europäische Kommission gemeinsam mit den Regierungen der Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament die neue Gemeinsame Fischereipolitik, um der europäischen Fischerei und Aquakultur neuen Auftrieb zu geben und diese Industriezweige umweltfreundlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich tragbar zu erhalten.

Als weltgrößter Einführer von Fisch und Fischerzeugnissen müssen wir in der EU auch weiterhin ein Beispiel für alle bleiben, die nicht in unseren Hoheitsgewässern fischen.  

Nachhaltigkeit geht alle an. 

Auch die Änderung der Gewohnheiten beim Fischkonsum kann dazu beitragen.  Als Verbraucher und Marktteilnehmer sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass die Art und Weise, wann und wie wir Meereserzeugnisse essen, kaufen und verkaufen einen großen Einfluss auf diese kostbare Nahrungsmittelquelle hat.

Auf diesem Portal erfahren Sie, wie Sie Fische und Meeresfrüchte erkennen, die aus gesunden Beständen stammen und verantwortungsbewusst und nachhaltig weiterverarbeitet wurden.  Sie finden

Wir können alle unseren Beitrag leisten.  Jedes Mal, wenn wir nachhaltigen Fisch oder Meeresfrüchte – essen, kaufen, oder verkaufen – leisten wir einen Beitrag dazu, dass auch künftige Generationen von Fischen und Menschen zusammenleben.

Was genau sind nachhaltige Meereserzeugnisse?

Fisch, Meeresfrüchte oder andere Meereserzeugnisse, die in einer Art und Weise gefangen oder in Aquakulturen gezüchtet werden, die wilde Bestände oder deren Biotope nicht gefährden, werden als nachhaltig bezeichnet. Nachhaltige Fischbestände zum Beispiel sind nicht überfischt, und ihre Bewirtschaftung schädigt nicht das Ökosystem.  Mit anderen Worten: Nachhaltige Fischerei nimmt nur das, was die Natur uns anbieten kann, ohne Schaden zu nehmen.  Um die Fischerei und ihre nachgelagerten Branchen in Europa und anderenorts langfristig gewinnträchtig und tragbar zu erhalten, ist eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen unerlässlich.

Was kann ich selber tun?

Verantwortungsbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher interessieren sich dafür, woher der Fisch auf ihrem Teller stammt.  Fragen Sie Ihren Fischhändler, Ihren Supermarkt oder den Kellner im Restaurant, ob die angebotenen Meereserzeugnisse aus überfischten Beständen stammen, und wie sie gefischt oder gezüchtet wurden.  Sie sollten Ihnen erklären können, wann welche Art ihre Fangsaison hat, und ob die Fische sich bereits vermehren konnten. Jungfische sind wichtig für die Arterhaltung – sie gehören nicht auf Ihren Teller.

Seien Sie neugierig: Es gibt unzählige köstliche Fischarten, doch sie werden selten angeboten, weil die Kunden stets nach denselben, bekannten Arten verlangen, was zur Überfischung dieser Bestände beiträgt.  Regierungen und Vorschriften können zwar eine Rolle spielen, doch auch Ihre Entscheidungen haben großen Einfluss auf den Markt.  Wenn Sie ökologisch bewusst arbeitende Hersteller bevorzugen, senden Sie ein Signal an andere Wirtschaftsbeteiligte.  Der Schlüssel zum Wandel liegt in Ihrer Hand.

Wie kann ich bei Fisch und Meeresfrüchten die richtige Wahl treffen?

Als aktiver Kunde oder Kundin können Sie sich über die verschiedenen Alternativen informieren und die richtige Wahl treffen.  In Zeitschriften, Broschüren oder im Internet wird über nachhaltige Fischerei berichtet.  Auf der Verpackung von Fischerzeugnissen steht, ob und von wem der Inhalt zertifiziert wurde – und was wirklich dahintersteckt.  Sprechen Sie mit Ihrem Fischhändler: Oft kann dessen fachlich geschultes Personal Ihnen helfen, Ihre Vorlieben zu ändern.  Es gibt zahlreiche Arten, die nachhaltiger und umweltschonender bewirtschaftet werden können – und oft sind sie sogar preiswerter.  Weniger bekannte Fischarten eröffnen neue Geschmackswelten, doch auch alte Rezepte mit Meeresfrüchten wie in Großmutters Zeiten können die Kreativität in der Küche anregen.

