Statistiken zur digitalen Wirtschaft und Gesellschaft – Unternehmen

Revision as of 11:17, 25 April 2018 by Piirtju (talk | contribs)
Datenauszug vom März 2017. Neueste Daten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbank. Die deutsche Sprachversion dieses Artikels wird im Mai 2018 archiviert.
Abbildung 1: Unternehmen mit Internetzugang, die einen festen Breitbandanschluss nutzen, und Unternehmen mit einer Website, EU-28, 2011-2016
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_it_en2) und (isoc_ciweb)
Abbildung 2: Unternehmen, die soziale Medien nutzen, nach Art der sozialen Medien, EU-28, 2013 und 2016
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_cismt)
Abbildung 3: Unternehmen, die soziale Netzwerke nutzen, 2013 und 2016
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_cismt)
Abbildung 4: Unternehmen mit einer Website und Unternehmen, die für Werbung im Internet zahlen, 2016
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_cismt) und (isoc_ciweb)
Abbildung 5: Unternehmen, die Cloud-Computing-Dienste nutzen, 2014 und 2016
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_cicce_use)
Abbildung 6: Unternehmen, die Cloud-Computing-Dienste nutzen, nach Nutzungszweck, EU-28, 2014 und 2016
(in % der Unternehmen, die Cloud-Computing-Dienste nutzen)
Quelle: Eurostat (isoc_cicce_use)
Abbildung 7: Unternehmen, die IKT-Fachleute eingestellt haben/versucht haben einzustellen und die Schwierigkeiten/keine Schwierigkeiten hatten, freie Stellen zu besetzen, 2015
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_ske_itrcrn2)
Abbildung 8: Unternehmen, die IKT-Aufgaben von externen Anbietern oder von eigenen Beschäftigten ausführen lassen, EU-28, 2015
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_ske_fct)
Abbildung 9: Unternehmen, die elektronische Verkäufe tätigen und Umsätze mit elektronischen Verkäufen erzielen, EU-28, 2008-2015
(in % der Unternehmen, in % des Umsatzes)
Quelle: Eurostat (isoc_ci_eu_en2)
Abbildung 10: Unternehmen, die elektronische Verkäufe tätigen, 2015
(in % der Unternehmen)
Quelle: Eurostat (isoc_ec_eseln2)
Abbildung 11: Durch elektronische Verkäufe erzielte Umsätze nach Art der Bestellung, 2015
(in % des Gesamtumsatzes)
Quelle: Eurostat (isoc_ec_evaln2)

In diesem Artikel werden aktuelle statistische Daten zu verschiedenen Aspekten der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft in der Europäischen Union (EU) vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) durch Unternehmen.

Die Entwicklung der digitalen Wirtschaft gilt als wesentliche Voraussetzung für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Die IKT sind rasch zu einem Bestandteil der Unternehmenabläufe geworden. Ihre umfassende Anwendung hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Unternehmensführung, da sie verschiedene Bereiche wie die Organisation der unternehmensinternen Kommunikation, den Informationsaustausch mit Geschäftspartnern oder die Kommunikation mit den Kunden betrifft.

In diesem Artikel werden aktuelle statistische Ergebnisse zur Nutzung des Internets durch Unternehmen vorgestellt. Dabei geht es um feste Breitbandverbindungen, die Geschwindigkeit von Verbindungen, die Nutzung sozialer Medien und die Internetpräsenz (durch eine Website, eine Homepage oder Werbung), gefolgt von Daten zur Nutzung von Cloud Computing (Cloud-Infrastruktur oder Software-Anwendungen). Durch die verbreitete Nutzung der IKT am Arbeitsplatz ist der Bedarf an Mitarbeitern mit entsprechenden Fachkenntnissen gestiegen. Deshalb enthält der Artikel auch Angaben zur Einstellung von IKT-Spezialisten und insbesondere zu den Schwierigkeiten, die manche Unternehmen haben, solche Fachkäfte zu finden. Untersucht wird außerdem, inwieweit eigene Mitarbeiter oder externe Anbieter für verschiedene IKT-Aufgaben eingesetzt werden. Der Artikel schließt mit Angaben zum elektronischen Geschäftsverkehr (E-Commerce), der in vielen Branchen weiter zunimmt.

