Statistiken zur digitalen Wirtschaft und Gesellschaft – Haushalte und Privatpersonen

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Daten vom März 2018.

Geplante Aktualisierung des Artikels: Juni 2019.

Im Fokus

Bis 2017 war der Anteil der privaten Haushalte mit Internetzugang in der EU-28 auf 87 % angestiegen und lag somit um rund 32 Prozentpunkte höher als noch 2007.

Ein Breitband-Anschluss wurde 2017 von 85 % der Haushalte in der EU 28 genutzt; das entspricht fast einer Verdoppelung gegenüber dem Anteil im Jahr 2007 (42 %).

Der Anteil der 16- bis 74-Jährigen in der EU-28, die Waren oder Dienstleistungen für den privaten Gebrauch über das Internet bestellten oder kauften, belief sich 2017 auf 57 %.

Internetzugang der privaten Haushalte, 2017


In diesem Artikel werden aktuelle statistische Daten zu verschiedenen Aspekten der Informationsgesellschaft in der Europäischen Union (EU) vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verfügbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie ihrer Nutzung durch Privatpersonen und Haushalte.

IKT beeinflussen viele Bereiche unseres Alltags, sowohl im Arbeitsleben als auch im privaten Umfeld, beispielsweise im Hinblick auf Kommunikation oder Online-Einkäufe von Waren und Dienstleistungen. Die von der EU getroffenen Maßnahmen reichen von der Regulierung ganzer Bereiche, z. B. des E-Commerce, bis hin zum Schutz der Privatsphäre des Einzelnen. Daher trägt die Entwicklung der Informationsgesellschaft für viele maßgeblich dazu bei, dass die Voraussetzungen zur Förderung einer modernen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft geschaffen werden.

Vollständiger Artikel

Internetzugang

Die Verfügbarkeit von IKT für die breite Öffentlichkeit hat sich sowohl hinsichtlich der Zugriffsmöglichkeiten als auch der Kosten wesentlich verbessert. Eine Grenze wurde 2007 überschritten, als erstmals der überwiegende Teil (55 %) der Haushalte in der EU-28 über einen Internetzugang verfügte. Dieser Anteil nahm weiter zu und stieg 2012 auf über drei Viertel und 2014 auf über vier Fünftel an. Bis 2017 war der Anteil der privaten Haushalte mit Internetzugang in der EU-28 auf 87 % angestiegen und lag somit um rund 32 Prozentpunkte höher als noch 2007.

Ein weit verbreiteter und erschwinglicher Zugang zu Breitbandnetzen ist eine der Möglichkeiten zur Förderung einer wissensbasierten Informationsgesellschaft. In allen EU-Mitgliedstaaten stellten Breitbandnetze die bei weitem am stärksten verbreitete Form des Internetzugangs dar und wurden 2017 von 85 % aller privaten Haushalte in der EU-28 genutzt; das entspricht fast einer Verdoppelung gegenüber dem Anteil im Jahr 2007 (42 % – siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Internetzugang und Breitband-Anschluss der privaten Haushalte, EU-28, 2007-2017
(in % aller Haushalte)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_in_h) und (isoc_ci_it_h)


Den höchsten Anteil (98 %) an Haushalten mit Internetzugang registrierten 2017 die Niederlande (siehe Abbildung 2), während 2017 in Dänemark, Luxemburg, Schweden, Finnland, dem Vereinigten Königreich und Deutschland ebenfalls mindestens neun von zehn Haushalten über einen Internetzugang verfügten. Die niedrigste Quote beim Internetzugang in der EU wurde für Bulgarien gemeldet (67 %). Bulgarien verzeichnete jedoch zusammen mit der Tschechischen Republik, Italien, Zypern, Griechenland, Portugal und Spanien eine rasche Zunahme des Anteils der Haushalte mit Internetzugang, wobei zwischen 2012 und 2017 ein Zuwachs zwischen 16 und 18 Prozentpunkten verzeichnet wurde. Erwartungsgemäß wurden relativ geringe Anstiege in den Mitgliedstaaten verzeichnet, in denen der Internetzugang bereits 2012 nahe dem Sättigungsgrad lag, wie in den Niederlanden, Luxemburg und Dänemark; dies war auch in Island und Norwegen der Fall.