Wird Fisch durch nachhaltige Bewirtschaftung teurer?

Nicht immer: Zahlreiche nachhaltig bewirtschaftete Arten sind sogar billiger!  Wenn Sie sich bei populären Fischarten für die ökologisch vernünftige Variante entscheiden, kostet dies vielleicht mehr, doch Sie finanzieren dadurch Maßnahmen zum Erhalt der Bestände und unseres Ökosystems und sichern qualifizierte Arbeitsplätze in Europa und anderswo.  Letztendlich wird die Erholung der Bestände zu mehr Fisch im Meer führen. Dies bedeutet in Zukunft bessere Fangmöglichkeiten und niedrigere Kosten für die Fischer – und somit auch günstigere Preise für die Verbraucher.

Welche Informationen auf dem Etikett sind wichtig?

Es gibt zahlreiche verschiedene Etiketten und Labels, aus denen Sie entnehmen können, ob Ihr Meereserzeugnis aus Aquakultur oder aus dem Fischfang auf hoher See stammt und welches Fanggerät dabei benutzt wurde.

Was ist Überfischung? Was geht es mich an, ob ein Bestand überfischt ist?

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Überfischung, dass zu viele Fische aus dem Meer entfernt werden.  Erneuerbare Ressourcen bleiben nur dann erneuerbar oder „nachhaltig“, wenn wir ihre Reproduktionszyklen und ihre Erholungsfähigkeit respektieren.  Überfischte Bestände gehen uns alle an, denn Ökosysteme befinden sich in einem empfindlichen Gleichgewicht. Wird es gestört, sind die Folgen auch für zahlreiche andere Lebewesen spürbar.  Es ist durchaus möglich, dass eine ganze Art verschwindet, wenn das System außer Kontrolle gerät.  Wenn wir es den Beständen ermöglichen, sich zu erholen und zu vermehren, müssen wir nicht mehr das Letzte aus kleinen Beständen herausholen, sondern können größere Bestände sinnvoll bewirtschaften.

Geht es letztendlich nur um die Art und Weise, wie wir Fischerei betreiben?

Die Art und Weise, wie Fischerei betrieben wird, beeinflusst die Nachhaltigkeit unserer Meeresressourcen. Doch auch unsere Verbrauchsgewohnheiten spielen eine Rolle.  Die Länder und Einrichtungen der EU setzten sich weiterhin für die Verbesserung der Fischereimethoden und für die Begrenzung der Umweltauswirkungen ein.  Doch auch die anderen Beteiligten der Lieferkette müssen sich umstellen, um den Industriezweig langfristig tragbar zu gestalten.  Dem Einsatz der Fischereiindustrie sollten ähnliche Bemühungen der Verbraucherinnen und Verbraucher folgen.  Nur gemeinsam können wir eine langfristig lebensfähige Fischerei gewährleisten.

Was bedeutet „Rückwürfe“?

Manchmal werden bereits gefangene Fische vom Schiff aus wieder zurück ins Meer geworfen – tot oder lebendig.  Einer der Gründe für diese merkwürdige Praxis besteht darin, dass auch Fische, die der Fischer nicht fangen und verkaufen will, im selben Netz wie die gewünschte Art landen.  Oft ist es nicht möglich, nur eine Art zu fangen, doch Rückwürfe haben verheerende Folgen für die Bestände.  Aus diesem Grund werden Rückwürfe künftig von der EU verboten. Die neue Gemeinsame Fischereipolitik wird Fischern helfen, ihre Fanggeräte gezielter auszuwählen und die Vermarktung weniger populärer Fischarten zu fördern – damit aus allen gefangenen Fischen das Beste gemacht wird.

Ist Nachhaltigkeit gut für's Geschäft?

