Lebens- und Arbeitsbedingungen

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Ungarn


Umzug in einen anderen Mitgliedstaat

Anmeldung und Aufenthaltserlaubnis

 

Ungarn ist Vollanwenderstaat des Schengener Abkommens. Bürger aus dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz (Unionsbürger) dürfen mit einem gültigen Reisedokument oder Personalausweis nach Ungarn einreisen. Ungarn ist dem Europäischen Abkommen über die Regelungen der Freizügigkeit, das am 13. Dezember 1957 in Paris unterzeichnet wurde, beigetreten. Die Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten, die Parteien des Abkommens sind, können bei einem Aufenthalt von nicht mehr als 3 Monaten gegen Vorlage eines gültigen oder innerhalb eines Jahres abgelaufenen Reisepasses oder Personalausweises einreisen. Familienangehörige, die keine Unionsbürger sind, können mit einem Reisedokument und, sofern sie aus einem visumpflichtigen Land nach Ungarn kommen, mit einem Einreisevisum einreisen, das sie kostenlos im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens einholen können. Von der Visumpflicht werden die Familienangehörigen aus Drittstaaten befreit, die in einem Mitgliedstaat über eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers verfügen. Für diese Familienangehörigen gelten auch günstigere Bedingungen für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis. In den ersten drei Monaten steht Unionsbürgern und ihren Angehörigen, die sie begleiten oder ihnen nachziehen, das Aufenthaltsrecht ohne besondere Bedingungen, sonstige formelle Anforderungen und ohne Anmeldepflicht zu. Zu einem drei Monate überschreitenden Aufenthalt sind Unionsbürger und deren Angehörige dann berechtigt, wenn sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder studieren bzw. ihren Unterhalt und den Unterhalt ihrer Angehörigen mit eigenen Existenzmitteln bestreiten, einschließlich der vollständigen Deckung von Kosten für medizinische Versorgung.

Bei einem mehr als dreimonatigen Aufenthalt besteht Meldepflicht, und die Rechtmäßigkeit des Aufenthalts ist durch ein entsprechendes Dokument zu belegen. Die zuständige Behörde stellt Unionsbürgern eine Meldebescheinigung und Familienangehörigen, die keine Unionsbürger sind, eine Aufenthaltskarte mit einer Gültigkeitsdauer von höchstens 5 Jahren aus, wodurch der Bürger seinen ständigen Wohnsitz in Ungarn nimmt. Anschließend wird dem Betreffenden das behördliche Zeugnis zur Bescheinigung des Wohnsitzes durch die zuständige Behörde automatisch zugesandt. Ein weiterer Wohnortwechsel ist beim zuständigen Bürgeramt am neuen Wohnsitz zu melden.

Für aufenthaltsrechtliche Fragen – mit Ausnahme des Visums, das in erster Linie in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Auswärtiges und Außenhandel fällt – sind in Ungarn das Innenministerium, das Amt für Einwanderung und Asyl (BMH) sowie dessen Regionaldirektionen zuständig. Auf der Homepage des BMH finden sich eine Beschreibung der Verfahrensordnung und der Bedingungen in ungarischer, englischer und deutscher Sprache wie auch genaue Angaben zur Erreichbarkeit der regionalen Direktionen und ihrer Servicestellen.

Sowohl dem Unionsbürger als auch seinen Angehörigen steht nach einem fünfjährigen rechtmäßigen und ununterbrochenen Aufenthalt in Ungarn das Daueraufenthaltsrecht zu, das durch die Daueraufenthaltskarte nachgewiesen wird. Unionsbürger und ihre Familienangehörige dürfen nur dann aus Ungarn ausgewiesen werden, wenn sie ihrer Verpflichtung zum Verlassen des ungarischen Staatsgebietes nicht nachgekommen sind, wenn sie in Ermangelung des Einreise- oder Aufenthaltsrechts Daten gefälscht oder falsche Angaben gemacht haben, und wenn ihr Aufenthalt eine tatsächliche, direkte und schwerwiegende Gefährdung der grundlegenden Interessen der Gesellschaft, so etwa der öffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit, darstellt. Wenn der Unionsbürger oder einer seiner Angehörigen innerhalb der ersten drei Monate seines Aufenthalts in Ungarn erkrankt und seine Krankheit die öffentliche Gesundheit gefährdet, kann er des Landes verwiesen werden, wenn er sich keiner verbindlichen Behandlung unterzieht. Nach Ablauf von drei Monaten ist die Ausweisung aus diesem Grunde nicht mehr möglich.

 

Text zuletzt geändert am: 09/2019

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