Abbildung 2: Internetzugang der privaten Haushalte, 2012 und 2017
(in % aller Haushalte)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_in_h)


Abbildung 3 zeigt, dass es in der EU-28 ein Stadt-Land-Gefälle beim Internet-Zugang gibt. Während die Haushalte in Großstädten oder Städten und Vorstädten vergleichsweise hohe Zugangsraten aufweisen (90 % in Großstädten und 87 % in Städten und Vorstädten), fiel diese Rate im ländlichen Raum etwas niedriger aus (82 %). In 23 EU-Mitgliedstaaten ist der Anteil der Haushalte im ländlichen Raum, der Zugang zu Internet hat, geringer als im entsprechenden Anteil der Haushalte in Großstädten oder in Städten und Vorstädten. Das Gefälle zwischen dem ländlichen Raum und den anderen beiden Arten von Gebieten war in Griechenland, Portugal, Bulgarien und Rumänien besonders ausgeprägt, wobei alle diese Länder beim Internetzugang insgesamt unter dem Durchschnitt der EU-28 lagen. In Luxemburg war die Situation genau umgekehrt: Der Anteil der Haushalte mit Internetzugang im ländlichen Raum war höher als in Großstädten oder in Städten und Vorstädten. In Estland war der Internetzugang in Großstädten zwar höher, es gab jedoch keinen Unterschied zwischen Städten und Vorstädten und dem ländlichen Raum in Bezug auf den Anteil der Haushalte, die Zugang zum Internet haben. Im Vereinigten Königreich war der Anteil der Haushalte mit Internetzugang zwischen den drei Graden der Urbanisierung fast identisch (ein Prozentpunkt niedriger in Städten und Vorstädten). In Belgien war das Niveau des Internetzugangs in Städten und Vorstädten am höchsten, während der Anteil der privaten Haushalte in Großstädten und im ländlichen Raum gleich hoch war. Die letzte Ausnahme bildete Frankreich, wo das höchste Niveau des Internetzugangs in Großstädten verzeichnet wurde, das geringste jedoch in Städten und Vorstädten (und nicht im ländlichen Raum).

Abbildung 3: Internetzugang der privaten Haushalte nach Verstädterungsgrad, 2017
(in % aller Haushalte)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_in_h)

Internetnutzung

Anfang 2017 nutzten mehr als vier Fünftel (84 %) aller 16- bis 74-Jährigen in der EU-28 das Internet (mindestens ein Mal innerhalb der drei Monate vor dem Erhebungsdatum). In Dänemark, Luxemburg, Schweden, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Finnland und Deutschland nutzten mindestens neun von zehn Privatpersonen das Internet innerhalb der drei Monate vor dem Erhebungsdatum. Dagegen nutzten nur knapp mehr als zwei Drittel aller 16- bis 74-jährigen Privatpersonen das Internet in Italien (71 %), Griechenland (70 %) und Kroatien (67 %), wobei diese Werte in Rumänien und Bulgarien nur 64 % bzw. i 63 % erreichten.

Der Anteil der Bevölkerung der EU-28, der das Internet nie genutzt hat, belief sich 2017 auf 13 % (ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr) und ging im Vergleich zu 2007 (37 %) auf fast ein Drittel des damaligen Niveaus zurück.

2017 nutzten fast drei Viertel (72 %) der Privatpersonen in der EU-28 das Internet täglich(siehe Abbildung 4), weitere 8 % nutzen es mindestens einmal wöchentlich (aber nicht täglich). 80 % der Privatpersonen waren regelmäßige Internetnutzer (mindestens einmal pro Woche). Der Anteil der täglichen Internetnutzer an allen Internetnutzern (alle, die das Internet in den letzten drei Monaten genutzt hatten) belief sich in der EU-28 auf durchschnittlich 87 % und reichte in den EU-Mitgliedstaaten von 73 % in Rumänen bis zu mehr als 90 % in acht Mitgliedstaaten. An der Spitze lag Italien mit 96 %. Island (97 %) meldete einen noch höheren Anteil täglicher Nutzer an den Internetnutzern insgesamt.