Besonders wenn sie sichtbar zertifiziert wird, ist Nachhaltigkeit ein gutes Verkaufsargument. Die Verbraucher können sicher sein, dass sie ein umweltbewusstes Erzeugnis aus gesunden Fischbeständen erwerben.  Ihr Produkt profitiert davon –  und außerdem sind nachhaltige Produkte oft von besserer Qualität.  Neue Märkte werden erschlossen, andere erweitert.  Ein weiterer Aspekt ist, dass ein nachhaltig bewirtschafteter Fischbestand noch viele Jahre lang die Fischart reproduzieren kann, die Sie verkaufen wollen.

Sind Fisch und Meeresfrüchte aus Aquakultur nachhaltig?

Durch Aquakultur können Wildbestände bestimmter beliebter Arten entlastet werden.  Die EU ist führend bei der Anpassung bestehender Arten an Aquakulturbedingungen und der Entwicklung neuer Futtermittel und Zuchtmethoden. Wie jeder andere Industriezweig kann auch die Aquakultur Schaden anrichten, wenn sie verantwortungslos betrieben wird. Europäische Gesetze gewährleisten jedoch, dass unsere Aquakulturfarmen langfristig hochwertige und sichere Erzeugnisse liefern.

Die EU-Rechtsvorschriften sind hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Aquakulturerzeugnissen und der Begrenzung schädlicher Umweltauswirkungen sehr streng. Umwelt-, Tierschutz- und Gesundheitsstandards sind hoch.  Dies kann natürlich zu höheren Produktionskosten führen, die es europäischen Fischfarmern erschweren, mit eingeführten Aquakulturerzeugnissen zu konkurrieren.  Die EU ist jedoch davon überzeugt, dass langfristig die nachhaltige Aquakultur der richtige Weg ist.

Was hat all dies mit der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) zu tun?

Das Regelwerk der EU zu Fischerei und Aquakultur wird als „Gemeinsame Fischereipolitik“ (GFP)  bezeichnet.  Mit der GFP werden Strategien für alle aufgestellt, die in der EU fischen, Aquakultur betreiben oder mit Fischen und Meeresfrüchten handeln.  So wird zum Beispiel festgelegt, wie viele Fische wo, wann und mit welchen Methoden gefangen werden dürfen.  Solche Vorschriften müssen eingehalten und durchgesetzt werden, um die illegale Fischerei zu stoppen, die sowohl die Nachhaltigkeit als auch die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der rechtmäßig handelnden Fischer gefährdet.  Die GFP trägt zu Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit des Sektors bei und erleichtert durch Regulierung die Anpassung an Markterfordernisse.

Nicht nur in Europa selbst, auch im Ausland tragen die Bemühungen der EU um Nachhaltigkeit Früchte.  In einer immer stärker vernetzten Welt müssen wir uns alle für die Zukunft unserer Fische, unserer Fischer und unserer künftigen Fischmahlzeiten einsetzen.  Mit der Gemeinsamen Fischereipolitik, mit Fischereisektor und Zivilgesellschaft will die EU ihre Position als Vorreiter in der Fischereibewirtschaftung und bei der Entwicklung von Aquakulturstandards stärken.

Setzt sich nur die Europäische Union für nachhaltige Fischerei ein?

Bei ihren ökologischen Zielen arbeitet die EU eng mit verschiedenen internationalen Organisationen zusammen. Unabhängige Gremien wie der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) bieten der EU wissenschaftliche Beratung.

Die EU ruft alle Beteiligten – Fischereiorganisationen, NRO, nationale Behörden und andere Interessenvertreter – dazu auf, bei der Erarbeitung neuer Rechtsvorschriften mitzuwirken. Die EU ist bestrebt, die ökologische, wirtschaftliche und soziale Tragbarkeit der Fischerei zu gewährleisten, damit die Fischbestände und die von ihnen abhängigen Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten eine Zukunft haben!

Die Kampagne „Unzertrennlich“ stützt sich auf die Impulse, die von zahlreichen Akteuren und den vielfältigen Initiativen von Bürgerinnen, Bürgern und Organisationen ausgehen.

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