Statistik der erneuerbaren Energien

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Datenauszug vom Januar 2019.

Aktualisierung des Artikels geplant: Mai 2020.

Die englische Version ist aktueller.

Im Fokus
2017 entfielen 17,5 % des Energieverbrauchs in der EU auf erneuerbare Energien – das Ziel für 2020 liegt bei 20 %.
Im Verkehrssektor wurde 2017 eine Erneuerbare-Energien-Quote von 7,6 % erreicht.
Anteil erneuerbarer Energiequellen, 2017
(in % des Bruttoendenergieverbrauchs)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_ren)

Dieser Artikel enthält aktuelle statistische Daten zu erneuerbaren Energiequellen in der Europäischen Union (EU). Erneuerbare Energiequellen sind Windkraft, Solarenergie (thermische, photovoltaische und konzentrierte), Wasserkraft, Gezeitenkraft, geothermische Energie, Umgebungswärme, die mit Hilfe von Wärmepumpen eingefangen wird, Biokraftstoffe und erneuerbare Abfälle.

Die Nutzung erneuerbarer Energien hat viele Vorteile, unter anderem wird dadurch eine Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen und eine Diversifizierung der Energieversorgung erreicht, und die Abhängigkeit von den Märkten für fossile Brennstoffe (insbesondere Öl und Erdgas) wird verringert. Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen kann außerdem zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich neuer, „grüner“ Technologien beitragen.

Vollständiger Artikel

Produktion erneuerbarer Energien in der EU stieg im Zeitraum 2007-2017 um zwei Drittel

Die Primärerzeugung erneuerbarer Energie belief sich 2017 in der EU-28 auf 226,5 Mio. Tonnen Rohöleinheiten (t RÖE). Zwischen 2007 und 2017 nahm die Erzeugung erneuerbarer Energien in der EU-28 um insgesamt 64,0 % zu, was einem Jahresdurchschnitt von 5,1 % entspricht.

Die wichtigsten erneuerbaren Energiequellen in der EU-28 waren Holz und andere feste Biobrennstoffe; 2017 betrug ihr Anteil an der Primärenergieerzeugung aus erneuerbaren Quellen 42,0 % (siehe Abbildung 1). Windenergie war erstmals der zweitwichtigste erneuerbare Energieträger (13,8 % der Gesamtmenge), gefolgt von Wasserkraft (11,4 %). Obwohl die Produktionsmengen von Biogas, flüssigen Biobrennstoffen und Solarenergie nach wie vor relativ gering waren, kam es hier zu besonders raschen Produktionssteigerungen. Die entsprechenden Anteile an der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen in der EU-28 lagen 2017 bei 7,4 %, 6,7 % bzw. 6,4 %. Auf Umgebungswärme (eingefangen mittels Wärmepumpen) und geothermische Energie entfielen 5,0 % bzw. 3,0 % der Gesamtmenge, der Anteil der erneuerbaren Abfälle stieg auf 4,4 %. Besonders niedrig waren die Anteile von Gezeiten-, Wellen- und Meeresenergie; die Technologien zur Erzeugung dieser Energiearten sind hauptsächlich in Frankreich und im Vereinigten Königreich anzutreffen.

Abbildung 1: Primärerzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen EU-28, 1990-2017
(Mio. t)
Quelle: Eurostat (nrg_bal_c)

Höchste Anteile erneuerbarer Energiequellen in Lettland und Schweden

2017 wurden 13,9 % des Bruttoinlandsenergieverbrauchs in der EU-28 durch erneuerbare Energiequellen gedeckt. Nach wie vor entfallen die größten Anteile dabei auf Holz und andere feste Biobrennstoffe. 1990 lag der Anteil von Wasserkraft und Holz bei 91,3 %. Seither war die kombinierte relative Zuwachsrate hier allerdings deutlich niedriger als bei den übrigen Energiequellen. Infolgedessen sank der kombinierte Anteil dieser Energieträger im Jahr 2017 auf 53,4 %. In Abbildung 2 (ohne Normalisierung der Stromerzeugung) ist die Entwicklung des Bruttoendenergieverbrauchs von erneuerbaren Energien grafisch dargestellt.

