GEOSTAT-Initiative - GISCO: Geographische Informationen und Karten

GEOSTAT-Initiative

Die GEOSTAT-Initiative wurde gemeinsam von Eurostat und den nationalen statistischen Ämtern ins Leben gerufen, um eine Infrastruktur für die Verarbeitung geospatialer Daten und die Erstellung raumbezogener Statistiken zu schaffen. Festlegung und Konzeption dieser Infrastruktur sollen im Rahmen einer Reihe von ESSnet-Projekten, den GEOSTAT-Projekten, erfolgen.

Die Infrastruktur soll zum festen Bestandteil der bestehenden statistischen ESS-Dateninfrastruktur werden. Ziel ist es, die Erstellung raumbezogener Statistiken in die verschiedenen Phasen des allgemeinen statistischen Geschäftsprozessmodells (Generic Statistical Business Process Model – GSBPM) einzubinden, das den Rahmen für die Erstellung amtlicher Statistiken vorgibt. Die Europäische Raumdateninfrastruktur (INSPIRE) wird ein weiteres Schlüsselelement bei der Erstellung georeferenzierter Statistiken sein.

GEOSTAT soll die nationalen statistischen Ämter in erster Linie dabei unterstützen, ihre Daten, Methoden und Erstellungssysteme so auszurichten, dass die Volkszählung im Jahr 2021 in vollem Umfang geokodiert erfolgen kann. Alle Ergebnisse der Volkszählung sollen auf der Verdichtung geokodierter punktbasierter Daten beruhen, so dass sie flexibel zur Erstellung von Statistiken für sämtliche Arten der Klassifikation von Gebietseinheiten, einschließlich Rasterstatistiken, genutzt werden können.

 

GEOSTAT 1

Als GEOSTAT eingerichtet wurde, sollte das enorme Potenzial raumbezogener Statistiken insbesondere durch die Erstellung eines neuen Datensatzes auf der Grundlage vorliegender Daten aufgezeigt werden.

Eurostat und das Europäische Forum für Geografie und Statistik (EFGS) haben GEOSTAT 1 2010 ins Leben gerufen, um die Volkszählungsdaten von 2011 in einem EU-weiten rasterbezogenen Bevölkerungsdatensatz darstellen zu können. Mehrere auf dem Gebiet der Rasterstatistiken führende nationale statistische Ämter haben angeregt, sich die Tatsache zunutze zu machen, dass die meisten Daten aus der Volkszählung 2011 bereits geokodiert waren. Auf der Grundlage dieser Daten wurde unter Nutzung verschiedener Erstellungsmethoden, z. B. Aufschlüsselung, ein lückenloses ESS-weites Bevölkerungsraster erstellt, ohne dass neue Mikrodaten hätten erhoben werden müssen.

Das Ergebnis ist der GEOSTAT-Rasterdatensatz 2011, der rasterbezogene Bevölkerungsdaten für 29 EU- und EFTA-Länder umfasst. Die Daten können heruntergeladen und für nicht-kommerzielle Zwecke kostenlos genutzt werden. Darüber hinaus wurde eine allgemeine Methodik für die Erstellung von Rasterstatistiken entwickelt.

GEOSTAT 2011 kam bereits bei der Erstellung verschiedener Statistiken zum Einsatz, z. B. bei der Definition von Gebietseinheiten nach „Verstädterungsgrad“. Verschiedene methodische Leitlinien des ESS nehmen Bezug auf das Bevölkerungsraster. Dies zeigt den Nutzen von Rasterstatistiken als zusätzliche Möglichkeit zur Darstellung gebietsbezogener statistischer Ergebnisse auf.

GEOSTAT 2

GEOSTAT 2 is the follow-up project, which seeks to create a standardised point-based geospatial reference framework for statistics. The framework is to be based on geocoded address, building and dwelling registers and would enable many of the data sources used for official statistics, including sample frames, to be geocoded. The project started in 2014 and will continue until the spring of 2016.

Das Folgeprojekt GEOSTAT 2 hat die Festlegung eines standardisierten punktbasierten räumlichen Bezugsrahmens für Statistiken zum Ziel. Der Rahmen soll auf geokodierten Melde-, Gebäude- und Wohnungsregistern aufbauen und würde die Geokodierung zahlreicher für amtliche Statistiken verwendeter Datenquellen – so auch von Stichprobenrahmen – ermöglichen. Das Projekt ist 2014 an den Start gegangen und läuft noch bis zum Frühjahr 2016.

Zu den Aufgaben von GEOSTAT gehört es auch, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Forum für Geografie und Statistik (EFGS) den Kapazitätsaufbau und die Gemeinschaftsbildung voranzubringen. Sichtbarster Ausdruck dieser Zielsetzung sind die Jahreskonferenz des Europäischen Forums für Geografie und Statistik (EFGS) und der Internetauftritt des EFGS website.