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Pflege älterer Menschen in Deutschland: Die Geschichte von Sara und Aitor

In Deutschland herrscht, wie in vielen anderen EU-Ländern, seit Langem ein Mangel an qualifizierten Pflegekräften für ältere Menschen. EURES Deutschland beschloss daher, sich dem Thema anzunehmen und startete ein Projekt, bei dem Berufsausbildung und eine Tätigkeit in der Altenpflege miteinander verbunden werden. Sara und Aitor sind zwei der Teilnehmer an diesem Projekt.
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Als Sara sich für das internationale Ausbildungsprojekt von EURES Deutschland bewarb, hatte sie noch nie in der Altenpflege gearbeitet. „Zu jenem Zeitpunkt brauchte ich eine radikale Veränderung in meinem Leben“, sagt sie uns. „Und Altenpflege interessierte mich. Ich fand die Vorstellung wunderbar, Menschen helfen zu können, die nicht mehr alleine zurecht kommen.“

 

Vorstellungsgespräche im „Speed-Dating“-Format

Als Erstes nahm Sara an Vorstellungsgesprächen mit neun Altenpflegeeinrichtungen im bayrischen Amberg teil, die wie ein „Speed-Dating“ organisiert wurden. Die EURES-Beraterin Carmen Kräutner half beim Übersetzen. Carmen ist eine der Schlüsselpersonen bei diesem Projekt und pflegt dank ihrer Zweisprachigkeit engen Kontakt zu EURES Spanien.

„Es macht mir Freude, Mobilitätsbemühungen unterstützen zu können und eine Situation zu schaffen, von der Arbeitsuchende, Arbeitgeber und – im Falle der Altenpflege – auch die Gesellschaft profitieren. Eine Win-Win-Situation also.”, sagt Carmen.

 

Sara lebt sich in Deutschland ein... und lernt Aitor kennen

Als Sara ein Jobangebot erhält, nimmt sie in Spanien an einem Deutschkurs für Anfänger teil, bevor sie zu einem Eingliederungskurs im Februar 2019 nach Deutschland umzieht. Außerdem erhält sie eine finanzielle Unterstützung zur Deckung der Reisekosten. Schon bald lebt sich Sara in Amberg ein und lernt Aitor, ihren zukünftigen Partner, kennen. Aitor hatte zuvor in seinem Heimatland Spanien in der Altenpflege gearbeitet, war aber zumeist mit befristeten Verträgen beschäftigt und daher in einer wenig stabilen Situation.

Als er über die spanische öffentliche Arbeitsverwaltung von dem Projekt von EURES Deutschland hörte, beschloss er, an Speed-Dating-Vorstellungsgesprächen in Bayern teilzunehmen. Wie Sara erhielt auch Aitor finanzielle Hilfe zur Deckung der Kosten für Reise und Sprachkurs.

Nach seinem Umzug nach Amberg, wo er nun mit Sara zusammenwohnt, nahm er eine Tätigkeit in der Pflegeeinrichtung der Phönix Lebenszentren auf und besucht parallel dazu einen Berufsbildungskurs.

Sara befindet sich nun im zweiten Jahr ihrer dreijährigen Ausbildung, in deren Rahmen sie ihre Tätigkeit im Seniorenheim der Diakonie und eine Teilzeitausbildung verbindet. „Es ist ziemlich schwierig“, sagt sie, „vor allem, wenn man in einer fremden Sprache lernt, aber ich finde, es ist eine lohnende Herausforderung.

 

Wir sind immer noch sehr froh, motiviert und dankbar.“

Im vergangenen Jahr litten die Altenpflegeeinrichtungen stark unter COVID-19. Dies war natürlich, so Sara, eine sehr belastende Zeit für die Mitarbeiter. Auch musste sie aufgrund der Einschränkungen ihre Ausbildung unterbrechen, die allerdings nun online fortgesetzt wird.

Auch Aitors Ausbildung war unterbrochen. Aber er nahm kürzlich an einem Online-Eingliederungskurs teil, um sein Deutsch zu verbessern, und hofft, bald seine Ausbildung fortsetzen zu können.

Trotz dieser unvermeidlichen Schwierigkeiten sind sowohl Sara als auch Aitor fest entschlossen, ihre Ausbildung fortzusetzen und weitere Möglichkeiten in ihrem Berufsfeld in Deutschland zu nutzen.

„Wir sind immer noch sehr froh, motiviert und dankbar, dass wir nach Deutschland kommen konnten und hier leben und arbeiten können“, sagt Sara. „Eine andere Kultur, ein anderes Land, eine andere Sprache, und wir müssen mit allem klar kommen. Aber wir werden unsere Pläne weiterverfolgen, hier zu arbeiten und eine Ausbildung zu erhalten.“

 

Weitere Speed-Dating-Gespräche im Sommer

Das Projekt von EURES Deutschland lief während der Pandemie weiter. Die beiden jüngsten Einstellungsrunden fanden zwar online statt, aber das bewährte Format wurde beibehalten und das Speed-Dating online durchgeführt.

Eine Gruppe von 18 erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerbern aus Italien und Spanien kam nach Bayern, um im Februar ihre Stellen anzutreten, und weitere 90 Bewerberinnen und Bewerber besuchen derzeit Deutschkurse in ihren Heimatländern. Sie werden dann im September ihre Tätigkeiten aufnehmen.

Carmen und ihre Berater-Kolleginnen von EURES Carmen Allabar und Kim Prade bemühen sich nun darum, das Projekt über die Grenzen Bayerns hinaus auszudehnen, und sind bereits mit einem Arbeitgeber in Thüringen im Gespräch.

In der Zwischenzeit organisieren sie in der sechsten Einstellungsrunde dieses Projekts Speed-Dating-Vorstellungsgespräche für 90 weitere freie Stellen, die im Juni oder Juli stattfinden sollen.

 

Wenn Sie an diesem Projekt teilnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an das Organisationsteam unter ZAV.Regionenteam-Suedwesteuropa@arbeitsagentur.de.

Wenn Sie mehr über andere Möglichkeiten in Deutschland erfahren möchten, kontaktieren Sie bitte zav@arbeitsagentur.de.

 

Weiterführende Links:

 

Weitere Informationen:

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12/04/2021

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