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Grenzüberschreitender Jobtag in Trier sorgt für Klarheit im Bereich der Sozialversicherung

 
Luxemburg zieht viele Arbeitssuchende aus seinen Grenzregionen und Nachbarländern an, zumindest teilweise aufgrund der hohen Gehälter. Dies ist nicht zuletzt für Trier südöstlich von Luxemburg der Fall: Aus der kleinen deutschen Stadt pendeln etwa 28 000 Arbeitnehmer jeden Tag nach Luxemburg.
 
Trier umfasst nur einen kleinen Teil der Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz auf deutscher Seite, Lothringen in Frankreich sowie Luxemburg, in denen insgesamt etwa 250 000 Grenzgänger wohnen. Die meisten dieser mobilen Arbeitnehmer gehen nach Luxemburg, wo 45 % aller Beschäftigten aus dem Ausland kommen.
 
Vor diesem Hintergrund organisierte die grenzüberschreitende EURES-Partnerschaft in der Region kürzlich einen Europäischen Jobtag in einer alten Tuchfabrik im Zentrum Triers – ein Ort mit Symbolkraft angesichts des sich ständig ändernden Arbeitsmarktes. An diesem Jobtag nahmen 18 Arbeitgeber, größtenteils aus Luxemburg, teil, die zusammen mit EURES etwa 300 freie Stellen für die 1 500 Besucher anboten.
 
Grenzgänger müssen sich zwar Herausforderungen wie dem täglichen Pendeln stellen, es bieten sich aber auch Möglichkeiten wie z. B. eine größere Auswahl im Bereich der Gesundheitsversorgung. Grenzüberschreitende Beschäftigung beruht darauf, dass der Arbeitnehmer in einem Land wohnt und in einem anderen arbeitet. Praktisch bedeutet dies, dass er an (mindestens) zwei Verwaltungssysteme gebunden ist.
 
Als Faustregel gilt, dass grenzüberschreitende Arbeitnehmer nur in einem Land Anspruch auf Sozialversicherung haben, und dies ist im Allgemeinen das Land, in dem sie beschäftigt sind. Da europäische Vorschriften festlegen, dass ein Bürger in dem Land sozialversichert ist, in dem er arbeitet, sind die meisten grenzüberschreitenden Arbeitnehmer aus Deutschland in Luxemburg versichert.
 
Aber was ist, wenn diese Arbeitnehmer ein deutsches Krankenhaus oder weiterhin ihren Hausarzt aufsuchen möchten? „Grenzüberschreitende Arbeitnehmer haben den Vorteil, dass sie aussuchen können, in welchem Land sie die Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen möchten. Wenn sich jemand für Deutschland entscheidet, bezahlt Luxemburg das deutsche System für ihn“, erklärt die deutsche EURES-Beraterin Annette Fehrholz aus Trier.
 
Aber was hält Luxemburg davon, dass täglich so viele ausländische Arbeitnehmer ins Land kommen? Diese Frage beantwortet Nathalie Dock, EURES-Beraterin in Luxemburg: „Wir freuen uns über jeden, der in Luxemburg arbeiten möchte. Wir haben gute Beziehungen zu [EURES]-Agenturen in anderen Ländern und ermutigen jeden mit den entsprechenden Qualifikationen und der entsprechenden Erfahrung, hier nach Stellen zu suchen“, so Nathalie Dock.
 
 
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Text zuletzt geändert am: 03/2013


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