Tourismusstatistiken auf regionaler Ebene

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Datenauszug vom März 2018.

Aktualisierung des Artikels geplant: November 2019.

Im Fokus

Europa war im Jahr 2017 die weltweit meistbesuchte Region und konnte etwas mehr als die Hälfte (51 %) der 1,32 Milliarden Ankünfte auswärtiger Touristen verbuchen.

Das beliebteste Fremdenverkehrsgebiet in der EU war mit fast 103 Mio. Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben die spanische Region Canarias.

Quelle: Eurostat

Der Veröffentlichung Tourism highlights (auf Englisch) der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) zufolge zählt eine Reihe von Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) zu den führenden Reisezielen der Welt. Die von Europa gebotene Kulturvielfalt, der Abwechslungsreichtum seiner Landschaften und die Qualität seiner touristischen Infrastruktur dürften zu den vielfältigen Gründen zählen, aus denen sich Touristen für einen Urlaub in Europa entscheiden. 2016 verzeichnete Frankreich mehr Ankünfte von Touristen als jedes andere Land der Welt, während Spanien (3.), Italien (5.), das Vereinigte Königreich (6.) und Deutschland (7. Rang) ebenfalls zu den zehn populärsten Reisezielen der Welt gehörten.

Vollständiger Artikel

Zu den Hauptherausforderungen, denen der Tourismus in der EU gegenübersteht, gehören unter anderem:

  • wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit — beispielsweise Regelungs- und Verwaltungsaufwand, Mitarbeiterbindung oder das Schritthalten mit Entwicklungen in der Informationstechnologie;
  • Märkte und Wettbewerb — wachsende Nachfrage nach individuellen Erlebnisinhalten, neue Produkte, wachsender Wettbewerbsdruck durch andere Reiseziele;
  • Schutz und Sicherheit — beispielsweise Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Personenschutz oder Lebensmittelsicherheit.

Für die wirtschaftlichen Ziele vieler EU-Regionen kann der Tourismus in der Tat eine bedeutende Rolle einnehmen; dieses Potenzial kann insbesondere in abgelegenen Gebieten und in Regionen in Randlage wie z. B. den Inselregionen sowie den Küsten- und Gebirgsregionen der EU besonders stark zum Tragen kommen. Für touristische Zwecke geschaffene Infrastruktur trägt zur lokalen und regionalen Entwicklung bei und darüber hinaus können die dabei entstehenden oder erhaltenen Arbeitsplätze der rückläufigen industriellen und ländlichen Entwicklung entgegenwirken. Nachhaltiger Tourismus ist ein alternatives Gebiet, das erhebliches Wachstumspotenzial in sich birgt. Bei dieser Art des Tourismus geht es auch um den Schutz und die Verbesserung des Kultur- und Naturerbes, angefangen von der Kunst und der lokalen Gastronomie bis hin zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Merkmale wie die eben genannten führen zu einem höheren Bedarf an verlässlichen, harmonisierten Statistiken auf dem Gebiet des Tourismus; dasselbe gilt auch für den weiteren Kontext der Regionalpolitik und nachhaltigen Entwicklungspolitik. Im statistischen Kontext bezeichnet Tourismus die Aktivität von Besuchern, die eine Reise zu einem Ziel außerhalb ihrer gewohnten Umgebung unternehmen, wobei diese kürzer als ein Jahr dauert. Hier ist der Hinweis wichtig, dass diese Definition gegenüber der üblichen, alltäglichen Definition von Tourismus insofern weiter gefasst ist, als dieser Begriff nicht nur private Ferienreisen umfasst, sondern auch Besuche bei Familienmitgliedern und Freunden sowie Dienstreisen. Dies hat seine Ursache vor allem darin, dass der Tourismus aus einer wirtschaftlichen Perspektive betrachtet wird, wonach Urlaubs- und Geschäftsreisende weitgehend ähnliche Konsummuster aufweisen, beispielsweise hinsichtlich der Inanspruchnahme von Beförderungs-, Beherbergungs- und Gastronomie-/Verpflegungsleistungen.

Gegenstand des Artikels ist die Beschreibung regionaler touristischer Konzepte in der gesamten EU. Im Mittelpunkt des Artikels steht die Bereitstellung von Beherbergungsbetrieben für Touristen, die sich nach der Anzahl der Übernachtungen und den Belegungsraten der Zimmer bemisst.

Übernachtungszahlen

Die Zahl der Touristenübernachtungen/Übernachtungen gibt über die Gesamtzahl der Nächte Aufschluss, die ein Gast/Tourist tatsächlich in einem Beherbergungsbetrieb für Touristen verbringt (indem er sich dort aufhält oder dort schläft). Somit spiegelt dieser Indikator sowohl die Länge des Aufenthalts als auch die Zahl der Gäste wider und wird als Schlüsselindikator für statistische Analysen der Fremdenverkehrsbranche angesehen.

Nach ersten Schätzungen von Eurostat gab es 2017 in der EU-28 etwa 3,2 Milliarden Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen. Dieser Wert entspricht einer Zunahme um 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr (mit geschätzten 3,1 Mrd. Übernachtungen) und setzt den seit 2009 zu beobachtenden Trend stetiger jährlicher Zuwächse fort. Diesen in jüngster Zeit zu beobachtenden Zunahmen bei den Übernachtungszahlen lag ein besonders rascher Anstieg der Übernachtungen von Nicht-Inländern zugrunde.

