Landwirtschaftliche Regionalstatistik

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Datenauszug vom März 2018.

Aktualisierung des Artikels geplant: November 2019.

Im Fokus

In der spanischen Region Castilla y León wurde mehr Gerste geerntet als in irgendeiner anderen Region der EU; darüber hinaus verzeichnete diese Region auch bei Weichweizen und Dinkel die höchsten Erntemengen.

Mit jeweils 5,5 Millionen Tonnen wurden in der Bretagne (Frankreich) und Southern and Eastern (Irland) die größten Mengen an Kuhmilch erzeugt.

Quelle: Eurostat

Die Europäische Union (EU) ist in der ganzen Welt für ihre besonderen Lebensmittel und kulinarischen Traditionen bekannt, wobei landwirtschaftliche Erzeugnisse einen wichtigen Bestandteil der regionalen und kulturellen Identität Europas bilden. Dies ist – zumindest teilweise – auf die große Vielfalt natürlicher Lebensräume, klimatischer Bedingungen und landwirtschaftlicher Verfahren zurückzuführen, welche die Produktion einer breiten Palette landwirtschaftlicher Erzeugnisse ermöglichen. In den letzten Jahren ist zunehmend eine Entwicklung zu beobachten, die dahin geht, dass immer mehr Verbraucher und Verbraucherinnen in der EU der Herkunft ihrer Nahrungsmittel mehr Bedeutung beimessen und daher regionale Erzeugnisse und traditionelle Spezialitäten wählen.

Vollständiger Artikel

Etwa 40 % der Fläche der EU werden landwirtschaftlich genutzt. Hieran wird deutlich erkennbar, wie stark sich die landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf die natürliche Umwelt, die natürlichen Ressourcen, die natürliche Tierwelt sowie die Qualität von Boden und Wasser auswirken kann. Landwirte sollen immer häufiger das Land zum Wohle aller Europäer pflegen und durch den Erhalt von Böden, Landschaften und Artenvielfalt ein öffentliches Gut bereitstellen, sodass der Gesellschaft als Ganzes sorgsam bewirtschaftete und gepflegte Landschaften zur Verfügung stehen.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wird unmittelbar aus dem Haushalt der EU verwaltet und deckt alle EU-Mitgliedstaaten ab. Die GAP zielt vor allem darauf ab, dass die Landwirte in der EU eine stabile, sichere Versorgung der 500 Millionen Verbraucher in der gesamten EU mit nachhaltig erzeugten, bezahlbaren Nahrungsmitteln gewährleisten. Ein weiteres Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass Betriebsinhaber und andere landwirtschaftliche Arbeitskräfte einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen können.

Die Herausforderungen für die Landwirtschaft der EU – Klimawandel, artgerechte Tierhaltung, nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und die Pflege des Landes für künftige Generationen sowie die Sicherung des Fortbestands der Wirtschaft im ländlichen Raum und die Mitwirkung an einer rentablen Nahrungsmittelerzeugung für die schnell wachsende Weltbevölkerung – sind weiterhin im Wandel begriffen. Die Landwirte sind aufgefordert, ökologisch nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden einzuführen, damit ihnen eine volle Einkommenssicherung ausgezahlt werden kann. In der Praxis bedeutet dies, dass sie bestehende Dauergrünlandflächen erhalten und eine Mindestanzahl an Pflanzenarten (zur Förderung der Artenvielfalt) anbauen müssen; zusätzliche Unterstützung können sie erhalten, wenn sie in Bezug auf den Umweltschutz strengere Praktiken einführen.

In diesem Artikel werden die regionalen Agrarstatistiken der Europäischen Union (EU) sowie eine Auswahl der von Eurostat in diesem Bereich erhobenen statistischen Daten vorgestellt. Dazu gehören insbesondere Informationen über die Struktur der Landwirtschaft, die Erzeugung von Getreide, die Rebflächen und die tierische Erzeugung (Spezialisierung bei der Tierhaltung und Kuhmilcherzeugung).

Die Struktur der Landwirtschaft

2013 gab es in der EU-28 10,8 Millionen landwirtschaftliche Betriebe. Diese Betriebe lagen überwiegend in den östlichen Teilen der EU, wobei sich etwa ein Drittel der Gesamtzahl (33,5 %) in Rumänien befand und mehr als ein Betrieb von acht (13,2 %) in Polen angesiedelt war. Die nächstgrößten Anteile verzeichnete man in Italien (9,3 % der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU-28), Spanien (8,9 %) und Griechenland (6,5 %), wobei keiner der anderen EU-Mitgliedstaaten Anteile über 5,0 % meldete.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in der EU sind meist klein. Im Jahr 2013 waren 83 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU Kleinbetriebe (in diesem Zusammenhang als landwirtschaftliche Betriebe mit einem Standardoutput von weniger als 25 000 EUR definiert). Kleine landwirtschaftliche Betriebe sind im Osten und Süden der EU weit verbreitet. Karte 1 zeigt eine Analyse der durchschnittlichen Größe landwirtschaftlicher Betriebe (gemessen am Standardoutput) in den NUTS-2-Regionen im Jahr 2013. Die durchschnittliche wirtschaftliche Größe der 10,8 Millionen Landwirtschaftsbetriebe in der EU-28 lag bei einem Standardoutput von 30 500 EUR. Hier ist jedoch zu beachten, dass der Erhebungsbereich (auf Englisch) von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterschiedlich sein kann und sich dies auf die im Folgenden dargestellten Ergebnisse auswirken kann, da die Anwendung unterschiedlicher Schwellenwerte für den Ausschluss der kleinsten Betriebe großen Einfluss auf die erfasste Durchschnittsgröße hat.

