Was wir tun

Äpfel mit Äpfeln vergleichen

Die wichtigste Aufgabe Eurostats ist die Verarbeitung und Veröffentlichung vergleichbarer statistischer Daten auf europäischer Ebene. Wir bemühen uns um eine gemeinsame statistische "Sprache" für Begriffe, Methoden, Strukturen und technische Normen.

Eurostat selbst erhebt keine Daten. Das tun die Statistikbehörden der Mitgliedstaaten. Sie prüfen und analysieren nationale Daten und übermitteln sie an Eurostat. Unsere Aufgabe ist es, die Daten zu konsolidieren und zu gewährleisten, daß sie vergleichbar sind, d.h. nach einer einheitlichen Methodik erstellt werden. Eurostat ist der einzige Lieferant statistischer Daten auf europäischer Ebene, und die Daten, die wir herausgeben, sind soweit wie möglich harmonisiert.

Ein Beispiel: Wenn ein getreues Bild von der Arbeitslosigkeit in der EU vermittelt werden soll, müssen die Arbeitslosen in Finnland oder Portugal nach demselben Verfahren erfaßt werden wie in Irland oder Deutschland. Eurostat arbeitet daher mit den Mitgliedstaaten eine gemeinsame Methodik für dieses Gebiet aus oder bittet die Mitgliedstaaten um die Aufnahme bestimmter Fragen in die Erhebungsbögen. Die Daten der Mitgliedstaaten werden dann an Eurostat übermittelt, so dass wir Arbeitslosendaten für die gesamte EU veröffentlichen können, anhand deren sich die Arbeitslosenquoten der einzelnen Länder miteinander vergleichen lassen.

Mit der Einführung des Euro wird es notwendig, die Entwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) zu messen. Der Euro ist die gemeinsame Währung der WWU und wird mit anderen Währungen wie dem Dollar und dem Yen verglichen. Das hat die Angleichung der Methodik zwischen den Mitgliedstaaten beschleunigt. So wie es nur eine Inflationsrate und ein Bruttoinlandsprodukt für die USA gibt, veröffentlicht Eurostat nunmehr Wirtschaftsindikatoren für die gesamte Euro-Zone.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass wir versuchen, vergleichbare Daten zu liefern, damit Äpfel mit Äpfeln verglichen werden und nicht mit Birnen...

Historische Daten

1953 Gründung der Statistikabteilung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion)

1958 Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Vorgängerorganisation von Eurostat

1959 Einführung des Namens Eurostat für das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften Erste Veröffentlichung (Thema Agrarstatistik)

1960 Erste gemeinschaftliche Arbeitskräfteerhebung

1970 Veröffentlichung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) und der Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige (NACE)

1974 Erster Bereich der Datenbank ´Cronos´ aufgebaut 1988 Verabschiedung eines Textes durch die Europäische Kommission, in dem erstmals eine Politik der statistischen Information definiert wird

1989 Einsetzung des Ausschusses für das Statistische Programm und Verabschiedung des ersten Programms (1989-1992) durch den Rat als Instrument zur Umsetzung der Politik der statistischen Information

1990 Richtlinie des Rates über die Übermittlung vertraulicher Daten an Eurostat, bis dahin ein Problem bei der statistischen Arbeit auf Gemeinschaftsebene

1991 Ausweitung des Aufgabengebietes von Eurostat infolge der Vereinbarungen über den Europäischen Wirtschaftsraum und der Annahme des Vertrags von Maastricht

1992 Verabschiedung des zweiten Statistischen Programms (1993-1997) 1993 Ausweitung der Eurostat-Tätigkeit durch den Binnenmarkt (z. B. Aufbau des Intrastat-Systems für die Statistik des innergemeinschaftlichen Handels) Eurostat beginnt mit der regelmäßigen Veröffentlichung von Pressemitteilungen

1994 Erstes Europäisches Haushaltspanel zur Analyse von Einkommen, Beschäftigung, Armut, sozialer Ausgrenzung, Haushalten, Gesundheit usw.

1997 Mit dem Vertrag von Amsterdam wird die Statistik erstmals im EU-Vertrag erwähnt; Verabschiedung des Statistikgesetzes durch den Rat, Verabschiedung des dritten Statistischen Programms (1997-2002), erste Veröffentlichung der Harmonisierten Verbraucherpreisindizes, die konzipiert wurden, um die Einhaltung der WWU-Konvergenzkriterien zu überwachen

1998 Bezeichnung der 11 Länder, die an der WWU von Beginn an teilnehmen (EUR-11), und Veröffentlichung des ersten spezifischen Indikators für die Euro-Zone durch Eurostat

1999 Beginn der WWU am 1. Januar 2001 Eintritt Griechenlands in der Eurozone 2002 Beginn der Euro-Währung, für die Eurostat die Schlüsselstatistiken zur Geldpolitik liefert, am 1. Januar, Verabschiedung des vierten Statistischen Programms (2003-2007) 2004 Beginn der kostenlosen Verbreitung aller statistischen Daten mit Ausnahme der Mikrodaten, die für Forschungszwecke gebraucht werden

2005 Kommissionsvorschlag zur Unabhängigkeit, Vollständigkeit und Verantwortlichkeit von nationalen und gemeinschaftlichen statistischen Behörden (Europäische Statistiken: Verhaltenskodex)

2005 Beginn einer dreijährigen Überprüfungsphase innerhalb des Europäischen Statistischen Systems, um die Einhaltung der Maßgaben des "Verhaltenskodex" zu überprüfen

2007 Das laufende 5-Jahres-Statistikprogramm 2008–2012 wurde angenommen.

2008 Ein Europäisches Beratungsgremium für die Statistische Governance wurde eingerichtet, das eine unabhängige Übersicht über die Umsetzung des Verhaltenskodex innerhalb des Europäischen Statistischen Systems erstellen soll.

2009 Eine neue Europäische Verordnung, die die statistische Zusammenarbeit in der Europäischen Union regelt, wurde angenommen. Der Ausschuss für das Europäische Statistische System (ESSC) wurde gegründet, der den Ausschuss für das Statistische Programm ersetzt. Eurostats „Vision" für die Modernisierung der Erstellung von EU-Statistiken wurde veröffentlicht.

2011 Der Verhaltenskodex für europäische Statistiken wurde überarbeitet – Stärkung der fachlichen Unabhängigkeit der europäischen statistischen Stellen.

2012 Neuer Beschluss der Kommission zur Rolle von Eurostat innerhalb der europäischen Organe.

2013 Das derzeit geltende Europäische Statistische Programm 2013–2017 wird angenommen. Das „European Statistical Forum" wird eingerichtet, um die statistische Zusammenarbeit zwischen dem Europäischen Statistischen System und dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) zu koordinieren. Start der zweiten Runde der Peer Reviews unter den ESS-Mitgliedern über die Umsetzung des Verhaltenskodex.

2014 „ESS-Vision 2020" angenommen.