Wichtigste statistische Ergebnisse

Internetpräsenz von Unternehmen

Unternehmen mit Internetzugang

2016 nutzte in der EU-28 die große Mehrheit (92 %) der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten einen Breitbandanschluss für den Internetzugang (siehe Abbildung 1). Dass dieser Anteil in den vergangenen drei Jahren nahezu unverändert zwischen 92 % und 93 % betrug, macht deutlich, dass hier eine gewisse Sättigung erreicht ist. Da fast alle Unternehmen Internetzugang haben, befassen sich die Entscheidungsträger in letzter Zeit mehr mit der Einrichtung mobiler Internetverbindungen (Unternehmen statten ihr Personal zunehmend mit tragbaren Rechnern, Smartphones und anderen mobilen Geräten aus) und mit der Geschwindigkeit fester Breitbandverbindungen.

Relativ bescheidener Zuwachs der schnellen Internetverbindungen

2016 verfügte etwa ein Viertel (28 %) der Unternehmen in der EU-28 über eine Internetverbindung mit einer Geschwindigkeit zwischen ≥ 2 Mbps und < 10 Mbps; bei einem nur geringfügig kleineren Anteil (26 %) der Unternehmen betrug die Geschwindigkeit zwischen ≥ 10 Mbps und < 30 Mbps, und bei knapp einem Fünftel (19 %) zwischen ≥ 30 Mbps und < 100 Mbps. Aus Abbildung 1 geht hervor, dass der Anteil der Unternehmen mit langsameren Internetverbindungen zwischen 2011 und 2016 zurückgegangen ist, während der Anteil der Unternehmen mit schnelleren Verbindungen einen relativ bescheidenen Zuwachs von 2 oder 3 Prozentpunkten pro Jahr zu verzeichnen hatte.

Durch den Einsatz von IKT kann es zu erheblichen Veränderungen in der Unternehmensführung kommen. IKT-basierte Lösungen in Geschäftsabläufen werden auch als E-Business bezeichnet. Abbildung 1 enthält Angaben zu einer der einfachsten Formen von E-Business, der unternehmenseigenen Website oder Homepage. 2016 hielten es mehr als drei Viertel (77 %) der Unternehmen in der EU-28 für wichtig, im Internet präsent zu sein; sie verfügten daher über eine Website oder eine Homepage. Damit ist der Anteil seit 2011, als 69 % der Unternehmen eine Website oder eine Homepage hatten, um 8 Prozentpunkte gestiegen. Auch wenn sich die Zuwachsrate in den in Abbildung 1 dargestellten Jahren um 1 bis 2 Prozentpunkte verlangsamt hat, messen manche Unternehmen ihrer Internetpräsenz zunehmende Bedeutung bei, was die Entwicklung immer komplexerer Online-Funktionalitäten wie Online-Verkauf, Auftragsverfolgung, Customizing und/oder Links zu sozialen Medien deutlich macht.

Unternehmen, die soziale Medien nutzen

Im vergangenen Jahrzehnt hat eine Verlagerung von statischen Websites zu Web-Anwendungen stattgefunden, die auf Nutzerdaten zurückgreifen. Die Unternehmen haben nicht nur schrittweise diese neue Generation dynamischer Web-Anwendungen, sondern auch andere Abläufe eingeführt. Unternehmen, die bereits über eine Website verfügen, streben einen Ausbau ihrer Internetpräsenz an, indem sie diese Möglichkeiten nutzen; sie integrieren beispielsweise soziale Medien in ihre Geschäftsabläufe und nutzen diese Instrumente, um die interne Kommunikation zu organisieren und in Interaktion mit ihren Kundinnen und Kunden zu treten.

2016 nutzten etwa 45 % der Unternehmen in der EU-28 soziale Medien. Dieser Anteil nahm relativ rasch zu; zwischen 2013 und 2016 ist er um 15 Prozentpunkte gestiegen. Mit sozialen Medien sind internetbasierte Anwendungen wie soziale Netzwerke, Blogs, Websites zur gemeinsamen Nutzung multimedialer Inhalte oder Wikis gemeint. Die meisten Unternehmen, die soziale Medien nutzen, setzen sie zur Imagepflege und/oder zur Vermarktung von Produkten ein, um einen möglichst großen Personenkreis zu erreichen.

Corporate Blogs oder Unternehmensblogs sind Websites, die regelmäßig, manchmal mehrmals am Tag, durch Text-, Bild-, Audio- oder Videobeiträge aktualisiert werden. Blogs können unternehmensintern oder für die Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern oder anderen externen Stellen genutzt werden. Ein Wiki ist eine Website, die es verschiedenen Nutzern ermöglicht, verlinkte Websites über einen Internetbrowser gemeinsam einzurichten und zu bearbeiten. Wiki-basierte Kommunikationsplattformen können einem globalen Publikum offenstehen oder nur für ein bestimmtes Netzwerk oder eine Gemeinschaft von Partnern zugänglich sein.