Die Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen in der EU-28 verteilte sich gleichmäßig über ländliche Gebiete, kleinere Städte und Vorstädte sowie Städte

In Abbildung 1 wird die Zahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen nach Grad der Verstädterung analysiert. In den dargestellten Informationen werden sowohl einheimische (inländische) als auch einreisende ausländische (nicht-inländische) Touristen, die sich in allen Arten von Beherbergungsbetrieben aufhalten, erfasst. In der gesamten EU-28 war eine vergleichsweise gleichmäßige Verteilung der Übernachtungszahlen in Beherbergungsbetrieben für Touristen zu beobachten, denn der höchste Anteil wurde für ländlichen Gebiete (36,1 %) verzeichnet, gefolgt von Städten (33,8 %) sowie kleineren Städten und Vorstädten (30,0 %); hier ist zu beachten, dass sich diese Statistiken auf 2014 beziehen.

Für die meisten EU-Mitgliedstaaten liegen aktuellere Daten vor, nicht aber für das Vereinigte Königreich. Im Jahr 2016 waren in 12 der 27 Mitgliedstaaten, für die in Abbildung 1 Daten dargestellt werden, Städte die beliebtesten Ziele für Touristen. In zwei der baltischen Mitgliedstaaten — Lettland (66,1 %; Daten von 2015) und Estland (54,7 %) — entfiel mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Übernachtungen von Touristen auf Städte. Im Gegensatz dazu fand in Malta mehr als die Hälfte der insgesamt in Beherbergungsbetrieben für Touristen verzeichneten Übernachtungen in kleineren Städten und Vorstädten statt (50,2 %), während über 50 % der Übernachtungen in Dänemark (53,8 %), Griechenland (64,5 %), Kroatien (65,6 %) und Österreich (66,8 %) auf ländliche Gebiete entfiel; in Dänemark, Griechenland und Kroatien handelte es sich dabei überwiegend um Küstenregionen, während es in Österreich Alpenregionen waren.
Abbildung 1: Verteilung der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen, nach Grad der Verstädterung, 2016
(Anteil der Gesamtübernachtungen in %)
Quelle: Eurostat (tour_occ_ninatd)

Ein relativ hoher Anteil der Gesamtübernachtungen von Nicht-Inländern in Beherbergungsbetrieben für Touristen konzentrierte sich auf Küstendestinationen

In vielen Küstenregionen ist eine erhebliche Bautätigkeit zu beobachten, da sich ein wachsender Anteil der Bevölkerung für einen Wohnsitz an der See entscheidet und der Küstentourismus weiter expandiert. Ein hohes Aktivitätsniveau kann potenziell gravierende Folgen für eine nachhaltige Entwicklung mit sich bringen. Im statistischen Kontext definiert man Küstengebiete auf der Grundlage von lokalen Verwaltungseinheiten oder Kommunen, die an die See angrenzen oder bei denen mindestens die Hälfte ihrer Gesamtfläche weniger als 10 km von der See entfernt ist.

Beinahe die Hälfte (47,4 %) der Gesamtübernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen in der EU-28 erfolgte 2014 in Küstenregionen. 2016 entfielen mehr als neun von zehn Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen in Malta, Zypern, Griechenland, Kroatien und Dänemark auf Küstenregionen, wobei auch in Portugal, Lettland, Estland und Spanien mindestens drei Viertel der Gesamtübernachtungen in den Küstenregionen verbracht und in vier weiteren Mitgliedstaaten die Mehrzahl der Übernachtungen in den Küstengebieten getätigt wurden. Hier ist zu beachten, fass fünf EU-Mitgliedstaaten — die Tschechische Republik, Luxemburg, Ungarn, Österreich sowie die Slowakei — von Land umschlossen sind und daher keine Übernachtungen in Küstenregionen verzeichneten.

Während die allgemeine Neigung zu Aufenthalten in Küstenregionen in den südlichen EU-Mitgliedstaaten mit ihren für Strandurlaube förderlichen klimatischen Bedingungen gewöhnlich höher war, zeigt Abbildung 2 eine alternative Analyse mit Informationen über Inländer und Nicht-Inländer. 2014 erfolgten über die Hälfte (54,1 %) aller Übernachtungen von Nicht-Inländern in der EU-28 in Küstengebieten, während ein größerer Anteil (58,2 %) der Übernachtungen von Inländern in anderen Gebieten stattfand. An diesen Zahlen lässt sich, zumindest zu einem gewissen Grad, ablesen, dass ein höherer Anteil der Übernachtungen von Inländern Dienstreisen betraf.

