Landwirtschaftliche Regionalstatistik

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Datenauszug von März, April und Mai 2019.

Aktualisierung des Artikels geplant: Dezember 2020.

Im Fokus

In der französischen Region Centre – Val de Loire wurde im Jahr 2017 mehr Getreide geerntet als in irgendeiner anderen Region der EU; erzeugt wurde hauptsächlich Weichweizen und Dinkel.

In der Bretagne (Frankreich) und in Southern (Irland) wurden 2017 mit 5,6 bzw. 5,4 Mio. Tonnen die größten Mengen an Kuhmilch erzeugt.

Quelle: Eurostat

Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Lebensmittel und kulinarische Traditionen sind ein wichtiger Bestandteil der regionalen und kulturellen Identität Europas. Dies ist – zumindest teilweise – auf die große Vielfalt natürlicher Lebensräume, klimatischer Bedingungen und landwirtschaftlicher Verfahren zurückzuführen, die die Produktion einer breiten Palette landwirtschaftlicher Erzeugnisse ermöglichen. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucherin in der Europäischen Union (EU) messen der Herkunft ihrer Nahrungsmittel Bedeutung bei und wählen daher beispielsweise regionale Erzeugnisse oder traditionelle Spezialitäten, wie die Zunahme von Bauernmärkten und Lebensmittelmessen zeigt. Dies steht im Gegensatz zu dem wachsenden Anteil der Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich für den Einkauf bei Discountern entscheiden, die den Markt für Lebensmittel in mehreren Mitgliedstaaten grundlegend verändert haben.

Etwa zwei Fünftel der Fläche der EU werden landwirtschaftlich genutzt. Hieran wird deutlich erkennbar, wie stark sich die landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf die natürliche Umwelt, die natürlichen Ressourcen, die natürliche Tierwelt sowie die Qualität von Boden und Wasser auswirken kann. Landwirte sollen immer häufiger zum Nutzen aller Europäer Landschaftspflege betreiben und durch den Erhalt von Böden, Landschaften und Artenvielfalt als öffentliches Gut dafür sorgen, dass Landschaften zum Wohle der gesamten Gesellschaft sorgsam bewirtschaftet und gepflegt werden.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) erstreckt sich auf alle EU-Mitgliedstaaten. Sie wird direkt von der EU verwaltet und aus dem EU-Haushalt finanziert. Die GAP zielt vor allem darauf ab, dass die Landwirte in der EU eine stabile, sichere Versorgung der 510 Millionen Verbraucher in der gesamten EU mit nachhaltig erzeugten, bezahlbaren Nahrungsmitteln gewährleisten. Ein weiteres Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass Betriebsinhaber und andere landwirtschaftliche Arbeitskräfte einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen können.

Die Herausforderungen für die Landwirtschaft der EU sind weiterhin im Wandel begriffen. Damit verbundene ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte sind u. a. Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft sowie der Landwirtschaft auf den Klimawandel; Wasserverschmutzung und -knappheit; Bodenerosion und -verdichtung; Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Luftqualität; Erhaltung der Landschaften und der biologischen Vielfalt; Druck auf landwirtschaftliche Einkommen; Produktivitätsschwächen; Ungleichgewichte in den Wertschöpfungsketten; Gewährleistung lebendiger ländlicher Gemeinschaften; Entwicklungsperspektiven für die ländliche Wirtschaft; Erstniederlassung von Junglandwirten sowie territorialer Zusammenhalt. Die künftige GAP will kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben Vorrang einräumen und Junglandwirte ermutigen, in den Beruf einzusteigen.

In diesem Kapitel werden die regionalen Agrarstatistiken der EU sowie eine Auswahl der von Eurostat in diesem Bereich erhobenen statistischen Daten vorgestellt. Dazu gehören insbesondere Informationen über die Struktur der Landwirtschaft (die durchschnittliche Betriebsgröße und die Bedeutung älterer Betriebsleiter), die Erzeugung von Getreide und die tierische Erzeugung (Spezialisierung bei der Tierhaltung (auf Englisch) und milcherzeugung (auf Englisch)).

Vollständiger Artikel


Die Struktur der Landwirtschaft

2016 gab es 10,5 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in der EU-28. Rund ein Drittel der Gesamtzahl (32,7 %) befand sich in Rumänien, und ein Betrieb von acht (13,5 %) war in Polen angesiedelt. Die nächstgrößten Anteile verzeichnete man in Italien (10,9 % der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU-28), Spanien (9,0 %) und Griechenland (6,5 %).

Die landwirtschaftlichen Betriebe in der EU sind mehrheitlich klein. Im Jahr 2016 waren zwei Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU entweder Kleinstbetriebe (in diesem Zusammenhang als landwirtschaftliche Betriebe mit einem jährlichen Standardoutput (auf Englisch) von weniger als 2 000 EUR definiert) oder Kleinbetriebe (mit einem jährlichen Output zwischen 2 000 EUR und 8 000 EUR). Kleine und sehr kleine landwirtschaftliche Betriebe befinden sich häufig im Osten und Süden der EU.

Die 4,0 Millionen als sehr klein eingestuften Betriebe trugen lediglich 1 % zur landwirtschaftlichen Gesamtproduktion der EU bei. Auf der landwirtschaftlichen Skala fallen sie in den Bereich der Semi-Subsistenzbetriebe; etwa drei Viertel von ihnen verbrauchten mehr als die Hälfte ihrer Produktion selbst.

