Hintergrund - Regionen

Hintergrund

Wozu werden regionale Daten benötigt?

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden häufig miteinander verglichen; allerdings können kleine Mitgliedstaaten wie Malta, das rund 420 000 Einwohner zählt, oder Luxemburg mit seinen rund 540 000 Einwohnern nur schwer mit Deutschland verglichen werden, das mit annähernd 81 Millionen Menschen der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat der EU ist. Ein Vergleich möglichst detaillierter regionaler Daten ist oftmals aussagekräftiger und macht auch die Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten innerhalb der einzelnen Mitgliedstaaten deutlich.

Die Bedeutung regionaler Daten für die Kohäsionspolitik

Für die Europäische Union hat die Kohäsionspolitik einen sehr hohen Stellenwert: Sie soll die Regionen und Städte in Europa in wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht einander näherbringen. Die Kohäsionspolitik wird in Siebenjahreszeiträumen geplant; derzeit läuft der Programmplanungszeitraum 2014–2020. Die im Zeitraum 2014–2020 vorgesehenen Haushaltsmittel für die Kohäsionspolitik belaufen sich auf beinahe 352 Milliarden Euro; das entspricht nahezu einem Drittel (32,5 %) des gesamten EU-Haushalts in diesem Zeitraum.

Was ist die NUTS-Klassifikation?

Im Mittelpunkt der Regionalstatistiken steht die NUTS-Klassifikation (die Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik). Dabei handelt es sich um eine regionale Systematik der Mitgliedstaaten der EU, in der die Regionen in einer harmonisierten hierarchischen Struktur dargestellt werden. Im Rahmen der NUTS-Klassifikation wird jeder Mitgliedstaat in drei verschiedene Ebenen von Regionen unterteilt, und zwar in die NUTS-Ebenen 1, 2 und 3 (in absteigender Größenordnung von 1 bis 3).

Auch mit den EFTA-Ländern sowie den Kandidatenländern wurden bilateral Regionen festgelegt. Für diese als statistische Regionen bezeichneten Gebiete gelten dieselben Regeln wie für die NUTS-Regionen in der EU, auch wenn es dafür keine Rechtsgrundlage gibt.

Die NUTS-Klassifikation als objektive Grundlage für die Zuweisung von Mitteln

Regionale Statistiken werden herangezogen, wenn es um die Zuweisung von Mitteln geht. Durch die NUTS-Klassifikation werden regionale Grenzen festgelegt und die im Rahmen der Struktur- und Investitionsfonds förderfähigen Regionen bestimmt. Welche Regionen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) im Programmplanungszeitraum 2014–2020 gefördert werden sollten, wurde anhand des BIP je Einwohner (in Kaufkraftstandard und als Durchschnittswert des Zeitraums 2007-2009) bestimmt. Die NUTS-2-Regionen wurden in drei Gruppen unterteilt:

  • weniger entwickelte Regionen (in denen das BIP je Einwohner weniger als 75 % des Durchschnitts der EU beträgt);
  • Übergangsregionen (in denen das BIP je Einwohner zwischen 75 % und 90 % des Durchschnitts der EU liegt);
  • stärker entwickelte Regionen (in denen sich das BIP je Einwohner auf mehr als 90 % des Durchschnitts der EU beläuft).

Für den Programmplanungszeitraum 2021-2027 beabsichtigt die Kommission, die NUTS-Klassifikation weiterhin zur Bestimmung der regionalen Förderfähigkeit des EFRE und des ESF zu verwenden. 

Videos

Das Video gibt eine allgemeine Einführung zu Daten über Regionen und Städte in der EU. Wie sammelt Eurostat Daten? Welche Länder sind enthalten? Welchen politischen Hintergrund haben regionale und städtische Statistiken? Was ist das GEOSTAT-Bevölkerungsraster? Treffen Sie Teodóra Brandmüller, die zwei Karten über die Beschäftigungsquote in der EU sowie die neueste Ausgabe vom "Eurostat Jahrbuch der Regionen" vorstellen wird.

 

Das Video zeigt einige neue Online-Tools zur Visualisierung von Daten für Regionen und Städte. Treffen Sie Åsa Önnerfors, die den Unterschied zwischen dem Statistischen Atlas und der Web-Applikation Regionen und Städte Illustriert erklärt, indem sie einige der in den beiden Tools verfügbaren Funktionen und Optionen aufzeigt. Sie präsentiert auch eine speziell für regionale Daten entwickelte Handy-App namens My Region.