An den beliebten Urlaubszielen Griechenlands, Zyperns, Kroatiens, Portugals und Spaniens bestand bei Nicht-Inländern eine höhere Wahrscheinlichkeit als bei Inländern, dass ein größerer Anteil ihrer Übernachtungen auf Küstengebiete entfällt. In Spanien beispielsweise — dem 2016 mit 455 Millionen verzeichneten Nächten nach Übernachtungszahlen beliebtesten Fremdenverkehrsziel in der EU — entfielen fast neun von zehn Übernachtungen von Nicht-Inländern auf Küstengebiete, während der entsprechende Anteil bei Inländern 58,8 % betrug. Interessant ist eine Gegenüberstellung dieses Musters mit der Lage in Frankreich und Italien, wo Inländer stärker als Nicht-Inländer dazu neigten, ihre Zeit in Küstengebieten zu verbringen.
Abbildung 2: Verteilung der in Beherbergungsbetrieben für Touristen in Küstengebieten verzeichneten Übernachtungen nach Inländern und Nicht-Inländern, 2016
(Anteil der insgesamt auf Küsten- und Nichtküstengebiete entfallenden Übernachtungen in %)
Quelle: Eurostat (tour_occ_ninatc)

Die drei beliebtesten Fremdenverkehrsziele in der EU waren Canarias und Cataluña in Spanien sowie die Adriaküstenregion Jadranska Hrvatska in Kroatien

Die zehn führenden Fremdenverkehrsregionen in der EU — nach Übernachtungen einheimischer und ausländischer Touristen in Beherbergungsbetrieben für Touristen in NUTS-2-Regionen— sind Abbildung 3 zu entnehmen. 2016 gab es in der spanischen Inselregion Canarias fast 103 Millionen Übernachtungen, von denen die überwiegende Mehrheit auf Nicht-Inländer entfiel (91,3 Millionen Übernachtungen). An nächster Stelle unter den beliebtesten Regionen stand mit Cataluña ebenfalls eine Region in Spanien, und drei weitere spanische Regionen zählten ebenfalls zu den zehn führenden Regionen, nämlich Illes Balears, Andalucía und Comunidad Valenciana. Allgemeiner betrachtet dominierten in dieser Rangliste Küstenregionen, denn zu den fünf bereits genannten spanischen Regionen kamen Jadranska Hrvatska (Kroatien), die drittbeliebteste Region in der EU), Veneto (Italien) und Provence-Alpes-Côte d’Azur (Frankreich) hinzu. Die einzigen Nichtküstenregionen, die in der Liste der zehn beliebtesten Ziele auftauchten, waren zwei Regionen in Frankreich, nämlich die Hauptstadtregion Île-de-France und die Region Rhône-Alpes (die Möglichkeiten für Sommer- und Wintertourismus bietet). In diesem Zusammenhang interessant ist, dass in acht der zehn beliebtesten Regionen — einschließlich der beliebtesten sieben Regionen — in der EU die Mehrheit der Gesamtübernachtungen auf Nicht-Inländer entfiel und sich dieses Verhältnis nur in den Regionen Provence-Alpes-Côte d'Azur und Rhône-Alpes umgekehrt verhielt.

Der zweite Teil der Abbildung 3 zeigt die zehn führenden Regionen mit den höchsten Übernachtungszahlen von Inländern in Beherbergungsbetrieben für Touristen. Die drei — nach absoluten Übernachtungszahlen — beliebtesten Fremdenverkehrsziele lagen sämtlich in Frankreich. Dies bestätigt, dass ein relativ hoher Anteil französischer Touristen seinen Urlaub im eigenen Land verbrachte. Die auf Franzosen entfallende Zahl der Übernachtungen in Rhône-Alpes war um das 2,5-Fache höher als die Zahl der auf Nicht-Inländer entfallenden Übernachtungen und in Provence-Alpes-Côte d’Azur verbrachten in Frankreich ansässige Personen doppelt so viele Nächte wie nicht dort ansässige Personen. Obgleich diese beiden Regionen sowie die Île-de-France die nach absoluten Werten meisten Übernachtungen von Inländern aufwiesen, war der relative Anteil der Inländer an der Gesamtzahl der Übernachtungen in zwei anderen französischen Regionen — Languedoc-Roussillon und Aquitaine — höher. Dort war die Zahl der Übernachtungen in Frankreich ansässiger Personen 3,2-mal so hoch wie die Übernachtungen von Nicht-Inländern. Dieses Muster wiederholte sich in der Emilia-Romagna (Italien), wo die Zahl der Übernachtungen von Inländern 2,7-mal höher als die Zahl der Übernachtungen von Nicht-Inländern war. Noch auffälliger verhielt sich dies in Mecklenburg-Vorpommern (Norddeutschland); dort übertraf die Zahl der Übernachtungen von Inländern die Übernachtungszahlen bei Nicht-Inländern um das 25,3-Fache.