Karte 1 zeigt eine Analyse der durchschnittlichen Größe landwirtschaftlicher Betriebe (gemessen am Standardoutput) in den NUTS-2-Regionen im Jahr 2016. Die durchschnittliche (mittlere) wirtschaftliche Größe der Landwirtschaftsbetriebe in der EU lag bei einem Standardoutput von 34 800 EUR. Auf der Karte wird die Durchschnittsgröße der Betriebe in den einzelnen Regionen im Vergleich zum EU-28-Durchschnitt dargestellt, dem der Wert 100 zugewiesen wurde (bzw. 100 %). Regionen, in denen die durchschnittliche Betriebsgröße den EU-28-Durchschnitt übersteigt oder diesem entspricht, sind in Grün eingezeichnet, und solche, in denen der Durchschnittswert geringer ist, in Gelb. Hier ist jedoch zu beachten, dass der Erhebungsbereich (auf Englisch) von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterschiedlich sein kann und sich dies auf die im Folgenden dargestellten Ergebnisse auswirken kann, da die Anwendung unterschiedlicher Schwellenwerte für den Ausschluss der kleinsten Betriebe großen Einfluss auf die erfasste Durchschnittsgröße hat.

Die Agrarwirtschaft der EU kann grob in drei Gruppen von Betrieben unterteilt werden: (i) Semi-Subsistenzbetriebe, (ii) kleine und mittlere Betriebe sowie (iii) große landwirtschaftliche Betriebe, die meist eine Rechtsform haben oder Genossenschaften sind. In Karte 1 wird klar ersichtlich, dass die Verteilung dieser drei Gruppen entlang geografischer Linien verläuft.

Die – nach Standardoutput bemessenen – kleinsten durchschnittlichen Betriebsgrößen der EU fanden sich am häufigsten in östlichen und südlichen Regionen

2016 betrug in der EU in 43 Regionen die durchschnittliche Betriebsgröße weniger als die Hälfte des Durchschnittswerts der EU-28 (veranschaulicht durch den dunkelsten Gelbton). Dabei handelt es sich um sämtliche griechischen, rumänischen und slowenischen Regionen sowie um eine Reihe von Regionen in Polen, Ungarn, Portugal und Bulgarien sowie Litauen (nach nationalen Daten) und Malta (bei diesem Grad der Detailgenauigkeit eine einzige Region). Sud-Vest Oltenia in Rumänien war die Region mit dem niedrigsten Standardoutput je Landwirtschaftsbetrieb (2 710 EUR).

Die höchsten durchschnittlichen Betriebsgrößen fanden sich am häufigsten in den westlichen Regionen

In der gesamten EU war in 64 Regionen der durchschnittliche Standardoutput je Landwirtschaftsbetrieb mit mindestens 174 000 EUR wenigstens fünfmal so hoch wie der EU-28-Durchschnitt (wie durch den dunkelsten Farbton in Karte 1 veranschaulicht wird). Diese Regionen lagen hauptsächlich in Deutschland, den Benelux-Staaten, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Tschechien. In 15 dieser 64 Regionen betrug die durchschnittliche Betriebsgröße mindestens das Zehnfache des Durchschnitts der EU-28; acht dieser Regionen befanden sich in den Niederlanden, sechs in Deutschland und eine in Dänemark (Syddanmark). Zuid-Holland war die Region mit dem höchsten Standardoutput je Landwirtschaftsbetrieb (dieser belief sich auf 680 700 EUR und lag damit fast zwanzigmal über dem EU-28-Durchschnitt).

Karte 1: Durchschnittliche wirtschaftliche Betriebsgröße, 2016
(EU-28 = 100, basierend auf dem Standardoutput des durchschnittlichen Landwirtschaftsbetriebs im Verhältnis zum EU-28-Durchschnitt, nach NUTS-2-Regionen)
Quelle: Eurostat (ef_m_farmleg)

2016 war über die Hälfte aller Betriebsleiter in der EU-28 mindestens 55 Jahre alt

Betriebsleiter sind für die laufenden täglichen Finanzierungs- und Produktionstätigkeiten im Rahmen der Betriebsführung verantwortlich, so etwa für Entscheidungen über die Art und Menge der angebauten Pflanzen oder der gehaltenen Tiere sowie über den Einsatz von Arbeitskraft, Materialien und Geräten. Häufig handelt es sich bei dem Betriebsleiter gleichzeitig um den Eigentümer des Landwirtschaftsbetriebs (auch als Betriebsinhaber bezeichnet), was jedoch – insbesondere wenn der Betrieb eine Rechtsform hat – nicht zwangsläufig der Fall sein muss.

Das hohe Durchschnittsalter der Landwirte und der schleppende Generationenwechsel sind häufig anzutreffende Probleme im Agrarsektor der EU. Im Mai 2018 wurden in einem Bericht des Europäischen Parlaments bestehende und mögliche neue Maßnahmen zur Unterstützung von Junglandwirten untersucht, wie beispielsweise die Schaffung von Anreizen für ältere Landwirte, um aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, die Beseitigung von Hindernissen für Neulandwirte sowie die Verbesserung der unternehmerischen Kompetenzen von Junglandwirten.