Die — nach Standardoutput bemessenen — höchsten durchschnittlichen Betriebsgrößen der EU fanden sich am häufigsten in den Niederlanden und in Deutschland

Bei den durchschnittlichen Betriebsgrößen waren unter den Mitgliedstaaten und Regionen der EU beträchtliche Unterschiede zu beobachten. In der EU-28 gab es 35 Regionen, in denen der durchschnittliche Standardoutput je Landwirtschaftsbetrieb bei mindestens 200 000 EUR lag (veranschaulicht durch den dunkelsten Farbton in Karte 1). Diese Regionen befanden sich in den Niederlanden (alle Regionen außer Zeeland), in Deutschland (acht NUTS-1-Regionen), in Belgien (vier Regionen), in Dänemark, Frankreich und im Vereinigten Königreich (jeweils drei Regionen), in der Tschechischen Republik (zwei Regionen) und in der Slowakei (eine Region). Der Standardoutput pro Betrieb erreichte in der deutschen Region Sachsen-Anhalt mit 542 000 EUR einen Spitzenwert, während zwei weitere Regionen in Deutschland — Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen — ebenfalls in der Rangliste der vier Regionen mit den aus wirtschaftlicher Sicht größten landwirtschaftlichen Betrieben vertreten waren (alle mit einem Standardoutput von über 400 000 EUR); die niederländische Region Zuid-Holland zählte ebenfalls zu dieser Kategorie.

Am entgegengesetzten Ende der Skala lagen 69 Regionen in der EU-28, in denen landwirtschaftliche Betriebe 2013 im Durchschnitt einen Standardoutput von weniger als 25 000 EUR aufwiesen (veranschaulicht durch den hellsten Farbton). Viele dieser Betriebe sind Familienbetriebe und einige von ihnen können als Subsistenzbetriebe bezeichnet werden. Zu dieser Gruppe zählten sämtliche bulgarischen, griechischen, kroatischen, ungarischen und rumänischen Regionen, darüber hinaus waren elf der 16 polnischen Regionen, fünf spanische Regionen, je vier italienische und portugiesische Regionen, zwei österreichische Regionen und jeweils eine Region in Frankreich und Irland sowie Zypern, Lettland, Litauen und Malta (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit alle als jeweils eine einzige Region zählend) sowie Slowenien (für das nur Daten auf nationaler Ebene vorliegen) in dieser Gruppe vertreten. Somit lag die überwiegende Mehrheit der Regionen, deren Betriebe über eine geringe durchschnittliche Größe verfügten, im Osten oder Süden der EU. Lässt man die beiden autonomen spanischen Städte Ceuta und Melilla außer Acht, so stellte Sud-Vest Oltenia in Rumänien die Region mit dem niedrigsten Standardoutput je Landwirtschaftsbetrieb (2 600 EUR) dar.
Karte 1: Durchschnittliche wirtschaftliche Betriebsgröße nach NUTS-2-Regionen, 2013
(in Tausend EUR)
Quelle: Eurostat (ef_kvecsleg)

Getreide

Ackerland wird häufig für die Erzeugung von Getreide, einem der wichtigsten Produkte des Landwirtschaftssektors der EU, genutzt. Getreide wird zumeist für den menschlichen Verbrauch erzeugt und als Tierfutter verwendet. Darüber hinaus wird es aber auch bei der Herstellung von Getränken und Industrieprodukten eingesetzt (z. B. Stärke). In der EU konzentriert sich der Getreideanbau überwiegend auf Tieflandregionen mit ihren großen Ebenen, in denen ein gemäßigtes Klima mit relativ niedrigen Niederschlagsmengen vorherrscht.

Im Jahr 2016 waren 57,2 Millionen Hektar der Landwirtschaftsfläche der EU-28 der Getreideerzeugung (einschließlich Reis) gewidmet. Die in der EU-28 erzeugten Erntemengen bei Getreide beliefen sich auf 301,7 Millionen Tonnen. Damit stellte sich im zweiten Jahr in Folge ein Rückgang bei der Getreideerzeugung ein und ergab im Vergleich zum letzten Spitzenwert bei der erzeugten Getreidemenge, nämlich 332,6 Millionen Tonnen im Jahr 2014, einen Rückgang um insgesamt 9,3 %.

Die höchsten Werte bei der Getreideerzeugung in der EU insgesamt (veranschaulicht durch die Größe der Kreise in Karte 2) wurden in Regionen erzielt, die sich in einem Band von Spanien über West- und Nordfrankreich nach Ostengland, Deutschland, Dänemark, Polen und Lettland erstreckten, wobei auch in Norditalien, Ungarn und Rumänien ein relativ hohes Erzeugungsniveau erreicht wurde. 2016 erreichten die Erntemengen an Getreide in folgenden Regionen mindestens 5,0 Millionen Tonnen: Sud - Muntenia (Rumänien), Lettland (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit eine einzige Region), East of England (eine NUTS-1-Region), Centre (Frankreich), Niedersachsen und Bayern (Deutschland, beides NUTS-1-Regionen) und Castilla y León (Spanien); die größte Erntemenge in der EU wurde mit 9,0 Millionen Tonnen in der zuletzt genannten Region registriert.