Der letzte Teil der Abbildung 3 zeigt die zehn Regionen mit den höchsten Übernachtungszahlen von Nicht-Inländern. Wie bereits erwähnt, entfiel die überwiegende Mehrheit (88,9 % im Jahr 2016) der gesamten Übernachtungen auf die Region Canarias, dem beliebtesten regionalen Reiseziel in der EU, auf Nicht-Inländer. Das relative Gewicht von Nicht-Inländern war in Tirol (Österreich, dort entfielen 90,3 % der gesamten Übernachtungen auf Nicht-Inländer), den Illes Balears (91,8 %) und Jadranska Hrvatska (93,7 %) sogar noch höher. Diese durch eine hohe absolute Touristenzahl und einen hohen Anteil ausländischer Touristen gekennzeichneten Regionen könnten in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten ausländischen Touristen eher in der Hochsaison reisen — den Sommermonaten in den Küstenregionen oder der Zeit zwischen Weihnachten und Ostern in den Alpenregionen — im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsfragen beträchtlichem Druck ausgesetzt sein.
Abbildung 3: NUTS-2-Regionen mit den höchsten Übernachtungszahlen, 2016
(Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen)
Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)

Die breite Palette an touristischen Angeboten in der EU umfasste neben den Küstenregionen auch Reiseziele in den Alpen und eine Reihe beliebter Städte

Karte 1 bestätigt, dass sich der Tourismus in der EU auf die Küstenregionen (hauptsächlich, aber nicht ausschließlich im Mittelmeerraum) sowie auf die Alpenregionen und auf einige der Hauptstädte in der EU konzentrierte. Es gab 46 Regionen der NUTS-Ebene 2, die mindestens 15,0 Millionen Übernachtungen von Inländern und Nicht-Inländern in Beherbergungsbetrieben für Touristen verzeichneten (veranschaulicht durch den dunkelsten Farbton), wobei 20 dieser Regionen mindestens 30,0 Millionen Übernachtungen meldeten. Zu diesen 20 führenden Fremdenverkehrsgebieten zählten sechs Regionen in Italien, jeweils fünf Regionen in Spanien und Frankreich, zwei Regionen in Deutschland und jeweils eine Region in Kroatien und Österreich. Hier ist zu beachten, dass für das Vereinigte Königreich keine aktuellen Angaben vorliegen. Unter den 20 beliebtesten Regionen befanden sich drei Hauptstadtregionen, nämlich die Hauptstadtregionen Deutschlands, Frankreichs und Italiens. Legt man historische Daten zugrunde, hätte wahrscheinlich auch London (Vereinigtes Königreich) zu diesen Regionen gezählt.

Am anderen Ende der Skala standen 44 NUTS-2-Regionen, in denen 2016 weniger als 2,5 Millionen Inländer und Nicht-Inländer in Beherbergungsbetrieben für Touristen übernachteten. Diese Regionen waren weit über die EU verstreut und schlossen mehrere Gebiete in äußerster Randlage ein. Eines davon war Mayotte, das mit 0,1 Millionen die niedrigste Zahl an Übernachtungen verzeichnete. Viele Regionen mit vergleichsweise niedrigen Touristenzahlen ließen sich als ländliche Regionen beschreiben (beispielsweise auf dem griechischen Festland, in Süditalien oder Ostpolen). Auch in acht relativ dicht besiedelten Regionen in Belgien und den Niederlanden waren die Touristenzahlen niedrig (beispielsweise Prov. Brabant Wallon oder Groningen). An diesem Muster lässt sich zumindest bis zu einem gewissen Grad ablesen, dass ausländische Touristen, die diese Regionen besuchen, nur vergleichsweise kurze Entfernungen zurücklegen müssen und daher Tagesausflüge gegenüber Aufenthalten mit Übernachtung bevorzugen.
Karte 1: Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen nach NUTS-2-Regionen, 2016
(Millionen Übernachtungen von Inländern und Nicht-Inländern)
Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)

Die lokale Wirtschaft vieler Inselregionen in der EU ist stark von gebietsfremden Touristen abhängig

Die in Karte 2 dargestellte Analyse übermittelt genauer aufgeschlüsselte Informationen über die relative Bedeutung von Nicht-Inländern für den regionalen Tourismus. 2014 entfielen 45,1 % der Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen in der EU-28 auf Nicht-Inländer. Diese Zahlen stehen im Gegensatz zu den in den Abbildung 3 dargestellten Ergebnissen, nach denen die Mehrheit der gesamten Übernachtungen in vielen der beliebtesten Fremdenverkehrsregionen in der EU auf Nicht-Inländer entfiel. Die Verteilung der Übernachtungen war sehr ungleichmäßig. 2016 entfiel mindestens die Hälfte der gesamten Übernachtungen aller Touristen in gerade einmal 56 der 235 NUTS-2-Regionen, für die Daten verfügbar sind, auf Nicht-Inländer.

2016 war die relative Bedeutung gebietsfremder Touristen mit 90,0 % der gesamten Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen besonders hoch; dies betraf sechs verschiedene NUTS-2-Regionen der EU, die bis auf eine sämtlich im Mittelmeerraum lagen. Die vergleichsweise kleine Inselregion Malta (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit eine einzige Region) verzeichnete den höchsten Anteil von Nicht-Inländern an den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen (96,1 %), gefolgt von zwei weiteren Inselregionen, nämlich der griechischen Insel Kriti (95,5 %) und Zypern (94,5 %; bei diesem Grad der Detailgenauigkeit ebenfalls eine einzige Region). Die beiden weiteren Regionen im Mittelmeerraum waren das Adriaküsten- und Inselgebiet Jadranska Hrvatska (Kroatien) und die Illes Balears (Spanien), zu denen die beliebten Fremdenverkehrsziele Mallorca, Menorca und Ibiza gehören. Die westösterreichische Bergregion Tirol war die einzige Nichtküstenregionen in der EU, in der neun von zehn Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen auf Nicht-Inländer entfielen.