Da es pro Landwirtschaftsbetrieb nur einen Betriebsleiter gibt, ist die Anzahl der Betriebsleiter und Betriebe identisch, nämlich 10,5 Millionen in der EU-28 für das Jahr 2016. Davon waren 1,1 Millionen (10,6 %) unter 40 Jahre alt und gelten somit für die Zwecke der Maßnahmen als Junglandwirte. In der überwiegenden Mehrzahl der Regionen in der EU betrug der Anteil der Junglandwirte im Jahr 2016 weniger als 20,0 %; höhere Anteile wurden in lediglich 17 Regionen ausgewiesen. Diese lagen hauptsächlich in Polen (acht Regionen) und Österreich (sechs Regionen – darunter das Land Salzburg, das mit 27,6 % den höchsten Anteil in der EU aufwies).

Im Jahr 2016 war mehr als die Hälfte (57,9 %) aller Betriebsleiter in der EU mindestens 55 Jahre alt, und fast jeder Dritte (32,9 %) hatte mindestens das 65. Lebensjahr erreicht. In Karte 2, die dieser höchsten Altersgruppe gewidmet ist, wird für jede NUTS-2-Region der Anteil der Betriebsleiter dargestellt, die 65 Jahre oder älter sind. Ältere Betriebsleiter waren insbesondere in portugiesischen Regionen weit verbreitet. So waren in der Algarve 2016 nahezu zwei Drittel (63,1 %) der Betriebsleiter mindestens 65 Jahre alt, während die Regionen Centro, Área Metropolitana de Lisboa, Alentejo, Região Autónoma da Madeira und Norte entsprechende Anteile von knapp unter bzw. über 50 % erreichten. Neben Portugal lag der Anteil der Betriebsleiter, die mindestens 65 Jahre alt waren, in 31 weiteren Regionen bei mindestens 40,0 %. Diese lagen hauptsächlich in Italien (10 Regionen, darunter Umbria, wo sich mit 48,9 % der höchste Anteil außerhalb Portugals fand), Rumänien (alle acht Regionen) sowie dem Vereinigten Königreich (sieben Regionen).

Diese überalterten Strukturen machen deutlich, dass die Frage der Betriebsnachfolge von politischem Interesse ist und eine neue Generation von Landwirten gefördert werden muss. Tendenziell sind ältere Betriebsleiter in den (unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten) kleinsten Landwirtschaftsbetrieben tätig, die durch Subsistenzhaushalte und niedrige landwirtschaftliche Einkommen geprägt sind.

In 46 Regionen der EU waren 2016 weniger als 10 % der Betriebsleiter mindestens 65 Jahre alt, wobei Salzburg mit 4,0 % den niedrigsten Anteil verzeichnete. Diese Regionen, in denen nicht einmal jeder zehnte Betriebsleiter in dieser hohen Altersstufe war, befanden sich hauptsächlich in Deutschland (21 Regionen, davon nur eine einzige in Ostdeutschland), Österreich (alle neun Regionen) sowie Polen (acht Regionen).

Karte 2: Ältere Betriebsleiter, 2016
(Anteil der Betriebsleiter im Alter von ≥ 65 Jahren, in %, nach NUTS-2-Regionen)
Quelle: Eurostat (ef_m_farmang)

Getreide und Ölsaaten

In der französischen Region Centre – Val de Loire wurde im Jahr 2017 mehr Getreide geerntet als in irgendeiner anderen Region der EU

Ackerland wird häufig für die Erzeugung von Getreide, einem der wichtigsten Produkte des Landwirtschaftssektors der EU, genutzt. Getreide wird zumeist für den menschlichen Verbrauch erzeugt und als Tierfutter verwendet. Darüber hinaus wird es aber auch bei der Herstellung von Getränken und Industrieprodukten eingesetzt (z. B Stärke). In der EU konzentriert sich der Getreideanbau überwiegend auf Tieflandregionen mit ihren großen Ebenen, in denen ein gemäßigtes Klima mit relativ niedrigen Niederschlagsmengen vorherrscht.

2017 betrug die in der EU-28 Erntemenge (auf Englisch) bei Getreide 310,6 Mio. Tonnen. Die Höhe der Getreideproduktion in den NUTS-2-Regionen wird in der Karte 3 durch die Größe der Kreise veranschaulicht. Die höchsten Erntemengen gab es mit mindestens 3,5 Mio. Tonnen vor allem in

  • neun französischen, hauptsächlich im Westen und Norden gelegenen Regionen, darunter die Region Centre – Val de Loire, in der 2017 mehr Getreide geerntet wurde (8,9 Millionen Tonnen) als in irgendeiner anderen Region der EU, wobei Weichweizen und Dinkel den überwiegenden Teil der Produktion ausmachten;
  • neun deutschen Regionen (wobei es sich bei diesen um NUTS-1-Regionen mit einer in der Regel größeren Fläche als NUTS-2-Regionen handelt);
  • drei rumänischen sowie zwei polnischen Regionen.

Die in der EU am häufigsten angebauten Getreidearten waren Weichweizen und Dinkel, die auch in 111 Regionen die häufigsten Getreidearten waren.

Hinsichtlich der in der EU angebauten Getreidearten herrscht eine beachtliche Vielfalt, wobei sich in den regionalen Spezialisierungen, zumindest bis zu einem gewissen Grad, die Topografie, der Bodentyp, das Klima und die Niederschläge oder aber konkurrierende Bodennutzungen widerspiegeln. Karte 3 zeigt nicht nur die im Jahr 2017 insgesamt erzielten Erntemengen, sondern gibt auch Aufschluss über die in den einzelnen NUTS-2-Regionen am häufigsten angebauten Getreidearten (veranschaulicht durch die Farben der einzelnen Kreise).

