Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Deutschland


Lebensbedingungen

Gesundheitssystem

 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschließlich Auszubildende sind "versicherungspflichtig". Das bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jeden Monat in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung einzahlen. Die Höhe der Beiträge ist abhängig vom Bruttogehalt. Der Arbeitgeber zahlt die eine Hälfte der Beiträge, die Arbeitnehmerin bzw.der Arbeitnehmer die andere Hälfte. Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer Höchstgrenze vom Gehalt abgezogen. Das ist die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze.

 

Sobald Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben und in Deutschland arbeiten wollen, müssen Sie als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer auf jeden Fall eine Krankenversicherung abschließen (Gesetzliche Krankenversicherung). Damit eine Krankheit nicht zu einem finanziellen Risiko wird, sichern die gesetzlichen Krankenkassen deren Mitglieder und ihre Familien im Krankheitsfall ab. Ehepartnerinnen und Ehepartner, die nicht arbeiten, und Kinder können mitversichert werden. Als Mitglied der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind Sie automatisch auch pflegeversichert.

 

Privat krankenversichern können sich Beschäftigte deren Brutto-Monatseinkommen ein Jahr lang die Pflichtversicherungsgrenze von jährlich 58.050 (monatlich 4.837,50 Euro) € (Bemessungsgrenze für 2021) überschritten hat.

 

Privat krankenversichert sind in der Regel Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler und Künstlerinnen und Künstler unabhängig von der Höhe ihres Einkommens; und verbeamtete Personen und andere sogenannte Beihilfeberechtigte wie Richterinnen und Richter, Landtags- und Bundestagsabgeordnete.

Die Versicherungspflichtgrenze wird jährlich vom Gesetzgeber neu festgesetzt.  Freiwillig versichern können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ein Gehalt oberhalb dieser Versicherungspflichtgrenze haben. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung im Jahr 2021 bei 7.100 Euro (West) und 6.700 Euro (Ost) im Monat.

 

Bei einem vorübergehenden Aufenthalt in einem anderen Mitgliedstaat, benötigen EU-Staatsangehörige und Staatsangehörige des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) lediglich die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC, um im Krankheitsfall medizinisch versorgt werden zu können.

 

Adressen und Telefonnummern von der Ärztin oder vom Arzt- und Zahnarztpraxen finden Sie im örtlichen Telefonbuch. Vor einem Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt sollten Sie sich zuerst telefonisch anmelden. Bei akuten Erkrankungen oder Unfällen wird Ihnen sofort oder am selben Tag ein Termin gegeben. Andernfalls müssen Sie mit Wartezeiten von mehreren Tagen oder sogar Wochen rechnen, vor allem bei Fachärztinnen und Fachärzten. Wenige Praxen haben samstags geöffnet und sonntags sind nur Notdienste zu erreichen.

 

Sollten Sie nach der Untersuchung vom Arzt ein Rezept für die verordneten Medikamente erhalten haben, berechnen die Apotheken üblicherweise eine Zuzahlung von 5 bis 10 € pro Präparat. Bei leichten Beschwerden bekommen Sie rezeptfreie Arzneimittel. Eine kostenlose Beratung erhalten Sie auch ohne Arztbesuch in allen Apotheken.

 

Wenn die Arztpraxen zu sind, helfen Ihnen die Ärztinnen und Ärzte des ärztlichen Bereitschaftsdiensts. Der Notdienst ist außerhalb der Sprechzeiten von Montag bis Freitag, in der Nacht, an den Wochenenden und an den Feiertagen über die Rufnummer 116117 erreichbar. Auch haben Sie die Möglichkeit, in die Notaufnahme eines Krankenhauses zu gehen. Einige Apotheken haben auch an Wochenend- und Feiertagen geöffnet. Informationen hierzu finden Sie im Internet.

 

Wenn Sie einen Krankenwagen benötigen, rufen Sie die 112 an.

 

Text zuletzt geändert am: 07/2021