Der dunkelste Farbton in Karte 2 markiert diejenigen Regionen, in denen mindestens drei Viertel der gesamten Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen auf Nicht-Inländer entfielen. Neben den bereits erwähnten sechs Regionen bestanden 16 weitere Regionen, die 2016 dieses Kriterium erfüllten, darunter drei Inselregionen in Griechenland (Ionia Nisia, Notio Aigaio und Voreio Aigaio), die spanische Inselregion Canarias und die portugiesische Insel Região Autónoma da Madeira sowie die fünf Hauptstadtregionen der Tschechischen Republik, Luxemburgs (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit eine einzige Region), Ungarns, Österreichs und Sloweniens, außerdem die Regionen Severoiztochen und Yugoiztochen an der bulgarischen Schwarzmeerküste und die portugiesische Küstenregion Algarve sowie zwei weitere Alpenregionen in Österreich (Vorarlberg und Salzburg).

Demgegenüber bestanden in der EU 16 Regionen, in denen 2016 weniger als 10,0 % der gesamten Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen auf gebietsfremde Touristen entfielen. Die Mehrheit dieser Regionen (neun Regionen) lag in Deutschland, darunter die Region mit dem niedrigsten Anteil gebietsfremder Touristen, die nördliche Ostseeküstenregion Mecklenburg-Vorpommern (3,8 %), gefolgt von den deutschen Regionen mit den nächstniedrigen Anteilen, nämlich Chemnitz (5,6 %, eine Industrieregion in Ostdeutschland) und Weser-Ems (6,8 %). Dieses Gebiet liegt an der Nordseeküste und grenzt an die Niederlande an. Neben diesen neun Regionen in Deutschland wurden bei den Übernachtungen auch in vier polnischen Regionen sehr geringe Anteile gebietsfremder Touristen verzeichnet. Drei dieser Regionen lagen im Südosten des Landes, darunter auch Swietokrzyskie (im Nordosten Krakóws), das den zweitniedrigsten Anteil in der EU meldete (4,5 %). Daneben gab es auch zwei Regionen in Rumänien (Sud-Est und Sud-Vest Oltenia) und eine einzelne Region in Italien (Molise), auf die dies zutraf.
Karte 2: Anteil der Übernachtungen von Nicht-Inländern in Beherbergungsbetrieben für Touristen, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(prozentualer Anteil an den gesamten Übernachtungen aller Touristen)
Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)

Die Adriaküstenregion Jadranska Hrvatska steht nicht nur auf der Skala der beliebtesten Fremdenverkehrsziele in der EU an dritter Stelle, sondern zeichnet sich darüber hinaus auch durch eine der schnellsten Wachstumsraten bei der Gesamtzahl der Übernachtungen aus

In Karte 3 wird eine Analyse der durchschnittlichen jährlichen Veränderung bei der Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen dargestellt. In der EU-28 nahm die Anzahl der Übernachtungen von Inländern und Nicht-Inländern in der Zeit von 2006 bis 2014 insgesamt um durchschnittlich 1,7 % pro Jahr zu.

Es gab 29 NUTS-2-Regionen, in denen die Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen im Zeitraum 2006-2016 jährlich um mindestens 5,0 % stieg (veranschaulicht durch den dunkelsten Blauton in der Karte). In diesem Zusammenhang ist interessant, dass zwei dieser am schnellsten wachsenden Regionen auch in der Rangliste der zehn beliebtesten Fremdenverkehrsziele des Jahres 2016 vertreten sind, nämlich Jadranska Hrvatska (Kroatien, 7,7 % Wachstum pro Jahr) und Rhône-Alpes (Frankreich, 6,7 % pro Jahr). Im Übrigen handelt es sich bei den Regionen, die sich durch einige der höchsten Wachstumsraten bei den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen auszeichneten, häufig um Randgebiete der EU, was vielleicht darauf schließen lässt, dass die Touristen nach alternativen Reisezielen suchten. Die steilsten Anstiege wurden in Griechenland, Kroatien, Polen und Portugal verzeichnet, wobei auch die Übernachtungszahlen in den Hauptstadtregionen Bulgariens, Deutschlands, Kroatiens, Litauens (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit eine einzige Region), Polens, Portugals, Rumäniens und der Slowakei stark zunahmen.

