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EURES und deutsche NRO: eine besondere Beziehung

In den meisten EWR-Ländern gehören die EURES-Berater den öffentlichen Arbeitsverwaltungen an. In Deutschland dagegen arbeiten einige bei Nichtregierungsorganisationen (NRO). Sabina Hoffmann, EURES-Beraterin bei der katholischen Auswandererhilfsorganisation Raphaels-Werk, erklärt, wie diese einzigartige Beziehung funktioniert.
 
Welche Art von Beratung können Sie als NRO anbieten, die mit EURES zusammenarbeitet?
Sabina Hoffmann: Wie alle EURES-Berater beraten wir unsere Kunden zu allen Aspekten der Freizügigkeit, also Fragen der sozialen Absicherung, Steuern, Renten, wie man eine Wohnung findet, grenzüberschreitendes Arbeiten usw. Vor Kurzem half ich einem Mann aus Zypern, der seit 23 Jahren in Deutschland lebt, dabei, eine Entscheidung zu kippen, mit der ihm das Daueraufenthaltsrecht verweigert wurde. Ohne die Hilfe von EURES Deutschland hätte er nicht gewusst, welche Rechte er hat, und deshalb die Entscheidung nicht angefochten.
 
Wenden sich auch Arbeitgeber an Sie?
Hoffmann: Ja, auch Arbeitgeber wenden sich mit bestimmten Fragen an uns, etwa zu den Regelungen der sozialen Sicherheit bei der Entsendung eines Mitarbeiters in ein anderes Land.
Ich bin seit 25 Jahren in diesem Bereich tätig und lerne immer noch dazu. Wir müssen mit den Änderungen des Steuer- und Arbeitsrechts und der Regelungen der sozialen Sicherheit Schritt halten.
 
Was ist das Raphaels-Werk und was macht es?
Hoffmann: Das Raphaels-Werk ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation, die 1871 von deutschen katholischen Bischöfen zum Schutz von Auswanderern vor, während und nach ihrer Abreise aus Deutschland gegründet wurde. Wir bieten deutschen Staatsbürgern, Staatsangehörigen anderer Länder, Flüchtlingen und binationalen Partnern professionelle und objektive Beratung und vor allem ein geduldiges und offenes Ohr für die Sorgen und Nöte, die oft dahinterstehen.
 
Um der wachsenden Nachfrage nach Arbeitnehmern gerecht zu werden, hat EURES Deutschland kürzlich beschlossen, seine Ressourcen verstärkt für die Unterstützung deutscher Arbeitgeber bei der Suche nach Arbeitnehmern aus ganz Europa einzusetzen. Inwieweit ist die Arbeit des Raphaels-Werks davon betroffen?
Hoffmann: Seit dem Beitritt zu EURES 1993 hat sich unser Arbeitsfeld erweitert, sodass wir heute sowohl EU-Bürger beraten, die innerhalb Europas in ein anderes Land gehen wollen, als auch Bürger, die bereits in Deutschland leben. 2011 ging eine wachsende Zahl von Anfragen Arbeitsuchender aus Spanien und Portugal bei uns ein. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer an Stellenvermittlung interessiert sind, verweisen wir auf die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.
 
Weitere Informationen:
Erfahren Sie mehr über das Raphaels-Werk.
 
Erfahren Sie mehr über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA).
 
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