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Alessandra findet eine Berufschance als Pflegekraft in Deutschland

Dank der gemeinsamen Initiative von EURES und zwei Arbeitgebern in Deutschland wurde mehreren Arbeitsuchenden aus Europa die Gelegenheit geboten, eine Ausbildung als Pflegekraft für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu absolvieren. Eine von ihnen, Alessandria Grossi, erzählt uns ihre Geschichte.
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„Alles begann an einem Nachmittag im Juli 2019, als ich auf der EURES-Facebook-Seite über ein Projekt zur Einstellung von Pflegekräften in Deutschland las,“ berichtet Alessandria. „Das hat mich interessiert.“ Alessandria war 45 und ohne Job. Und sie hatte Schwierigkeiten, eine neue, sichere Arbeitsstelle zu finden. Da sie in Deutschland aufgewachsen und als Teenager nach Italien umgezogen war, stand sie der Idee, wieder nach Deutschland zu gehen und eine neue Herausforderung anzunehmen, aufgeschlossen gegenüber. Dieses Projekt gab ihr neue Hoffnung.

 

Eine Ausbildung als Pflegekraft

Alessandria nahm Kontakt mit EURES auf und erhielt zunächst Unterstützung von Rosaria Petrillo von EURES Mailand. Dann wurde sie an EURES-Beraterin Charlotte Glötzner von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Nürnberg verwiesen, die dem Team angehörte, das dieses Projekt betreute. In Zusammenarbeit mit zwei Pflegedienstleistern in Bayern – der Stiftung Sankt Johannes in Marxheim-Schweinspoint und dem Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg – suchten Charlotte und ihre Kolleginnen und Kollegen nach Bewerberinnen und Bewerbern aus ganz Europa, die Interesse hatten, bei den beiden Einrichtungen eine Ausbildung als Pflegekraft für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu machen.

Dadurch sollte der Mangel an qualifizierten Pflegekräften vor Ort beseitigt werden, erklärt Charlotte. „Arbeitgeber in Deutschland haben immer mehr Schwierigkeiten, qualifizierte Pflegekräfte für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu finden,“ sagt sie. „Der besondere Vorteil bei diesem Projekt ist, dass eine bezahlte Beschäftigung mit einer Ausbildung kombiniert wird.”

 

Besuche bei Arbeitgebern geben einen realistischen Eindruck

Charlotte lud Alessandria ein, im Februar 2020 an zwei Einstellungsveranstaltungen in Bayern teilzunehmen. Diese hatte Charlotte zusammen mit Anja Coenen, einer lokalen EURES-Beraterin von der Arbeitsagentur Donauwörth organisiert.

Am ersten Tag informierten sie über die Ausbildungsprogramme und die Unterstützung, die über EURES in Anspruch genommen werden kann, einschließlich finanzieller Unterstützung für Reisekosten, Sprachkurse und Umzugskosten. Auch fanden Gespräche zwischen den Bewerbern und ihren künftigen Arbeitgebern statt.

Am zweiten Tag besuchten die Bewerberinnen und Bewerber die Räumlichkeiten der beiden Einrichtungen sowie auch die Unterbringungsmöglichkeiten, die die Arbeitgeber stellen würden. „Das war ein echter Pluspunkt für die Bewerberinnen und Bewerber, denn so konnten sie einen realistischen Eindruck von ihrem künftigen Arbeitsplatz und dem Umfeld gewinnen,“ sagt Charlotte.

 

Fortschritte trotz COVID-19

Die Einstellungsveranstaltungen waren ein großer Erfolg: Alessandria und acht andere Bewerberinnen und Bewerber aus Europa erhielten Jobangebote. Seit Beginn der COVID-19-Krise stehen nun alle vor riesigen Herausforderungen. Aufgrund der Reisebeschränkungen und der strengen Vorschriften im Pflegebereich verzögerte sich der Projektbeginn.

Alessandria und eine weitere am Projekt teilnehmende Person konnten jedoch im Juni nach Bayern umziehen und ihre Ausbildung bei der Stiftung Sankt Johannes beginnen. Die anderen Teilnehmenden nahmen ihre Tätigkeit beim Dominikus-Ringeisen-Werk im Oktober auf und besuchen derzeit einen Online-Sprachkurs, der ihnen die Integration erleichtern soll.

 

Unterstützung erleichtert das Sich-Einleben

Trotz der ungewöhnlichen Umstände lebt sich Alessandria mit der Hilfe ihres „unglaublich freundlichen und aufgeschlossenen“ Arbeitgebers gut ein. Außerdem erhielt sie finanzielle Unterstützung von EURES im Rahmen des Reactivate-Programms, mit der sie die Kosten für die Reise nach Deutschland und die Einrichtung ihrer neuen Unterkunft decken konnte.

„Es war nicht leicht, meine Familie zu verlassen und hierher nach Deutschland zu kommen, um zu arbeiten,“ sagt sie. „Aber was mich letzlich dazu brachte, den Schritt zu tun, war die Möglichkeit, anderen zu helfen. Ich fühle mich wohl und mir gefällt die Arbeit. Ich habe schon immer gern mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen gearbeitet.“

„In Deutschland arbeiten und eine Ausbildung machen zu können, zumal in einer so schönen Gegend wie Bayern, ist wie ein Traum für mich,“ sagt sie. „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, mich bei allen EURES-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern zu bedanken.“

 

Weiterführende Links:

Reactivate

 

Weitere Informationen:

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13/11/2020

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