Etwa eine von neun NUTS-2-Regionen in der EU erlebte im Zeitraum zwischen 2006 und 2016 einen allgemeinen Rückgang bei der Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen (veranschaulicht durch den orangen Farbton). In 14 dieser 25 Regionen, in denen es zu einem Rückgang der Übernachtungszahlen kam, betrug dieses Minus weniger als 1,0 % pro Jahr. Allerdings gab es auch acht Regionen in Deutschland — hauptsächlich in einem durch die Mitte des Landes verlaufenden Band gelegen — in denen die Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen um mindestens 1,0 % pro Jahr fiel. Dies traf auch auf die dänische Region Sjælland und zwei italienische Regionen — Abruzzo und Molise — zu, wobei die letztgenannte Region den stärksten Rückgang bei den Übernachtungszahlen in irgendeiner Region der EU verzeichnete (um 5,2 % ppro Jahr).
Karte 3: Durchschnittliche jährliche Veränderung bei der Gesamtzahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben, nach NUTS-2-Regionen, 2006-2016
(in % pro Jahr)
Quelle: Eurostat (tour_occ_nin2)

Bettenzimmer-Belegungsrate

Etwa ein Drittel der Beherbergungsbetriebe für Touristen in der EU-28 setzt sich aus Hotels und ähnlichen Betrieben zusammen. Diese 202 000 Hotels und ähnlichen Betriebe hielten 2014 insgesamt 6,6 Millionen Bettenzimmer und 13,7 Millionen Betten vor, was einem Durchschnitt von 33 Zimmern bzw. 68 Betten pro Betrieb entspricht. Dabei ist zu beachten, dass diese Durchschnittswerte pro Betrieb aller Wahrscheinlichkeit nach zu hoch sind, da viele nationale statistische Stellen Schwellenwerte zur Anwendung bringen (indem sie etwa lediglich Daten von Betrieben mit mindestens zehn Betten erheben) und dadurch kleinere Beherbergungsstätten ausklammern.

Während die Ermittlung der Gesamtzahl der Betten hinsichtlich der Kapazität einzelner Regionen von Interesse sein kann, dürften die Anbieter von Beherbergungsleistungen stärker an der Nettobelegungsrate der Bettenzimmer und Betten interessiert sein, damit sie auf die touristische Nachfrage reagieren können. Während Hotels und ähnliche Betriebe an repräsentativen Standorten oder in Innenstädten häufig relative hohe Belegungsraten benötigen, um finanziell überleben zu können, entscheiden sich andere Betriebe unter Umständen dazu, außerhalb der Saison zu schließen oder sich alternativ darum zu bemühen, ihre Belegungsrate auf einem hohen Niveau zu halten, indem sie Sonderangebote offerieren, die beispielsweise Rentnern (zumeist aus den nördlichen und westlichen EU-Mitgliedstaaten) einen Anreiz bieten sollen, während der Wintermonate längere Urlaubszeiträume in wärmeren Klimazonen zu verbringen.

Canarias — das beliebteste Fremdenverkehrsziel in der EU — hatte die höchste Zimmerbelegungsrate

Karte 4 zeigt eine regionale Analyse der Zimmerbelegungsraten von Hotels und ähnlichen Betrieben im Jahr 2016. Aus dieser Karte geht hervor, dass eine Mehrheit (138) der 236 NUTS-2 Regionen, für die Daten vorliegen, Zimmerbelegungsraten von mindestens 50 % meldeten, während in 98 Regionen die Belegungsraten unter 50 % lagen.

2016 wurde die höchste Zimmerbelegungsrate in der Region Canarias (Spanien), dem beliebtesten Fremdenverkehrsziel in der EU, erfasst. Bei den restlichen zehn beliebtesten Fremdenverkehrsregionen in der EU findet sich nur eine weitere Region, die zu den elf Regionen mit den höchsten Belegungsraten zählte, nämlich die ebenfalls zu Spanien gehörenden Illes Balears. Von diesen beiden spanischen Regionen abgesehen handelte es sich bei den verbleibenden Regionen, in denen die Zimmerbelegungsraten mindestens 70,0 % betrugen (veranschaulicht durch den dunkelsten Farbton in der Karte), häufig um Hauptstadtregionen, wie dies beispielsweise bei den Hauptstadtregionen Dänemarks, Deutschlands, Irlands, Maltas (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit eine einzige Region), der Niederlande und Österreichs der Fall war. Zu den drei anderen Regionen mit hohen Belegungsraten zählten die Großstadtregion Hamburg (Deutschland), die Schwarzmeerküstenregion Yugoiztochen (Bulgarien) und die Insel Região Autónoma da Madeira (Portugal).

Am anderen Ende der Skala blieb in 47 EU-Regionen 2016 die Nettobelegungsrate für Bettenzimmer unter 40 % (in Karte 4 durch den hellsten Blauton veranschaulicht). Diese Regionen lagen überwiegend in den südlichen und östlichen Regionen der EU und waren häufig ländliche, im Inland gelegene Regionen. Die mit 16,2 % niedrigste Rate wurde in der nordgriechischen Region Dytiki Makedonia verzeichnet. Die einzigen in den westlichen und nördlichen Teilen der EU gelegenen Regionen, in denen die Zimmerbelegungsraten weniger als 40 % betrugen, waren Prov. Luxembourg (Belgien), Niederösterreich und Oberösterreich (beide Österreich) und Åland (Finnland).
Karte 4: Belegungsrate für Bettenzimmer in Hotels und ähnlichen Betrieben nach NUTS-2 Regionen, 2016
(in %)
Quelle: Eurostat (tour_occ_anor2)

Quelldaten für die Abbildungen und Karten

Datenquellen

Der Tourismusstatistiken von Eurostat bestehen aus zwei Hauptkomponenten, nämlich einerseits aus Statistiken über die Kapazität und Auslastung der Beherbergungsbetriebe für Touristen und andererseits aus Statistiken über die touristische Nachfrage. In den meisten Mitgliedstaaten der EU werden die zuerst genannten statistischen Daten bei Beherbergungsbetrieben schriftlich erhoben, während die touristische Nachfrage vor allem mittels Befragungen von Reisenden an Grenzübergängen oder durch Haushaltserhebungen erfasst wird.