Abbildung 4: Häufigkeit der Internetnutzung, 2017
(in % der 16- bis 74-Jährigen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_ifp_iu) und (isoc_ci_ifp_fu)


Abbildung 5 zeigt die mobile Internetnutzung, d. h. die Nutzung des Internets an anderen Orten als zu Hause oder am Arbeitsplatz, etwa auf tragbaren Computern bzw. Handheld-Geräten über mobile oder drahtlose Verbindungen. In der Abbildung werden die Daten für 2012, als 36 % der 16- bis 74-Jährigen in der EU-28 mobile Geräte für den Internetzugang nutzten, mit den Daten für 2017 verglichen, als dieser Anteil 65 % erreichte. Am häufigsten wurden Smartphones, Laptops oder Tablets für den Internetzugang verwendet.

Die Niederlande, Schweden, das Vereinigte Königreich, Dänemark und Luxemburg meldeten 2017 mit mehr als vier Fünfteln der 16- bis 74-Jährigen die höchsten Anteile im Bereich der mobilen Internetnutzung. An der Spitze lagen dabei die Niederlande und Schweden mit 87 %; in Norwegen war der Anteil ähnlich hoch (87 %). Dagegen nutzen in Kroatien, Rumänien, Griechenland, Litauen, Bulgarien, Lettland, Portugal und der Tschechischen Republik nur zwischen 50 % und 60 % aller 16- bis 74-Jährigen das Internet an anderen Orten als zu Hause oder am Arbeitsplatz, in Polen und Italien waren es gar nur 40 % bzw. 32 %.

Abbildung 5: Internetnutzung über tragbare Computer bzw. Handheld-Geräte an anderen Orten als zu Hause oder am Arbeitsplatz, 2012 und 2017
(in % der 16- bis 74-Jährigen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_im_i)


Eine der häufigsten Online-Aktivitäten in der EU-28 war 2017 die Teilnahme an sozialen Netzwerken, siehe Abbildung 6. Mehr als die Hälfte (54 %) aller 16- bis 74-Jährigen nutzte das Internet dafür und rief beispielsweise die Websites von Facebook oder Twitter auf. Zwischen 70 % und 75 % der Bevölkerung nutzte in Malta, dem Vereinigten Königreich, Schweden, Belgien und Dänemark soziale Netzwerke. An der Spitze lag Dänemark mit 75 %, während die Werte in Island (89 %) und Norwegen (83 %) wesentlich höher lagen. Am anderen Ende der Skala nutzten in drei EU-Mitgliedstaaten (Slowenien (45 %), Frankreich (43 %) und Italien (43 %) hingegen höchstens 45 % solche Netzwerke.

Abbildung 6: Internetnutzung für die Teilnahme an sozialen Netzwerken, 2017
(in % der 16- bis 74-Jährigen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_ac_i)

Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Identität

Zwischen den EU-Mitgliedstaaten treten Unterschiede in der Art und Weise zutage, in der Internetnutzer mit dem Zugang zu ihren personenbezogenen Daten im Jahr 2016 umgingen. Mehr als ein Viertel (28 %) der Internetnutzer in der EU-28 stellte keine personenbezogenen Daten über das Internet zur Verfügung. Dieser Anteil reichte von nur 8 % in Luxemburg bis zu mehr als der Hälfte in Bulgarien, Portugal und Rumänien (siehe Abbildung 7). Mehr als 70 % der Internetnutzer in der EU-28 stellen online keine personenbezogenen Daten zur Verfügung und viele von ihnen ergreifen verschiedene Schritte zur Kontrolle des Zugangs zu diesen personenbezogenen Daten im Internet. Fast die Hälfte (46 %) aller Internetnutzer verweigerte die Zustimmung zur Nutzung personenbezogener Daten zu Werbezwecken und zwei Fünftel (40 %) beschränkten den Zugang zu ihrem Profil oder ihren Inhalten in sozialen Netzwerken. Ferner las ein Drittel (37 %) der Internetnutzer die Datenschutzerklärung vor Bereitstellung personenbezogener Daten, während nur knapp weniger als ein Drittel (31 %) den Zugang auf ihren geografischen Standort beschränkte.