Abbildung 2: Bruttoinlandsverbrauch von erneuerbaren Energien, EU-28, 1990-2017
(Mio. t)
Quelle: Eurostat (nrg_bal_c)

Der Bruttoinlandsverbrauch von erneuerbaren Energien (siehe Tabelle 1) war in Dänemark (32,8 %) und Österreich (28,9 %) relativ hoch; in Lettland (42,5 %), Schweden (41,2 %) und Finnland (34,7 %) betrug er sogar mehr als ein Drittel des Inlandsverbrauchs, ebenso in Norwegen (45,7 %).

Tabelle 1: Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsenergieverbrauch, 2017
(in %)
Quelle: Eurostat (nrg_bal_c)

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsverbrauch darf nicht mit dem Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch verwechselt werden (letzterer ist der offizielle Indikator zur Überwachung des Ziels, das für 2020 in der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen festgelegt wurde). Im Abschnitt Datenquellen und Datenverfügbarkeit sind die Begriffe Bruttoinlandsverbrauch und Bruttoendenergieverbrauch genau definiert.

Der Verbrauch an erneuerbaren Energien hat sich zwischen 2004 und 2017 mehr als verdoppelt

Bis 2020 will die EU 20 % ihres Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen decken; der Beitrag der einzelnen Mitgliedstaaten zur Verwirklichung dieses Ziels wird in nationalen Aktionsplänen (national action plans (auf Englisch)) zur Förderung der erneuerbaren Energien festgelegt. Abbildung 3 zeigt die jüngsten verfügbaren Daten zu den Anteilen der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch und den für 2020 festgelegten Zielen. 2017 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch der EU-28 bei 17,5 % gegenüber 8,5 % im Jahr 2004.

Diese positive Entwicklung wurde durch die rechtsverbindlichen Zielvorgaben für eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energiequellen in der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen ausgelöst. Zwar ist die EU insgesamt auf Kurs, was die Erreichung ihrer Ziele für 2020 angeht, doch einige Mitgliedstaaten werden zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre Verpflichtungen in Bezug auf die zwei wichtigsten Ziele zu erfüllen, die den Gesamtanteil der Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch (siehe Abbildung 3) und den spezifischen Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen im Verkehrssektor (siehe Abbildung 4) betreffen.

Abbildung 3: Anteil erneuerbarer Energiequellen, 2017
(in % des Bruttoendenergieverbrauchs)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_ren)


Abbildung 4: Anteil erneuerbarer Energiequellen im Verkehr, 2017
(in % des Bruttoendenergieverbrauchs)
Quelle: Eurostat (nrg_ind_ren)

Schweden, wo mehr als die Hälfte (54,5 %) des Bruttoendenergieverbrauchs durch erneuerbare Energiequellen gedeckt wird, verzeichnete 2017 den bei weitem höchsten Anteil in den EU-Mitgliedstaaten, gefolgt von Finnland (41,0 %), Lettland (39,0 %), Dänemark (35,8 %) und Österreich (32,6 %). Am anderen Ende der Skala stehen Luxemburg (6,4 %), die Niederlande (6,6 %), Malta (7,2 %), Belgien (9,1 %), Zypern (9,9 %) sowie das Vereinigte Königreich (10,2 %), wo die Anteile erneuerbarer Energien am niedrigsten waren. Ein Vergleich der Zielvorgaben mit den neuesten verfügbaren Daten für 2017 zeigt, dass Frankreich, die Niederlande und Irland ihre Anteile erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch um mindestens 5,0 Prozentpunkte steigern müssen. Dagegen haben elf Mitgliedstaaten ihr Ziel für 2020 bereits überschritten, allen voran Kroatien, Schweden, Dänemark und Estland.

Tabelle 2 enthält Daten für alle Meldeländer sowie die Werte des indikativen Zielpfads.

Tabelle 2: Anteil erneuerbarer Energiequellen am Bruttoendenergieverbrauch, 2004-2017
(in %)
Quelle: SHARES_summary_results in http://ec.europa.eu/eurostat/web/energy/data/shares

Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen wird in drei verschiedene Komponenten aufgeteilt: Anteil an der Stromerzeugung, Anteil an der Wärme- und Kälteerzeugung und Anteil im Verkehr. Die übrigen statistischen Ergebnisse dieses Artikels beziehen sich auf die Entwicklungen zwischen 1990 und 2017 innerhalb dieser Komponenten.