Seit dem Bezugsjahr 2012 handelt es sich bei der Rechtsgrundlage für die Erhebung von Tourismusstatistiken um die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über die europäische Tourismusstatistik (Verordnung (EU) Nr. 692/2011) sowie um die dazugehörige Durchführungsverordnung ((EU) Nr. 1051/2011) der Europäischen Kommission.

Tourismusstatistiken können anhand des Wohnsitzstaats des Reisenden (nicht anhand dessen Staatsangehörigkeit) analysiert werden. Unter den Inlandstourismus fallen die Reisebewegungen der Bewohner eines Landes, die in ihrem Land (nicht jedoch in ihrer gewohnten Umgebung) verbleiben. Dieses Merkmal kann zur Abgrenzung der Reiseaktivitäten ausländischer Besucher herangezogen werden (die auch als einreisende oder gebietsfremde Touristen bezeichnet werden). Der Ausdruck Beherbergungsbetrieb für Touristen bezeichnet eine örtliche fachliche Einheit. Der Begriff umfasst alle Arten von Beherbergungsbetrieben für Touristen, die gegen Entgelt Touristen beherbergen, unabhängig davon, ob die Beherbergung von Touristen als Haupt- oder als Nebentätigkeit ausgeübt wird. Derartige Einrichtungen werden nach der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige, NACE, als Einheiten definiert, die gegen Entgelt kurzfristige oder kurzzeitige Beherbergungsdienstleistungen erbringen; im Einzelnen handelt es sich hierbei um:

Die regionalen Tourismusstatistiken beruhen ausschließlich auf Angaben der Anbieter von Tourismusdienstleistungen; die Daten hierfür werden bei Beherbergungsbetrieben für Touristen erhoben. Diese Erhebungen geben Aufschluss über die Beherbergungskapazität (Zahl der Betriebe, Zimmer und Betten) und die Belegungsrate (Zahl der Ankünfte und Übernachtungen) und können nach NUTS-2-Regionen, Verstädterungsgrad und nach Küsten- und Nichtküstengebieten aufgeschlüsselt werden.

Hier ist zu beachten, dass auch eine Reihe alternativer Quellen für touristische Analysen herangezogen werden kann. Hierzu zählen:

  • Konjunkturstatistiken (KS) — Daten auf monatlicher, vierteljährlicher und jährlicher Basis, die Indizes für die Analyse der Entwicklungen in der touristischen Beherbergungsbranche im Hinblick auf Umsatz, Erzeugung, Beschäftigung, geleistete Arbeitsstunden, Löhne und Gehälter sowie Erzeugerpreise vermitteln.
  • Strukturelle Unternehmensstatistiken (SUS) — Jahresdaten zum Zweck der Analyse der Wirtschaftsleistung touristischer Wirtschaftstätigkeiten.
  • Arbeitskräfteerhebung (AKE) — diese Statistiken erfassen vierteljährliche und jährliche Daten zur Beschäftigung in der touristischen Beherbergungsbranche mit Analysen nach Arbeitszeit, Arbeitsstatus, Alter, Bildungsgrad, Geschlecht oder Vertragslaufzeit.
  • Zahlungsbilanz — diese Statistiken erfassen vierteljährliche und jährliche Daten zu den Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit Privat- und Dienstreisen.
  • Verkehr — Übersicht monatliche, vierteljährliche und jährliche Daten zur Personenbeförderung im Luft-, See-, Eisenbahn- und Straßenverkehr.

Weitere Informationen:

Spezieller Bereich zum Thema Tourismus

Tourismus — Methodologie

Kontext

Die Zuständigkeit der EU auf dem Gebiet des Tourismus liegt in der Unterstützung und Koordination der Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten. Politische Entscheidungsträger streben den Erhalt der führenden Position Europas als Reiseziel an und unterstützen zugleich den Beitrag touristischer Aktivitäten zu Wachstum und Beschäftigung.

Die Mitteilung der Kommission Europa — wichtigstes Reiseziel der Welt: ein neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus (KOM(2010) 352 endg.) wurde im Juni 2010 angenommen. Sie bietet einen Rahmen für die Weiterentwicklung des Fremdenverkehrsgewerbes in Europa, wobei das Augenmerk auf vier vorrangige Handlungsbereiche gerichtet wird: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Förderung eines nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus, Konsolidierung des Images von Europa als ein aus nachhaltigen Qualitätsreisezielen bestehendes Ganzes sowie bestmögliche Nutzung des Potenzials der politischen Maßnahmen und der Finanzinstrumente der Europäischen Union für die Entwicklung des Tourismus.

