Hintergrund - Integration von Migranten

Übersicht

Woher kommen diese Daten und was messen sie?

Eurostat-Statistiken zur Integration von Migranten stammen hauptsächlich aus der EU-Arbeitskräfteerhebung (EU-AKE), und aus den EU-Statistiken zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), und werden durch Verwaltungsdatenquellen wie Bevölkerungsregister, Ausländerregister und Register über erteilte Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigungen ergänzt.

Die Integration von Migranten wird anhand von Beschäftigung, Gesundheit, Bildung, sozialer Eingliederung und aktiver Bürgerbeteiligung im Gastgeberland gemessen.

Warum sind diese Statistiken wichtig?

Die kontinuierliche Entwicklung und Integration der europäischen Migrationspolitik ist nach wie vor eine wesentliche Priorität der Europäischen Kommission, um den Herausforderungen zu begegnen und die Chancen zu nutzen, mit denen die Migration weltweit verbunden ist. Die Integration von Drittstaatsangehörigen, die rechtmäßig in den EU-Mitgliedstaaten leben, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, wie in der folgenden Tabelle dargestellt. 

1999

Die Anfänge der europäischen Politik zur Integration von Migranten lassen sich bis zum Programm von Tampere (1999) zurückverfolgen, dessen Schwerpunkt u. a. auf den Themen Asyl und Migration liegt.

2002-2003

Im Jahr 2002, nach der Aufforderung des Rates „Justiz und Inneres“ an die Kommission nationale Kontaktstellen für Integrationsangelegenheiten einzurichten, beauftragte er im Juni 2003 die Kommission, jährliche Berichte über Migration und Integration zu veröffentlichen.

2003-2004

In den Schlussfolgerungen der Ratstagungen in Brüssel im November 2004 zum Haager Programm und in Thessaloniki im Juni 2003 wurde die Bedeutsamkeit der Erstellung von „gemeinsamer Grundprinzipien“ für die Einwanderungs- und Integrationspolitik unterstrichen.

2005

Die Europäische Kommission verabschiedete die Mitteilung ‘Eine gemeinsame Integrationsagenda – Ein Rahmen für die Integration von Drittstaatsangehörigen in die Europäische Union’ (KOM(2005) 389 endg.) als erste Reaktion auf die Aufforderung des Europäischen Rates nach dem Aufbau eines kohärenten europäischen Rahmens für die Integration. Die Eckpfeiler dieses Rahmens sind Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der „gemeinsamen Grundprinzipien“ durch eine Reihe unterstützender EU-Mechanismen.

2010

Die Mitteilung der Kommission vom 3. März 2010 mit dem Titel ‘Europa 2020 – Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum’ betont die Notwendigkeit, eine neue Agenda für die Integration von Migranten zu erarbeiten, damit diese ihr Potenzial voll nutzen können.

2011

Im Juli 2011 legte die Kommission einen Vorschlag für eine ‘Europäische Agenda für die Integration von Drittstaatsangehörigen’ (EN) vor, in dem sie besonderes Gewicht auf Maßnahmen zur Förderung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Teilhabe von Migranten und auf lokale Maßnahmen legt. Diese neue Agenda zeigt Herausforderungen auf, die angegangen werden müssen, wenn die EU das Potenzial der Migration und den Wert der Diversität voll nutzen möchte. Außerdem geht sie auf die Rolle der Herkunftsländer im Integrationsprozess ein. Ein Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen (SEC(2011)957) im Anhang der Mitteilung enthält eine Liste der EU-Initiativen zur Förderung der Integration von Drittstaatsangehörigen.

2016

Im Juni 2016 hat die Europäische Kommission einen ‘Aktionsplan zur Integration von Drittstaatsangehörigen’ verabschiedet. Der Aktionsplan liefert einen umfassenden Rahmen, um die Bemühungen der Mitgliedstaaten zur Entwicklung und Stärkung ihrer Integrationspolitik zu unterstützen, und beschreibt die konkreten Maßnahmen, die die Kommission in dieser Hinsicht umsetzen wird.

2020

Aufbauend auf den seit 2016 erzielten Fortschritten hat die Europäische Kommission im September 2020 ein neues Migrations- und Asylpaket vorgelegt. Das neue Paket sieht einen gerechteren, europäischeren Ansatz für die Steuerung von Migration und Asyl vor. Ziel ist es, eine umfassende und nachhaltige Politik zu entwickeln, die eine humane und wirksame langfristige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der irregulären Migration bietet, legale Migrationswege entwickelt, Geflüchtete und andere Neuankömmlinge besser integriert und die Migrationspartnerschaften mit Herkunfts- und Transitländern zum beiderseitigen Nutzen vertieft.

Im November 2020 wurde ein Aktionsplan für Integration und Inklusion 2021-2027 verabschiedet. Der Plan fördert Inklusion für alle, erkennt den wichtigen Beitrag von Migranten zur EU an und befasst sich mit den Hindernissen, die die Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund, von Neuankömmlingen bis hin zu Bürgern, in die europäische Gesellschaft behindern können.