In der spanischen Region Castilla y León wurde mehr Gerste geerntet als in irgendeiner anderen Region der EU; darüber hinaus verzeichnete diese Region auch bei Weichweizen und Dinkel die höchsten regionalen Erntemengen

Hinsichtlich der in der EU angebauten Getreidearten herrscht eine beachtliche Vielfalt, wobei sich in den regionalen Spezialisierungen, zumindest bis zu einem gewissen Grad, die typografischen Verhältnisse, der Bodentyp, das Klima und die Regenfälle oder aber konkurrierende Bodennutzungen widerspiegeln. Karte 2 zeigt nicht nur die 2016 insgesamt erzielten Erntemengen an Getreide in den einzelnen NUTS-2-Regionen, sondern gibt auch Aufschluss über die in den einzelnen Regionen am häufigsten angebauten Getreidearten (veranschaulicht durch die Farben der einzelnen Kreise).

Die in der EU-28 am häufigsten angebauten Getreidearten waren Weichweizen und Dinkel. Ihre Erzeugung konzentrierte sich besonders in Nord- und Mittelfrankreich (aber auch in der Region Midi-Pyrénées), England und Wales im Vereinigten Königreich sowie den meisten Regionen in den Benelux-Mitgliedstaaten, in Deutschland, Dänemark und den südlichen Regionen Schwedens. Auch in Regionen, die sich einem Band vom östlichen Österreich durch die Tschechische Republik, die Slowakei und Polen bis in die baltischen Mitgliedstaaten erstrecken, wurden Weichweizen und Dinkel häufiger als jede andere Getreideart angebaut; in mehreren Regionen im Süden Rumäniens und Bulgariens waren sie ebenfalls die häufigste Getreideart. 2016 wurden die höchsten regionalen Erntemengen bei Weichweizen und Dinkel in East of England (einer NUTS-1-Region, 4,3 Millionen Tonnen) und Castilla y León (Spanien, 4,0 Millionen Tonnen) erzielt.

In der EU gab es ferner eine große Zahl an Regionen, in denen 2016 Körnermais und Corn-Cob-Mix die am häufigsten angebauten Getreidearten waren. Die größte Konzentration der Regionen, die sich auf den Anbau von Körnermais und Corn-Cob-Mix spezialisiert hatten, war in südlichen EU-Mitgliedstaaten vorzufinden, und zwar in einem Band von Regionen, das sich von Portugal durch Teile Spaniens, den größten Teil Südfrankreichs (und der Region Alsace) bis in die nördlichen Regionen Italiens, die südlichen und westlichen Regionen Österreichs, den größten Teil Ungarns und die östlichen Teile Kroatiens und Sloweniens erstreckte; Körnermais und Corn-Cob-Mix waren zudem in Nordrumänien, zwei Regionen in Bulgarien und mehreren Regionen Griechenlands das am häufigsten angebaute Getreide. Die höchsten regionalen Erntemengen wurden in Aquitaine (Frankreich; 2,7 Millionen Tonnen), Kontinentalna Hrvatska (Kroatien; 2,1 Millionen Tonnen) und Dél-Dunántúl (Ungarn; ebenfalls 2,1 Millionen Tonnen) erzielt.
Karte 2: Erntemengen von Getreide (einschließlich Saatgut) und am häufigsten angebaute Getreidearten nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in Millionen Tonnen)
Quelle: Eurostat (agr_r_acs)

Die Regionen, in denen Gerste das am häufigsten angebaute Getreide war, lassen sich häufig als eher entlegene oder bergige Regionen der EU beschreiben; sie lagen oftmals in nördlichen oder südlichen Mitgliedstaaten, wie z. B. in den mittleren und nördlichen Regionen Finnlands und Schwedens, den südöstlichen Regionen Spaniens oder auf den griechischen Inseln. Auch in den beiden Regionen Irlands sowie in Nordirland und Schottland (im Vereinigten Königreich), zwei Bergregionen Österreichs, den westlichen Regionen Kroatiens und Sloweniens und jeweils einer Region in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden war Gerste das am häufigsten angebaute Getreide. 2016 wurden die höchsten regionalen Erntemengen bei Gerste in den spanischen Regionen Castilla y León (3,3 Millionen Tonnen) und Castilla-la Mancha (2,6 Millionen Tonnen) erzielt.

