EURES in Grenzregionen


2016 gab es in der EU mehr als 1,4 Mio. Menschen, die in einem Land lebten und in einem anderen arbeiteten. Diese Zahl ist im Laufe der Jahre kontinuierlich gestiegen; allein im Zeitraum von 2015 bis 2016 wurde ein Anstieg von 8 Prozentpunkten verzeichnet.

Diese Grenzgänger sehen sich tagtäglich einer Reihe von konkreten Hindernissen gegenüber, etwa unterschiedliche einzelstaatliche Praktiken, Sozialversicherungssysteme, Steuerregelungen und Rechtssysteme allgemein. Hinzu kommt, dass der grenzüberschreitende Personennahverkehr häufig schlechter entwickelt ist als die inländischen Verkehrssysteme, was die berufliche Mobilität noch mehr beeinträchtigt.

Unter dem Dach von EaSI, dem EU-Programm für Beschäftigung und soziale Innovation, hilft EURES Grenzgängern bei der Überwindung dieser Hindernisse, indem es grenzüberschreitende Partnerschaften finanziell unterstützt.

An diesen Partnerschaften sind EURES-Mitglieder und Partner beteiligt, die sich auf eine grenzübergreifende Zusammenarbeit zur Förderung der Mobilität von Arbeitnehmern und Arbeitgebern verständigen. Organisationen, die nicht Teil des EURES-Netzes sind, können sich ebenfalls beteiligen, wenn sie auf dem regionalen Markt für berufliche Mobilität von Belang sind. Zu den Partnern gehören in der Regel auch öffentliche Arbeitsverwaltungen, Sozialpartner und Organisationen wie Hochschulen, Unternehmensverbände, Gewerkschaften und Handelskammern.

Im Rahmen der Aufforderung 2017 erhalten derzeit 9 grenzübergreifende Partnerschaften, an denen 13 Länder beteiligt sind, Fördermittel aus dem Programm EaSI. Es gibt aber auch eine Reihe von anderen Partnerschaften, die ohne EaSI-Förderung aktiv sind.

Bei diesen neun grenzübergreifenden Partnerschaften, die aus Mitteln des Programms EaSI gefördert werden, handelt es sich um Folgende:

Das übergeordnete Ziel dieser Partnerschaften besteht darin, sich mit Arbeitsuchenden und Arbeitgebern zum Thema der grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität auszutauschen und zu beraten, Praktikumsplätze anzubieten und Stellenvermittlungsdienste zur Verfügung zu stellen. Zur Unterstützung der Arbeitnehmer in jeder Phase ihres beruflichen Werdegangs und zur Beantwortung der Fragen, die sie möglicherweise zu den praktischen Aspekten der Arbeit in einem anderen Land haben, stehen Expertenpools zur Verfügung.

Die Partnerschaften überwachen aber auch die Mobilitätsströme über ihre jeweiligen Grenzen, beobachten die Entwicklung des Arbeitsmarktes und zeigen Hindernisse auf, die einer echten Freizügigkeit auf dem regionalen grenzüberschreitenden Stellenmarkt entgegenstehen.

Im Rahmen der Partnerschaften werden jedes Jahr zahlreiche Aktivitäten zur Unterstützung von Arbeitsuchenden und Arbeitgebern gleichermaßen durchgeführt. Zu den derzeitigen Höhepunkten gehören ein Coaching für Arbeitsuchende in der Altersgruppe 50+, grenzübergreifende Lehrlingsausbildungsprogramme und eine neue App zur Besetzung von freien Stellen entlang der belgisch-niederländischen Grenze (ab Herbst 2018).