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MobiliseSME: Hunderte Kleinunternehmen und ihre Mitarbeiter profitieren von der Plattform für grenzüberschreitenden Austausch.

Der EU-Binnenmarkt ist der größte Handelsraum weltweit; er eröffnet nicht nur Unternehmen einzigartige Chancen zur Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit, sondern ermöglicht auch Unternehmern und Arbeitnehmern aus verschiedenen Ländern, einander zu begegnen und voneinander zu lernen.
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Ein Projekt, das einen solchen grenzüberschreitenden Austausch erfolgreich fördert, ist das EU-finanzierte Projekt MobiliseSME, eine Art „Kontaktvermittlung“ („Matchmaking-Plattform“) zwischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Der dem Projekt zugrunde liegende Gedanke ist einfach: Mitarbeiter von KMU absolvieren Austauschpraktika in KMU in anderen EU-Mitgliedstaaten befinden. Dabei sollen die Teilnehmer ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten ausbauen, internationale Erfahrungen sammeln und bewährte Praktiken austauschen.

Die Arbeitgeber haben durch dieses Angebot die Möglichkeit, die Kenntnisse und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter weiterzuentwickeln, neue Möglichkeiten mit ausländischen Partnern zu schaffen und von den Sichtweisen von außen zu lernen, die die Arbeitnehmer aus dem Ausland mitbringen.

Das Austauschprogramm hat seit seinen Anfängen deutliche Erfolge zu verzeichnen: Über 400 Unternehmen haben sich bei der Plattform angemeldet, und zwischen November 2016 und Juni 2017 haben über 50 Austauschmaßnahmen stattgefunden. Das Projekt mag einigen Lesern bekannt vorkommen, denn es war bereits im Juli 2017 Gegenstand eines Artikels auf dem EURES-Portal.

In dem im Oktober 2017 erschienenen Bericht über die Auswertung des Projekts MobiliseSME wurden die positiven Rückmeldungen der bisherigen Projektteilnehmer herausgestellt. Insgesamt waren 91 % der Entsendeunternehmen und 95 % der Aufnahmeunternehmen mit ihrem jeweiligen Partner zufrieden; 90 % der Unternehmen gaben an, dass sich ihre grenzüberschreitende Unternehmenstätigkeit durch die Austauschmaßnahme weiterentwickeln wird, und 75 % wiesen darauf hin, dass sie nunmehr in der Lage sein werden, neue Produkte und Dienstleistungen einzuführen.

„Wir wollten die Fach- und Marketingkompetenzen unserer Mitarbeiter verbessern. Dabei hat uns das Projekt MobiliseSME sehr geholfen und innerhalb kurzer Zeit Wirkung gezeigt“, erklärte Emanuele D’Angella, ein in Spanien niedergelassener italienischer Unternehmer, der Arbeitnehmer aus anderen Unternehmen aufnahm.

Die Rückmeldungen teilnehmender Arbeitnehmer fielen gleichermaßen positiv aus: 90 % der Austauscharbeitnehmer erwarben die von ihnen erwarteten neuen Kompetenzen, und 81 % gaben an, dass sich die Austauschmaßnahme positiv auf ihre berufliche Entwicklung und ihre künftigen Karrieremöglichkeiten ausgewirkt hat.

„MobiliseSME hat uns geholfen, neue Marktchancen im Ausland zu erkennen, was normalerweise in Anbetracht der begrenzten Mittel, die KMU zur Verfügung stehen, sehr schwierig ist“, berichtete Triin Tammearu aus Estland, die im Rahmen des Programms bei einem Unternehmen im Vereinigten Königreich zu Gast war.

Nach einem äußerst erfolgreichen Pilotprojekt ist der Blick bei MobiliseSME nun in die Zukunft gerichtet, und die Projektplaner haben entsprechend große Pläne.

„Als ersten Schritt stellen wir uns vor, das Projekt auf alle Mitgliedstaaten auszuweiten, und mehr nationale KMU-Netzwerke und Organisationen für Unternehmensförderung einzubeziehen, um Unternehmen auf das Austauschprogramm aufmerksam zu machen“, erläutert Stefan Moritz, Geschäftsführer der Europäischen Vereinigung der Verbände kleiner und mittlerer Unternehmen, CEA-PME. Die CEA-PME ist die größte europäische Vereinigung freiwilliger Zusammenschlüsse von KMU und leitet das MobiliseSME-Projektkonsortium.

Moritz führt aus, dass es bei dem Projekt letztlich darum geht, eine Art „Erasmus-Programm für KMU“ zu schaffen, d. h. ein groß angelegtes Austauschprogramm, das mit dem Aushängeschild der EU für den Studierendenaustausch vergleichbar sein soll.

„Aus den Daten geht hervor, dass in Europa reges Interesse an einer solchen Mobilitätsmaßnahme besteht“, so Moritz. „Das Projekt soll eine Lücke schließen, indem es KMU die Möglichkeit bietet, sich der Globalisierung auf einfache Art und Weise anzunähern, d. h. über den Tellerrand zu schauen und von anderen zu lernen.“

Die bisherige Bilanz des Projekts ist beachtlich, doch Stefan Moritz erläutert, dass „der Erfolg von MobiliseSME nur dann als nachhaltig bezeichnet werden kann, wenn er den Beginn eines größeren Prozesses darstellt.“

„In Anbetracht der enormen Vorteile, die mit der Ausweitung eines solchen Programms verbunden sind, müssen wir jetzt unbedingt am Ball bleiben.“

Das Projekt MobiliseSME wurde aus Mitteln des direkt von der Europäischen Kommission verwalteten Programms der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) gefördert. Es vereint drei Beschäftigungsprogramme unter einem Dach: EURES, PROGRESS und Mikrofinanzierungsinstrument Progress.

 

Verwandte Links:

300 KMU finden perfekte Partner über ein Austauschprogramm

Mobilise SME – Final Evaluation Report

Programm der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation

EURES

PROGRESS

Mikrofinanzierungsinstrument Progress

 

Weitere Informationen:

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08/06/2018

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