Die Europäische Kommission unterstützte die Diversifizierung des Tourismusangebots in Europa (auf Englisch) durch Initiativen in den Bereichen Meeres- und Küstentourismus, nachhaltiger Tourismus, Bildungstourismus, Tourismus für alle, barrierefreier Tourismus, Fremdenverkehr außerhalb der Hauptsaison und Tourismusangebote, die auf dem Prinzip der Sharing Economy beruhen. Im Zeitraum 2014-2020 stellte sie in beträchtlichem Umfang EU-Mittel (auf Englsich) für Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Tourismus bereit. Des Weiteren vergibt die Europäische Kommission Ad-hoc-Finanzhilfen an die Europäische Tourismuskommission (auf Englisch), eine Organisation ohne Erwerbszweck, deren Aufgabe es ist, mit Hilfe von Berichten, Handbüchern und Websites (wie beispielsweise visiteurope.com (auf Englisch) Europa als Reiseziel für den internationalen Tourismus zu bewerben.

Damit Europa als Reiseziel besser wahrgenommen und die Zahl der Besucher aus aller Welt gesteigert wird, verfolgt die Europäische Kommission ein großes Spektrum an Kommunikations- und Werbemaßnahmen. So wurde u. a. das Jahr 2018 zum chinesisch-europäischen Tourismusjahr (auf Englisch) erklärt, was als Chance zur Steigerung der Besucherzahlen und Investitionen angesehen wird und die Bürger Chinas und Europas zum gegenseitigen Kennenlernen anregen soll. Zu den wichtigsten Prioritäten der EU zählen in diesem Zusammenhang die Förderung gemeinsamer Marketingkampagnen, die den chinesischen Besuchern aufzeigen sollen, was die EU zu bieten hat, ferner Hilfestellung für die einheimische Tourismusindustrie, damit diese für die chinesischen Gäste gerüstet ist, und die Förderung von Wirtschaftsgipfeln sowie geschäftlichen Kontakten/Treffen.

In ihrer Mitteilung zum Meeres- und Küstentourismus eine Europäische Strategie für mehr Wachstum und Beschäftigung im Küsten- und Meerestourismus (COM(2014) 86 final) befasst sich die Europäische Kommission mit der Vielfalt der Küstenregionen in der EU und deren Fähigkeit, gemäß der EU-Strategie Blaues Wachstum — Chancen für nachhaltiges marines und maritimes Wachstum (COM(2012) 494 final) für Wohlstand zu sorgen und Arbeitsplätze zu schaffen.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Tourismus. Der Tourismus wird in den thematischen Zielen des Fonds zwar nicht direkt erwähnt, aber tourismusbezogene Investitionen können gefördert werden, wenn sie einen Beitrag zu den Investitionsprioritäten oder zu allgemeineren Entwicklungs- und Wachstumsstrategien leisten, indem sie beispielsweise

  • benachteiligte Gebiete und Randregionen fördern;
  • Küstenregionen mit dem Hinterland verbinden und dadurch eine stärkere und integrierte Regionalentwicklung fördern;
  • durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen einführen;
  • Initiativen zur Verlängerung der traditionellen Hauptsaison unterstützen und damit die Nachfrage nach zusätzlicher Beschäftigung anregen;
  • Nischenmärkte mit hohem Mehrwert in Bereichen wie Gesundheitstourismus, umweltfreundlicher Tourismus, gastronomischer Tourismus oder Sporttourismus weiterentwickeln;
  • durch touristische Initiativen in der „Seniorenwirtschaft“ (auf Englisch) besondere Zielgruppen wie Senioren ansprechen.
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Regionale Tourismusstatistiken (t_reg_tour)
Jährliche Daten über die Tourismusindustrie (t_tour_inda)
Belegung der Beherbergungsbetriebe (t_tour_occ)
Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen nach NUTS-2 Regionen (tgs00111)
Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben für Touristen nach Verstädterungsgrad (ab 2012) (tin00179)
Kapazität der Beherbergungsbetriebe (t_tour_cap)
Anzahl der Betriebe und Schlafgelegenheiten nach NUTS-2 Regionen (tgs00112)
Anzahl der Schlafgelegenheiten nach Verstädterungsgrad (ab 2012) (tin00184)


Regionale Tourismusstatistiken (reg_tour)
Inanspruchnahme von Beherbergungsbetrieben: Reiseverkehr im Inland und aus dem Ausland (Einreiseverkehr) (reg_tour_occ)
Kapazität der Beherbergungsbetriebe: Betriebe, Zimmer und Schlafgelegenheiten (reg_tour_cap)
Jährliche Daten über die Tourismusindustrie (inda)
Belegung der Beherbergungsbetriebe (tour_occ)
Übernachtungen von Inländern und Nicht-Inländern (tour_occ_n)
Ankünfte von Inländern und Nicht-Inländern (tour_occ_a)
Nettobelegungsrate für Hotels, Gasthöfe und Pensionen (tour_occ_or)
Kapazität der Beherbergungsbetriebe (tour_cap)

Mittels des Statistischen Atlasses von Eurostat können Sie alle Karten interaktiv verwenden (siehe user manual) (auf Englisch).

Dieser Artikel ist Bestandteil der wichtigsten jährlichen Veröffentlichung von Eurostat, des Eurostat Jahrbuchs der Regionen.