Die von Unternehmen am häufigsten genutzten sozialen Medien sind soziale Netzwerke

Abbildung 2 zeigt die vier am häufigsten genutzten Kategorien sozialer Medien. 2016 nutzten mehr als zwei Fünftel (42 %) der Unternehmen in der EU-28 soziale Netzwerke, während etwa 15 % der Unternehmen auf Websites zur gemeinsamen Nutzung multimedialer Inhalte zurückgriffen und ein fast ebenso hoher Anteil (14 %) Blogs und Mikroblogs nutzte. Der Anteil der Unternehmen, die wiki-basierte Instrumente zum Wissensaustausch nutzten, war mit 5 % weitaus geringer. Dagegen ist die Nutzung sozialer Netzwerke zwischen 2013 und 2016 schneller gestiegen als die Nutzung aller anderen sozialen Medien, nämlich um 14 Prozentpunkte. Bei den Websites zur gemeinsamen Nutzung multimedialer Inhalte und bei Blogs und Mikroblogs fiel der Zuwachs schwächer aus (um jeweils 4 Prozentpunkte).

In neun EU-Mitgliedstaaten nutzte 2016 mehr als die Hälfte aller Unternehmen soziale Netzwerke; in Malta war dieser Anteil mit 70 % am höchsten. Insgesamt ist die Nutzung sozialer Netzwerke zwischen 2013 und 2016 schneller vorangeschritten ist als die Nutzung aller anderen sozialen Medien. Dabei gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten (siehe Abbildung 3). In etwas mehr als der Hälfte (15) der Mitgliedstaaten vollzog sich der Anstieg der Nutzung sozialer Netzwerke in den Unternehmen mindestens so schnell wie im EU-28-Durchschnitt (um 14 Prozentpunkte). Unter diesen 15 waren auch die 9 Mitgliedstaaten, in denen mehr als die Hälfte der Unternehmen soziale Netzwerke nutzte. Den schnellsten Anstieg der Nutzung sozialer Netzwerke durch die Unternehmen im Zeitraum von 2013 bis 2016 verzeichneten Zypern und Dänemark (beide um 26 Prozentpunkte), gefolgt von Finnland (23 Prozentpunkte). Dagegen ist dieser Anteil in Bulgarien zwischen 2013 und 2016 um gerade einmal 1 Prozentpunkt auf 31 % gestiegen. In fünf Mitgliedstaaten war der Anteil noch niedriger (30 % oder weniger im Jahr 2016): in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Rumänien, Lettland und Polen.

Nutzung von Online-Werbung durch Unternehmen

Das Internet ist zu einer wichtigen Komponente der weltweiten Kommunikation zwischen Anbietern, Inserenten und Kunden geworden. Für viele Kunden sind Websites mittlerweile die wichtigste Informationsquelle und häufig auch der Ort, an dem sie Waren oder Dienstleistungen einkaufen. Deshalb haben viele Unternehmen ihre Internetpräsenz verstärkt und ihre Anzeigenpraxis dahingehend angepasst, dass alte und potenzielle Kunden Nachrichten und Werbung mit Inhalten erhalten, die jeweils auf sie zugeschnitten sind.

Wie bereits festgestellt wurde, hatten 2016 mehr als drei Viertel (77 %) der Unternehmen in der EU-28 eine Website, und ein Viertel (25 %) der Unternehmen zahlte für Online-Werbung. Generell ist festzustellen, dass in den Mitgliedstaaten, in denen der Anteil der Unternehmen mit eigener Website hoch war, auch ein hoher Anteil der Unternehmen für Online-Werbung zahlte, und dass im umgekehrten Fall das Gleiche galt (siehe Abbildung 4). Nur in Malta war der Anteil der Unternehmen, die für Online-Werbung zahlten, im Gegensatz zum Anteil der Unternehmen mit eigener Website besonders hoch (46 %). Dagegen nutzte in Portugal, Slowenien, Italien und Frankreich nur ein relativ geringer Anteil der Unternehmen bezahlte Online-Werbung.

Nutzung von Cloud Computing

Im Prinzip umfasst Cloud Computing zwei Komponenten, eine Cloud-Infrastruktur und Software-Anwendungen. Die erste besteht aus der für die angebotenen Cloud-Dienste benötigten Hardware, also Server, Speicher und Netzteilen. Bei der zweiten handelt es sich um Software-Anwendungen und Rechenleistung für die Geschäftsanwendungen, die externe Anbieter über das Internet bereitstellen.