Im Gegensatz zur Lage bei anderen Getreidearten gab es in der EU vergleichsweise wenig Regionen, die sich auf den Anbau von Harzweizen oder Roggen und Wintermenggetreide spezialisiert hatten. Hartweizen war in Süd- und Mittelitalien, zwei Regionen in Südfrankreich, einer einzelnen Region in Südspanien sowie mehreren Regionen in Griechenland und auf Zypern die am häufigsten angebaute Getreideart. Die höchsten Erntemengen in der EU wurden in Puglia (1,3 Millionen Tonnen) und Sicilia (0,8 Millionen Tonnen) registriert. Roggen und Wintermenggetreide waren nur ein einer einzigen Region in der EU, der bergigen Region Provincia Autonoma di Bolzano/Bozen in Italien, die am häufigsten angebauten Getreidearten. Die höchsten regionalen Erntemengen wurden jedoch in zwei deutschen Regionen, Brandenburg und Niedersachsen (beide 0,8 Millionen Tonnen), erzielt.
Abbildung 1: NUTS-2-Regionen mit den höchsten Erntemengen bei ausgewählten Getreidearten, 2016
(in Millionen Tonnen)
Quelle: Eurostat (agr_r_acs)

Rebflächen

Die EU ist in der Weinerzeugung weltweit führend; auf sie entfielen mehr als die Hälfte der Erzeugung und des Verbrauchs auf der ganzen Welt. Bei der Qualität des Weins und seinem Preis sind von einem Jahr zum anderen Unterschiede zu beobachten, in denen sich unter anderem die Witterungsbedingungen, die Erträge und die Veränderungen von Angebot und Nachfrage bei verschiedenen Weinsorten widerspiegeln. Mehrere, vor allem im Süden der EU gelegene Regionen sind in hohem Maße von Wirtschaftstätigkeiten abhängig, die mittel- oder unmittelbar mit der Erzeugung von Wein und seiner Vermarktung verbunden sind.

In den letzten Jahren kam es in der EU-28 zu einem allgemeinen Rückgang des Weinkonsums, der großenteils auf ein verändertes Konsumverhalten (insbesondere in Südeuropa) zurückzuführen ist, denn an die Stelle der Tischweine, die früher täglich zu den Mahlzeiten getrunken wurden, sind in gewissem Umfang höherwertige Qualitätsweine sowie andere alkoholische und nichtalkoholische Getränke getreten.

Geschützte Ursprungs-bezeichnung (g.U.) und geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
Qualitätsweine sind definiert als Weine, die unter zwei unterschiedliche EU-Regelungen fallen: die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.), einer Marke für europäische Nahrungsmittel und Getränke mit garantiertem geografischen Ursprung — hergestellt unter Einsatz anerkannten Know-hows (und aus ausschließlich aus dem betreffenden Gebiet stammenden Trauben) — und die geschützte geografische Angabe (g.g.A.), einer Marke für europäische Qualitätsnahrungsmittel, die mit einer bestimmten Region eng verbunden sind (wobei mindestens 85 % der Trauben aus der betreffenden Region stammen). Anhand dieser Logos können Verbraucher schnell und einfach Qualitätsprodukte erkennen und sich auf ihre Echtheit verlassen; zugleich gewähren sie den Erzeugern in der EU rechtlichen Schutz gegen Nachahmung oder Missbrauch.

Hier ist darauf hinzuweisen, dass bei der Datenerhebung das strukturelle Potenzial der Rebflächen stärker im Mittelpunkt steht und die Einstufung folglich auf der Konformität mit den Spezifikationen g.U./g.g.A. basiert und nicht auf den Weinzertifizierungsentscheidungen, die jedes Jahr von den Anbauern getroffen werden.

Im Jahr 2015 waren gut 3,2 Millionen Hektar Land in der EU-28 Rebflächen (im Ertrag stehend/noch nicht im Ertrag stehend), wobei sich diese Flächen über 17 EU-Mitgliedstaaten erstreckten, von denen jeder mehr als 500 Hektar an Rebflächen aufwies. Mehr als drei Viertel (78,1 %) der gesamten Rebflächen in der EU wurden für die Erzeugung von Qualitätsweinen, d. h. entweder g.U.-Weinen (61,7 %) oder g.g.A.-Weinen (16,4 %) genutzt. Aus Karte 3 geht deutlich hervor, dass bei der Verteilung der Rebflächen ein starkes Ungleichgewicht zugunsten der südlichen Regionen der EU bestand. An der Größe der Kreise ist die gesamte Rebfläche in jeder einzelnen NUTS-2-Region zu erkennen, während an den Farbschattierungen Informationen über die Tendenz zur Erzeugung von Qualitätsweisen abgelesen werden können; je dunkler der Farbton desto größer der für die Erzeugung von Qualitätsweinen genutzte Anteil an der gesamten Rebfläche.

In der EU gab es nur vier Regionen, in denen mehr als 100 000 Hektar Land Rebflächen waren — Castilla-la Mancha, Languedoc-Roussillon, Aquitaine und Puglia

Im Jahr 2015 war in der EU in 18 NUTS-2-Regionen die gesamte Rebfläche größer als 50 000 Hektar; auf diese Regionen entfielen zusammen 61 % der gesamten Rebfläche in der EU. Diese 18 Regionen waren mit jeweils fünf Regionen in Spanien, Frankreich und Italien gleichmäßig über die größten Weinerzeuger in der EU verteilt und wurden durch zwei Regionen in Portugal und eine einzelne Region in Rumänien ergänzt.

Die bei weitem größten Rebfläche bestand 2015 in der zentralspanischen Region Castilla-la Mancha (434 000 Hektar); damit war sie fast doppelt so groß wie die zweitgrößte, in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon (239 000 Hektar) erfasste Fläche. Aquitaine (im Südwesten Frankreichs, 144 000 Hektar) und Puglia (im Süden Italiens, 101 000 Hektar) waren die einzigen weiteren Regionen in der EU, in denen die zur Weinerzeugung genutzten Rebflächen 100 000 Hektar überstiegen.

