Arbeitsmarktinformationen

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Italien - Sardegna

Kurzer Überblick über den Arbeitsmarkt

 

Sardinien ist eine autonome Region mit Sonderstatut, einer Fläche von 24 100 km² und einer Bevölkerungsdichte von rund 68 Einwohnern pro km². Durch das Reformgesetz zur Neuordnung des Systems der lokalen Autonomie Sardiniens (Regionalgesetz Nr. 2 vom 4. Februar 2016 und entsprechender Beschluss des Regionalrates Nr. 23/5 vom 20. April 2016) wurde die frühere Verwaltungsgliederung erheblich verändert: die Metropolitanstadt Cagliari und die Provinz Sud Sardegna (Süd-Sardinien) wurden eingerichtet, die Grenzen der Provinzen Sassari und Oristano neu festgelegt und die Provinzen Carbonia-Iglesias, Medio Campidano, Ogliastra und Olbia-Tempio wurden aufgelöst.

Die Metropolitanstadt Cagliari weist trotz einer Fläche von 1 249 km² die höchste Bevölkerungsdichte auf (346 Einwohner pro km²), gefolgt von Sassari (64 Einwohner pro km², bei einer Fläche von 7 692 km²) und den Provinzen Sud Sardegna, Oristano und Nuoro.

Die Einwohnerzahl Sardiniens beläuft sich zum 1.1.2020 insgesamt auf 1 629 307 (49 % Männer und 50,9 % Frauen). Die Provinz Sassari (die nun auch das Gebiet der ehemaligen Provinz Olbia-Tempio umfasst) zählt die höchste Einwohnerzahl und stellt damit 30 % der regionalen Gesamtbevölkerung dar. Ihr folgen die Metropolitanstadt Cagliari mit 26 % und die Provinz Sud Sardegna mit 21 %, die zusammen 47 % der gesamten sardischen Bevölkerung ausmachen. Die Altersgruppe von 35 bis 69 Jahren erreicht 52 %, während die jüngere Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren fast 24 % umfasst.

2019 machen ausländische Staatsangehörige, die sich in der Region aufhalten, 3,4 % der Gesamtbevölkerung aus. Frauen sind in dieser Gruppe leicht in der Mehrheit (29 069 von insgesamt 55 998). 43 % leben in der Provinz Sassari, 30,7 % in der Metropolitanstadt Cagliari und 11 % in der Provinz Sud Sardegna, die einen merklichen Einbruch zu verzeichnen hat (- 4,3 %). Die zahlreichsten ausländischen Gemeinschaften stammen aus Rumänien (25,5, %), dem Senegal (8,7 %) und Marokko (8 %). Die beschäftigten Ausländer belaufen sich auf 31 111 mit Beschäftigungsvertrag (76 %) und konzentrieren sich zum großen Teil auf drei Sektoren: Dienstleistungen für die Allgemeinheit und personenbezogene Dienstleistungen (33 %), Handel (22 %), Gastgewerbe (19 %). 59,5  % der Gesamtheit sind als Arbeiter beschäftigt und 58,5 % fallen in die Altersgruppe von 25 bis 44 Jahren.

Die Produktionsstruktur der Region verzeichnet 2019 143 122 aktive Unternehmen, die sich auf die folgenden Sektoren verteilen: Handel (26 %); Landwirtschaft (24 %); Sonstige Dienstleistungen (20 %); Baugewerbe (14 %); Gastgewerbe (9 %); Industrie (7 %). 96 % der Unternehmen hat weniger als 10 Beschäftigte. Vorherrschend ist also das Mikrounternehmen, während Kleinunternehmen (3 341 in Sardinien) und mittlere bis große Unternehmen (jeweils 325 und 27) in Hinblick auf die Gesamtheit der Tätigkeiten äußerst gering ins Gewicht fallen, auch was die eingestellten Arbeitskräfte betrifft (6 % Beschäftige gegenüber 22,5 % auf nationaler Ebene). Das regionale System ist stark durch die Tätigkeiten im Dienstleistungssektor gekennzeichnet, dessen Werte weit über den Landeswerten liegen. Der Groß- und Einzelhandel ist mit 37 176 aktiven Unternehmen am dynamischsten, doch der vorherrschende Sektor ist der der Immobilientätigkeiten. Große Bedeutung kommt bei der Zusammensetzung des regionalen Produktionsgefüges auch der Öffentlichen Verwaltung und den Unternehmen der Tourismusdienstleistungen zu. Denn in Sardinien sind 1 579 Beherbergungsbetriebe und 11 420 Restaurantbetriebe aktiv. 2019 wurde ein Anstieg um 332 Betriebe für die Unternehmen dieses Sektors im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. In der Sparte der Industrie, die Bergbau und verarbeitendes Gewerbe, Strom-, Wasser- und Gasversorgung und Abfallwirtschaft umfasst, belaufen sich die in Sardinien aktiven Unternehmen auf 10 542. Im Sektor des verarbeitenden Gewerbes ist auf die Lebensmittelindustrie (1 967 Unternehmen) und die Holz- und Korkverarbeitungsindustrie (1 270 Unternehmen) zu verweisen. Im Baugewerbesektor sind dagegen 19 714 Unternehmen tätig. 