Unter Cloud Computing ist die technologische Erweiterung der serverbasierten Rechnertätigkeit zu verstehen. Die Cloud (Internet) funktioniert als enormer Netzwerk-Server, dessen Dienste Unternehmen (und andere Nutzer) mit relativ kostengünstigen Geräten wie Desktop-Computern oder mobilen Geräten über das Internet in Anspruch nehmen können. Der wesentliche Vorteil für die Nutzer sind die geringeren Kosten für die Entwicklung und die Pflege ihrer eigenen IT-Infrastruktur und Software-Anwendungen. Für die Zwecke der Erhebung über die Nutzung von IKT und E-Commerce in Unternehmen, mit der die in Abbildung 5 und 6 dargestellten Daten erfasst wurden, sollen Cloud-Computing-Dienste diese vier Merkmale aufweisen:

  • Bereitstellung von Servern der Diensteanbieter;
  • Selbstbedienung nach Bedarf (der Nutzer kann Rechnerleistungen ohne persönliche Interaktion mit dem Serviceanbieter anfordern);
  • Elastizität des Angebots (die Dienste lassen sich ohne Weiteres bedarfsgerecht erweitern und reduzieren); und
  • bezahlbare Dienste.

Von großen Unternehmen wird Cloud Computing immer häufiger genutzt

2016 hatte fast die Hälfte aller Unternehmen in der EU-28 einen Internetzugang, doch nur wenig mehr als ein Fünftel (21 %) nutzte auch Cloud Computing. Vor allem große Unternehmen (mit 250 oder mehr Beschäftigten) nahmen Cloud-Computing-Dienste in Anspruch: 2016 waren es 45 % gegenüber 29 % der mittleren Unternehmen (mit 50 bis 249 Beschäftigten) und 19 % der kleinen Unternehmen (mit 10 bis 49 Beschäftigten).

Der Anteil der Unternehmen in der EU-28, die Cloud-Computing-Dienste nutzen, ist im Zeitraum 2014 bis 2016 von 19 % nur leicht um 2 Prozentpunkte gestiegen. Hierin spiegelte sich insbesondere der ebenso geringe Anstieg (2 Prozentpunkte) der großen Zahl kleiner Unternehmen wider. Dagegen erhöhte sich der Anteil der mittleren Unternehmen, die Cloud-Computing-Dienste nutzten, im gleichen Zeitraum um 5 Prozentpunkte und der Anteil der großen Unternehmen um 10 Prozentpunkte.

Zwischen den EU-Mitgliedstaaten bestanden erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Nutzung von Cloud Computing. In den nordischen Mitgliedstaaten griffen mehr als zwei Fünftel der Unternehmen auf Cloud Computing zurück, in Finnland sogar fast drei Fünftel (57 %). Weniger als 10 % der Unternehmen waren es dagegen in Griechenland, Lettland, Polen, Bulgarien und Rumänien. Vergleicht man die Nutzung von Cloud Computing 2016 mit den Zahlen von 2014, so verzeichneten Malta und das Vereinigte Königreich den größten Anstieg um jeweils 11 Prozentpunkte.

E-Mail-Dienste und Datenspeicherung waren die meistgenutzten Cloud-Computing-Dienste

Die beiden meistgenutzten Cloud-Computing-Dienste in der EU-28 waren E-Mail-Dienste und Datenspeicherung in elektronischer Form. Sie wurden von mehr als drei Fünftel der Cloud Computing nutzenden Unternehmen in Anspruch genommen (siehe Abbildung 6). Gut zwei Fünftel der Unternehmen, die Cloud-Computing-Dienste nutzten, lagerten ihre eigenen Datenbanken in die Cloud aus (44 %) oder nutzten Bürosoftware (41 %). Nur etwa ein Drittel (32 %) griffen auf Finanz- und Buchhaltungssoftware-Anwendungen zu. Auch für erweiterte Dienste wurde Cloud Computing in Anspruch genommen: Mehr als ein Viertel (27 %) der zu den Cloudnutzern zählenden den Unternehmen setzten eine Software zur Verwaltung der Beziehungen zu ihren Kunden ein. Gut ein Fünftel (21 %) dieser Gruppe von Unternehmen nahmen die Rechnerleistung für die Anwendung ihrer eigenen Software in Anspruch.

2016 wurden die verschiedenen Cloud-Computing-Dienste in der EU-28 (dargestellt in Abbildung 6) stärker genutzt als 2014; nur der Anteil der E-Mail-Dienste ist relativ stabil geblieben. Den stärksten Anstieg zwischen 2014 und 2016 verzeichnete die Nutzung der Cloud zur Datenspeicherung mit 9 Prozentpunkten. Relativ gesehen hat sich der schnellste Zuwachs bei der Nutzung von Software zur Verwaltung der Kundenkontakte vollzogen; der Anteil der Cloud Computing nutzenden Unternehmen, die diesen Dienst in Anspruch nahmen, ist um mehr als ein Viertel gestiegen.