Die in der EU im Jahr 2017 am häufigsten angebauten Getreidearten waren Weichweizen und Dinkel. Letztere waren in nicht weniger als 111 über die gesamte EU verteilten Regionen die häufigsten Getreidearten. Bei einer groben Einteilung dieser Regionen lassen sich im Wesentlichen folgende Gruppen unterscheiden:

  • ein Bogen, der von Nordspanien durch die meisten Regionen von Frankreich, die Benelux-Staaten, England und Wales (mit Ausnahme von London) (NUTS-1-Regionen), mehrere deutsche Regionen (NUTS-1-Regionen), die meisten dänischen sowie die schwedischen Regionen (mit Ausnahme der Regionen im äußersten Norden) bis hin zu den beiden südlichsten Regionen Finnlands verläuft;
  • eine weitere Gruppe, die alle Regionen in den baltischen Mitgliedstaaten, die Mehrheit der polnischen Regionen, sämtliche tschechischen und slowakischen Regionen, drei Regionen im östlichen Österreich (sowie eine westösterreichische Region) und zwei nordungarische Regionen umfasst;
  • alle bulgarischen Regionen.

In der EU waren ferner in einer großen Zahl an Regionen (52) im Jahr 2017 Körnermais und Corn-Cob-Mix die am häufigsten angebauten Getreidearten. Die Regionen, die sich auf Körnermais und Corn-Cob-Mix spezialisierten, lagen überwiegend

  • auf der Iberischen Halbinsel, nämlich die meisten Regionen Portugals sowie vier spanische Regionen, die sich zumeist in Grenzlage oder in der Nähe zu Portugal befanden;
  • in den nördlichen Regionen Italiens (Daten aus dem Jahr 2016), den zentralen Teilen des Nachbarlandes Österreich bis hin zu den östlichen Teilen Sloweniens und Kroatiens, dem größten Teil Ungarns und Rumäniens sowie im überwiegenden Teil des griechischen Festlands.
Karte 3: Erntemengen von Getreide (einschließlich Saatgut) und am häufigsten angebaute Getreidearten, 2017
(in Millionen Tonnen, nach NUTS-2-Regionen)
Quelle: Eurostat (apro_cpnhr)

Die Regionen, in denen Gerste das am häufigsten angebaute Getreide war, lassen sich häufig – wenn auch nicht durchgehend – als eher entlegene oder bergige Regionen der EU beschreiben, wie beispielsweise Zentral- und Nordfinnland und Schweden, mehrere Teile Spaniens, die griechischen Inseln und Zypern, alle irischen Regionen, Nordirland und Schottland (NUTS-1-Regionen im Vereinigten Königreich).

Hartweizen war in mehreren südlichen und westlichen Regionen der EU die am häufigsten angebaute Getreideart, so beispielsweise im Mittel- und Süditalien sowie auf den italienischen Inseln (Daten von 2016); in Andalucía im Süden Spaniens und in zwei Regionen in Südfrankreich, nämlich Languedoc-Roussillon und Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Im Gegensatz zur Lage bei den vier oben erwähnten Gruppen von Getreidearten gab es in der EU vergleichsweise wenige Regionen, in denen irgendeine der sonstigen, in Karte 3 aufgeführten Getreidearten die am häufigsten angebaute Kultur war:

  • Die Provincia Autonoma di Bolzano/Bozen in Italien war die einzige Region, in der Roggen und Wintermenggetreide die am häufigsten angebauten Kulturen darstellten (Daten von 2016);
  • Hafer war in Sachsen-Anhalt (Deutschland) sowie in zwei Inselregionen und der Hauptstadtregion Griechenlands die am häufigsten angebaute Kultur;
  • in vier polnischen Regionen, die sich vom Zentrum bis zum Nordosten des Landes erstreckten, einschließlich der Hauptstadtregion, war Triticale die am häufigsten angebaute Kultur;
  • Reis war in zwei französischen Übersee-Regionen (Guyane und Mayotte), in der Comunidad Valenciana im östlichen Spanien und in der Großstadtregion rund um die portugiesische Hauptstadt die am häufigsten angebaute Kultur.

Sonnenblumen waren in weiten Teilen des Südens der EU und in den südlicheren der osteuropäischen Mitgliedstaaten die am meisten verbreitete Ölsaatenpflanze

Einige Ölsaatenpflanzen werden zu Produkten für den menschlichen Verbrauch verarbeitet, der Großteil der Ölsaatenernte wird jedoch als Tierfutter verwendet. Die aus manchen Ölsaaten gewonnenen Öle können auch in der Industrie eingesetzt werden, etwa bei der Herstellung von Biodiesel und Druck- oder Anstrichfarben.

2017 belief sich die geerntete Erzeugung von Ölsaaten in der EU-28 auf 36,1 Millionen Tonnen. Mit einem Anteil von 60,7 % waren Raps und Rübsen zur Körnergewinnung zusammen genommen die am häufigsten angebauten Ölsaatenpflanzen in der EU, gefolgt von Sonnenblumen zur Körnergewinnung (mit einem Anteil von 28,9 %), Sojabohnen (7,6 %), Baumwolle zur Körnergewinnung (2,4 %) und Leinsamen zur Körnergewinnung (0,4 %).