Windkraft wird zur wichtigsten erneuerbaren Energiequelle für Strom

Im Jahr 2017 deckte die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen mehr als ein Viertel (30,7 %) des gesamten Bruttostromverbrauchs der EU-28. Dabei war Windkraft zum ersten Mal die wichtigste Energiequelle, dicht gefolgt von Wasserkraft (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien, EU-28, 1990-2017
(in TWh)
Quelle: Eurostat (nrg_bal_c) und (nrg_bal_peh) und SHARES_summary_results in http://ec.europa.eu/eurostat/web/energy/data/shares

Die Richtlinie 2009/28/EG schreibt für die Berücksichtigung der aus Wasserkraft und Windkraft gewonnenen Elektrizität eine Normalisierungsregel vor, um den jährlichen wetterbedingten Schwankungen Rechnung zu tragen (die Normalisierung erfolgt für Wasserkraft über die letzten 15 Jahre und für Windkraft über die letzten 5 Jahre). Für den Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Zeitraum 2007 bis 2017 haben in der gesamten EU vor allem die drei Energieträger Windkraft, Solarenergie und feste Biobrennstoffe (einschließlich erneuerbarer Abfälle) gesorgt. 2017 entfiel erstmals auf die Windkraft – und nicht mehr auf die Wasserkraft – der größte Anteil an dem aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom in der EU-28. Die aus Wasserkraft erzeugte Strommenge hat sich innerhalb von zehn Jahren kaum verändert. Im Gegensatz dazu war die Strommenge, die 2017 in der EU-28 mit Solar- und Windkraftanlagen produziert wurde, 31,6-mal bzw. 3,5-mal so hoch wie 2007. Damit stieg 2017 der Anteil von Wind- und Sonnenenergie an der gesamten Strommenge aus erneuerbaren Energiequellen auf 37,2 % bzw. 12,3 % an. Die Stromerzeugung aus Solarenergie hat sehr stark zugenommen. Betrug sie 2007 nur 3,8 TWh, so übertraf ihr Anteil 2008 jenen der geothermischen Energie und erreichte 2017 einen Wert von 119,5 TWh. In diesem Zehnjahreszeitraum erhöhte sich der Anteil der Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in der EU-28 und stieg von 0,7 % auf 12,3 %.

Zwischen den EU-Mitgliedstaaten bestehen große Unterschiede. In Österreich (72,2 %), Schweden (65,9 %) und Dänemark (60,4 %) wurden mindestens drei Fünftel des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen – insbesondere aus Wasserkraft und festen Biobrennstoffen – gedeckt, in Portugal (54,2 %) und Lettland (54,4 %) war es gut die Hälfte. In Zypern, Ungarn, Luxemburg und Malta hingegen lag der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen unter 10 % (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen am Bruttostromverbrauch, 2004-2017
(in %)
Quelle: SHARES_summary_results in http://ec.europa.eu/eurostat/web/energy/data/shares

Fast ein Fünftel der zum Heizen und Kühlen genutzten Energie stammt aus erneuerbaren Quellen

Im Jahr 2017 entfielen 19,5 % des gesamten Energieverbrauchs für Wärme- und Kälteerzeugung in der EU-28 auf erneuerbare Energien. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 10,4 % von 2004. Zu diesem Wachstum beigetragen haben Zunahmen in bestimmten Industriezweigen, in der Dienstleistungsbranche und bei den privaten Haushalten (Baugewerbe). Aerothermische, geothermische und hydrothermale Wärmeenergie, die durch Wärmepumpen eingefangen wird, wird berücksichtigt, sofern sie von den Ländern gemeldet wurde. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Wärme- und Kälteerzeugung ist in Tabelle 4 dargestellt.

Tabelle 4: Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Wärme- und Kälteerezugung, 2004-2017
(in %)
Quelle: SHARES_summary_results in http://ec.europa.eu/eurostat/web/energy/data/shares

2016 wurden im Verkehrssektor 7,6 % der Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt

Die EU hat sich bis 2020 das gemeinsame Ziel gesetzt, 10 % der im Verkehrssektor benötigten Energie aus erneuerbaren Energien (einschließlich flüssiger Biobrennstoffe, Wasserstoff, Biomethan, Ökostrom usw.) zu gewinnen.

Der durchschnittliche Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen im Verkehr stieg von 1,4 % im Jahr 2004 auf 7,6 % im Jahr 2017. In den Mitgliedstaaten der EU war der relative Anteil von Kraftstoffen aus erneuerbaren Energieträgern sehr unterschiedlich verteilt und reichte von 38,6 % in Schweden, 18,8 % in Finnland und 9,7 % in Österreich bis zu weniger als 2,0 % in Kroatien, Griechenland und Estland (siehe Abbildung 2).

