Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Österreich


Arbeitsbedingungen

Löhne und Gehälter

 

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer erhalten für ihre im Arbeitsvertrag vereinbarte Leistung ein entsprechendes Entgelt. Zum Entgelt  gehören beispielsweise Lohn, Gehalt und Lehrlingsentschädigung (= Entgelt für Auszubildende). 

Die Höhe des Entgeltes wird durch Gesetze, durch Kollektivverträge und/oder durch Betriebsvereinbarungen geregelt. Sie hängt auch von individuellen Faktoren wie Alter, Qualifikation, Arbeitszeit, Verwendung im Betrieb (Position), Dauer der Betriebszugehörigkeit etc. ab. 

Kollektivverträgen sind schriftliche Vereinbarungen, die beispielsweise Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Entgelt regeln. Kollektivverträge werden zwischen Arbeitnehmervertretung (z.B. Gewerkschaften) und Arbeitgebervertretungen (z.B. Wirtschaftskammer) ausgehandelt. 

Betriebsvereinbarungen, sind schriftliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern und Betriebsrat.

In den verschiedenen Branchen gibt es Vereinbarungen zu Mindestlöhnen. Mindestlöhne werden von Gewerkschaft und Vertretern von Unternehmen ausverhandelt. 

Lohn, Gehalt und Lehrlingsentschädigung werden in den meisten Fällen auf ein Gehalts-/Girokonto überwiesen. Die Auszahlung erfolgt zum Monatsletzten oder zum Monatsersten des nächsten Arbeitsmonats. Fallweise wird Arbeiterinnen/Arbeitern ihr Lohn wöchentlich über einen Scheck oder bar ausbezahlt.

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer wird Lohn und Gehalt – wenn in Kollektivvertrag und/oder Betriebsvereinbarung festgeschrieben - 14mal jährlich ausbezahlt: zwölf Monatsgehälter und zusätzlich ein Monatsgehalt als Weihnachtsgeld und ein Monatsgehalt als Urlaubgeld (sogenannte Sonderzahlungen).

Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Arbeiterkammerumlage und weitere Abzüge (z.B. Gewerkschaftsbeitrag) werden bei Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern vom Bruttolohn abgezogen. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber überweist diese Beträge an Finanzamt, Sozialversicherung, Arbeiterkammer etc.

Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer erhalten in der Regel monatlich eine schriftliche Entgeltabrechnung, einen so genannten Lohnzettel. Der Lohnzettel enthält eine genaue Aufschlüsselung der Abzüge (Steuern, Sozialversicherung, gesetzlich vorgeschriebene und freiwillige Beiträge).   

Freie Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer werden nach Arbeitsdauer bezahlt. Ohne entsprechende Vereinbarung besteht kein Anspruch auf Sonderzahlungen. Freie Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer haben allerdings auch Anspruch auf einen Dienstzettel, wenn kein schriftlicher Vertrag vorliegt. Die Auszahlung des Entgeltes erfolgt bei länger laufenden Verträgen monatlich. Freie Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer müssen sich um die Bezahlung von Steuern selbst kümmern. Die Sozialversicherungsbeiträge werden von Dienstgeberinnen/Dienstgebern an die Sozialversicherungsanstalt bzw. an die Krankenkasse überwiesen. Freie Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer sind Mitglied der Arbeiterkammer und bezahlen Arbeiterkammerumlage.

Für Werkunternehmerinnen/Werkunternehmer ist das Ergebnis der Dienstleistung (das Werk) entscheidend. Die Auszahlung des Entgeltes erfolgt meistens erst, nachdem der Werkvertrag erfüllt wurde. Für Werkunternehmerinnen/Werkunternehmer besteht kein Anspruch auf Kollektivvertragslohn und Sonderzahlungen. Werkunternehmerinnen/Werkunternehmer müssen sich um die Bezahlung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen selbst kümmern.

Kostenlose Rechtsberatungen erhalten Sie bei Arbeiterkammern, Gewerkschaften und der Wirtschaftskammer (zuständig für Selbstständige)

 

Text zuletzt geändert am: 03/2020

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