Arbeitsmarktinformationen

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Belgien - Région De Bruxelles-Capitale / Brussels Hoofdstedelijk Gewest

Kurzer Überblick über den Arbeitsmarkt

 

Im Jahr 2016 wies die Region Brüssel-Hauptstadt 716 554 Arbeitsplätze auf. Damit stellt die Hauptstadt den größten Arbeitsmarkt des Landes dar. Brüssel übt eine starke Anziehungskraft auf Arbeitssuchende aus. Ein Großteil der Stellen ist nicht mit Hauptstädtern besetzt: 2016 verzeichnete die Region Brüssel-Hauptstadt 716 554 Arbeitsplätze, von denen 347 450 (48,5 %) mit Pendlern besetzt waren (221 959 Arbeitnehmer aus Flandern und 125 591 Arbeitnehmer aus Wallonien). Dagegen arbeiten nur 16,0 % der Brüsseler Einwohner außerhalb der Hauptstadt (71 239, davon 49 211 bzw. 69,1 % in Flandern und 22 029 bzw. 30,9 % in Wallonien). 

Außerdem zieht Brüssel als Sitz internationaler Einrichtungen (Europäische Union, NATO usw.) und aufgrund seines Hauptstadtstatus (und somit als erste Zugangsmöglichkeit für die internationale Einwanderung) Arbeitnehmer aus ganz Europa, aber auch Nicht-EU-Bürger an. Damit hat sich der kosmopolitische Charakter der Stadt Brüssel durch die hohe Konzentration an Personen ausländischer Herkunft weiter verstärkt. Den von der Föderalregierung veröffentlichten Angaben zufolge waren im Jahr 2014 insgesamt 72,7 % der Einwohner Brüssels (im Vergleich zu 40,4 % der Einwohner Walloniens und 28,7 % der Einwohner Flanderns) ausländischer Herkunft[1]. 

Innerhalb der Erwerbsstruktur der Brüsseler Wirtschaft dominiert der Dienstleistungssektor mit 90,5 % Anteil an der Gesamtbeschäftigung im Jahr 2016. Im Vergleich dazu fällt der Anteil der tertiären Wirtschaftszweige in den Regionen Flandern und Wallonien mit 73,8 % bzw. 78,2 % an der Gesamtbeschäftigung im Jahr 2016 deutlich geringer aus. Die Beschäftigungsstruktur nach Wirtschaftsbereichen zeigt, dass in der Region Brüssel-Hauptstadt 14,5 % der Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung angesiedelt sind, gefolgt von Gesundheits- und Sozialwesen (10,4 %), Handel (9,3 %), Bildungswesen (8,2 %) sowie Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (7,5 %). Auf diese fünf Sektoren entfallen insgesamt 49,9 % der abhängigen Beschäftigungsverhältnisse in Brüssel[2]. Außerdem hat die Präsenz internationaler Einrichtungen, insbesondere der Europäischen Union, in großer Zahl Unternehmen angezogen, die Dienstleistungen für diese Einrichtungen erbringen. Im Zuge der Ansiedlung dieser internationalen Organisationen sollen in Brüssel 121 000 Arbeitsplätze entstanden sein (81 000 direkte und 40 000 indirekte), was 16,7 % der Gesamtbeschäftigung der Hauptstadt-Region entspricht[3].

Auf dem Brüsseler Arbeitsmarkt werden hohe Anforderungen an die Qualifikationen gestellt. Im Jahr 2016 waren fast 60 % der Brüsseler Arbeitsplätze mit hochqualifizierten Arbeitskräften (Absolventen einer Ausbildung auf postsekundärem oder Hochschulniveau) besetzt, für Belgien insgesamt beläuft sich dieser Anteil auf etwa 43,6 %.

Wie in vielen großen städtischen Ballungsräumen herrscht in der Region Brüssel-Hauptstadt eine paradoxe Situation: Sie ist bezogen auf das BIP eine der reichsten Regionen Europas, aber gleichzeitig herrscht hohe Arbeitslosigkeit und viel Armut. Die Arbeitslosenquote in der Region Brüssel-Hauptstadt ist höher als in den beiden anderen Regionen und liegt über dem europäischen Durchschnitt. 2017 betrug die amtliche Arbeitslosenquote in der Region Brüssel-Hauptstadt 16,8 %, wogegen sie in Belgien insgesamt bei 9,9 % lag. Ende Dezember 2017 gab es in Brüssel 91 091 Arbeitssuchende, was einer Arbeitslosenquote von 16,4 % entspricht. Dieser 38. Rückgang der Arbeitslosigkeit in Folge entspricht einer Abnahme um 5645 Arbeitssuchende gegenüber 2016 (-5,8 %), um 9627 Arbeitssuchende gegenüber 2015 (-9,6 %) und um 16 826 Arbeitssuchende gegenüber 2014 (-15,6 %). Die Jugendarbeitslosigkeit, die seit 55 Monaten stetig abgenommen hat, liegt dagegen bei 24,3 %. In Brüssel gibt es 9612 junge Arbeitssuchende, das sind 1076 weniger als im Vorjahr (-10,1 %), 1993 weniger als im Dezember 2015 (-17,2 %) und 3237 weniger als im Dezember 2014 (-25,2 %). 

 

[1] Als Personen „ausländischer Herkunft“ gelten Personen ausländischer Staatsangehörigkeit und/oder Personen, die mit ausländischer Staatsangehörigkeit geboren wurden und/oder Personen, bei denen ein Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit geboren wurde.

[2] Quelle: Erhebung über Arbeitskräfte, Daten 2016.

[3] Die Zahlen zur Beschäftigung bei internationalen Einrichtungen und Unternehmen entstammen der Broschüre „Bruxelles-Europe en chiffres“, Ausgabe 2016.

http://www.commissioner.brussels/i-am-an-expat/news/item/625-brussels-europe-in-figures

Text zuletzt geändert am: 12/2018


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