Fachleute für Informations- und Kommunikationstechnologie

Einstellung von IKT-Fachleuten

Immer häufiger findet man (vor allem in relativ großen Unternehmen) spezielle IT-Teams oder IT-Abteilungen. Fachleute für die Entwicklung, Anpassung, Pflege und Unterstützung von IT-Systemen werden beispielsweise für Web-Lösungen für die Website eines Unternehmens und E-Commerce, für Enterprise-Ressource-Planning-Systeme, Lieferkettenmanagement, Kundenbeziehungsmanagement (CRM) oder die Nutzung von Cloud-Computing-Diensten benötigt. Für die Daten in Abbildung 7 und 8 sind IKT-Fachleute definiert als Personen, die sich beruflich mit IKT befassen und über umfassende Kompetenzen im Bereich der Unternehmens-IT verfügen.

Im Jahr 2016 beschäftigte ein Fünftel (20 %) der Unternehmen in der EU-28 IKT-Fachleute. Dieser Anteil blieb zwischen 2012 und 2016 mehr oder weniger unverändert. 2015 [1] haben etwa 9 % der Unternehmen in der EU-28 Mitarbeiter mit IKT-Kompetenzen eingestellt oder dies versucht. 5 % der Unternehmen gaben an, dass es schwierig sei, für freie Stellen Mitarbeiter mit IKT-Kompetenzen zu finden. Stark verzerrt werden diese Zahlen durch die große Zahl kleiner Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten. Mehr als zwei Fünftel (41 %) der großen Unternehmen haben 2015 Mitarbeiter mit IKT-Kompetenzen eingestellt oder dies versucht, wobei 20 % der großen Unternehmen Schwierigkeiten hatten, freie Stellen, für die IKT-Kompetenzen verlangt wurden, zu besetzen. Bei mittleren Unternehmen betrugen die entsprechenden Anteile 16 % bzw. 6 % und bei kleinen Unternehmen 6 % bzw. 2 %.

Vor allem in der Tschechischen Republik und in Slowenien hatten Unternehmen Schwierigkeiten, freie Stellen mit IKT-Fachleuten zu besetzen

Der Anteil der Unternehmen, die IKT-Fachleute einstellen, spiegelt die zwischen den Ländern bestehenden Unterschiede u. a. in der Größe und Struktur der Unternehmen, in den Branchen und im Umfang der Auslagerung von Geschäftsfunktionen wider. Bezogen auf den EU-28-Durchschnitt von 9 % der Unternehmen 2015 fand sich der höchste Anteil von Unternehmen, die IKT-Fachleute einstellten oder dies versucht, in Malta (15 %), Spanien, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich (alle 13 %).

Bei den Unternehmen, die im Jahr 2016 IKT-Fachleute einstellten oder dies versucht haben, war das Verhältnis zwischen denen, die Schwierigkeiten hatten, freie Stellen zu besetzen, und denen, die dabei keine Schwierigkeiten hatten, in Spanien, Rumänien und Griechenland am ähnlichsten. In diesen EU-Mitgliedstaaten sowie im Vereinigten Königreich, in Zypern, Portugal, Italien und Polen war die Zahl der Unternehmen, die IKT-Fachleute einstellen wollten und keine Schwierigkeiten hatten, freie Stellen zu besetzen, mindestens doppelt so hoch wie die der Unternehmen, deren Stellen kaum zu besetzen waren. In Slowenien und der Tschechischen Republik verhielt es sich umgekehrt: Dort war die Zahl der Unternehmen mit kaum zu besetzenden Stellen doppelt so hoch wie die der Unternehmen, die keine Schwierigkeiten damit hatten.

Ausführung von IKT-Aufgaben in Unternehmen

Eine Alternative zur Einstellung von IKT-Fachleuten ist die Auslagerung von IKT-Leistungen. Abbildung 8 zeigt, in welchem Umfang Unternehmen in der EU-28 im Jahr 2015 IKT-Aufgaben vorwiegend selbst (durch ihre eigenen Mitarbeiter) ausgeführt haben oder auf externe Anbieter zurückgegriffen haben [2]: Dargestellt ist die Situation in allen Unternehmen sowie in großen Unternehmen für sieben Aufgaben/Tätigkeiten, die in der Erhebung erfasst wurden.