Abbildung 7: Anteil der Personen, die keine persönlichen Informationen über das Internet weitergegeben haben, 2016
(% der Personen, die im vergangenen Jahr das Internet nutzten)
Quelle: Eurostat (isoc_cisci_prv)


2016 war rund 71 % der 16- bis 74-Jährigen in der EU-28, die das Internet in den letzten 12 Monaten genutzt hatten, bekannt, dass Cookies zum Tracking der Online-Aktivitäten von Personen verwendet werden können. Diese Tatsache war jüngeren Nutzern (zwischen 16 und 24 Jahren) etwas stärker (74 %) und älteren Nutzern (zwischen 55 und 74) etwas weniger bewusst (64 %). Knapp mehr als ein Drittel (35 %) der 16- bis 74-jährigen Nutzer gab an, dass sie die Einstellungen ihres Internetbrowsers geändert hatten, um die Nutzung von Cookies zu beschränken oder zu unterbinden (siehe Abbildung 8).

In den EU-Mitgliedstaaten war bei den Internetnutzern in den Niederlanden (89 %), Deutschland und Finnland (jeweils 85 %) das Bewusstsein dafür, dass Cookies zur Überwachung ihrer Onlineaktivitäten eingesetzt werden könnten, am stärksten ausgeprägt. Das Bewusstsein dafür war auch in Dänemark (81 %), Kroatien (78 %), Italien (77 %), Luxemburg und Österreich (jeweils 76 %) hoch. Im Gegensatz dazu war diese Tatsache weniger als der Hälfte der Internetnutzer in Rumänien (38 %), Lettland (47 %) und Zypern (48 %) bekannt, was auch auf die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zutraf (jeweils 30 %). Der Anteil der Internetnutzer, die ihre Internetbrowser-Einstellung geändert hatten, um die Nutzung von Cookies zu verhindern oder zu beschränken, lag in nur einem Mitgliedstaat, nämlich Luxemburg, bei über der Hälfte (54 %). Im Gegensatz dazu hatten weniger als ein Fünftel der Internetnutzer in der Tschechischen Republik, Rumänien, Bulgarien, Zypern und Lettland sowie in der Türkei eine solche Maßnahme ergriffen.

Abbildung 8: Verwendung von Cookies und Browsereinstellungen, 2016
(% der Personen, die vergangenes Jahr das Internet benutzten)
Quelle: Eurostat (isoc_cisci_prv)

Bestellung oder Kauf von Waren und Dienstleistungen

Der Anteil der 16- bis 74-Jährigen in der EU-28, die Waren oder Dienstleistungen für den privaten Gebrauch über das Internet bestellten oder kauften, stieg weiter an: Im Jahr 2017 lag er bei 57 % und damit 13 Prozentpunkte über dem Niveau von 2012 (siehe Abbildung 9). Drei Viertel der Privatpersonen in Deutschland und den Niederlanden bestellten oder kauften 2017 Waren oder Dienstleistungen über das Internet. Dieser Anteil stieg auf mindestens vier Fünftel in Luxemburg und Dänemark (jeweils 80 %), Schweden (81 %) und dem Vereinigten Königreich (82 %). Dagegen lag dieser Anteil in Kroatien bei unter 30 %, und in Bulgarien und in Rumänien bei unter 20 %.