In Anbetracht dessen, dass sich der Verbrauchgeschmack allmählich von den Tischweinen wegverlagert, ist es wenig überraschend, dass die europäischen Weinanbauer zunehmend Reben mit dem Potenzial zur Erzeugung qualitativ höherwertiger Weine einführen. Im Jahr 2015 beispielsweise waren etwa 95,7 % der Rebfläche in Castilla-la Mancha der Erzeugung von Qualitätsweinen vorbehalten, während der entsprechende Anteil in Aquitaine mit 93,0 % nur geringfügig niedriger war. Zu den bekannten Beispielen für die breite Palette an Qualitätsweinen, die in den führenden Weinerzeugungsregionen der EU produziert werden, gehören Valdepeñas und La Mancha aus Castilla-la Mancha, Fitou und Corbières aus Languedoc-Roussillon, St-Émilion und Entre-Deux-Mers aus Aquitaine, Salice Salento und Primitivo di Manduria aus Puglia.

Der Anteil der für Qualitätsweine genutzten Fläche an der gesamten Rebfläche war in den meisten Weinerzeugerregionen Osteuropas sowie Teilen Griechenlands im Allgemeinen viel niedriger. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der sehr geringe Anteil (5,4 %) der Qualitätsweinerzeugung in der westfranzösischen Region Poitou-Charentes (in der 2015 die neuntgrößte Rebfläche bestand); dies kann darauf zurückzuführen sein, dass die Traubenerzeugung dieser Region vorwiegend zum Destillieren von Cognac oder Pineau de Charente verwendet wird.
Karte 3: Rebflächen für Qualitätsweine, nach NUTS-2-Regionen, 2015
(in Tausend Hektar Rebfläche und Anteil der zur Erzeugung von Trauben für Qualitätsweine genutzten Rebfläche)
Quelle: Eurostat (vit_t1)

Abbildung 2 bietet eine genauere Analyse der gesamten Rebfläche nach den fünf am weitesten verbreiteten, in der gesamten EU angebauten Traubensorten. 2015 war die häufigste Sorte Airén, eine dürrebeständige weiße Weintraube, die in Zentralspanien, insbesondere der Region Castilla-la Mancha, heimisch ist. Die Traubensorte Trebbiano toscano wurde vor allem in Poitou-Charentes angebaut und wird, wie bereits angemerkt, hauptsächlich zur Herstellung hochprozentigen Alkohols verwendet.

Zu den am weitesten verbreiteten roten Traubensorten gehörten Merlot noir, Garnacha tinta und Cabernet Sauvignon. Die zuletzt genannte Traubensorte war in der gesamten EU recht weit verbreitet; ihr größtes Anbaugebiet lag in Aquitaine, wo sie zur Herstellung der berühmtesten roten Bordeaux-Weine häufig mit Merlot Noir verschnitten wird. Garnacha tinta (mitunter auch als Grenache bezeichnet) ist eine der weltweit am häufigsten angebauten roten Traubensorten; in der EU erstreckten sie ihre größten Anbaugebiete von Castilla-la Mancha und Aragón in Spanien bis nach Südfrankreich, wo sie große Flächen von Languedoc-Roussillon, Provence-Alpes-Côte d’Azur und Rhône-Alpes bedeckten.
Abbildung 2: NUTS-2-Regionen mit den größten Rebflächen, nach ausgewählten Traubensorten, 2015
(in Tausend Hektar)
Quelle: Eurostat (vit_t4)

Viehwirtschaft

Die in Karte 4 dargestellten Informationen über die Viehwirtschaft in der EU geben Aufschluss über Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen (somit sind Geflügel und weniger weit verbreitete Tierarten nicht enthalten). Der gesamte Viehbestand dieser vier Tierarten in der EU-28 wurde 2016 auf 336 Millionen Stück geschätzt. Die am häufigsten gehaltenen Tiere waren Schweine (147,2 Millionen), gefolgt von 89,1 Millionen Rindern, 87,1 Millionen Schafen und 12,8 Millionen Ziegen (wobei die letzten beiden Zahlen gezielt für die Zwecke dieser Online-Veröffentlichung erstellte Schätzwerte darstellen).

Im Jahr 2016 verfügten Spanien, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich über die insgesamt größten Viehbestände, wobei die meisten Schweine in Spanien und Deutschland gemästet wurden, während in Frankreich die höchste Zahl an Rindern aufgezogen wurde, das Vereinigte Königreich den bei weitem größten Bestand an Schafen hatte und Griechenland über die größte Zahl an Ziegen verfügte.

In Southern and Eastern (Irland) gab es 4,1 Millionen Rinder und in Niedersachsen (Deutschland) 8,6 Millionen Schweine

Karte 4 veranschaulicht die Muster der regionalen Spezialisierung in der Viehwirtschaft, wobei diese nicht einfach anhand des Bestands der verschiedenen Tierarten ermittelt wurde, sondern vielmehr im Verhältnis zum Durchschnitt der EU-28. Deshalb zeigt die Karte eher den relativen als den absoluten Spezialisierungsgrad der einzelnen Regionen. Bei der Analyse dieser Viehbestände sollte berücksichtigt werden, dass die Regionen von unterschiedlicher Größe sind und dass die Daten für Deutschland und das Vereinigte Königreich für NUTS-1-Regionen dargestellt werden.