Große Unternehmen lagern weniger IKT-Tätigkeiten aus

Die Hälfte (50 %) aller Unternehmen in der EU-28 hat IKT-Tätigkeiten überwiegend an externe Anbieter ausgelagert, während in knapp einem Fünftel (19 %) der Unternehmen vorwiegend eigene Mitarbeiter IKT-Tätigkeiten ausgeführt haben. Die übrigen Unternehmen waren nicht eindeutig zuzuordnen, weil eine, mehrere oder alle Tätigkeiten nicht relevant waren. Bei großen Unternehmen in der EU-28 war die Situation umgekehrt, dort war der Anteil der Unternehmen, in denen eigene Mitarbeiter eingesetzt wurden, mehr als doppelt so hoch (44 %) wie der Durchschnittswert für alle Unternehmen (19 %) und der Anteil derer, die externe Anbieter beauftragten, sehr viel geringer (28 %).

Sieht man sich die Daten daraufhin an, welche der verschiedenen Tätigkeiten, für die IKT-Kompetenzen verlangt wurden, 2015 von den Unternehmen in der EU-28 ausgelagert wurden, so stand an erster Stelle die Wartung der IKT-Infrastruktur (57 %), dicht gefolgt von Aufgaben im Zusammenhang mit Sicherheit und Datenschutz (53 %), der Entwicklung von Web-Lösungen (50 %) und die Unterstützung für Web-Lösungen (49%). Nur bei einer der untersuchten Aufgaben, der Unterstützung für Bürosoftware (wie Word-Prozessoren oder Spreadsheets), war der Anteil der Unternehmen, die vor allem eigene Mitarbeiter einsetzten (45 %), höher als der Anteil der Unternehmen, die vorwiegend externe Anbieter damit beauftragten (39 %). Bei den großen Unternehmen sah es jedoch ganz anders aus. Vier der sieben IKT-Aufgaben wurden eher von eigenen Mitarbeitern ausgeführt. Bei den anderen drei Aufgaben, der Entwicklung von Web-Lösungen, der Unterstützung für Web-Lösungen und der Entwicklung von Büroverwaltungssoftware/-systemen, war der Anteil der Unternehmen, die vor allem externe Anbieter beauftrauften, höher. Dabei war der Abstand zu den Unternehmen, die vor allem externe Anbieter heranzogen, bei großen Unternehmen erheblich geringer als bei allen anderen Unternehmen.

Unternehmen, die E-Commerce nutzen

Für die Zwecke der hier vorgestellten Analyse soll E-Commerce sich auf den Waren- oder Dienstleistungsverkehr über Computernetze wie das Internet beziehen. Unter elektronischen Verkäufen ist der Eingang von Bestellungen durch speziell für den Bestellungseingang konzipierte Verfahren, entweder durch elektronischen Datenaustausch (EDI) oder über Websites oder Apps zu verstehen. Nicht erfasst sind hingegen Bestellungen, die in Form handgetippter E-Mails eingehen.

Abbildung 9 zeigt, dass elektronisch abgewickelte Verkäufe 16 % des gesamten von Unternehmen in der EU-28 erzielten Umsatzes im Jahr 2015 ausmachten [3], etwas weniger als der Rekordanteil von 17 % im Jahr 2014. Insgesamt stieg der Anteil der elektronischen Verkäufe am Gesamtumsatz zwischen 2008 und 2015 um 4 Prozentpunkte, nachdem er zu Beginn des Berichtszeitraums 12 % betragen hatte.

2015 betrug der Anteil der Unternehmen in der EU-28, die elektronische Verkäufe tätigten, 20 %

2015 tätigte ein Fünftel (20 %) der Unternehmen in der EU-28 elektronische Verkäufe, 7 Prozentpunkte mehr als 2008. Wie bei vielen anderen IKT-Indikatoren zu Unternehmen ist die Häufigkeit von Online-Verkäufen durch die Unternehmensgröße verzerrt: 2015 tätigten 42 % der großen Unternehmen elektronische Verkäufe, aber nur 28 % der mittleren Unternehmen und 18 % der kleinen Unternehmen, d. h. weniger als die Hälfte des Anteils großer Unternehmen.

2015 betrug der Anteil der Unternehmen, die elektronische Verkäufe tätigten, in Lettland, Bulgarien und Rumänien 10 % oder weniger, während es in den Niederlanden, Belgien, der Tschechischen Republik, Schweden, Deutschland und Dänemark mindestens 25 % und in Irland sogar 30 % waren.

