Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Dänemark

Vorschriften über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer

Einer der meistgeschätzten Grundsätze der Europäischen Union ist die Freizügigkeit von Arbeitnehmern – ein Recht, das im Gründungsvertrag der EU verankert ist.
 
Dies bedeutet, dass jeder EU-Bürger das Recht hat, in einem beliebigen der 27 EU‑Mitgliedstaaten zu leben, zu arbeiten, eine Arbeit zu suchen und in den Ruhestand zu gehen. Die EU-Bestimmungen über die Arbeitnehmerfreizügigkeit gelten auch für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums, nämlich Island, Liechtenstein und Norwegen.
 
Diskriminierungsverbot und Gleichbehandlung
Kein EU-Mitgliedstaat hat das Recht, einem EU-Bürger den Zugang zu seinem Arbeitsmarkt aus Gründen der Staatsangehörigkeit zu verweigern.
 
Die gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften stellen auch sicher, dass EU-Bürger bei der Bewerbung um eine Stelle in einem anderen Mitgliedstaat gleichbehandelt werden. Grenzgänger sind ebenso zu behandeln wie nationale Angestellte.
 
Zieht jemand wegen einer Arbeitsstelle in ein anderes EU-Land, so sollte er wissen, dass seine Familienangehörigen die gleichen Rechte auf Bildung und soziale Sicherheit genießen wie die Bürger des Aufnahmelandes.
 
Stellen im öffentlichen Dienst
Grundsätzlich stehen Stellen im öffentlichen Dienst allen EU-Bürgern offen. Unter bestimmten Umständen jedoch können EU-Staaten Stellen im öffentlichen Dienst ihren eigenen Staatsangehörigen vorbehalten. Dabei handelt es sich um Tätigkeiten zur Wahrung der allgemeinen Belange des Staates, und die für andere Staatsangehörige geltenden Einschränkungen müssen von Fall zu Fall bewertet werden.
 
Staatsangehörige anderer Mitgliedstaaten können sich auf die meisten Stellen im öffentlichen Dienst in Bereichen wie Erziehung, öffentliche Gesundheit und öffentliche Sicherheit bewerben.
 
Übergangsregelungen
Nach den Erweiterungen der EU 2004 und 2007 konnten die Mitgliedstaaten einige „Übergangsregelungen“ erlassen, die die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den neu beigetretenen Staaten einschränkte.
 
Diese Übergangsfrist läuft jedoch nun aus. Einschränkungen für Arbeitnehmer aus Ländern, die der EU 2004 beigetreten sind, sind seit dem 1. Mai 2011 hinfällig. Einige Einschränkungen für Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien, die der EU 2007 beigetreten sind, gelten nur noch bis zum 31. Dezember 2013.
 
Weitere Leistungen
Darüber hinaus haben Bürger, die arbeitslos sind und eine Arbeit suchen, das Recht, für eine gewisse Zeit in einem anderen EU-Land zu leben während sie sich auf Arbeitsuche befinden. Sie können sich sogar ihre Arbeitslosenunterstützung in dem Land auszahlen lassen, das sie besuchen. Zunächst ist dies bis zu einem Zeitraum von drei Monaten möglich, wobei dieser allerdings auf maximal sechs Monate verlängert werden kann.
 
Rechte in Bezug auf soziale Sicherheit und Bildungsabschlüsse
Die EU-Staaten arbeiten auf eine gegenseitige Anerkennung von Bildungsabschlüssen und eine engere Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit hin, was die grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitsuchenden bzw. Arbeitnehmern fördern sollte.
 
Gleichwohl erscheint es angebracht, sich folgende Fragen zu stellen, bevor man sich entschließt, innerhalb der EU umzuziehen:
  • Werden meine Bildungsleistungen und -abschlüsse von einem anderen Mitgliedstaat anerkannt und verstanden?
  • Werden meine Familie und ich einen vergleichbaren Sozialschutz und vergleichbare Sozialleistungen in Anspruch nehmen können, wenn wir umgezogen sind?
 
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Text zuletzt geändert am: 02/2012

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