Die höchsten regionalen Erntemengen (auf NUTS-Ebene 2) bei Ölsaaten wurden 2017 mit 1,5 bzw. 1,4 Mio. Tonnen in den rumänischen Regionen Sud-Muntenia und Sud-Est erreicht. Die französische Region Centre – Val de Loire (1,2 Mio. Tonnen) war die einzige weitere NUTS-2-Region, in der über 750 000 Tonnen geerntet wurden. Die weiteren 17 Regionen, die 2017 Erntemengen von mindestens 500 000 Tonnen verzeichneten, lagen hauptsächlich in Frankreich (fünf Regionen), Bulgarien, Ungarn und Rumänien (jeweils drei Regionen).

In den südlichen Regionen Europas und in den nordischen Ländern war die Erzeugung von Raps, Rübsen und Sonnenblumen zur Körnergewinnung wenig verbreitet. Der weitaus größte Teil der geernteten Produktion entfiel auf einen zwischen den beiden Randgebieten liegenden Streifen. In 28 im Allgemeinen im Süden der EU gelegenen Regionen EU wurden keinerlei Ölsaaten erzeugt. Allerdings gab es auch einige Ausnahmen in südlichen Ländern, in denen sich die Produktion von Ölsaaten auf mindestens 100 000 Tonnen belief, wie beispielsweise Andalucía, Castilla y León und Castilla-La Mancha (in Spanien), Anatoliki Makedonia, Thraki (in Griechenland) sowie Veneto, Friuli-Venezia Giulia, Lombardia und Emilia-Romagna (in Italien; Daten von 2016).

Neben Informationen über die Gesamthöhe der Erntemengen bei Ölsaaten gibt Karte 4 auch darüber Aufschluss, welche Ölsaaten in den einzelnen Regionen am häufigsten angebaut werden (auf der Basis der Produktion). Raps und Rübsen zur Körnergewinnung waren die mit Abstand am häufigsten angebauten Ölsaaten, und zwar in 124 der 196 EU-Regionen mit irgendeiner Art von Ölsaatenerzeugung. 2017 fanden sich die höchsten Erntemengen in der EU in den Regionen

  • Centre – Val de Loire (1,03 Millionen Tonnen) und Champagne-Ardenne in Frankreich (699 000 Tonnen);
  • Sud-Muntenia in Rumänien, wo die Produktion einen Spitzenwert von 733 000 Tonnen erreichte.

Die Sonnenblume war 2017 in 57, hauptsächlich im Süden der EU oder in den südlicheren der osteuropäischen Mitgliedstaaten gelegenen Regionen die am häufigsten angebaute Ölsaatenpflanze. Zu diesen Regionen gehörten alle Regionen in Bulgarien, Ungarn (außer Nyugat-Dunántúl) und Rumänien (außer Sud-Muntenia), 11 Regionen in Spanien sowie 10 zentrale und südliche bzw. Inselregionen in Italien. Die höchsten Erntemengen bei Sonnenblumen in der EU wurden in Sud-Est (Rumänien; 951 000 Tonnen) registriert.

Sojabohnen waren die Ölsaatenpflanze, die in mehreren österreichischen und norditalienischen Regionen sowie in Kroatien am häufigsten angebaut wurde

Bei Sojabohnen handelt es um eine Mehrzweckkultur, die einerseits zur Ölherstellung und andererseits als pflanzliche Eiweißquelle für den Lebens- und Futtermittelsektor angebaut wird. 2017 meldeten insgesamt 15 Regionen in der EU Sojabohnen als die dort am häufigsten angebaute Ölsaatenpflanze. Dazu zählten sechs Regionen in Österreich, fünf Regionen in Norditalien (Daten von 2016) sowie beide Regionen Kroatiens.

Karte 4: Erntemengen von Ölsaaten und am häufigsten angebaute Ölsaaten, 2017
(in Tausend Tonnen, nach NUTS-2-Regionen)
Quelle: Eurostat (apro_cpnhr)

Tierhaltung und Milchwirtschaft

Die Karte 5 enthält Informationen über die Viehwirtschaft in der EU mit Statistiken über Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen( somit sind Geflügel und weniger weit verbreitete Tierarten nicht enthalten). Der gesamte Bestand dieser vier Tierarten in der EU-28 belief sich 2017 auf 339 Millionen Stück. Die am häufigsten gehaltenen Tiere waren Schweine (150,3 Millionen), gefolgt von 88,8 Millionen Rindern, 86,9 Millionen Schafen und 12,7 Millionen Ziegen (wobei die letzten beiden Zahlen gezielt für die Zwecke dieser Online-Veröffentlichung erstellte Schätzwerte darstellen).

2017 waren in Spanien, Deutschland, Frankreich und im Vereinigte Königreich die Viehbestände insgesamt am größten. Die meisten Schweine wurden in Spanien und Deutschland gemästet, in Frankreich wurde die höchste Zahl an Rindern aufgezogen, das Vereinigte Königreich hatte den größten Bestand an Schafen und Griechenland verfügte über die größte Zahl an Ziegen.

Karte 5 veranschaulicht die Muster der regionalen Spezialisierung in der Viehwirtschaft für NUTS-2-Regionen. Es sei darauf hingewiesen, dass diese nicht einfach anhand des Bestands der verschiedenen Tierarten, sondern vielmehr im Verhältnis zum Durchschnitt der EU-28 ermittelt wurden. Deshalb zeigt die Karte eher den relativen als den absoluten Spezialisierungsgrad der einzelnen Regionen. Bei der Analyse dieser Viehbestände sollte berücksichtigt werden, dass die Regionen von unterschiedlicher Größe sind und dass die Daten für Deutschland und das Vereinigte Königreich für NUTS-1-Regionen dargestellt werden. In einigen überwiegend städtischen Gebieten, in denen nur sehr wenig Landwirtschaft betrieben wird, können die Spezialisierungsgrade bei einer äußerst geringen Gesamtzahl an Tieren besonders hoch ausfallen.