Ein hoher Anteil der Unternehmen, die elektronische Verkäufe tätigten, nutzte dafür eine Website oder App, doch der Anteil des durch EDI-Verkäufe erzielten Umsatzes war höher als der über eine Website erzielte Umsatz

Bei Bestellungen im Rahmen von E-Commerce ist zu unterscheiden zwischen Unternehmen, die elektronische Verkäufe über eine Website oder App (Website-Verkäufe), und denen, die elektronische Verkäufe über EDI abwickeln. Obwohl 2015 ein weit höherer Anteil der Unternehmen Websites (16 %) als EDI (7 %) für den elektronischen Verkauf nutzte, war der Anteil der Website-Umsätze am Gesamtumsatz der Unternehmen in der EU-28 im Jahr 2015 mit 5 % gegenüber 11 % für EDI-Verkäufe relativ gering (siehe Abbildung 11).

Relativ gesehen war die Differenz zwischen dem durch EDI-Verkäufe und dem durch Website-Verkäufe erzielen Umsatz in Slowenien am größten; dort war 2015 der Umsatz mit EDI-Verkäufen 6,5-mal so hoch wie der Umsatz mit Website-Verkäufen. In Österreich, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Finnland (Daten von 2014), Italien und Bulgarien hatten EDI-Verkäufe einen dreimal so hohen Anteil am Gesamtumsatz wie Verkäufe über eine Website. In den baltischen Mitgliedstaaten und in Griechenland war der Anteil der Website-Umsätze am Gesamtumsatz hingegen höher als der Anteil der EDI-Umsätze.

Datenquellen und Datenverfügbarkeit

Die rasanten technologischen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Internet und anderen neuen IKT-Anwendungen sind eine Herausforderung für Statistiker. In diesem Bereich findet eine beachtliche Entwicklung statt, in deren Verlauf die statistischen Instrumente an den neuen Datenbedarf angepasst werden. Wegen des raschen technologischen Wandels werden die Statistiken in diesem Bereich jährlich überprüft, um dem Bedarf der Nutzer besser gerecht zu werden.

Die in diesem Artikel dargestellten Informationen basieren auf den Ergebnissen einer Gemeinschaftserhebung über IKT-Nutzung und E-Commerce in Unternehmen. Die statistischen Daten stammen aus Unternehmenserhebungen der nationalen Statistikämter. Die Ergebnisse der jährlichen Erhebung werden für den Vergleich der von der IKT angestoßenen Entwicklungen herangezogen. Dazu wird die Entwicklung von Kernvariablen im Zeitverlauf verfolgt, während andere Aspekte zu einem bestimmten Zeitpunkt eingehender betrachtet werden.

Ursprünglich konzentrierte sich die Erhebung über die IKT-Nutzung in Unternehmen auf E-Commerce, Internetzugang und Konnektivität, doch nach und nach wurde ihr Erfassungsbereich auf eine ganze Reihe weiterer Themen (u. a. Cloud Computing, soziale Medien, mobile Internetverbindungen, IKT-Fachleute und Auslagerung von IKT-Aufgaben) ausgeweitet.

Erfassungsbereich

Die statistische Beobachtungseinheit ist das Unternehmen gemäß der Definition in der Verordnung (EWG) Nr. 696/93. In der jährlichen Erhebung über die IKT-Nutzung in Unternehmen werden Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten erfasst.

Die Erhebung beschränkt sich auf die Unternehmen, deren Hauptaktivität folgenden Wirtschaftszweigen zuzuordnen ist: NACE Rev. 2 Abschnitte C bis N ohne Abschnitt K und Abteilung 75, aber mit Gruppe 95.1: Verarbeitendes Gewerbe; Energieversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung; Baugewerbe; Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen; Verkehr und Lagerei; Gastgewerbe; Information und Kommunikation; Grundstücks- und Wohnungswesen; Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (ohne Veterinärwesen); Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen; Reparatur von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten.

Die erfassten Daten können nach Unternehmensgröße (in Bezug auf die Zahl der Beschäftigten) analysiert werden, wobei zwischen kleinen (10 bis 49 Beschäftigte), mittleren (50 bis 249 Beschäftigte) und großen Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte) unterschieden wird.

Die Daten werden in der Online-Datenbank von Eurostat zusammengestellt siehe unten: Weitere Informationen von Eurostat, Haupttabellen und Datenbank nach dem Jahr, in dem die Erhebung durchgeführt wurde. Die meisten Daten beziehen sich auf den Stand zu Beginn des Erhebungsjahres, also zu Beginn des Jahres 2016 für die 2016 durchgeführte Erhebung. Die Daten zu IKT-Fachleuten, zu den von eigenen Mitarbeitern oder von externen Anbietern ausgeführten IKT-Aufgaben, sowie die Daten zum E-Commerce beziehen sich auf das Jahr vor der Erhebung, im Fall der Erhebung des Jahres 2016 also auf das Jahr 2015.