Mit Ausnahme der vier EU-Mitgliedstaaten Estland, Lettland, Rumänien und Schweden, in denen es zu einem Zeitreihenbruch kam, wurde der höchste Anstieg des Anteils von Privatpersonen, die zwischen 2012 und 2017 Waren oder Dienstleistungen im Internet bestellten oder kauften, in der Tschechischen Republik festgestellt (24 Prozentpunkte), gefolgt von Spanien (20 Prozentpunkte). Keineswegs überraschend ist es, dass die geringsten Anstiege (6 bzw. 7 Prozentpunkte) unter anderem in Dänemark und Finnland festgestellt wurden, wo die Anteile der Privatpersonen, die Waren oder Dienstleistungen online bestellten oder kauften, im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten bereits relativ hoch waren; dies war auch in Norwegen der Fall. Aber auch in Irland (7 Prozentpunkte) und Kroatien (6 Prozentpunkte) stieg der Anteil der Privatpersonen, die Waren oder Dienstleistungen online bestellten oder kauften, relativ langsam an.

Abbildung 9: Anteil der Personen, die in den zwölf Monaten Waren oder Dienstleistungen für den privaten Gebrauch über das Internet bestellt haben, 2012 und 2017
(in % der 16- bis 74-Jährigen)
Quelle: Eurostat (isoc_ec_ibuy)

Von anderen Privatpersonen über das Internet bestellte Dienstleistungen

2017 belief sich der Anteil der (16- bis 74-jährigen) Privatpersonen in der EU-28, die während der letzten 12 Monate eine Website oder App zum Buchen einer Unterkunft bei einer anderen (Privat-)Person nutzten, auf 18 %. Dieser Anteil reichte von den höchsten Werten – 34 % im Vereinigten Königreich und mindestens ein Fünftel der Gesamtzahl in Luxemburg, Irland, Malta und den Niederlanden – bis zu weniger als einem Zehntel in zehn EU-Mitgliedstaaten, wobei die geringsten Werte in Kroatien (7 %), Portugal und Rumänien (jeweils 6 %), der Tschechischen Republik (5 %) und Zypern (4 %) verzeichnet wurden. Das Online-Buchen von Unterkünften bei anderen Privatpersonen war bei Personen im mittleren Alter (den 25- bis 54-Jährigen) weiter verbreitet als bei den jüngeren (den 16- bis 24 Jährigen) oder älteren (den 55- bis 74-Jährigen) Generationen. Diese Dienstleistungen wurden meist über spezifische Websites oder Apps gebucht, die als Vermittler auftreten und über die Privatpersonen Beherbergungsleistungen anbieten können, wie beispielsweise Airbnb, Lovehomeswap oder Couchsurfing.

Abbildung 10: Personen, die in den zwölf Monaten vor dem Erhebungsdatum über eine Website oder App eine Unterkunft bei einer anderen Person gebucht haben, 2017
(in % der 16- bis 74-Jährigen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_ce_i)


Eine ähnliche Analyse wird durch Abbildung 11 illustriert, aus der der Anteil jener Privatpersonen hervorgeht, die eine Website oder App zur Vereinbarung einer Transportleistung mit einer anderen Privatperson verwendet haben. Diese Art von Dienstleistung war insgesamt weniger weit verbreitet als die der Beherbungsleistungen, wurde jedoch ebenfalls häufig über spezifische Websites und Apps abgewickelt (z. B. Liftshare, UberPool oder Wundercar). Durchschnittlich nahmen 8 % der (zwischen 16- und 74-jährigen) Privatpersonen in der EU-28 diese Art von Dienstleistung in Anspruch. Unter den EU-Mitgliedstaaten war der Anteil der Privatpersonen, die 2017 eine Transportleistung über eine Website oder eine App vereinbarten, im Vereinigten Königreich am höchsten (27 %). Ansonsten wurde nur noch in Estland ein Anteil von mindestens einem Fünftel erreicht. In der Regel nutzten weniger als eine von zehn Privatpersonen eine Website oder App zur Vereinbarung von Transportdienstleistungen; dies trifft auf 22 der 27 Mitgliedstaaten zu, für die Daten vorlagen. Tendenziell buchten Angehörige der jüngeren Generation (im Alter von 16 bis 24 Jahren) häufiger als älteren Personen Transportleistungen über das Internet bei anderen Privatpersonen .