In mehreren EU-Mitgliedstaaten bestanden 2017 eindeutige, den meisten ihrer Regionen gemeinsame Spezialisierungen in der Viehhaltung. Dies war in Griechenland bei Ziegen, in Dänemark bei Schweinen, in Tschechien, Litauen, Slowenien und Schweden bei Rindern sowie im Vereinigten Königreich bei Schafen der Fall. In einer Reihe von Mitgliedstaaten, wie etwa in Belgien, Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal oder der Slowakei, herrschte dagegen ein vielfältigeres Bild ohne eindeutige, sich auf verschiedene Regionen erstreckende nationale Spezialisierungen.

Die Hälfte der 12 Regionen mit einem Bestand von mindestens einer Millionen Rindern lagen in Frankreich

Unter den 86 EU-Regionen, die 2017 eine relative Spezialisierung auf die Rinderhaltung aufwiesen, vermeldeten zwölf einen Viehbestand von mehr als einer Million Tieren. Von diesen Regionen befand sich die Hälfte in Frankreich (Pays de la Loire, Basse-Normandie, Auvergne, Bourgogne, Limousin und Rhône-Alpes), während zwei in Irland (Eastern and Midland sowie Southern) lagen, wobei die zuletzt genannte Region den höchsten Bestand an Rindern (3,6 Millionen) in der EU-28 aufwies.

Von den 54 EU-Regionen, die sich durch eine relative Spezialisierung auf die Schweinemast auszeichneten, gab es 24 Regionen mit mehr als einer Million Stück Vieh. Von diesen wies wiederum die Hälfte einen Bestand von über zwei Millionen Tieren auf. Die 12 Regionen mit den größten Schweinebeständen befanden sich in

  • Dänemark – Midtjylland, Syddanmark und Nordjylland;
  • Deutschland – Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (beide NUTS-1-Regionen), wobei die zuletzt genannte Region mit 8,7 Millionen Stück den höchsten Bestand verzeichnete,
  • Spanien – Aragón and Cataluña;
  • Prov. West-Vlaanderen (Belgien), Bretagne (Frankreich), Lombardia (Italien), Noord-Brabant (Niederlande) und Wielkopolskie (Polen).

In der EU war in 47 Regionen die Ziegenaufzucht 2017 die (im Verhältnis zum EU-Durchschnitt) am stärksten spezialisierte Form der Viehhaltung. Die südspanische Region Andalucía (1,1 Millionen Tiere) meldete als einzige Region in der EU mehr als eine Million Ziegen, wobei Castilla-la Mancha und die griechische Inselregion Kriti die einzigen weiteren zwei Regionen mit einem Ziegenbestand vor über einer halben Million Tieren waren.

Abschließend ist anzuführen, dass sich 2017 im Tierzuchtbereich 40 Regionen in der EU auf die Schafhaltung spezialisiert hatten (bezogen auf den EU-Durchschnitt). In insgesamt 16 dieser Regionen wurde mehr als eine Million Schafe gezählt, in acht davon gab es mehr als zwei Millionen Schafe. Die größten Schafbestände verteilten sich auf den Westen und Norden des Vereinigten Königreichs (NUTS-1-Regionen), und zwar auf Wales (5,7 Millionen Tiere) und Schottland (4,9 Millionen Tiere). Die übrigen vier Regionen mit einem Bestand von mehr als zwei Millionen Schafen waren Extremadura und Castilla y León in Spanien, Sardegna in Italien und Centru in Rumänien.

Karte 5: Relative Spezialisierung in der Tierhaltung und Viehzahlen, 2017
(bezogen auf den prozentualen Anteil am Viehbestand im Verhältnis zum EU-28-Durchschnitt); in Tausend Stück; nach NUTS-2-Regionen)
Quelle: Eurostat (agr_r_animal), (apro_mt_lscatl), (apro_mt_lspig), (apro_mt_lssheep) und (apro_mt_lsgoat)

Die 14 Regionen in der EU mit den höchsten Mengen an erzeugter Kuhmilch trugen 2017 29 % zur Gesamterzeugung der EU-28 bei

Die Kuhmilcherzeugung ist im Allgemeinen in Regionen hoch, in denen für Milchvieh geeignete Weideflächen sowie Ackerlandflächen für Futterpflanzen vorhanden sind. Dies trifft üblicherweise auf Regionen zu, die durch ein gemäßigtes Klima und relativ hohe Niederschlagsmengen gekennzeichnet sind.

Im Jahr 2017 wurden 165 Mio. Tonnen Kuhmilch in der EU-28 erzeugt. Eine vergleichsweise hohe Produktion von Kuhmilch fand sich generell in Regionen Dänemarks, Deutschlands, Irlands, in Teilen Frankreichs, in Norditalien, den Niederlanden und Polen sowie in einigen Alpenregionen und weiten Teilen von Westengland, Wales, Schottland und Nordirland (im Vereinigten Königreich). In Regionen, in denen Dauergrünland knapper ist (beispielsweise im Mittelmeerraum oder in den südöstlichen Teilen der EU), ist die Haltung von Milchkühen eher unüblich.

