Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Österreich


Arbeitsbedingungen

Urlaub (Jahresurlaub, Elternzeit, usw.)

 

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer und Lehrlinge haben einen Urlaubsanspruch auf mindestens fünf Wochen bezahlten Urlaub pro Arbeitsjahr. Bei Berechnung des Urlaubs nach Werktagen (inklusive Samstag) haben Sie Anspruch auf 30 Urlaubstage bzw. 25 Arbeitstage pro Arbeitsjahr. 

In den ersten sechs Monaten des ersten Arbeitsjahrs wird der Urlaubsanspruch anteilig berechnet. Ab Beginn des 7. Monats haben Sie den vollen Urlaubsanspruch. Ab dem zweiten Arbeitsjahr entsteht der gesamte Urlaubsanspruch im Normalfall mit Beginn des Arbeitsjahrs.

Das Arbeitsjahr beginnt mit dem Eintrittsdatum. 

Geringfügig Beschäftigte und Teilzeitbeschäftigte haben ebenfalls Anspruch auf 5 Urlaubswochen pro Jahr. 

Zusätzlich zum monatlichen Gehalt erhält eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer in Österreich – wenn im Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag vorgesehen - einen Urlaubszuschuss auch 14. Monatsgehalt oder Urlaubsgeld genannt. 

Vom Urlaubsgeld zu unterscheiden ist das Urlaubsentgelt. Darunter versteht man jenes Entgelt, das Ihnen während Ihres Urlaubes zusteht, obwohl Sie in dieser Zeit keine Arbeit leisten.

Sie müssen den Zeitpunkt des Urlaubs mit der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber rechzeitig vereinbaren, diese/dieser muss einverstanden sein. Fragen Sie im Unternehmen nach, wann der Urlaub zu beantragen ist. Am besten stellen Sie den Urlaubsanspruch schriftlich.

Wenn Sie während des Urlaubs erkranken, wird der Urlaub durch die Krankheit unterbrochen. Das gilt allerdings nur, wenn Sie mehr als drei Kalendertage krank sind. Sie müssen Ihre Erkrankung rasch bei Ihrem Unternehmen melden und eine ärztliche Bestätigung bringen. Diese erhalten Sie bei Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt (praktische Ärztin/praktischer Arzt).

Behinderte Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer und Jugendliche haben grundsätzlich nicht mehr Urlaub, außer es ist in Kollektivverträgen oder Betriebsvereinbarungen so vorgesehen.

Als Feiertage gelten: 1. Jänner (Neujahr), 6. Jänner (Dreikönigstag), Ostermontag, 1. Mai (Staatsfeiertag), Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 15. August (Mariä Himmelfahrt), 26. Oktober (Nationalfeiertag), 1. November (Allerheiligen), 8. Dezember (Mariä Empfängnis), 25. Dezember (Christtag) und 26. Dezember (Stefanitag). Für Angehörige der evangelischen Kirchen A.B und H.B, der Altkatholischen Kirche und der Methodistenkirche ist auch der Karfreitag ein Feiertag. 

Krankheit und Entgeltfortzahlung:

Die Entgeltfortzahlung stellt im Krankheitsfall bei Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und bei Kur- und Erholungsurlauben sicher, dass Ihr Entgelt durch das Unternehmen weiterbezahlt wird. Als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer sind Sie verpflichtet, die Arbeitsverhinderung dem Unternehmen sofort bei Beginn der Krankheit oder des Unfalls bekannt zu geben. Lassen Sie sich von Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt (praktische Ärztin/praktischer Arzt) eine sogenannte „Krankenstandsbestätigung“ oder auch „Krankmeldung“ genannt ausstellen.

Im Anschluss an die Entgeltfortzahlung erhalten Sie Krankengeld von Ihrer Krankenkasse. Die Höhe des Krankengeldes hängt vom Einkommen im letzten Monat vor der Erkrankung und von der Höhe der geleisteten Entgeltfortzahlung ab. 

Freie  Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer erhalten bereits ab dem vierten Krankenstandstag Krankengeld. 