Abbildung 11: Personen, die in den vergangenen zwölf Monaten vor dem Erhebungsdatum eine Website oder App zur Vereinbarung einer Transportdienstleistung mit einer anderen Privatperson verwendet haben, 2017
(in % der 16- bis 74-Jährigen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_ce_i)

Datenquellen

Die rasanten technischen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Internet und anderen neuen IKT-Anwendungen stellen für Statistiker eine Herausforderung dar. In diesem Bereich fand eine beachtliche Entwicklung statt, in deren Verlauf die statistischen Instrumente an den neuen Datenbedarf angepasst wurden. Aufgrund des raschen Wandels werden die Statistiken in diesem Bereich jährlich neu überprüft, um dem Bedarf der Nutzer besser gerecht zu werden.

Dieses Konzept findet seinen Niederschlag in der Eurostat -Erhebung zur IKT-Nutzung in Privathaushalten und durch Privatpersonen. Diese jährliche Erhebung wird als Referenzgröße (Benchmark) für IKT-gestützte Entwicklungen herangezogen, und zwar sowohl zur Nachverfolgung von Entwicklungen bestimmter Kernvariablen im Zeitverlauf als auch zur eingehenderen Untersuchung bestimmter Aspekte zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ursprünglich bildeten Fragen wie Zugang und Verbindungsart den Schwerpunkt der Erhebung, die jedoch nach und nach auf eine Vielzahl weiterer Themenbereiche (unter anderem E-Government und E-Commerce) sowie auf sozioökonomische Analysen wie regionale Vielfalt, geschlechtsspezifische Merkmale, Unterschiede in Bezug auf Alter, Bildungsniveau und Beschäftigungssituation der Befragten ausgeweitet wurde. Die Erhebung wurde im Hinblick auf verschiedenen Technologien so angepasst, dass neue Produktgruppen und Möglichkeiten zur Bereitstellung von Kommunikationstechnologien für die Endnutzer erfasst werden (u. a. wurden neue Fragen über die Online-Peer-to-Peer-Unterbringung oder Transportdienstleistungen im Jahr 2017 aufgenommen).

Der Bezugszeitraum für die Erhebung über die IKT-Nutzung in Haushalten und durch Privatpersonen ist in den meisten Fällen das erste Quartal eines jeden Jahres; in den meisten Ländern wird die Erhebung im zweiten Quartal eines jeden Jahres durchgeführt. Es sei darauf hingewiesen, dass die 2016 durchgeführte Erhebung (allerdings nicht mehr 2017) auch ein Modul zum Schutz der Privatsphäre und der personenbezogenen Identität umfasste.

Erfassungsbereich und Definitionen

In der haushaltsbezogenen IKT-Erhebung werden private Haushalte mit mindestens einem Mitglied in der Altersgruppe zwischen 16 und 74 Jahren berücksichtigt. Die Angaben zum Internetzugang privater Haushalte beziehen sich auf den Prozentanteil der privaten Haushalte mit Internetanschluss, über den alle Haushaltsmitglieder das Internet bei Bedarf von zu Hause aus nutzen können, selbst wenn dies nur zum Versenden von E-Mails geschieht.

Internetnutzer sind definiert als 16- bis 74-jährige Privatpersonen, die das Internet in den drei Monaten vor der Erhebung genutzt haben. Regelmäßige Internetnutzer sind Privatpersonen, die das Internet in den drei Monaten vor der Erhebung im Durchschnitt mindestens einmal wöchentlich genutzt haben.

Bei den gebräuchlichsten drahtgebundenen Technologien für den Internetzugang wird zwischen Breitband- und Einwahlanschluss (über eine normale oder eine ISDN-Telefonleitung) unterschieden. Unter die Breitbandanschlüsse fallen digitale Teilnehmeranschlüsse (Digital Subscriber Lines – DSL); hierfür werden Technologien genutzt, mit denen Daten mit hoher Geschwindigkeit übertragen werden. Breitbandanschlüsse weisen eine höhere Kapazität als ISDN (mindestens 144 kbits/s) auf. Für den Internetzugang zu Hause werden für gewöhnlich Arbeitsplatzrechner und tragbare Computer verwendet. In jüngster Zeit kam es jedoch zu einem Anstieg anderer internetfähiger Technologien.