2017 erzielten 45 NUTS-2-Regionen in der EU Produktionsmengen bei Kuhmilch von mindestens einer Million Tonnen; auf diese Regionen entfielen zusammen 57 % der in der EU produzierten Milch. 14 dieser Regionen meldeten eine Produktion von mindestens 2,5 Mio. Tonnen (veranschaulicht durch die größten Kreise in Karte 6). Gemeinsam trugen sie 29 % zur Gesamtproduktion der EU-28 bei. Diese 14 Regionen, in denen die größten Kuhmilchmengen erzeugt wurden, lagen hauptsächlich in Nordwestdeutschland, Nordwestfrankreich, Norditalien und Nordostpolen. Regionale Spitzenwerte erreichten die Bretagne (Frankreich; 5,6 Millionen Tonnen), Southern (Irland; 5,4 Millionen Tonnen) und Lombardia (Italien; 4,9 Millionen Tonnen).

Karte 6: Kuhmilcherzeugung, 2017
(in Tausend Tonnen, nach NUTS-2-Regionen)
Quelle: Eurostat (agr_r_milkpr) und (apro_mk_farm)

Quelldaten für die Abbildungen und Karten

Excel.jpg Agrarstatistik auf regionaler Ebene (auf English)

Datenquellen

Die EU-Mitgliedstaaten führen alle zehn Jahre einen Agrarzensus durch, wobei der letzte 2010 stattfand und der nächste 2020 geplant ist. Dazwischen erfolgen zwei Betriebsstrukturerhebungen, zuletzt im Jahr 2016. Dies sind die wichtigsten Quellen für die Agrarstatistiken. Im Rahmen des Agrarzensus und der Betriebsstrukturerhebungen tragen die EU-Mitgliedstaaten Daten der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe zu den folgenden Bereichen zusammen: landwirtschaftliche Bodennutzung, Viehbestand, ländliche Entwicklung (beispielsweise Tätigkeiten außerhalb der Landwirtschaft), Betriebsleitung und landwirtschaftlicher Arbeitseinsatz (einschließlich Alter und Geschlecht sowie die Beziehung der Arbeitskräfte zum Betriebsinhaber). Die Rechtsgrundlage für die Erhebungen über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe bildet eine lange Liste (auf Englisch) erhebungsspezifischer Durchführungsverordnungen und -beschlüsse, durch die Aspekte wie die Organisation der Erhebung, Merkmale, Definitionen und Typologien geregelt werden. So enthält die Verordnung (EU) Nr. 715/2014 der Europäischen Kommission zur Änderung von Verordnung (EG) Nr. 1166/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Betriebsstrukturerhebungen und die Erhebung über landwirtschaftliche Produktionsmethoden beispielsweise eine Liste von Merkmalen, die bei der Betriebsstrukturerhebung 2016 zu erheben waren. Es sei darauf hingewiesen, dass diese Vorschriften nicht mehr in Kraft sind und dass neue Rechtsakte für künftige Betriebsstrukturerhebungen und den Agrarzensus 2020 erlassen wurden (siehe Verordnung (EU) 2018/1091 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juli 2018 über integrierte Statistiken zu landwirtschaftlichen Betrieben). In der Erhebung über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe verwendete Schwellenwerte werden in der Regel so festgelegt, dass nur Landwirtschaftsbetriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mehr als einem Hektar erfasst werden, obwohl dieser Schwellenwert auf zwei Hektar für die Slowakei, auf drei Hektar für Luxemburg sowie auf fünf Hektar für Tschechien, Dänemark, Deutschland und das Vereinigte Königreich angehoben wurde.

Die Rechtsgrundlage für die Statistik der pflanzlichen Erzeugung bildet die durch die Verordnung (EG) Nr. 1165/2008 aktualisierte Verordnung (EG) Nr. 543/2009, während die Statistiken zur Erzeugung von Milch und Milchprodukten durch die Entscheidung 97/80/EG mit Durchführungsbestimmungen zur Richtlinie 96/16/EG betreffend die statistischen Erhebungen über Milch und Milcherzeugnisse geregelt werden.

Die Rechtsgrundlage der Viehstatistik bildet die Verordnung (EG) Nr. 1165/2008, während die Statistiken zur Erzeugung von Milch und Milchprodukten durch die Entscheidung 97/80/EG mit Durchführungsbestimmungen zur Richtlinie 96/16/EG betreffend die statistischen Erhebungen über Milch und Milcherzeugnisse geregelt werden.

Weitere Informationen:

Spezieller Bereich zum Thema Landwirtschaft

Agrarstatistik — Methodologie

Kontext

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) soll als eine der ältesten Bereichspolitiken der EU die Landwirte unterstützen und die Ernährungssicherheit in Europa gewährleisten. Ihre Ziele sind:

  • die Unterstützung der Landwirte und die Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft, damit die Verbraucher eine stabile Versorgung mit erschwinglichen Lebensmitteln haben;
  • die Gewährleistung eines angemessenen Lebensstandards für die landwirtschaftliche Bevölkerung in der EU;
  • ein Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels und zur nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen;
  • der Erhalt des ländlichen Raums und der Landschaften in der EU;
  • die Aufrechterhaltung der ländlichen Wirtschaft durch die Förderung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, der Agrar- und Ernährungswirtschaft und verwandten Branchen.

