Fokus auf...

„Muss ich Norwegisch können?“

In den vergangenen Jahren ist die Provinz Rogaland in Norwegen als Arbeitsort immer beliebter geworden. Eine der am häufigsten gestellten Fragen beim EURES-Helpdesk Rogaland ist: „Muss ich Norwegisch können, um in Norwegen zu arbeiten?“

Sasha-Monique Elvik ist EURES-Beraterin für die Provinz Rogaland bei der öffentlichen Arbeitsverwaltung (NAV) in Norwegen. Die Hauptstadt der Region, Stavanger, gehört zu den vier größten norwegischen Städten und ist für ihr internationales Ambiente aufgrund der florierenden Öl- und Gasindustrie bekannt.
 
„Muss ich Norwegisch können?“ Ihre Antwort ist ein klares „Ja“. Wenn man nicht gerade in einem englischsprachigen Unternehmen (vor allem in Verbindung mit der Öl- und Gasindustrie) arbeitet, ist Norwegisch einfach unverzichtbar. „Selbst, wenn es bei der Arbeit nicht benötigt wird – in der Freizeit brauchen Sie Norwegisch, um Freunde zu finden, ein Netz aufzubauen und die Dinge des Alltags zu erledigen, z. B. den Einkauf“, so Sasha-Monique. „Wir sind eine Stadt mit Vielfalt, aber wenn Sie Norwegisch können, werden Sie sich nicht nur in Ihrer neuen Umgebung wohler fühlen, es wird Ihnen auch viele Türen öffnen.“
 
„Viele Beschäftigte werden von privaten Arbeitsvermittlungen angeworben und können nicht unbedingt Norwegisch oder Englisch. Wenn der ursprüngliche Vertrag ausgelaufen ist, stellt man dann plötzlich fest, wie schwierig sich ohne diese Sprachkenntnisse die Arbeitsuche auf eigene Faust gestalten kann“, fährt Sasha fort. Langzeitarbeitslosigkeit kann die Folge sein: Derzeit stammen mehr als 35 % der bei NAV Rogaland gemeldeten Arbeitslosen von außerhalb Norwegens. Ohne Sprach- und/oder Fachkenntnisse sind viele von ihnen jetzt in einer schwierigen Lage und müssen erwägen, entweder in ihr Heimatland zurückzugehen oder auf eigene Kosten Norwegisch zu lernen.
 
Daher ihr Rat: Ehe Sie eine Stelle in Norwegen annehmen, die Ihnen von einer privaten Arbeitsvermittlung angeboten wird, informieren Sie sich auf der NAV-Website*, ob diese Art von Stelle häufig ausgeschrieben ist. Fragen Sie beim Unternehmen, das Sie einstellt, nach, ob man Ihnen nach Vertragsende bei der Arbeitsuche behilflich sein wird.
 
Für den Norwegischunterricht müssen Sie selbst aufkommen und deshalb entsprechend planen. Wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Ehegatte oder Lebenspartner eine Stelle finden kann, erkundigen Sie sich bei einem EURES-Berater nach der Lage auf dem Markt. In Norwegen müssen meist beide Partner arbeiten, um alle Lebenshaltungskosten decken zu können.
 
„Versuchen Sie, schon vor Ihrem Umzug Norwegisch zu lernen“, sagt Sasha. „Vielleicht gibt es eine Schule in Ihrer Nähe, oder Sie können sich für einen Online-Kurs einschreiben. Suchen Sie im Internet nach Kursen oder wenden Sie sich an die nächstgelegene norwegische Botschaft. Wenn es Austauschstudenten aus Norwegen an Ihrer Universität vor Ort gibt, könnten Sie fragen, ob sie an einem Sprachaustausch (Tandem) interessiert sind.“
 
Weitere Informationen:
 
 
 
 
Noch Fragen zum Arbeiten in einem anderen europäischen Land? Wenden Sie sich an einen EURES-Berater in Ihrem Zielland.
 

Text zuletzt geändert am: 04/2014


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