Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Deutschland


Arbeitsbedingungen

Arbeitnehmervertretung

 

Die Gewerkschaften handeln mit den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sogenannte Tarifverträge aus, in denen das Einkommen, die Arbeitszeit und der Urlaub für das Unternehmen geregelt werden. Im Falle eines Arbeitskampfes organisieren sie den Streik und zahlen den Mitgliedern Streikunterstützung. Sie helfen bei der Gründung von Betriebsräten, unterstützen die Beschäftigten bei betrieblichen Konflikten und vertreten sie bei Streitigkeiten mit ihrem Arbeitgeber. Gewerkschaftsmitglieder genießen kostenlosen Rechtsschutz bei Streitigkeiten zu Fragen des Arbeits- und Sozialrechts. Einige Gewerkschaften bieten darüber hinaus auch eine kostenlose Freizeit- und Unfallversicherung. Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist freiwillig und beitragspflichtig.

 

Im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) als Dachverband sind acht Einzelgewerkschaften mit insgesamt rund 6 Millionen Mitgliedern organisiert.

 

Der Betriebsrat bzw. im öffentlichen Dienst der Personalrat wird von den Beschäftigten demokratisch gewählt. Seine wichtigsten Aufgaben im Überblick:

  • Er vertritt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern in personellen und sozialen Angelegenheiten.
  • Er achtet auf die Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, Arbeitsschutzvorschriften, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen.
  • Er wirkt bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen, der Regelung von Arbeitszeiten, der Personalplanung und bei Weiterbildungsmaßnahmen mit.
  • Er muss bei jeder Kündigung angehört werden, andernfalls ist die Kündigung unwirksam.

 

Die betriebliche Arbeitnehmervertretung ist im Betriebsverfassungsgesetz bzw. bei Betrieben des öffentlichen Rechts durch das jeweilige Personalvertretungsgesetz geregelt. Für die Einrichtung bzw. Wahl eines Betriebsrats sind mindestens 5 Arbeitnehmende erforderlich, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

 

Ausländische Beschäftigte sind ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen hinsichtlich des aktiven und passiven Wahlrechts gleichgestellt.  

 

Text zuletzt geändert am: 07/2021