In mehreren EU-Mitgliedstaaten bestanden 2016 eindeutige, den meisten ihrer Regionen gemeinsame Spezialisierungen in der Viehhaltung. Dies war in Griechenland bei Ziegen, in Dänemark und Polen bei Schweinen, in der Tschechischen Republik, Irland, Slowenien und Schweden bei Rindern sowie im Vereinigten Königreich bei Schafen der Fall. In einer Reihe von Mitgliedstaaten herrschte dagegen ein vielfältigeres Bild ohne eindeutige, verschiedene Regionen umfassende nationale Spezialisierungen, beispielsweise in Spanien, Frankreich, Italien, Portugal oder der Slowakei.

Die Viehbestände erreichen in den verschiedenen Regionen ganz unterschiedliche Stärken; darin spiegelt sich nicht nur die Größe jeder einzelnen Region wider, sondern auch ihre Landschaft, ihr Klima und alternative Bodennutzungen (nicht nur für die Landwirtschaft). Unter den 87 EU-Regionen, die 2016 eine relative Spezialisierung auf die Rinderhaltung aufwiesen, vermeldeten zwölf einen Viehbestand von mehr als einer Million Tieren. Die Hälfte dieser Regionen lag in Frankreich (Rhône-Alpes, Limousin, Bourgogne, Auvergne, Basse-Normandie und Pays de la Loire), zwei lagen in Deutschland (Schleswig-Holstein und Bayern. Hier ist zu berücksichtigen, dass beides NUTS-1-Regionen sind); darüber hinaus lag jeweils eine dieser Region in Polen (die Hauptstadtregion Mazowieckie) und im Vereinigten Königreich (Northern Ireland, ebenfalls eine NUTS-1-Region). Die letzten beiden Regionen auf dieser Rangliste lagen in Irland, nämlich Border, Midland and Western und Southern and Eastern, wobei die zuletzt genannte Region mit 4,1 Millionen Stück den höchsten Bestand verzeichnete.

Von den 54 EU-Regionen, die sich durch eine relative Spezialisierung auf die Schweinemast auszeichneten, gab es 24 Regionen mit mehr als einer Million Stück Vieh; von diesen wies wiederum die Hälfte einen Bestand von mehr als zwei Millionen Tieren auf. Die größten Schweinebestände gab es in drei Regionen in Dänemark, zwei Regionen in Deutschland (beides NUTS-1-Regionen, darunter Niedersachsen, das mit 8,6 Millionen Stück die höchste Zahl an Tieren in der EU aufwies), zwei Regionen in Spanien (einschließlich der Region Cataluña, die mit 7,6 Millionen Stück den zweithöchsten Bestand verzeichnete) sowie jeweils einer Region in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Polen. Ebenso wie in Niedersachsen und Cataluña wurden auch in Nordrhein-Westfalen (Deutschland), der Bretagne (Frankreich) und Aragón (Spanien) mehr als 7,0 Millionen Tiere gehalten.

In der EU war in 45 Regionen die Ziegenaufzucht 2016 die (im Verhältnis zum EU-Durchschnitt) am stärksten spezialisierte Form der Viehhaltung. Die südspanische Region Andalucía (1,1 Millionen Tiere) meldete als einzige Region in der EU mehr als eine Million Ziegen, wobei Castilla-la Mancha (eine weitere spanischen Region) und die griechische Inselregion Kriti die einzigen weiteren Regionen mit einem Ziegenbestand vor über einer halben Million Tieren waren.

Abschließend ist anzuführen, dass sich 2016 im Tierzuchtbereich 37 Regionen in der EU auf die Schafhaltung spezialisiert hatten (bezogen auf den EU-Durchschnitt). In insgesamt 15 dieser Regionen wurde mehr als eine Million Schafe gezählt, in acht davon gab es mehr als zwei Millionen Schafe. Am größten waren die Schafbestände im Westen und Norden des Vereinigten Königreichs (NUTS-1-Regionen), und zwar in Wales (6,2 Millionen Tiere) und Schottland (5,0 Millionen Tiere). Die drittgrößte Schafpopulation in der EU wurde in der spanischen Region Extremadura gezählt (3,5 Millionen Tiere).
Karte 4: Relative Spezialisierung in der Tierhaltung und Viehzahlen nach NUTS-2-Regionen, 2016
(bezogen auf den prozentualen Anteil am Viehbestand in der EU-28)
Quelle: Eurostat (agr_r_animal), (apro_mt_lscatl), (apro_mt_lspig), (apro_mt_lssheep) und (apro_mt_lsgoat)

Die Kuhmilcherzeugung erreichte mit 5,5 Millionen Tonnen in der Bretagne (im Nordwesten Frankreichs) sowie in Southern and Eastern (Irland) Spitzenwerte

Für Milchvieh geeignetes Weideland und Ackerlandflächen für Futterpflanzen kommen in dieser Kombination am häufigsten in Regionen vor, die durch ein gemäßigtes Klima und relativ hohe Niederschlagsmengen gekennzeichnet sind. In der EU stieg in 44 NUTS-2-Regionen die Kuhmilcherzeugung 2016 auf über eine Million Tonnen (veranschaulicht durch den dunkelsten Farbton in Karte 5); auf diese Regionen entfielen zusammen 56 % der in der EU produzierten Milch.