In einigen Mitgliedstaaten haben sich erneuerbare Energieträger sehr schnell als Kraftstoffe durchgesetzt. Dies gilt insbesondere für Irland, Luxemburg, Malta, Finnland und Schweden.

Weitere Einzelheiten zum Anteil erneuerbarer Energiequellen im Verkehrssektor sind in Tabelle 5 zu finden.

Tabelle 5: Anteil erneuerbarer Energiequellen im Verkehr, 2004-2017
(in %)
Quelle: SHARES_summary_results in http://ec.europa.eu/eurostat/web/energy/data/shares

Im Verkehrssektor stellen flüssige Biobrennstoffe, die in der Regel mit fossilen Brennstoffen vermischt werden, die am häufigsten genutzte Energiequelle dar. Abbildung 6 zeigt die Entwicklung der Erzeugung flüssiger Biobrennstoffe in der Europäischen Union in den letzten Jahren.

Abbildung 6: Primärerzeugung durch flüssige Biobrennstoffe, EU-28, 1990-2017
(Mio. t)
Quelle: Eurostat (nrg_bal_c)

Aufgrund des verbindlichen Ziels für 2020 ist die Produktion flüssiger Biobrennstoffe in der EU deutlich gestiegen, wobei Biodiesel der am meisten produzierte Biokraftstoff ist, gefolgt von Biogas und sonstigen flüssigen Biobrennstoffen.

Quelldaten für die Tabellen und Grafiken

Datenquellen

Die in diesem Artikel ausgewiesenen Statistiken basieren auf Daten, die gemäß den einschlägigen Regeln der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen zusammengestellt und auf der Grundlage der Energiestatistiken gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1099/2008 über die Energiestatistik, zuletzt geändert im November 2017 durch die Verordnung (EU) 2017/2010, berechnet wurden.

Die neuesten verfügbaren Daten zu den Anteilen von Energie aus erneuerbaren Quellen stammen aus dem Bezugsjahr 2017. Für alle EU-Mitgliedstaaten sowie für Albanien, Montenegro, Serbien, die Türkei, Kosovo [1] und Nordmazedonien sind Daten verfügbar. Im Allgemeinen sind die Daten vollständig, aktuell und zuverlässig länderübergreifend vergleichbar.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch gilt als Schlüsselindikator, mit dem die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum gemessen werden können. Dieser Indikator kann als Schätzwert für die Überprüfung der Umsetzung der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen herangezogen werden; in einigen Mitgliedstaaten ist das statistische System zur Erfassung spezieller Technologien im Bereich erneuerbarer Energien jedoch noch nicht genügend ausgereift, um den Anforderungen dieser Richtlinie zu genügen – so werden etwa zur der mit Wärmepumpen gewonnenen Umgebungswärmeenergie bisher nur von wenigen Ländern Angaben gemacht.

Bei allen Berechnungen werden die spezifischen Bestimmungen der Richtlinie 2009/28/EG nach ihrer Änderung durch die Richtlinie (EU) 2015/1513 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. September 2015 zur Änderung der Richtlinie 98/70/EG über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen und zur Änderung der Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen berücksichtigt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Interpretation der Daten sind statistische Änderungen. Die neuesten Daten für 2005 zeigen eine kleine Abweichung gegenüber den Daten, die während der Vorbereitung und Verabschiedung der Richtlinie im Zeitraum zwischen 2007 und 2008 verfügbar waren. Die Änderungen ergeben sich aus der Überarbeitung der Datensätze, die von den Meldeländern in Beantwortung der jährlichen Energiefragebögen übermittelt werden. Aufgrund der Überarbeitung der Daten für den Biomasseverbrauch im Haushaltssektor lassen die aktualisierten Daten für Kroatien darauf schließen, dass der Verbrauch von Energie aus erneuerbaren Quellen bereits 2004 (dem ersten Jahr, für das Werte vorliegen) über dem Ziel für 2020 lag. Dies ist aber nicht nur in Kroatien der Fall. Infolge der Erneuerbare-Energien-Richtlinie überwachen viele Länder die Ströme der erneuerbaren Energieprodukte in ihren Volkswirtschaften sehr viel genauer. Besonders deutlich wird dies bei der Biomasse: Um mehr Daten über den Endenergieverbrauch von Biomasse zu erfassen, führen manche Länder neue und detailliertere Erhebungen durch. Daraufhin überarbeiten einige Länder (beispielsweise Kroatien, Frankreich, Litauen und Ungarn) ihre Daten, was zu einem Anstieg ihres Anteils erneuerbarer Energiequellen führt.