Im 1. Quartal 2020 ist ein Bestand an Arbeitskräften von 668 000 Personen (376 000 Männer und 292 000 Frauen) zu verzeichnen, der insgesamt im Vergleich zum 1. Quartal 2019 um mehr als einen Prozentpunkt abnimmt, vor allem was die männliche Komponente betrifft. Denn Letztere weist eine Erwerbsquote von 68,1 % gegenüber 70,2 % im Jahr 2019 auf. Folglich erweist sich die Erwerbslosenquote von 38,6 % im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres (37,9 %) als um fast einen Prozentpunkt höher und die negative Schwankung betrifft dabei in größerem Maße die männlichen Arbeitskräfte.

Im untersuchten Zeitraum befinden sich ca. 90 000 Personen auf Arbeitssuche, bei einer Arbeitslosenquote von 13,5 %, die damit unter dem Wert von 16,5 % des 1. Quartals 2019 liegt: auch in diesem Fall ist die Verbesserung für die weibliche Komponente festzustellen.

Die Anzahl der Beschäftigten im 1. Quartal 2020 ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 12 000 Personen gestiegen und liegt nun bei ca. 578 400 Personen und einer Beschäftigungsquote von 52,9 %. Insbesondere ist ein Anstieg der weiblichen Beschäftigung um 15 000 Personen festzustellen, der mit einem leichten Einbruch der männlichen um ca. 3 000 Personen einhergeht. 

Links, Bibliographie und Sitographie: 

Presidenza RAS – Statistikamt der Region – Der Arbeitsmarkt - Regionale Daten – 1. Quartal 2020

Crenos – Economia della Sardegna (Die Wirtschaft Sardiniens) - 27. Bericht 2020 - www.crenos.it

Banca d'Italia – Economie Regionali – L'Economia della Sardegna (Banca d'Italia - Die Wirtschaft der Regionen - Die Wirtschaft in 2020 - www.bancaditalia.it/pubblicazioni/economie-regionali/2020/2020-0020/index.html

Ministerium für Arbeit und Soziales – DG dell'Immigrazione e delle Politiche di Integrazione - Gli Stranieri nel mercato del lavoro in Italia (Generaldirektion für Einwanderung und Integrationspolitik - Die Ausländer im italienischen Arbeitsmarkt) - 2020

ASPAL - Congiuntura lavoro Sardegna (Die Arbeitssituation in Sardinien) – Dezember 2019 www.regione.sardegna.it/index.php?xsl=2372&s=313214&v=2&c=14276&t=1

ASPAL – Arbeitsmarktbeobachtungsstelle - 5. Bericht „Covid-19 e impatto sul mercato del lavoro in Sardegna“ (Covid-19 und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Sardinien)

ASPAL – Arbeitsmarktbeobachtungsstelle – Covid 19 in Sardegna: impatto sul mercato del lavoro (Covid-19 und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Sardinien) – Akt. vom 14.07.2020

Istat – Jahresbericht 2020 – La situazione del Paese (Die Situation des Landes)

Handelskammer Sassari - Wirtschaftsbeoabachtungsstelle 2019 Nordsardinien – Schwerpunkt Unternehmen- https://www.ss.camcom.it/promozione-del-territorio/promozione-e-statistica/osservatorio-economico-del-nord-sardegna/

Handelskammer Sassari – Bericht der Unternehmen Nordsardiniens – 8. Ausgabe – 2019 - https://www.ss.camcom.it/promozione-del-territorio/promozione-e-statistica/rapporto-sistema-imprese/

Unioncamere – Informationssystem Excelsior https://excelsior.unioncamere.net/ 

Sardegnaimpresa (Website der Autonomen Region Sardinien für Unternehmen)www.sardegnaimpresa.eu

 

Text zuletzt geändert am: 11/2020