Die GAP ist eine gemeinsame Politik für alle Mitgliedstaaten der EU. Sie wird für die EU als Gesamtheit verwaltet und aus den Mitteln des EU-Haushalts finanziert.

Die GAP sieht dreierlei Maßnahmen vor:

  • Einkommenssicherung (Direktzahlungen sichern die Einkommensstabilität und entlohnen Landwirte für umweltfreundliche Bewirtschaftungspraktiken und die Bereitstellung öffentlicher Güter (z. B. Landschaftspflege), für die es auf den Märkten normalerweise keine Bezahlung gibt);
  • Marktmaßnahmen (die EU kann zur Bewältigung schwieriger Marktbedingungen wie eines plötzlichen Nachfragerückgangs aufgrund einer (vermeintlichen) Gesundheitsgefahr oder eines Preisverfalls infolge eines vorübergehenden Überangebots auf dem Markt tätig werden);
  • Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums (in nationalen und regionalen Programmen wird auf die besonderen Bedürfnisse und Herausforderungen ländlicher Gebiete eingegangen).

Der derzeitige Programmplanungszeitraum für die GAP endet 2020. Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Reform der GAP (COM(2018) 322, 392, 393 und 394) vorgelegt. Nach diesen Plänen wird die künftige Gemeinsame Agrarpolitik weiterhin die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln gewährleisten und das Landwirtschaftsmodell der EU unterstützen, wobei der Schwerpunkt verstärkt auf Umwelt- und Klimaschutz liegt und damit der Übergang zu einem nachhaltigeren Agrarsektor und die Entwicklung lebendiger ländlicher Gebiete gefördert werden.

Die für die künftige GAP vorgeschlagenen neun Ziele lauten:

  • Sicherstellung eines angemessenen Einkommens für Landwirte;
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit;
  • Ausgleich der Machtverhältnisse in der Lebensmittelkette;
  • Maßnahmen gegen den Klimawandel;
  • Schonung der Umwelt;
  • Erhaltung der Landschaften und der biologischen Vielfalt;
  • Unterstützung des Generationenwechsels;
  • lebendige ländliche Gebiete;
  • Schutz der Lebensmittel- und Gesundheitsqualität.

Mit ihren Vorschlägen verfolgt die Kommission das Ziel, durch die Vereinfachung und Modernisierung der Art und Weise, wie die GAP für die Landwirte und die Gesellschaft insgesamt funktioniert, ein flexibleres System aufzubauen. Die Vorschläge sehen eine Verlagerung des Schwerpunkts vor. Anstelle von Konformität und Vorschriftentreue rücken Ergebnis- und Leistungsorientierung in den Mittelpunkt. Darüber hinaus würden sie den EU-Mitgliedstaaten mehr Freiheit gewähren, wenn beispielsweise darüber entschieden werden soll, wie sich für die gesamte EU festgelegte Ziele unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Landwirten und ländlichen Gemeinschaften verwirklichen lassen.

Im Europäischen Parlament und im Rat wurden 2018 Gespräche über die Vorschläge für eine Reform der GAP aufgenommen. Die reformierte GAP wird voraussichtlich 2021 in Kraft treten.

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Regionale Agrarstatistiken (t_reg_agr)
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Erzeugung von Kuhmilch in den landwirtschaftlichen Betrieben, nach NUTS-2-Regionen (tgs00046)
Landwirtschaftliche Erzeugnisse (t_apro)
Milch und Milcherzeugnisse (t_apro_mk)
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Indikatoren landwirtschaftlicher Betriebe nach landwirtschaftlicher Fläche, betriebswirtschaftlicher Ausrichtung, Standardproduktion, Rechtsform und NUTS-2-Regionen (ef_m_farmleg)
Indikatoren landwirtschaftlicher Betriebe nach landwirtschaftlicher Fläche, Typ der landwirtschaftlichen Betriebe, Standardoutput nach wirtschaftlicher Betriebsgröße, Geschlecht und Alter des Betriebsleiters und NUTS-2-Regionen (ef_m_farmang)
Landwirtschaftliche Erzeugnisse (apro)
Pflanzliche Erzeugnisse (apro_crop)
Pflanzliche Erzeugnisse (apro_cp)
Pflanzliche Erzeugnisse in nationalem Feuchtigkeitsgehalt nach NUTS-2 Regionen (apro_cpnhr)
Tiererzeugung (apro_anip)
Milch und Milcherzeugnisse (apro_mk)
Erzeugung und Verwendung von Milch in den landwirtschaftlichen Betrieben - jährliche Daten (apro_mk_farm)
Erzeugung von Kuhmilch in den landwirtschaftlichen Betrieben nach NUTS-2-Regionen (agr_r_milkpr)
Viehbestand und Fleisch (apro_mt)
Bestände (apro_mt_ls)
Rinderbestand - jährliche Daten (apro_mt_lscatl)
Ziegenbestand - jährliche Daten (apro_mt_lsgoat)
Schafbestand - jährliche Daten (apro_mt_lssheep)
Schweinebestand - jährliche Daten (apro_mt_lspig)
Viehbestände nach NUTS-2-Regionen (agr_r_animal)

Mittels des Statistischen Atlasses von Eurostat (auf Englisch) können Sie alle Karten interaktiv verwenden (siehe Benutzerhandbuch auf Englisch).

Dieser Artikel ist Bestandteil der zentralen jährlichen Veröffentlichung von Eurostat, dem Eurostat Jahrbuch der Regionen.