Der Bruttoinlandsenergieverbrauch stellt die Gesamtmenge der für alle Zwecke eingesetzten Energieressourcen dar.

Die für den Endverbrauch verfügbare Energie stellt die Gesamtmenge der den Verbrauchern (privat, gewerblich und industriell) zur Verfügung stehenden Energieressourcen dar. Die Energie, die in Umwandlungsprozessen (z. B. in Kraftwerken, Brennstoffraffinerien und Hochöfen) verwendet wird, ist hier ausgenommen. Energieerzeugnisse, die für nichtenergetische Zwecke (beispielsweise in chemischen Prozessen) verwendet werden können, gehören jedoch dazu.

Der Bruttoendenergieverbrauch wird in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG definiert als die Energieprodukte, die der Industrie, dem Verkehrssektor, Haushalten, dem Dienstleistungssektor, einschließlich des Sektors der öffentlichen Dienstleistungen, sowie der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu energetischen Zwecken geliefert werden, einschließlich des durch die Energiewirtschaft für die Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung entstehenden Elektrizitäts- und Wärmeverbrauchs und einschließlich der bei der Verteilung und Übertragung auftretenden Elektrizitäts- und Wärmeverluste.

Die Energieerzeugung aus nicht erneuerbaren Siedlungsabfällen wurde vom Beitrag der Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung abgezogen. Der Verbrauch für den Transport in Pipelines wurde gemäß der sektoralen Aufgliederung der Verordnung über die Energiestatistik in den Bruttoendenergieverbrauch einbezogen. Damit die Genauigkeit und die Kohärenz mit den nationalen Statistiken bei der Berechnung der Anteile erneuerbarer Energien verbessert werden, wurden für die Umrechnung der Mengen aller Energieerzeugnisse in Energieeinheiten anstelle der vorgegebenen Brennwerte nationale Brennwerte verwendet, sofern diese verfügbar waren.

Die Kommission hat erst kürzlich endgültige Leitlinien für die Berechnung von Energie aus Wärmepumpen aufgestellt. Einige Länder haben ihr nationales statistisches System noch nicht derart verbessert, dass alle erneuerbaren Energiequellen (z. B. in Bezug auf Wärmepumpen) vollständig berücksichtigt werden können. Obwohl es zum Zeitpunkt der Datenerhebung keine anerkannte statistische Methodik gab und aus Gründen der Vollständigkeit wurde der Beitrag der erneuerbaren Energien aus Wärmepumpen in den Fällen berücksichtigt, in denen die Meldeländer ausreichende Informationen übermittelt haben. Aus diesen Gründen bestehen einige kleine Unterschiede zwischen den für diesen Artikel verwendeten und den in den Energiebilanzen veröffentlichten Daten.

In den Energiestatistiken und Energiebilanzen von Eurostat gibt es keine Unterscheidung zwischen 'nachhaltigen und nicht nachhaltigen erneuerbaren Energiequellen‘. Eine solche Aufteilung ermöglicht das von Eurostat entwickelte Tool (SHARES-Tool [2]), da hier die Meldeländer entsprechende zusätzliche Angaben machen müssen. Sofern dazu nichts ausdrücklich festgelegt ist, sollte daher beachtet werden, dass unter erneuerbare Energie alle erneuerbaren Energiequellen fallen, und zwar sowohl solche, die die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, als auch solche, die diese Kriterien nicht erfüllen.

Daten für den Zeitraum 2004-2010: Die Richtlinie 2009/28/EG war noch nicht bzw. erst kürzlich erlassen worden. In den meisten europäischen Ländern war sie noch nicht in die nationale Gesetzgebung umgesetzt worden. Die Werte dieser Jahre werden nicht verwendet, um die Einhaltung des in Anhang I Teil B der Richtlinie festgelegten indikativen Zielpfads zu überprüfen. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG schreibt vor, dass nur Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe, die die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, im Hinblick auf die Ziele miterfasst werden. Für die Jahre 2004-2010 wurde entschieden, dass alle Biokraftstoffe und flüssigen Biobrennstoffe auf den Zähler des Anteils der Energie aus erneuerbaren Energiequellen angerechnet werden sollten.