Die am stärksten auf die Milchviehhaltung spezialisierten Regionen in der EU fanden sich in Dänemark, Deutschland, Irland, Teilen Frankreichs und Polens, in mehreren Alpenregionen sowie einem großen Teil von Westengland, Wales, Schottland und Nordirland (im Vereinigten Königreich). In Regionen, in denen Grünlandflächen knapper sind (beispielsweise rund um das Mittelmeer oder in den südöstlichen Teilen der EU) ist die Milchviehzucht vergleichsweise selten. An ihre Stelle tritt insbesondere dann die Schaf- oder Ziegenhaltung, wenn Viehzüchter mit vergleichsweise trockenen Landschaften und weniger günstigen klimatischen Verhältnissen konfrontiert sind oder ihre Tätigkeit in Bergregionen ausüben.

Die höchsten Mengen an in der EU erzeugter Kuhmilch entfielen 2016 auf die Bretagne (im Nordwesten Frankreichs) und die irische Region Southern and Eastern mit einer Produktion von jeweils 5,5 Millionen Tonnen. Die dritthöchste Menge erzeugter Kuhmilch wurde in Lombardia (Norditalien, 4,7 Millionen Tonnen) erzielt, während Pays de la Loire, Basse-Normandie (beide Frankreich) sowie Weser-Ems und Schleswig-Holstein (beide Deutschland) die einzigen weiteren Regionen in der EU waren, in denen die Kuhmilcherzeugung mindestens 3,0 Millionen Tonnen betrug.
Karte 5: Kuhmilcherzeugung, nach NUTS-2-Regionen, 2016
(in Tausend Tonnen)
Quelle: Eurostat (agr_r_milkpr) und (apro_mk_farm)

Quelldaten für die Abbildungen und Karten

Datenquellen

Die EU-Mitgliedstaaten führen alle zehn Jahre eine umfassende Erhebung über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe (FSS) auf der Basis des Agrarzensus durch, dessen letzte Runde im Jahr 2010 stattgefunden hat. Diese Erhebung ist die wichtigste Quelle für Agrarstatistiken. Zusätzlich zu diesen Grunderhebungen werden in den Jahren dazwischen noch Stichprobenerhebungen vorgenommen, wobei die letzte Erhebung über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe für das Bezugsjahr 2013 erfolgte. Für das Bezugsjahr 2016 ist bereits eine Erhebung durchgeführt worden, deren Ergebnisse bei Redaktionsschluss jedoch noch nicht vorlagen. Im Rahmen dieser Erhebungen tragen die EU-Mitgliedstaaten Daten der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe zu den folgenden Bereichen zusammen: landwirtschaftliche Bodennutzung, Viehbestand, ländliche Entwicklung (beispielsweise Tätigkeiten außerhalb der Landwirtschaft) sowie Betriebsleitung und landwirtschaftlicher Arbeitseinsatz (einschließlich Alter und Geschlecht sowie die Beziehung der Arbeitskräfte zum Betriebsinhaber). Die Rechtsgrundlage für die Erhebung über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe bildet die Verordnung (EG) Nr. 1166/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Betriebsstrukturerhebungen und die Erhebung über landwirtschaftliche Produktionsmethoden zusammen mit der dazugehörigen Durchführungsverordnung, (Verordnung (EG) Nr. 1200/2009). In der Erhebung über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe verwendete Schwellenwerte werden in der Regel so festgelegt, dass nur Landwirtschaftsbetriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mehr als einem Hektar erfasst werden, obwohl dieser Schwellenwert auf zwei Hektar für die Slowakei, auf drei Hektar für Luxemburg sowie auf fünf Hektar für die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland und das Vereinigte Königreich angehoben wurde.

Die Rechtsgrundlage für die Statistik der pflanzlichen Erzeugung ist die Verordnung (EG) Nr. 543/2009, die durch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/1557 der Kommission aktualisiert wurde. Sie wird durch eine Vereinbarung innerhalb des Europäischen Statistischen Systems (ESS) (auf Englisch) ergänzt. Die statistischen Daten über die pflanzliche Erzeugung beziehen sich auf die Erntemengen, die bewirtschafteten Flächen, die Hauptanbauflächen und die Erträge.

Eurostat sammelt Daten über die Struktur der Rebflächen, die dann von der Europäischen Kommission für die Zwecke der Analyse des Produktionspotenzials und des Managements des Weinsektors der EU genutzt werden. Die Rechtsgrundlage für die Statistik der Rebflächen ist die Verordnung (EU) Nr. 1337/2011. In der Rebflächenerhebung werden Reben für Kellertrauben, getrocknete Trauben und Trauben mit doppeltem Verwendungszweck erfasst. Reben, die nur Tafeltrauben erzeugen, sind ausgeschlossen. Die Rebfläche schließt alle im Ertrag stehenden und noch nicht im Ertrag stehenden Flächen ein. Die Daten werden nur für EU-Mitgliedstaaten erhoben, auf deren Staatsgebiet die für andere Zwecke als Tafeltrauben bewirtschafteten Rebflächen mindestens 500 Hektar betragen.