Mutterschutz:

Der Mutterschutz für schwangere Frauen beginnt in der Regel acht Wochen vor der Geburt und endet acht Wochen nach der Geburt (absolutes Beschäftigungsverbot). Während der Schutzfrist besteht das Dienstverhältnis weiter fort, das heißt, Gehalt bzw. Lohn werden weiter bezahlt. Sie erhalten bei Berufstätigkeit in einem Dienstverhältnis oder auch nur bei aufrechter Krankenversicherung Wochengeld. Auch freie Dienstnehmerinnen erhalten Wochengeld.

Elternkarenz:

Unselbständig erwerbstätige Mütter und Väter haben Anspruch auf Karenz. Das heißt Sie werden von der Arbeit frei gestellt, erhalten in dieser Zeit aber kein Entgelt.  Die Elternkarenz kann bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres des Kindes in Anspruch genommen werden, wenn Sie mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben. Die Mindestdauer der Karenz beträgt zwei Monate. In dieser Zeit kann, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden, Kinderbetreuungsgeld bezogen werden. Bis vier Wochen nach Ablauf der Karenz bzw. eines Karenzteils gibt es einen Kündigungs- und Entlassungsschutz. 

Bildungskarenz: 

Die Bildungskarenz kann bereits nach einer Mindestbeschäftigungszeit von sechs Monaten vereinbart werden, wenn das Unternehmen zustimmt. Es gibt keinen Rechtsanspruch. Die Mindestdauer beträgt zwei Monate; die Bildungkarenz dauert maximal zwölf Monate. Wird die Bildungskarenz in Teilen in Anspruch genommen, muss jeder Teil nur zwei Monate umfassen. Der Verbrauch in einzelnen Teilen ist innerhalb von vier Jahren möglich. 

In dieser Zeit wird der Gehalt, Lohn nicht weiterbezahlt, sondern die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer erhält vom Arbeitsmarktservice Weiterbildungsgeld in der Höhe des zu gewährenden Arbeitslosengeldes bezahlt. Die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme von mindestens 20 Wochenstunden ist notwendig.

Pflegefreistellung:

Wenn eine im gemeinsamen Haushalt lebende Angehörige/ein im gemeinsamen Haushalt lebender Angehöriger gepflegt werden muss, wird unter bestimmten Voraussetzungen für die Person, die pflegt, Pflegefreistellung gewährt und Gehalt/Lohn weiter bezahlt. Die Pflegefreistellung wird für eine Woche gewährt. Bei pflegebedürftigen Kindern ist eine weitere Woche pro Kalenderjahr  möglich, wenn das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht überschritten hat. Kranke Kinder können auch vom Elternteil gepflegt werden, der nicht im gemeinsamen Haushalt leben.

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit:

Pflegekarenz bzw. -teilzeit kann ab Pflegegeldstufe 3 der/des Angehörigen oder ab Pflegegeldstufe 1 bei minderjährigen Kindern oder bei Demenz der/des Angehörigen in Anspruch genommen werden. Es ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer und Unternehmen erforderlich. Für die Dauer der Pflegekarenz/Pflegeteilzeit wird als Ersatz für das Einkommen Pflegekarenzgeld bezahlt.

Familienhospizkarenz:

Die Familienhospizkarenz gibt Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern die Möglichkeit, sich bei schweren Erkrankungen von Kindern oder für die Begleitung sterbender Verwandter vorübergehend beurlauben zu lassen, ihre Arbeitszeit herab zu setzen oder zeitlich zu verlagern. Personen, die Familienhospizkarenz in Anspruch nehmen, haben einen Rechtsanspruch auf Pflegekarenzgeld. 

Elternteilzeit:

Darunter wird ein gesetzlich geregelter Anspruch auf Herabsetzung der bisherigen Arbeitszeit bzw. auf Änderung der Lage der bisherigen Arbeitszeit verstanden. Die Elternteilzeit besteht unter bestimmten Voraussetzungen längstens bis zum siebten Geburtstag des Kindes. 

Die Bedingungen (Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage) sind mit dem Unternehmen zu vereinbaren. Besteht kein Anspruch auf Elternteilzeit, kann sie längstens bis zum vierten Geburtstag vereinbart werden. 

 

Text zuletzt geändert am: 03/2020

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