Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Bulgarien


Arbeitsbedingungen

Löhne und Gehälter

 

Der bulgarische Ministerrat legt jedes Jahr einen Monats- und Stundenmindestlohn fest. Seit dem 1.1.2020 liegen diese Beträge bei 610 BGN bzw. 3,66 BGN bei einem 8-Stunden-Arbeitstag und einer 5-tägigen Arbeitswoche für einen vollen Arbeitsmonat. Darüber hinaus gibt es noch ein sozialversicherungspflichtiges Mindesteinkommen für alle wichtigen Wirtschaftsbereiche und Berufsgruppen.

Tabellen mit den Sozialversicherungsbeiträgen für Beschäftigte in einem Arbeitsverhältnis und für Selbständige sind auf der Website der Nationalen Versicherungsbehörde, Abschnitt Informationsmaterialien, zugänglich. Nach Abzug der obligatorischen Lohnabzüge ergibt sich das sogenannte „steuerpflichtige Einkommen“. 10 % davon entfallen auf die Einkommensteuer. Bei einem Bruttolohn von 2 000 BGN (etwa 1 000 Euro) liegt der Nettolohn bei etwa 1 550 BGN, abgezogen werden also insgesamt etwa 450 BGN.

Der Arbeitslohn wird im Normalfall monatlich gezahlt, auch wöchentliche Lohnzahlungen sind möglich. Auf Wunsch des Arbeitnehmers kann ein Teil des Monatslohns auch als Vorschuss ausgezahlt werden. Frauen und Männer haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Das Gesetz sieht auch keinen altersbedingten Unterschied bei der Entlohnung vor. Für Nachtarbeit gibt es Zuschläge, die zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart werden; die vom Ministerrat der Republik Bulgarien festgelegten Sätze dürfen jedoch nicht unterschritten werden. Für Überstunden gibt es ebenfalls Zuschläge, die zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart werden. An Werktagen betragen diese Zuschläge mindestens 50 %, am Wochenende 75 % und an staatlichen Feiertagen der Republik Bulgarien 100 %.

Die Sozialversicherungsbeiträge und die Einkommensteuer werden jeden Monat vom Arbeitslohn abgezogen und vom Arbeitgeber an die Nationale Agentur für Einnahmen (NAP) abgeführt. Angehörige freier Berufe führen die fälligen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern in eigener Verantwortung ab. Die Aushändigung von Lohnzetteln ist nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch kann jeder Arbeitnehmer eine solche Lohnabrechnung verlangen, in der der Bruttoverdienst, die einzelnen Abzüge und der Nettoverdienst ausgewiesen sind.

 

Text zuletzt geändert am: 04/2020

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