Daten ab 2011: Die Einhaltung von Artikel 17 (Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe) ist unter Einbeziehung von Artikel 18 (Überprüfung der Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe) zu beurteilen. Ab dem Bezugsjahr 2011 dürfen die Länder nur noch diejenigen Biokraftstoffe und flüssigen Biobrennstoffe als konform melden, für die die Einhaltung sowohl von Artikel 17 als auch von Artikel 18 in vollem Umfang nachgewiesen werden kann. Nur gemeldete konforme Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe werden auf die jeweiligen Anteile der erneuerbaren Energien angerechnet. In einigen Ländern wurde der Verbrauch von Biokraftstoffen und flüssigen Biobrennstoffen im Zeitraum 2011-2015 aufgrund der späten Umsetzung der Richtlinie 2009/28/EG nicht als konform (nachhaltig) beurteilt. Obwohl der Anteil der erneuerbaren Energien insgesamt seit 2004 zunimmt, ist ihr Anteil im Verkehrssektor zwischen 2010 und 2011 zurückgegangen. Dies ist zum Teil auf das völlige Fehlen von konformen Biokraftstoffen in den Meldungen einiger Länder zurückzuführen (zwar wurde von Ländern die Verwendung von Biokraftstoffen gemeldet, die 2011 aber nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß konform war). Da einige Länder noch nicht alle Bestimmungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie vollständig umgesetzt haben, werden bestimmte Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe im Zeitraum 2011-2015 nicht als konform (nachhaltig) eingestuft.

Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen ist definiert als der Quotient aus dem aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Strom und dem Bruttoinlandsstromverbrauch. Wie in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG festgelegt, ist der Bruttoendenergieverbrauch von Strom aus erneuerbaren Energien die Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen. Dazu zählt Strom aus Wasserkraftwerken (mit Ausnahme von Pumpspeicherkraftwerken, die zuvor hochgepumptes Wasser nutzen) sowie aus festen Biobrennstoffen/Abfällen, Windkraft, Solarenergie und Geothermieanlagen. Die Richtlinie schreibt zudem die Normalisierung der Stromerzeugung aus Wasserkraft und Windkraft vor. Da die Normalisierung bei Wasserkraft über 15 Jahre hinweg vorzunehmen ist, stehen in Anbetracht der Verfügbarkeit energiestatistischer Daten (für die EU-28, ab 1990) noch keine langen Zeitreihen für diesen Indikator zur Verfügung.

Für die Berechnung des Anteils erneuerbarer Energien an der Wärme- und Kälteerzeugung wird der Endverbrauch aus erneuerbaren Energiequellen definiert als der Endverbrauch erneuerbarer Energien in Industrie, in Haushalten, im Dienstleistungssektor sowie in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zur Wärme- und Kälteerzeugung sowie zur Erzeugung von Fernwärme. Der Gesamtendverbrauch für Wärme- und Kälteerzeugung ist der Endverbrauch aller Energieprodukte, mit Ausnahme des Stroms, für andere Zwecke als den Transport, zuzüglich des Verbrauchs von Wärme zur Eigennutzung in Strom- und Wärmekraftwerken und der Wärmeverluste in den Netzen. Eine genauere Definition ist unter folgender URL verfügbar: SHARES Tool Manual (auf Englisch).

Der Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch des Verkehrssektors errechnet sich auf der Grundlage der Energiestatistik nach der in der Richtlinie 2009/28/EG beschriebenen Methode. Bis 2010 wurden bei der Berechnung dieses Indikators alle flüssigen Biobrennstoffe berücksichtigt. Ab 2011 beinhalten die Daten zu flüssigen Biobrennstoffen im Verkehrssektor nur noch solche Stoffe, die die Nachhaltigkeitskriterien der Richtlinie 2009/28/EG erfüllen.

Kontext

Die Europäische Kommission hat mehrere Strategien für eine sicherere, nachhaltigere Wirtschaft mit geringeren CO2-Emissionen erarbeitet. Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen trägt wegen der geringeren Treibhausgasemissionen nicht nur zur Bekämpfung des Klimawandels, sondern auch zur Versorgungssicherheit bei; die Energieversorgung wird vielfältiger, und die Luftverschmutzung geht zurück. Außerdem können neue Arbeitsplätze in den Bereichen Umwelt und erneuerbare Energien entstehen.