Die Rechtsgrundlage der Viehstatistik bildet die Verordnung (EG) Nr. 1165/2008, während die Statistiken zur Erzeugung von Milch und Milchprodukten durch die Entscheidung 97/80/EG mit Durchführungsbestimmungen zur Richtlinie 96/16/EG betreffend die statistischen Erhebungen über Milch und Milcherzeugnisse geregelt werden.

Weitere Informationen:

Spezieller Bereich zum Thema Landwirtschaft

Landwirtschaft — Methodologie

Kontext

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zählt zu den ältesten politischen Strategien der EU, sie dient der Unterstützung der Landwirte und Sicherstellung der Ernährungssicherheit in Europa. Ihre Ziele sind:

  • Unterstützung der Landwirte und die Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft, damit die Verbraucher eine stabile Versorgung mit erschwinglichen Lebensmitteln haben;
  • Gewährleistung eines angemessenen Lebensstandards für die landwirtschaftliche Bevölkerung in der EU;
  • Hilfe bei der Bewältigung des Klimawandels und bei der nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen;
  • Erhalt des ländlichen Raums und der Landschaften in der EU;
  • Aufrechterhaltung der ländlichen Wirtschaft durch die Förderung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, der Agrar- und Ernährungswirtschaft und verwandten Branchen.

Die GAP ist eine gemeinsame Politik für alle Mitgliedstaaten der EU. Sie wird für die EU als Gesamtheit verwaltet und aus dem Mitteln des EU-Haushalts finanziert.

Die GAP wird auf dreierlei Weise aktiv:

  • Einkommenssicherung. Direktzahlungen sichern die Einkommensstabilität und entlohnen Landwirte für umweltfreundliche Bewirtschaftungspraktiken und die Bereitstellung öffentlicher Güter wie beispielsweise der Landschaftspflege, die von den Märkten normalerweise nicht bezahlt werden.
  • Marktmaßnahmen. Die EU kann zur Bewältigung schwieriger Marktbedingungen wie einem plötzlichen Nachfragerückgang aufgrund einer (vermeintlichen) Gesundheitsgefahr oder einem Preisverfall infolge eines vorübergehenden Überangebots auf dem Markt Maßnahmen treffen.
  • Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums. In nationalen und regionalen Programmen wird auf die besonderen Bedürfnisse und Herausforderungen ländlicher Gebiete eingegangen.

Der derzeitige Programmplanungszeitraum für die GAP endet 2020. Die Europäische Kommission legte einen Vorschlag zur Reform der GAP vor. Nach diesen Plänen wird die künftige Gemeinsame Agrarpolitik weiterhin den Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln gewährleisten und das Landwirtschaftsmodell der EU unterstützen, wobei der Schwerpunkt stärker auf Umwelt und Klima gelegt und damit der Übergang zu einem nachhaltigeren Agrarsektor und die Entwicklung lebendiger ländlicher Gebiete gefördert wird.

Die für die künftige GAP vorgeschlagenen neun Ziele lauten:

  • Sicherstellung eines angemessenen Einkommens für Landwirte;
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit;
  • Ausgleich der Machtverhältnisse in der Lebensmittelkette;
  • Maßnahmen gegen den Klimawandel;
  • Schonung der Umwelt;
  • Erhaltung der Landschaften und der biologischen Vielfalt;
  • Unterstützung des Generationenwechsels;
  • lebendige ländliche Gebiete;
  • Schutz der Lebensmittel- und Gesundheitsqualität.

Mit ihren Vorschlägen verfolgt die Kommission das Ziel, durch die Vereinfachung und Modernisierung der Art und Weise, wie die GAP für die Landwirte und die Gesellschaft insgesamt funktioniert, ein flexibleres System aufzubauen. In der vorgeschlagenen neuen Politik würde sich das Gewicht von Konformität und Vorschriften auf Ergebnisse und Leistung verlagern. Darüber hinaus würde sie den EU-Mitgliedstaaten mehr Freiheit gewähren, um beispielsweise über die Methode zur Erreichung gemeinsamer, für die gesamte EU gesetzter Ziele zu entscheiden und zugleich auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Landwirte und ländlichen Gemeinden zu reagieren.

Der Vorschlag für die neue Gemeinsame Agrarpolitik wird im Europäischen Parlament und im Rat beraten werden und voraussichtlich ab 2021 in Kraft sein.

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Erzeugung von Kuhmilch in den landwirtschaftlichen Betrieben, nach NUTS-2-Regionen (tgs00046)
Landwirtschaftliche Erzeugnisse (t_apro)
Milch und Milcherzeugnisse (t_apro_mk)
Erzeugung von Kuhmilch in den landwirtschaftlichen Betrieben, nach NUTS-2-Regionen (tgs00046)
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Viehbestand und Fleisch (apro_mt)
Bestände (apro_mt_ls)
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Weinbau (vit)
Weinbaubetriebe nach Art der Erzeugung (vit_t1)


Mittels des Statistischen Atlasses von Eurostat können Sie alle Karten interaktiv verwenden (siehe user manual) (auf Englisch).

Dieser Artikel ist Bestandteil der wichtigsten jährlichen Veröffentlichung von Eurostat, des Eurostat Jahrbuchs der Regionen.