Die mobile Internetnutzung ist definiert als die Nutzung des Internets an anderen Orten als zu Hause oder am Arbeitsplatz auf tragbaren Computern oder Handheld-Geräten über Mobilfunknetze oder drahtlose Netzwerke.

Die Bestellung von Waren und Dienstleistungen durch Privatpersonen bezieht sich auf die letzten zwölf Monate vor der Erhebung und umfasst die bestätigte Reservierung von Unterkünften oder Reisen, den Erwerb von Finanzanlagen, Telekommunikationsdienstleistungen, Videospiele oder Software sowie unmittelbar kostenpflichtige Informationsdienste über das Internet. Waren und Dienstleistungen, die kostenfrei über das Internet bezogen werden, sind von dieser Definition ausgenommen. Bestellungen in Form manuell geschriebener E-Mails, SMS oder MMS sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

Kontext

Im Mai 2015 nahm die Europäische Kommission eine Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa (COM(2015) 192 final) an, die zu ihren wichtigsten zehn politischen Prioritäten zählt. Die Strategie umfasst 16 Initiativen in drei breiten Säulen: Förderung eines besseren Online-Zugangs zu Waren und Dienstleistungen in ganz Europa; Gestaltung optimaler Rahmenbedingungen für die Entwicklung digitaler Netze und Dienste und Schaffung der Voraussetzungen dafür, dass die europäische Wirtschaft und die Unternehmen das Potenzial der digitalen Wirtschaft als Wachstumsmotor ausschöpfen können. Im Arbeitsprogramm der Kommission für 2017 mit dem Titel Für ein Europa, das schützt, stärkt und verteidigt (COM(2016) 710), schlägt die Kommission vor, bei bereits vorliegenden Initiativen rasche Fortschritte zu erzielen und die Fortschritte auf dem Weg zur Vollendung des digitalen Binnenmarktes zu überprüfen.

Den Breitbandtechnologien kommt bei der Messung des Zugangs zum Internet und seiner Nutzung zentrale Bedeutung zu, da sie die Möglichkeit bieten, große Datenmengen schnell zu übermitteln, ohne dass dabei der Telefonanschluss besetzt ist. Der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsbreitbandzugangs ist einer der Schlüsselindikatoren im Bereich der IKT-Politik. Dabei ist der digitale Teilnehmeranschluss (DSL) nach wie vor die wichtigste Form der Breitbandtechnologie, wenngleich sich auch Alternativen wie Kabel, Satelliten, optische Übertragung über Lichtleiter sowie drahtlose Teilnehmeranschlusssysteme zunehmend etablieren.

Die Europäische Kommission arbeitet an einer Reihe von Initiativen zur Förderung der IKT-Kompetenzen der Arbeitskräfte als Teil der weitergehenden Kompetenzen-Agenda, mit der versucht wird, die Kompetenzen zu verbessern, die Nachfrage zu antizipieren und das Qualifikationsangebot und die Qualifikationsnachfrage in Einklang zu bringen. Zur Verbesserung des Angebots an IKT-Fachleuten brachte die Kommission eine Große Koalition für digitale Arbeitsplätze (auf Englisch) auf den Weg. Es handelt sich hierbei um eine EU-weite Partnerschaft, die versucht, mithilfe der europäischen Struktur- und Investitionsfonds die Schwierigkeiten bei der Einstellung von IKT-Fachleuten zu überwinden.

Am 10. Juni 2016 nahm die Kommission eine neue Kompetenzagenda für Europa an, mit der eine Reihe von Maßnahmen gefördert werden soll, damit die Menschen in der EU tatsächlich die richtige Ausbildung, die richtigen Kompetenzen und die richtige Unterstützung erhalten und jene Kompetenzen erwerben, die in einer modernen Arbeitsumgebung benötigt werden; darunter fällt auch die Förderung digitaler Kompetenzen.

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IKT-Nutzung in privaten Haushalten und durch Privatpersonen (t_isoc_i)


IKT-Nutzung in privaten Haushalten und durch Privatpersonen (isoc_i)
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