Kontext

Im Mai 2015 beschloss die Europäische Kommission eine Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa (COM(2015) 192 final) als eine von zehn politischen Prioritäten. Die Strategie umfasst 16 Initiativen und ruht auf drei Pfeilern: Besserer Online-Zugang für Verbraucher zu Waren und Dienstleistungen in ganz Europa; Schaffung der richtigen Bedingungen für florierende digitale Netze und Dienste; bestmögliche Ausschöpfung des Wachstumspotenzials der europäischen digitalen Wirtschaft. Im Arbeitsprogramm der Kommission 2017Für ein Europa, das schützt, stärkt und verteidigt“ (COM(2016) 710 final) regte die Europäische Kommission an, bereits vorgelegte Vorschläge rasch zu verabschieden und die Fortschritte bei der Vollendung des digitalen Binnenmarktes zu überprüfen.

Breitbandtechnologien sind für den Zugang und die Nutzung des Internets besonders wichtig, da sie die Möglichkeit bieten, große Datenmengen schnell zu übermitteln, ohne dass der Anschluss besetzt ist. Die Verbreitung schneller und superschneller Breitbandverbindungen gilt daher als Schlüsselindikator im Bereich der IKT-Politik. Dabei ist der digitale Teilnehmeranschluss (DSL) nach wie vor die wichtigste Form der Breitbandtechnologie in der EU, wobei sich auch Alternativen wie Kabel, Satelliten, Glasfaserkabel und drahtlose Teilnehmeranschlusssysteme zunehmend etablieren.

Die Europäische Kommission arbeitet an mehreren Initiativen zur Förderung der IKT-Kompetenzen der Arbeitskräfte im Rahmen einer umfassenderen Agenda für eine Kompetenzverbesserung, um sich auf die künftige Nachfrage nach Fachkräften vorzubereiten und Kompetenzen bedarfsgerecht bereitzustellen. Damit künftig mehr IKT-Fachkräften zur Verfügung stehen, hat die Europäische Kommission eine Große Koalition für digitale Arbeitsplätze (auf Englisch) ins Leben gerufen. Durch diese EU-weite Partnerschaft sollen europäische Struktur- und Investitionsfonds genutzt werden, um Hindernisse für die Einstellung von IKT-Fachkräften aus dem Weg zu räumen.

Am 10. Juni 2016 nahm die Europäische Kommission eine neue europäische Kompetenzagenda (auf Englisch) an. Damit sollen verschiedene Maßnahmen gefördert werden, um den Menschen in der EU zur richtigen Ausbildung, zu den richtigen Kompetenzen und zur richtigen Unterstützung zu verhelfen und sie so mit den Fähigkeiten auszustatten, die in der modernen Arbeitswelt benötigt werden. Dazu gehört auch die Förderung digitaler Kompetenzen.

Siehe auch

Weitere Informationen von Eurostat

Veröffentlichungen

Haupttabellen

Nutzung von IKT in Unternehmen (t_isoc_e)
Digitale Kompetenzen (t_isoc_sk)
IKT-Sektor (t_isoc_se)

Datenbank

Nutzung von IKT in Unternehmen (isoc_e)
Zusammenfassung der EU-Aggregate (isoc_ci_eu_en2)
E-Commerce (isoc_ec)
Verbindung zum Internet (isoc_ci)
Websites und Nutzung sozialer Medien (isoc-cism)
E-Business (isoc_eb)
Digitale Kompetenzen (isoc_sk)

Spezieller Bereich

Methodik / Metadaten

Quelldaten für die Tabellen und Abbildungen (MS Excel)

Weblinks

Fußnoten

  1. Die Daten zu IKT-Fachleuten beziehen sich auf das Jahr vor der Erhebung; mit der 2016 durchgeführten Erhebung wurden Daten zur Einstellung von IKT-Fachleuten im Jahr 2015 erfasst.
  2. Die Daten zur Ausführung von IKT-Aufgaben beziehen sich auf das Jahr vor der Erhebung; die 2016 durchgeführte Erhebung hat Daten zu IKT-Aufgaben erfasst, die 2015 ausgeführt wurden.
  3. Daten zum E-Commerce beziehen sich auf das Jahr vor der Erhebung; in der Erhebung 2016 wurden Daten zum E-Commerce im Jahr 2015 erfasst.