Im Dezember 2008 wurde das Klima- und Energiepaket 2020 verabschiedet, mit dem ein Anreiz dafür geboten wurde, den Anteil erneuerbarer Energiequellen bis 2020 auf 20 % des Gesamtenergieverbrauchs zu erhöhen und sowohl den Energieverbrauch als auch die Treibhausgasemissionen um 20 % zu senken. In der Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen ist für die EU das Ziel vorgegeben, den Anteil erneuerbarer Energiequellen am Energieverbrauch bis 2020 auf 20 % und am Kraftstoffverbrauch im Verkehrssektor auf 10 % zu steigern. Mit der Richtlinie wird der Rechtsrahmen für die Förderung erneuerbarer Energien geändert, es werden nationale Aktionspläne für erneuerbare Energie (national action plans (auf Englisch)) gefordert, in denen die Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien in den einzelnen Mitgliedstaaten dargestellt werden sollen, und Mechanismen der Zusammenarbeit geschaffen; außerdem enthält die Richtlinie Nachhaltigkeitskriterien für flüssige Biobrennstoffe (damit wird den Bedenken hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen auf die Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die Lebensmittelversorgung, den Schutz der Wälder, die biologische Vielfalt und die Wasser- und Bodenressourcen Rechnung getragen). Im Juli 2014 wurde ein Bericht über den aktuellen Stand der Nachhaltigkeit der zur Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung eingesetzten festen und gasförmigen Biobrennstoffe (sustainability of solid and gaseous biofuels used for electricity, heating and cooling (SWD(2014) 259) (auf Englisch)) angenommen.

Am 6. Juni 2012 erging eine Mitteilung der Kommission mit dem Titel Erneuerbare Energien: ein wichtiger Faktor auf dem europäischen Energiemarkt (COM(2012) 271 final), in der politische Optionen für den Bereich der erneuerbaren Energien über 2020 hinaus aufgezeigt werden. In dieser Mitteilung wird für ein besser koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene bei der Einführung und der Reform von Förderregelungen und einen verstärkten Handel mit erneuerbaren Energieträgern zwischen den EU-Mitgliedstaaten plädiert. Im Januar 2014 legte die Kommission ein Paket energie- und klimapolitischer Ziele für 2030 (energy and climate goals for 2030 (auf Englisch)) vor, um private Investitionen in Infrastruktur und CO2-arme Technologien anzuregen. Zu den wichtigsten Zielen gehört die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 27 %. Diese Ziele sind als ein Schritt zur Einhaltung der für 2050 angestrebten Reduzierung der Treibhausgasemissionen anzusehen, die im Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen und CO2-armen Wirtschaft bis 2050 (KOM(2011) 112 endg.) erläutert wird (siehe auch Roadmap for moving to a competitive low-carbon economy in 2050 (auf Englisch)).

Eine der zehn Prioritäten der Europäischen Kommission von 2014 ist die Schaffung einer Energieunion. Durch diese Europäische Energieunion soll die Versorgung mit sicherer, nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und bezahlbarer Energie gewährleistet werden. In einer Mitteilung vom Februar 2015 stellte die Kommission ihre Pläne für eine Rahmenstrategie für eine krisenfeste Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie vor (COM(2015) 80 final). Zu den fünf vorgeschlagenen Dimensionen gehört der Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft.

Am 11. Dezember 2018 verabschiedete die EU die Richtlinie (EU) 2018/2001 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Der neue Rechtsrahmen enthält ein verbindliches Unionsziel von mindestens 32 % für den Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2030 und eine Klausel, wonach die Zielwerte bis 2023 ggf. nach oben zu korrigieren sind. Dies wäre ein wesentlicher Beitrag zu der von Präsident Juncker 2014 formulierten Kommissionspriorität, wonach die Europäische Union weltweit zur Nummer eins bei der Nutzung der erneuerbaren Energien werden solle. Somit könnte Europa seine Führungsrolle bei der Bekämpfung des Klimawandels, beim Übergang zu sauberen Energien und bei der Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens wahren.

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Energiestatistik – Hauptindikatoren (t_nrg_indic)
Energiestatistik – Mengen (t_nrg_quant)


Energiestatistik – Mengen, jährliche Daten (nrg_quant)


Fußnoten

  1. Diese Bezeichnung berührt nicht die Standpunkte zum Status und steht im Einklang mit der Resolution 1244/1999 des VN-Sicherheitsrates und dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zur Unabhängigkeitserklärung von Kosovo.
  2. SHARES-Tool.